Minimalismus im Urlaub

Ab in den Süden – oder: Nix wie weg…?

Mir fällt seit längerem auf, dass es inzwischen so eine Art Standard zu sein scheint: Endlich Urlaub und ab ins Flugzeug, irgendwo hin in den Süden. Ich bin mein ganzes Leben noch nicht geflogen, dabei habe ich nicht einmal Flugangst und es hatte auch sonst keinen wirklich wichtigen Grund. Warum auch immer zieht es mich eher Richtung Norden und ich kann mich auch sehr gut irgendwo in der Nähe erholen. Wenn ich dann heute zusätzlich an den miserablen ökologischen Fußabdruck durch’s Fliegen denke, vergeht mir ohnehin die Lust daran.

 

Welche Bedürfnisse habe ich wirklich?

Eigentlich hat ja auch jede/r  andere Bedürfnisse. Ich habe beispielsweise beruflich jede Menge Abwechslung, bin viel unterwegs, habe mit vielen Menschen zutun. Dann lebe ich im Ruhrgebiet – sehr gerne übrigens – aber dort ist es meistens voll: volle Züge, volle Straßen, ein Gewimmel an Menschen und Eindrücken.

Wenn ich dann Urlaub habe, liebe ich es zunächst einmal, wenn ich nicht eine ewig lange Anreise habe. Ich fahre gerne in den Norden ans Meer oder irgendwo dort in der Nähe. Ich brauche auch keine Touristenhochburg mit „Remmidemmi“. Ich möchte gerne einfach mal nix machen. Um’s genauer zu formulieren: Einfach mal in den Tag hinein leben und schauen, wonach mir gerade ist: Spazieren gehen, Rad fahren, vielleicht auch mal in einem Café einen Kaffee oder Tee genießen. Und die Ruhe, die schöne Landschaft in mich hinein atmen, die Sonne, Wind und (hoffentlich nicht so viel) Regen auf der Haut spüren. Ich muss nicht Museen besuchen oder touristischen Sightseeing-Touren abklappern, wenn mir nicht danach ist. Es ist mir egal, ob das so üblich oder „in“ ist oder nicht. Meine Orientierung ist, ob mir danach ist und was ich brauche, um mich zu erholen.

Das ist meine Art von minimalistischem Urlaub. Der berühmte Minimalismus-Satz von Leo Babauta „Identiy the essential. Eliminate the rest“ passt hervorragend zu der Art von Urlaub und ich spüre immer wieder, dass mir genau dies sehr gut tut. Wenn die – meistens übliche – Frage nach dem Urlaub kommt: „Und was hast du so im Urlaub gemacht?“ Dann antworte ich gerne mit meinem liebsten Urlaubsspruch:

 

 

„So ganz intensiv nix.

Und wenn ich aufs Meer geschaut habe

und morgens ein Schiffchen von rechts nach links

und abends von links nach rechts gefahren ist,

dann war das Aufregung genug.“

😉

1 Kommentare

  1. Darin kann ich mich sehr gut wiederfinden. Mein (Berufs)Alltag ist stressig und laut, aber zusätzlich bin ich noch den ganzen Tag „eingesperrt“ in einer größeren Halle, wo man noch nicht mal schnell einen Blick nach draußen werfen kann. In meinem Urlaub genieße ich die Ruhe, die Abswesenheit von Stress. Da muss ich nicht haufenweise Touristendinge besichtigen, mit der Masse rennen. Und drinnen sein möchte ich wenn es geht auch nur wenig. Auch binden möchte ich mich im Urlaub nicht. Und so habe ich das Perfekte für mich gefunden. Deswegen habe ich mir das Wohnmobil gekauft. Damit kann ich fahren wohin ich will, mich hinstellen und bleiben wo ich will.
    Vor zwei Jahren bin ich das erste Mal so frei und ungebunden unterwegs gewesen. Nur mit Auto, Zelt und Freund. Wir sind zwar in eine bestimmte Gegend gefahren und hatten uns auch für 4 Tage in einer Pension eingebucht, aber den Rest der Zeit waren wir frei unterwegs. Zwar hat es uns einmal eine Nacht lang total durchnässt, als wir am Strand im Zelt geschlafen haben, weil der aufkommende Sturm, von dem abends nicht szu sehen und zu ahnen war, uns Sand und Regen direkt ins Zelt geblasen hat, aber das war im Nachhinein ein tolles Abendteuer, von dem ich noch lange zehren werde.
    Ich liebe es draußen in der Natur zu sein, den ganzen Tag wenn es sein muss. Zu wandern, zu erkunden, frische Lust, Sonne und Regen.

    Liebe Grüße,
    Sandra von Entsitz

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