Buddhas Kaffeepause – oder: die Schokoladen-Meditation

Wer kennt das nicht: Stress, Belastung, tausend Dinge, die zu regeln und zu erledigen sind. Und dann ist endlich Pause. Endlich ein wenig abschalten und da eine Pause auch meistens eher kurz ist: Eben noch schnell einen Kaffee, nebenbei ins Smartphone schauen, eine Verabredung planen, telefonieren, unterhalten und irgendwas nebenbei essen. Leider ist dann die Gefahr groß, dass die Pause nicht wirklich eine Pause ist, sondern nur eine weitere Variante von Belastung, Automatismen, vielfältigen Ablenkungen und manchmal Überforderungen. Wie können wir Pausen wirklich genießen, wohltuend gestalten und Essen und Trinken zu einem wirklichen Erlebnis werden lassen? Achtsamkeit bietet auch hier vielfältige Möglichkeiten. Maren Schneider hat eine wunderbare Anregung: Buddhas Kaffeepause:

 

„Treten Sie einen Moment aus Ihrer Geschäftigkeit heraus, und geben Sie sich und Ihrem Geist wieder mehr Raum. Schalten Sie ganz bewusst für ein paar wenige Minuten vom Tun-Modus in den Sein-Modus. Machen Sie sich dazu eine leckere Tasse Kaffee (oder Tee), und zelebrieren Sie den Augenblick. Genießen Sie jeden Schluck Ihres Kaffees mit voller Aufmerksamkeit. Riechen Sie den Duft, der aufsteigt, spüren Sie die Wärme, die durch die Tassenwand dringt. Lassen Sie das Aroma Schluck für Schluck auf der Zunge zergehen. Spüren Sie, wie es Ihrem Körper geht, wie Sie sich fühlen. Und immer wenn Sie merken, dass Gedanken Sie ablenken, bringen Sie sich wieder zurück zu Ihrem Kaffee, zurück zur Wärme, zum Duft, zurück zu diesem Moment. Beenden Sie die Kaffee-Meditation mit Wertschätzung und Dankbarkeit für die Möglichkeit, dieses Getränk genießen zu können (bis der Kaffee in Ihre Tasse gelangt ist, hat er nämlich einen ziemlich langen und aufwendigen Weg hinter sich), und versuchen Sie, sich Ihre Aufmerksamkeit, Klarheit und Offenheit, die Sie beim Trinken hatten, so weit es geht für die kommenden Aufgaben zu bewahren.“ Quelle: Maren Schneider,  Entdecke den Buddha in dir!  Schwierige Situationen gelassen meistern. eBook-Ausgabe 2015, Knaur eBook

 

Also, wenn dann doch die Vorweihnachtsstress-Keule zuschlägt oder einfach, weil es schön ist: Einfach mal „Buddhas Kaffeepause“ einlegen. Das geht natürlich auch mit anderen Getränken oder Lebensmitteln, also vielleicht darf es auch eine Lebkuchen-, Gummibärchen-, Kuchen-, Bratapfel- oder Schokoladenpause sein. Bewusst genießen, erleben, wirklich nur beim Essen und Trinken sein, das kann – wirklich achtsam gestaltet  – eine regelrechte Geschmacksexplosion für die Sinne sein. Dies ist gleichermaßen anregend, wie erholsam.

Das zitierte Buch von Maren Schneider kann ich übrigens sehr empfehlen. Es enthält viele Anregungen zur Achtsamkeit.

Hier weitere Anregungen zu achtsamer Ernährung:

 

 

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3 Kommentare

  1. Wunderbar… es tut gut, immer und immer wieder zurück zu kommen vom Tun zum Sein… und auch, daran erinnert zu werden 🙂 Gerade jetzt, eine Woche vor Weihnachten haben auch bei mir die Gedanken leichteres Spiel…

    Danke für diesen Beitrag. Kam genau richtig heute.

  2. Hallo Gabi!

    Ich mache bewusst achtsame „Wasserpausen“, das tut mir besonders gut. Ein paar Schritte gehen und dann langsam und sehr bewusst ein lauwarmes bis warmes Glas Wasser in kleinen Schlucken trinken.

    lg
    Maria

    • Hallo Maria, gute Idee. Die habe ich gleich heute mal ausprobiert – in einer kleinen Variante: Ich saß in der S-Bahn und hatte einfach Durst und eine trockene Kehle. Und dann einfach das mitgenommene Wasser so richtig in allen Details genossen. Einfach wunderbar!

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