Minimalismus-Wohnung – Wieviel Küche?

Wieviel Küche brauche ich?

Wieviel Küche brauche ich? Wieviel Minimalismus in der Küche darf und soll es sein? Anlässlich meines bevorstehenden Umzuges und damit der Notwendigkeit eines Küchenkaufs, war ich heute mal wieder unterwegs und habe mir Küchen angeschaut, U.a. war ich in einem Möbelhaus in der Region, ein Familienunternehmen. 

Verwirrender Küchenmaximalismus – Eindrücke aus einem Möbelhaus

Was mir nicht so wirklich klar war, bevor ich das Möbelhaus betrat: Allein im Untergeschoss 350 Küchen, dazu dann die ganzen Küchen im Erdgeschoss. Was da alles aufgebaut war… u.a. jede Menge Schränke, damit jede Menge Kram rein passt: Oberschränke, Unterschränke wohin das Auge reicht. Und dann gibts inzwischen riesig große Kochfelder. Mich wundern auch die vielen glänzende Lackfronten – wer putzt die eigentlich?? Die Backöfen haben allen erdenklichen technischen Zauber. Es gibt gewöhnliche Kühlschränke, Retro-Kühlschränke, sog. amerikanische Kühlschränke. Außerdem muss offensichtlich jeder Quadratmillimeter ausgenutzt werden. Es soll schließlich viel rein passen: Küchenmaschine, Kaffeeautomat, Teflonpfannen, Keramikpfannen, Edelstahlpfannen, Gußeisen-Pfannen, Thermo-Dingsbums, ein großer Fuhrpark an Messern in allen Varianten, die endlosen Küchenhelfer und und und… Gibts eigentlich noch den Schnellkochtopf oder ist der jetzt out? Wie auch immer: Man könnte denken, der überwiegende Teil unserer Bevölkerung besteht aus leidenschaftlichen Hobbyköchen, die stundenlang das schönste Essen in diesen schicken Küchen kreieren. Aber in den Lebensmittelgeschäften gibt es immer mehr Fertiggerichte – da passt was nicht.

Die Küche: Minimalistisch bequem oder Statussymbol?

Muss es wirklich die hochgerüstete Wohlstandsküche sein, in der ich mich erst mit all den technischen Raffinessen auseinander setzen muss? Davon wird das Essen nicht gesünder. Letztlich sehen die Küchen doch trotz all der vermeintlichen Varianten irgendwie alle sehr ähnlich aus: Schrank an Schrank mit ein paar technischen Geräten dazwischen. Die Anforderungen und Bedürfnisse an eine Küche sind je nach Lebenssituation natürlich unterschiedlich. Trotzdem: Wann ist eine Küche noch einfach zur Nahrungszubereitung da und wann ist sie eigentlich nur noch ein Statussymbol? Und brauchen wir das? Ich brauche es nicht. Küchen sollten für mich funktional und minimalistisch bequem sein.

Was brauche und mag ich wirklich?

Meine Welt sind diese üblicherweise ausgestellten Möbelhaus-Küchen definitiv nicht. Die Gründe:

  • Oberschränke stören mich.
  • Ich mag die vielen, derzeit modernen Holzimitate nicht. Wenn Natur, dann doch bitte die echte und da ist es auch schöner, mich wandernd durch sie hindurch zu bewegen.
  • Ich habe auch definitiv überhaupt keine Lust, die Fronten einer Lackküche zu putzen.
  • Eine Küche ist keine Showbühne für mich, mit der ich mich mit teurem Interieur präsentieren muss. 
  • Die wesentlichen Elemente einer Küche sind Spüle, Kühlschrank, Kochplatten und ggf. Backofen. Ich möchte mir ab und an lediglich ein Essen zubereiten. 

Die Küche – meine wirklichen Vorstellungen und Wünsche:

  • Ich möchte in und mit einer Küche nicht viel Arbeit haben.
  • Mir steht der Sinn nicht danach, mich ewig lange mit dem Säubern zu beschäftigen. 
  • Ich möchte eine überschaubare Anzahl an Dingen schnell finden und aufräumen können.
  • Nicht fest eingebaute Kochfelder finde ich persönlich sehr praktisch, weil ich sie auf einer begrenzten Fläche einfach und bequem beiseite räumen kann.
  • Ich liebe es, wenn ich auch in kleinen Küchen Platz habe.
  • Ich möchte meine Zeit nicht damit verbringen, mich durch eine große Menge an Kram zu wühlen, um den jeweils richtigen, der 15 Kochlöffel zu finden.
  • Je mehr Ansprüche, desto teuerer ist eine Küche. Ich finde es sinnvoller, mein Geld lieber für höherwertige Nahrungsmittel auszugeben.

Minimalismus-Küche – die Umsetzung:

Dazu ein Mini-Video und ein ausführlicherer Beitrag:

 

Videobeschreibung für Sehbehinderte

 

Minimalismus in der Küche

 

Alltagsachtsamkeit – von Bahnhöfen, Coffee-to-go und innerer Freiheit

Werbung und Konsum – scheinbar überall

Angebote zu Konsumieren begegnen uns täglich. Verlasse ich beispielsweise das Haus um zur Arbeit zu gehen, komme ich an einer Bushaltestelle vorbei. Dort finde ich spätenstens am Bushäuschen irgendeine Werbung. Laufe ich dann weiter zu dem kleinen Bahnhof (ist eher eine Zughaltestelle als ein Bahnhof), finde ich dort dann interessanterweise bis auf Hinweise der Dt. Bahn und des hiesigen Verkehrsunternehmens keine weitere Werbung. Also Fahrt zum Dortmunder Hauptbahnhof und dann manchmal sogar im Zug: Werbung – für irgendwas, für irgendwen. Ich komme am Hauptbahnhof dann an einem der hinteren Gleise an und muss dann zunächst durch die Unterführung laufen. Auf dem Weg zur U-Bahn-Haltestelle begegenen mir: mehrere Kioske mit Kaffee (Coffee-to-go), dann ein größerer Kaffestand mit diversen Snacks, Kaltgetränken und Süßwaren, ein Fish-Fastfood mit Kaffee, ein Waffelstand mit Kaffee, 2 Bäckereien mit Kaffee, 1 Drogeriemarkt (dort könnte ich Kaffeepulver kaufen), 2 Buchhandlungen – ausnahmsweise mal ohne Kaffee, dafür Süßwaren. Würde ich aus dem Bahnhof hinaus gehen, wären rechts 2 Fastfood-Anbieter (die natürlich ebf. Kaffee haben), links nochmal Fastfood (klar hat der auch noch mal Kaffee), dann nochmal eine Art kleines Cafe oder Restaurant (… und was gibts da? ….) Es folgt eine Supermarktkette, die dort ein speziell auf die Bedürfnisse von Reisenden ausgerichtetes Angebot hat (und natürlich auch wieder Kaffee bzw. Coffee-to-go und Süßwaren an der Kasse).

Konsumieren als automatische Reaktion auf unangenehmes Erleben

Ob ich es will oder nicht, begegnen mir also eine Vielzahl von sinnlichen Eindrücken und endlos scheinende Ess- und Trinkangebote.  Über viele Jahre hinweg, hatte ich am Hauptbahnhof dann auch noch eine längere Wartezeit von ca. 20 Minuten. 20 Minuten, in denen es wegen der Ungemütlichkeit noch am angenehmsten erschien, zu Konsumieren – in diesem Fall der Konsum von Getränken oder Essen. Lange habe ich dies nicht einmal wirklich bewusst wahrgenommen und mich in der Anfangszeit einfach nur auf einen zusätzlichen morgendlichen Kaffee gefreut. Ich hatte allerdings Zuhause gerade erst gefrühstückt und eigentlich brauchte ich wirklich nicht noch einen Kaffee am Bahnhof.

Was tun?

Natürlich hätte ich mich in einer solchen Situation entscheiden können: Ok, ich mache eine Minimalismus-Challenge – ich kaufe 30 Tage keinen Coffee-to-go. Damit hätte ich mein automatisiertes Konsumverhalten verändert, was wirklich auch ein erster wichtiger Schritt ist. Aber ich kenne mich: Ich wäre danach recht schnell wieder in die alten Verhaltensmuster zurück gefallen oder erst gar nicht bis zu Tag 30 gekommen. Denn die äußere, sehr unangenehm empfundene Situation war ja immer noch die gleiche. Der zugige Bahnhof noch genauso ungemütlich, die Sitzgelegenheiten fehlten immer noch, die vielen Kaufanreize waren auch noch da.
Was mache ich denn damit? Und noch wichtiger: Was macht das mit mir? Wie reagiere ich darauf? 

Alltagsachtsamkeit: Was passiert da eigentlich gerade genau?

Achtsamkeit im Alltag kann genau hier ansetzen. Beispielsweise erstmal achtsam wahrnehmen, was mir auf meinem Weg begegnet und wie ich darauf reagiere – möglichst vorurteilsfrei, ohne Wertungen, ohne gleich zu planen, was ich verändern will. Wirklich einfach erstmal nur wahrnehmen: Was sehe, höre, rieche ich? Wie fühlt sich mein Körper an? Gibt es emotionale Reaktionen? Welche Gedanken gehen mir durch den Kopf?

Bei dieser Form der Alltagsachtsamkeit habe ich z.B. festgestellt, dass mein morgendlicher Coffee-to-go,  eine Ablenkungsreaktion ist. Ablenkung von der Wartezeit, der ungemütlichen Atmosphäre, der Kälte im Winter, dem Bahnhofslärm, dem Menschentrubel, den vielen, mich überflutenden Geräuschen. Und es ist durchaus spannend, so etwas dann noch mal über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Coffee-to-go – Achtsamkeit

Also habe ich mal über einige Zeit einige Coffee-to-go-Achtsamkeit ausprobiert. Zunächst habe ich den Kaffee bewusst weglassen: Wie reagiere ich? Wie fühle ich mich? Wie verbringe ich die kaffeelose Zeit?

Dann habe ich mir den Kaffee bewusst gegönnt: Wie geht es mir dann? Spüre ich Vorfreude? Wie ist der Geruch? Wie empfinde ich die Wärme? Wie ist der Geschmack? Hält der Kaffeekonsum, was er verspricht? Fühle ich mich danach besser?

Mir ist durch diese morgendliche Kaffee-Achtsamkeit aufgefallen, dass ich durchaus immer etwas unterschiedlich reagiere und empfinde: Manchmal ein Genuß, manchmal aber auch nicht. Denn Kaffee aus Pappbechern schmeckt z.B. nicht wirklich gut, Gedanken zu dem entstehenden Müll gingen mir plötzlich regelmäßig durch den Kopf. Die Vorfreude war oft größer, als der reale Genuß und der Bahnhof war ja immer noch der gleiche. Manchmal war es aber trotzdem erholsam, ein gerade hergestelltes, heißes Getränk in den Händen zu haben. Ich bemerkte auch, dass es schön ist, wenn ich mir etwas Gutes tue – insbesondere, wenn ich mir ganz bewusst etwas Gutes tue.

Dadurch kam mir dann aber auch gleich der Gedanke , wie ich mir denn wohl noch etwas Gutes tun kann. Geht das nur mit dem gekauften Coffee-to-go? Gibts Alternativen dazu? Wie sehen die aus?

Alltags-Achtsamkeit:  Was tut mir gut?

Mal wahrnehmen, was mir in einer eher ungemütlichen und unangenehmen Umgebung gut tut – das war mein Vorhaben: Ich bin also wieder morgendlich losgegangen und habe den Weg zur Haltestelle für eine wohltuende Geh-Meditation genutzt. Dadurch änderte sich meine Wahrnehmung. Diesmal registrierte ich interessanterweise nicht als erstes das Bushäuschen mit der Werbung, sondern das aktuelle Wetter: Der Wind, der meine Haut angenehm berührt,  der Regen, der nicht nur vorrangig nass ist, sondern dessen Prasseln zu einer Musik werden kann. Dann fiel mir auf, dass der Blick an der Zughaltestelle sehr schön ist, wenn ich nur mal genau hinschaue: ein Feld, Wiesen, Wälder, Kleingartenanlage. Manchmal konnte man die im Osten aufgehende Sonne beobachten und zuschauen, wie sich die Sonnenstrahlen langsam ihren Weg zwischen den Bäumen bahnten und die Landschaft in ein wunderschönes Licht tauchten. Auch die erste 15-minütige Zugfahrt zum Hauptbahnhof war in der Regel angenehm. Eine angenehme, kleine und saubere Privatbahn mit freundlichem Personal (sowas gibt’s, leider fährt die Privatbahn diese Strecke nicht mehr). Die Mitreisenden dösten, lasen, schauten aus dem Fenster oder ins Smartphone – und meistens war es ruhig, angenehm ruhig. Als mir bewusst wurde, dass ich dies sehr angenehm empfand, habe ich solche Situationen ganz bewusst wahrgenommen und bemerkt, wie ich mir damit etwas Gutes tue.  Ich schaute jetzt bewusst aus  dem Zugfenster und beobachtete, wie die Landschaft an mir vorbei zog oder ich nutzte die Fahrt für eine kleine Atem-Meditation oder ich spürte bewusst das Ruckeln des Zuges, achtete auf die Geräusche beim An- und Abfahren.

Alles gleich und trotzdem ganz anders

Als ich am Hauptbahnhof ankam, war der Lärm, die vielen Menschen, die ständigen Kauf-, Essens- und Trinkangebote  natürlich immer noch da. Aber ich bemerkte jetzt auch, dass es diese unangenehme Atmosphäre war, die mich üblicherweise zum Kaffeekonsum brachte. Das bot mir die Chance, das im Alltag anzuwenden, was ich in den formalen Meditationen immer wieder übte: wahrnehmen und loslassen. All das, was ich sah, hörte, roch, war noch genauso da, aber zum Objekt meiner Achtsamkeit geworden und dadurch reagierte ich nicht einfach automatisch. Außerdem hatte ich jetzt auch noch etwas anderes zu tun, als ganz automatisch zu konsumieren und mich über die unangenehme Atmosphäre zu ärgern, nämlich wahrnehmen: Der Lärm war nicht einfach nur Lärm, sondern ich nahm wahr, wie sich der Lärmpegel veränderte, ich nahme wahr, wie ich darauf reagierte. Manchmal spürte ich den Ärger in mir hoch kriechen, manchmal zog ich meine Schultern hoch. Aber nun war ich war weniger in meiner Reaktion auf diese Umgebung verfangen und war dadurch auch besser in der Lage, mal zu schauen, was ich tun konnte, damit ich mich besser fühle – tief durchatmen beispielsweise, die Schultern entspannen, usw.

Fast waren die Bahnhofseindrücke dann so, wie die vorbei ziehende Landschaft während der Zugfahrt – ein Momenteindruck, etwas was da ist, aber auch wieder verschwindet  – ich wartete ja nicht ewig, sondern zeitbegrenzt auf den Anschlusszug. Auf diese Weise  entdeckte ich dann selbst in dieser unangenehmen Bahnhofsatmosphäre etwas, was mir gefiel:
Draußen auf dem Bahnhofsvorplatz konnte man wunderbar die am sog. „Dortmunder U“  laufenden Video-Installationen sehen. Zur Erläuterung für Nicht-Dortmunder: Das Dortmunder-U ist ein großes Gebäude, die ehemalige Union-Brauerei, die heute als kulturelles Zentrum genutzt wird. Dort zu sehen, ist u.a. die Video-Kunst, die sog. „Fliegenden Bilder“ des Filmemachers Adolf Winkelmann – gut sichtbar an den oberen Fenstern und auch von weitem zu sehen.  Wie sinnvoll, nicht sinnvoll, haarsträubend teuer oder auch nicht dieses Dortmunder-U als Ganzes auch ist – es war und ist sehr wohltuend am trüben Morgen, diese bunten Bilder zu sehen – ganz ohne Werbung, einfach nur Landschaften und Szenen aus dem Ruhrgebiet. Morgendlicher Kunstgenuß statt Kaffeekonsum, einfach wunderbar.

Der Taxistand, der Parkplatz, die umher schwirrenden Menschen, Autolärm, Lautsprecherdurchsagen der Bahn, verspätete Züge, zugige Hallen, fehlende Sitzgelegenheiten – all das war noch genauso da wie zuvor. Achtsamkeit ist ja keine Zauberei und es geht ja auch nicht darum, alles Negative wegzuschieben, zu verdrängen oder so zu tun, als mache mir jetzt plötzlich nichts mehr aus. All das war immer noch unangenehm, aber durch die vorausgegangenen Alltags-Achtsamkeitsübungen konnte ich meine Reaktion auf dieses Umfeld wieder loslassen. Das ging dann auch ganz gut ohne Kaffee, Süßigkeiten und all die anderen Dingen, die dort kaufbar waren.

Freiheit gewinnen

Ich bin durch Achtsamkeit freier geworden, selbst zu gestalten, bewusst zu entscheiden – auch darüber, ob ich Konsumieren möchte oder nicht. Kaffeekonsum unterwegs habe ich beispielsweise kaum noch. Wenn ich mir heute mal einen Kaffee zwischendurch gönne, dann ist das ist das eine bewusste Entscheidung und ein bewusstes Wahrnehmen, was gerade passiert. Ich achte darauf, dann wirklich zu genießen – wann immer möglich in einer vernünftigen Porzellantasse, sitzend und – mein Vorteil als Schwerhörige – mit ausgeschalteten Hörgeräten (suuuper!).  Kleine Anregung: Wen der Lärm ebenfalls stört: einfach mal Ohrstöpsel (Ohropax und Co.) ausprobieren. Es ist dann gar nicht nötig, sich ständig über Kopfhörer mit Musik zu bedudeln  – es sei denn, mal als kleine Achtsamkeitsübung im Alltag: Wann schalte ich die Musik ein? Wie geht es mir damit? Was passiert wenn ich sie aus lasse und wie geht es mir damit? …. 😉

„Fliegende Bilder“ am Dortmunder-U

Wer wissen möchte, was es mit der Videoinstallation am Dortmunder-U auf sich hat:
http://www.dortmunder-u.de/partner/fliegende-bilder
http://www.fliegende-bilder.de

 

 

Achtsamkeit: Ernährung – Probleme und Lösungen

Die weihnachtliche Schlemmerzeit ist vorbei und mit dem Neuen Jahr, werden dann meistens auch die unterschiedlichsten guten Vorsätze gefasst. Oft geht es auch darum, sich endlich gesünder zu ernähren.

Ich habe mir allerdings erst gar nicht einen ganz bestimmten Vorsatz fürs Neue Jahr vorgenommen, auch gibt es kein Jahresmotto oder ähnliches. Themen, Veränderungswünsche, Ziele: Das funktioniert bei mir nicht nach Datum und wäre zum Scheitern verurteilt. So etwas muss sich bei mir von innen heraus entwickeln, und braucht den persönlich richtigen Zeitpunkt. Aber natürlich gibt es bei mir auch Themen und Ernährung ist dabei ein wichtiges Thema und ein äußerst schwieriges:

Mein Ernährungs-Problem:

Zweimal hatte ich eine Medikamentenunverträglichkeit und zweimal ging anschließend eine riesige Welle mit Allergien bzw. Unverträglichkeit auf Lebensmitteln los. Nachdem sich die erste Allergie-Welle endlich beruhigt hatte, habe ich jetzt seit ca. 1 – 2 Jahren mit der 2. Allergiewelle zutun. So „mal eben“ einem bestimmten Ernährungsprinzip folgen, geht bei mir dadurch nicht. Dann kommt hinzu, das ich beruflich viel unterwegs bin, unterschiedliche und öfter wechselnde Arbeitszeiten habe. Mal Pause im Büro, mal unterwegs, manchmal auch mittags Termine – da ist es mit regelmäßigen Essensstrukturen schwierig, egal, wie diese im Einzelnen aussehen. Solche Rahmenbedingungen sind ideal, damit ein Ernährungschaos los bricht und sich Symptome dann noch verschlimmern.

 

Was tun?

Ich experimentiere schon lange und die einzige Lösung, mit der ich bislang weiter  gekommen bin, liegt beim achtsamen Essen. Ich hatte immer wieder Ansätze dazu, vergaß diese dann aber auch wieder oder hatte schlichtweg keine Lust. Letztlich bin ich aber immer wieder darauf zurück gekommen. Irgendwann bemerkte ich dann doch wieder, dass Achtsamkeit beim Essen sehr viel wohltuender ist, als dieses Thema einfach nur zu ignorieren. Und mir wurde bewusst, dass jede Lebenssituation, jede gesundheitliche Befindlichkeit ein wenig anders ist und mein Eindruck ist auch, dass es – neben Gewohnheiten – auch so etwas wie unterschiedliche Ernährungstypen und Ernährungsbedarfe gibt und diese müssen dann individuell auch erst einmal heraus gefunden werden.

 

Achtsame Ernährung – was ich bislang erreicht habe:

Es  ist mir gelungen, mich vom Zuckerkonsum weitestgehend zu verabschieden. Mir fiel auf, dass ich mich nach der ersten Umgewöhnungsphase viel stabiler gefühlt habe, Heißhungerattacken oder Gefühl von Unterzuckerung sind weitestgehend Vergangenheit. Auch gab es einen deutlichen Zusammenhang von Stress und Hunger auf Süßes. Den Stress gleiche ich inzwischen anders aus, dafür brauche ich den Süßkram nicht mehr. Das genieße ich so, dass ich selbst in der Weihnachtszeit Lebkuchen und Co. gut stehen lassen konnte.
Ich lasse mir jetzt mehr Zeit beim Essen, weil mir durch Achtsamkeit auffiel, dass ich insbesondere während der Arbeitszeit sehr hektisch aß, mich sogar deshalb verschluckte und mir viel zuwenig Zeit nahm, selbst wenn diese ausreichend vorhanden war. Ich habe durch Achtsamkeit außerdem entdeckt, dass es mir mit mehreren kleinen Mahlzeiten sehr viel besser geht, als mit wenigen großen Mahlzeiten (was aber je nach Person sehr unterschiedlich sein kann).

 

Ernährung und Minimalismus

Interessanterweise ist mir deutlich geworden, dass sich Minimalismus auch im Bereich der Ernährung wieder finden lässt – und ich diesen Aspekt bei mir lange Zeit übersehen habe. Minimalismus natürlich nicht im Sinne von Einseitigkeit, sondern von Einfachheit und Unkompliziertheit. Die ganzen allergischen Reaktionen empfinde ich mitunter wie einen Aufschrei meines Körpers: „Gabi, mach es einfacher.“  Abwechslungsreiche Auswahl an Gemüsen und Getreiden: ja, aber irgendeinen Stress muss ich mir auch damit nicht machen. Was ich nicht für mich brauche, sind tausend Varianten, komplizierten Menüs, tausenderlei Zutaten, erst Recht keine Fertiggerichte, auch fühle ich mich mit sehr fetthaltige Gerichten nicht wohl und Vollkornprodukte bekommen mir viel besser, als Weißmehlprodukte. Das Geschmack etwas mit Gewohnheit zu tun hat und im gewissen Rahmen veränderbar ist, konnte ich durch Achtsamkeit beim Essen ebenfalls heraus finden.

 

Achtsame Ernährung – was es noch zu entdecken gibt:

Eine bzw. DIE ideale Essen-Lösung, mit Allergien und unterschiedlichen Arbeitszeiten, habe ich bislang noch nicht gefunden. Aber ich experimentiere, probiere aus und achte darauf, wie ich darauf reagiere. Vorkochen, eher mehrere kleinere Mahlzeiten während eines Arbeitstages, sowie solche praktischen Dinge, wie z.B. vernünftige Transportbehälter (sicher, nicht zu schwer, gerne plastikfrei) stehen derzeit auf meiner Liste.

 

Meine Tipps zum achtsamen Essen:

Wenn bei Ihnen und Euch die guten Vorsätze zur gesunden Ernährung aus welchen Gründen scheitern sollten oder aus welchen Gründen auch immer schwierig sind:  Auch so etwas lässt sich konstruktiv nutzen! Achtsamkeit beim Essen ist dazu ein hervorragendes Mittel, um zu schauen, was da genau los war bzw. ist und dann auch für schwierige Situationen eine Lösung zu finden. Der beste „Ernährungspapst“ ist unser eigener gesunder Sachverstand, sowie insbesondere, kontinuierlich ein gutes, achtsames Gefühl für sich selbst zu entwickeln.

Anregungen zum achtsamen Essen gibt es inzwischen einige. Einige grundlegende Anregungen habe ich in dem Buch von Jon-Kabat-Zinn gefunden (Gesund durch Meditation) und einige Auszüge daraus, zu in einem Praxistipp zusammen gestellt:

Download Praxistipp Achtsame Ernährung

Links zu weitere Übungen zum Achtsamen Essen hier: https://achtsame-lebenskunst.de/achtsamkeitsuebungen/

Literaturtipps:

Jon Kabat-Zinn: Gesund durch Meditation. Das vollständige Grundlagenwerk zu MBSR, O.W-Barth-Verlag.

Norbert Seeger, Jochen Auer: Abnehmen durch Achtsamkeit. Das 8-Schritte-Programm zum Wohlfühlgewicht. Mit CD. Gräfe und Unzer-Verlag. (auch geeignet, wenn man nicht abnehmen will. (Interessant sind insb. die unterschiedlichen Formen von Hunger, sowie die ganz praktischen Übungsbeispiele)

Buddhas Kaffeepause – oder: die Schokoladen-Meditation

Wer kennt das nicht: Stress, Belastung, tausend Dinge, die zu regeln und zu erledigen sind. Und dann ist endlich Pause. Endlich ein wenig abschalten und da eine Pause auch meistens eher kurz ist: Eben noch schnell einen Kaffee, nebenbei ins Smartphone schauen, eine Verabredung planen, telefonieren, unterhalten und irgendwas nebenbei essen. Leider ist dann die Gefahr groß, dass die Pause nicht wirklich eine Pause ist, sondern nur eine weitere Variante von Belastung, Automatismen, vielfältigen Ablenkungen und manchmal Überforderungen. Wie können wir Pausen wirklich genießen, wohltuend gestalten und Essen und Trinken zu einem wirklichen Erlebnis werden lassen? Achtsamkeit bietet auch hier vielfältige Möglichkeiten. Maren Schneider hat eine wunderbare Anregung: Buddhas Kaffeepause:

 

„Treten Sie einen Moment aus Ihrer Geschäftigkeit heraus, und geben Sie sich und Ihrem Geist wieder mehr Raum. Schalten Sie ganz bewusst für ein paar wenige Minuten vom Tun-Modus in den Sein-Modus. Machen Sie sich dazu eine leckere Tasse Kaffee (oder Tee), und zelebrieren Sie den Augenblick. Genießen Sie jeden Schluck Ihres Kaffees mit voller Aufmerksamkeit. Riechen Sie den Duft, der aufsteigt, spüren Sie die Wärme, die durch die Tassenwand dringt. Lassen Sie das Aroma Schluck für Schluck auf der Zunge zergehen. Spüren Sie, wie es Ihrem Körper geht, wie Sie sich fühlen. Und immer wenn Sie merken, dass Gedanken Sie ablenken, bringen Sie sich wieder zurück zu Ihrem Kaffee, zurück zur Wärme, zum Duft, zurück zu diesem Moment. Beenden Sie die Kaffee-Meditation mit Wertschätzung und Dankbarkeit für die Möglichkeit, dieses Getränk genießen zu können (bis der Kaffee in Ihre Tasse gelangt ist, hat er nämlich einen ziemlich langen und aufwendigen Weg hinter sich), und versuchen Sie, sich Ihre Aufmerksamkeit, Klarheit und Offenheit, die Sie beim Trinken hatten, so weit es geht für die kommenden Aufgaben zu bewahren.“ Quelle: Maren Schneider,  Entdecke den Buddha in dir!  Schwierige Situationen gelassen meistern. eBook-Ausgabe 2015, Knaur eBook

 

Also, wenn dann doch die Vorweihnachtsstress-Keule zuschlägt oder einfach, weil es schön ist: Einfach mal „Buddhas Kaffeepause“ einlegen. Das geht natürlich auch mit anderen Getränken oder Lebensmitteln, also vielleicht darf es auch eine Lebkuchen-, Gummibärchen-, Kuchen-, Bratapfel- oder Schokoladenpause sein. Bewusst genießen, erleben, wirklich nur beim Essen und Trinken sein, das kann – wirklich achtsam gestaltet  – eine regelrechte Geschmacksexplosion für die Sinne sein. Dies ist gleichermaßen anregend, wie erholsam.

Das zitierte Buch von Maren Schneider kann ich übrigens sehr empfehlen. Es enthält viele Anregungen zur Achtsamkeit.

Hier weitere Anregungen zu achtsamer Ernährung:

 

 

Mehrwegbecher Coffee-to-go – Hygieneregeln für Anbieter

Mehrwegbecher bei Coffee-to-go sind zweifelsohne eine gute Idee. Aber gibt es für die Anbieter von Coffee-to-go bzgl. der Hygieneverordnung Besonderheiten zu berücksichtigen?
Ich habe nachgefragt und für NRW die unten stehende Antwort erhalten. Meinen herzlichen Dank an die zuständigen Mitarbeiter/-innen vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW in Düsseldorf.

Hier das Schreiben vom NRW-Ministerium:

„Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es kein Verbot im Lebensmittelhygienerecht gibt, ein derartiges Verfahren anzuwenden. Das Hygienerecht regelt aber nicht mehr Einzelfragestellungen sondern gibt Ziele vor, die vor allem durch die Lebensmittelunternehmer – darunter fällt auch der Coffee-to-go-Anbieter – einzuhalten sind. Diese haben dafür zu sorgen, dass Lebensmittel hygienisch behandelt werden und sicher sind. Es kommt also darauf an, ob die Lebensmittelunternehmer ein System oder eine Möglichkeit bieten können (und wollen) bei dem Ihr unten dargelegtes Verfahren anwendbar wäre.

An frei zugänglichen Kaffeeautomaten könnten Sie sicher den zur Verfügung gestellten Pappbecher durch ein eigenes passendes Gefäß ersetzen. Befindet sich die Kaffeemaschine hingegen hinter einer Theke, so ist die Theke auch als sogenannte „Hygienebarriere“ zu verstehen, d.h. durch solche „Barrieren“ soll verhindert werden, dass Keime über die Theke in den Produktionsbereich gelangen können. Denn möglicherweise werden dort ja auch andere, sensible Lebensmittel zubereitet. Dann dulden  Lebensmittelunternehmer häufig keine von Kunden mitgebrachten Gefäße in diesem Bereich. Wenn aber beispielsweise ein spezieller Bereich einer Theke für die Abgabe sowohl in Einwegbechern wie in mitgebrachten Bechern abgegrenzt werden kann und so eine Beeinträchtigung von anderen Lebensmitteln ausgeschlossen wird, könnte so auch der Kaffee im mitgebrachte Becher abgefüllt werden. Sie können aus diesen wenigen Beispielen erkennen, wie komplex das Thema ist.

In ähnlichen Fällen, bei denen es um die Nutzung von Mehrfachdosen z.B. für Fleischaufschnitte ging, hat NRW von behördlicher Seite den Lebensmittelunternehmen geraten, die Theke als Barriere-Grenze anzusehen. Gleiches gilt auch für das Mitbringen von Eierverpackungen. Auch in diesen dargestellten Fällen muss aber der Lebensmittelunternehmer nachweisen können, dass die Nutzung solcher von Kunden mitgebrachten Gefäßen keinen negativen Einfluss auf die Lebensmittelhygiene hat.“

Achtsamkeit beim Essen

Lecker, aber ungesund … aber welche Ernährung ist denn gesund?

Wer von uns kennt das nicht: Mal beim Warten auf den Bus eine kleine Süßigkeit, die Kollegin hat Geburtstag und bringt Kuchen, die Pizza beim Italiener war größer als geplant. Aber auch: Endlich ernähre ich mich besser und dann: Unverständnis von Mitmenschen für die eigene Ernährungsform. Ich selbst habe immer mal wieder Phasen, in denen Allergien und Unverträglichkeiten stärker werden, kann mich auch noch gut an Essen als Stressausgleich erinnern. Und Theorien, wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat, gibt es wie Sand am Meer. Was passt denn da zu mir und wie finde ich das heraus?

Achtsamkeit beim Essen als Weg

Eine Antwort darauf – ganz ohne jede Dogmatik, Philosophie oder Ernährungsvorschrift habe ich im achtsamen Essen gefunden. Nachfolgend dazu einige Gedanken von Jon Kabat-Zinn zu Achtsamkeit beim Essen. Am Ende dieses Textes dann noch ein Download der sog. „Rosinenübung“. Darin geht es darum, eine Rosine achtsam zu essen. Diese Übung finde ich sehr gut geeignet, um durch achtsames Essen, einen ganz eigenen Zugang zum Essen, zur Ernährung, zum eigenen Körpergefühl zu finden.

 

Jon Kabat-Zinn schreibt unter der Überschrift: Stressfaktor Ernährung:

„Anstatt auf das eigene Körpererleben zu achten, gut mit uns selbst umzugehen und uns so zu akzeptieren, wie wir sind, neigen wir dazu, uns selbst abzulehnen, wenn unser Körper nicht die herrschenden Normen erfüllt. Animiert vom Ideal ewiger Jugend und Schönheit, haben wir uns von der Realität des Körpers entfremdet und zu einer Gesellschaft entwickelt, in der gescheiterte Diäten und kalorienreduzierte Limonaden die üblichen Begleiterscheinungen der Suche nach dem »perfekten Körper« sind. Sehr sinnvoll ist dieser ganze Körper- und Diätenkult nicht. Warum trinken wir nicht einfach Wasser statt Diätlimonade? Warum folgen wir ausgeklügelten Programmen zur Gewichtsreduzierung, um anschließend in uns hineinzuschlingen, was wir uns zuvor versagt haben? Vielleicht ist es an der Zeit zu erkennen, dass wir unsere Energien in falsche Kanäle leiten. Anstatt uns um wahres Wohlbefinden, wirkliche Heilung und echtes Glück zu bemühen, sind wir übermäßig mit unserem Gewicht und unserem äußeren Erscheinungsbild beschäftigt. Wir täten aber sehr viel mehr für unsere Gesundheit, wenn wir, anstatt auf der neurotischen Jagd nach einem Phantom unsere Energie zu verschwenden, uns gewissen Grundfragen zuwenden würden, wie derjenigen, was gerade jetzt in unserem Geist vorgeht, während wir auch schon als Reaktion darauf nach etwas Essbarem greifen. Das Gefühl des Heißhungers oder das impulsive Verlangen nach etwas ganz Bestimmtem würde uns auf diese Weise bewusst, und wir könnten die auslösenden Stimmungen, Gefühle und Gedanken wahrnehmen und weiterziehen lassen, bevor wir uns automatisch etwas in den Mund stecken. Die Veränderung beginnt damit, einen inneren Prozess in Gang zu setzen, bei dem Sie versuchen, während des ganzen Tages (oder sooft Sie es eben schaffen) im Körper zu sein, sich in ihm zu spüren und im liebevollen und akzeptierenden Kontakt mit sich selbst zu bleiben. In Bezug auf das Essen bedeutet das konkret, der Entscheidung, etwas zu essen, in jedem Augenblick innerlich beizuwohnen. Es bedeutet, bei jedem Bissen mit allen Sinnen dabei zu sein und wirklich zu sehen, zu empfinden, zu schmecken und zu riechen, was Sie da verspeisen. Und es bedeutet, genau in sich hineinzuspüren, wie Sie sich vor, während und nach einer Mahlzeit fühlen. Beim achtsamen Essen geht es nicht um das starre Einhalten von Regeln, sondern um das sensible Gespür für eine natürliche Balance. Je mehr es Ihnen gelingt, bei der Erfahrung dieses Prozesses selbst zu bleiben und dabei alle hochkommenden Gefühle zu akzeptieren, auch die unangenehmen, umso klarer werden Ihnen Ihr Geist und Ihr Körper signalisieren, was Sie über Ihr Verhältnis zum Essen wissen müssen. Eine gesündere Ernährungsweise ist dann das natürliche Ergebnis einer in diesem Prozess neu gewonnenen Präsenz, Sensibilität und Stabilität.“

(Quelle: Jon Kabat-Zinn, Gesund durch Meditation, OW-Barth-Verlag, E-Book, Kapitel: Stressfaktor Ernährung)

Die Rosinenübung des MBSR:

Selbstverständlich kann man auch etwas anderes als eine Rosine für diese Übung benutzen. Für Kinder können das durchaus auch mal Gummibärchen sein 😉

Download Rosinenübung Audio – MP3
Download Rosinenübung Text – PDF

Die Links zum Download dieser Dateien sind auch hier zu finden: „Meine Tipps zu Achtsamkeit und Achtsamkeitsübungen“

Achtsam Konsumieren – eine Übung

Das Verlangen erkennen

Marie Mannschatz schlägt in Ihrem Buch „Buddhas Anleitung zum Glücklichsein“ eine Übung vor, die sie „Verlangen erkennen“ nennt.  Sie beschreibt eine Möglichkeit, wie es gelingen kann, z.B. dem eigenen Konsumverhalten mehr und genauer auf die Spur zu kommen:

 

„Wenn Sie im Tagesverlauf erkennen, dass durch einen bestimmten Reiz (Sie sehen beim Konditor die Erdbeeren auf einer Sahnetorte) bei Ihnen Verlangen ausgelöst wird, dann unterscheiden Sie

  1. den auslösenden Reiz und die Sofort-Reaktion (das Wasser läuft Ihnen im Mund zusammen, die Hand greift nach dem Geldbeutel)
  2. den Höhepunkt des Begehrens (Sie stehen wie angenagelt vor dem Schaufenster),
  3. Abklingen und Ende des Begehrens (Sie gehen schnell weiter, die Augen sind schon wieder abgelenkt durch andere Farben und Formen; oder: Sie kaufen und essen den Kuchen und spüren die Wirkung im Magen“

(aus: Marie Mannschatz, Buddhas Anleitung zum Glücklichsein, GU-Verlag, S. 100)

Ich erlebe es immer wieder als sehr  interessant, einmal im Alltag genau auf solche Situationen zu achten. Also sich weder einen Wunsch von vorne herein zu verweigern, noch ihm gedankenlos nachzugehen.

Achtsamkeit beim Konsumieren – hinspüren:

  • Welche körperlichen Reaktionen und Sinneswahrnehmungen habe ich?
  • Welche Gedanken gehen mir gerade durch den Kopf?
  • Wie fühle ich mich gerade hier und jetzt?

 

Ein solches Vorgehen ist in vielen, ganz unterschiedlichen Alltagsbereichen möglich, also z.B. beim  Einkaufen ebenso, wie beim täglichen Essen, oder beim Fernsehen schauen, im Internet surfen, usw. – Interessant kann es auch sein, sich einmal einen Themenschwerpunkt heraus zu suchen und ihn z.B. einmal 1 Woche lang mit Achtsamkeit wahrzunehmen, sich ggf. einige Notizen machen und dann mal zu schauen:

Vorschlag für 1 Woche Achtsamkeit beim Konsumieren

  • Sind das immer wieder vergleichbare Dinge, die mich ansprechen (bei mir z.B. Kaffeeduft…)
  • Sind es bestimmte Situationen (entspannte Wochenendstimmung, nach der Arbeit, im Urlaub, mit Freunden, Alleine Zuhause?)
  • Gibt es wiederkehrende Stimmungslagen, z.B. nach einem stressigen Tag? In einer entspannten, lockeren Stimmung? Neid auf Freunde, die dies oder das haben?  Beim Essen gehen: Alle Essen gerade sowas leckeres und ich…?

 

Es geht nicht darum, irgendetwas zu verteufeln oder in den Himmel zu heben. Sondern zunächst einfach mal hinzuschauen, beobachten, wahrnehmen und zwischen Reiz und Reaktion eine Achtsamkeitspause einzulegen.