Aktion #Klamottenkur – Wieviel Zeug darf und muss es sein?

#Aktion Klamottenkur

Wenn irgendwas in den letzten Jahren extrem ausgeufert ist, ist dies aus meiner Sicht u.a. die Anzahl von Kleidungsstücken im Kleiderschrank. Das viele von diesen Kleidungsstücken unfair produziert worden sind, oft durch Giftbrühen geschleust wurden, brauche ich kaum noch erwähnen. Die jährlich zur Fastenzeit stattfindende Aktion #Klamottenkur, die am 10.2.gestartet ist und bis zum 26.3. läuft, ist daher ein schöner Anlass, mal ein wenig genauer hinzuschauen und mitzumachen. 50 Teile für 7 Wochen – mit allem drum und dran.

Wie es bei mir aussieht:

Bei mir ist es eigentlich ohnehin nicht ganz so viel, was ich an Kleidung habe. Ich bin – mal die einzelnen Jahreszeiten betrachtet – eigentlich nahezu immer im Klamottenkur-Modus. Allerdings auch ein wenig unfreiwillig: Schuhe kaufen ist wegen meiner sehr schmalen Füße ein mittleres Desaster. Hosen zu finden, die für meine relativ langen Beine passen: Nervtötend. Meistens gefallen mir auch die aktuellen Modefarben nicht oder die Farben sehen bei meiner Haarfarbe einfach gruselig aus und was auch eine Rolle spielt:  Ich habe einfach keine Lust auf Shopping: zu voll, zu laut, zu hektisch. Sehe ich dann die viele Kleidung, entstehen inzwischen vor meinem inneren Auge auch die Bilder von ausgebeuteten Näherinnen –  und damit ist auch das letzte Restchen an Interesse verloren.  Mir fehlt dann auch einfach zusätzlich noch die „Mode-Antenne“.  Ich habe sie einfach nicht.
Bei Oberteilen (Jacken, Pullover, T-Shirt) ist es mir gelungen, in den letzten Jahren nach und nach auf in Deutschland fair produzierte Ware umzusteigen. Nichts läuft ein oder färbt aus und diese Teile halten und halten und halten … eine wahre Wonne.

 

Ich habe mal in den Kleiderschrank nachgeschaut, welche Oberteile ich so in den letzten Monaten wirklich getragen habe. Das Ergebnis auf dem Bild ist eigentlich ein bisschen geschönt, da ich die helle Jeans nur 1 x an hatte und ganz links 3 Teile sind eigentlich Sport- bzw. Wanderkleidung. 2 Anoraks, 2 Paar Schuhe, sowie Schal und Handschuhe fehlen auf dem Bild.

#klottenkur

 

Ich scheine einen „3-er-Tick“ zu haben, was mir gerade erst beim Erstellen des Fotos aufgefallen ist. Eigentlich habe ich noch drei weitere Sweatshirts im Schrank, aber die habe ich sozusagen auf Vorrat gekauft, da meine Lieblingsfarben grün und weinrot unmodern geworden zu sein scheinen und nur noch wenig davon zu bekommen waren. Die Aktion Klamottenkur schlägt für dieses Jahr vor, zusätzlich aus den 50 Teilen noch 5 Outfits auszuwählen. Mal schauen, ob und was mir dazu einfällt…

 

Wieviel ist minimalistisch?

Eine kritischer Gedanke geht mir zum Thema Bekleidung immer wieder durch den Kopf: Sicherlich habe ich im Vergleich zu anderen Menschen einen eher minimalistischen Kleiderschrank. Aber diese minimalistische Ausstattung ist deutlich größer, als das, was ich früher als Jugendliche bzw. junge Erwachsene an Kleidung hatte (70er und Anfang der 80-er Jahre). Damals hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, dass die Menge von 3 Hosen und ca. 5 Pullover für den Winter auch nur einen Ansatz minimalistisch sein könnte. Es war einfach „normal“. Als mein Bruder mal stolz erzählte, er habe 10 Hosen im Schrank, habe ich als durchaus an Kleidung interessierter Teenie gedacht „der spinnt“ – was will ein Mensch mit soviel Hosen? Ich wollte nur unbedingt eine Jeans haben, die hatte ich irgendwann und war glücklich. Schaue ich heute in meinen Schrank, befinden sich einschließlich 2 dünner Sommerhosen und 1 Wanderhose 9 Hosen, von denen ich dann faktisch aber immer nur 2 Hosen trage. Es ist halt alles sehr relativ und so minimalistisch bin ich also heute gar nicht.

 

#Klamottenkur als Alltagsachtsamkeits-Übung

Achtsamkeit beim Tragen von Kleidung: Es ist in jedem Fall spannend, mal genauer hinzuschauen und z.B. auszuprobieren, ob es nicht vielleicht doch mit weniger Kleidungsstücken geht. Ich finde, eine prima Übung zur Alltags-Achtsamkeit: 50 Teile auswählen (was sind eigentlich meine Lieblingsteile?) und dann mal genau hinschauen, hinfühlen, wahrnehmen: Wie geht es mir mit dieser Menge Kleidung? Was passiert in mir? Wie fühle ich mich? Ich werde in den nächsten Wochen mal etwas genauer hinschauen.

 

Hier gibts Infos zur Klamottenkur:

Klamottenkur Modeprotest

12 Gedanken zu „Aktion #Klamottenkur – Wieviel Zeug darf und muss es sein?“

  1. hallo Gabi,

    ich glaube auch wenig zu haben und dennoch viel zu viel.. Ein Vorschlag einer Mutter für den Kleiderschrank ihres Kindes hat mir gefallen: „Da sind nur noch Lieblingsstücke drin, alles andere haben wir aussortiert“. Daran möchte ich mich für meine nächste kleiderschrank aktion orientieren.

    liebe Grüße Maria

  2. Hallo Gabi!

    In den letzten Jahren habe ich mich mit dem Thema sehr intensiv auseinander gesetzt und merke, dass sich ganz schön viel verändert hat. Viel Passendes hatte ich nie, leider immer ein Problem mit Gewichtsschwankungen.

    Ich merke immer wieder, je wenige ich habe, desto einfacher funktioniert alles. Dafür habe ich im letzen Jahr viele Teile gehen lassen, die nur so „Notfallsdinger“ waren.

    Die Klamottenkur verfolge ich nun schon die 3. Fastenzeit und nehme sie immer wieder zum Anlass noch einmal genauer hinzuschauen.

    Schön, dass Du das Thema auch aufgreifst, ich finde es nämlich (Deine Einleitung) sehr wichtig!

    lg
    Maria

    1. Mir ist dieses Thema einfach zu wichtig geworden, so dass ich jetzt doch mal aufgreife. Die letzten Jahre hatte ich immer noch überlegt, dass sich das bei meinem eh eh nicht üppigen Kleiderschrank nicht lohnt, hatte die Aktion aber auch immer schon verfolgt und auch bei dir darüber gelesen. Aber selbst in meinem Kleiderschrank sind noch Teile, die ich fast nie trage. Letztlich gehts ja – wie du es auch sagst, um die Sache an sich. Und diese Bekleidungsmüllberge sind nunmal ein absolutes Desaster.

  3. Ich habe von Oktober bis Dezember versucht mit 33 Teilen auszukommen . Das hat auch ganz gut geklappt. Da ich als Reinigungskraft arbeite ist das für mich zuwenig. Ich habe jetzt 30 Teile für gut und 30 Teile für alle Tage. Das war es und ich komme gut und damit klar .

  4. Ich habe momentan ausschließlich Leggings plus obenrum Kleid oder T- Shirt und Rock an. Alles meist in Schwarz. Mir gefällt dieser Einheitslook sehr. Allerdings gehen die Leggings vom Radfahren kaputt, ziemlich blöd – momentan ziehe ich dann noch kaputte Schwangerschaftsjeans an. Langrfristig muss ich mir was Neues für untenrum überlegen. Ich nehme von dieser Zeit wirklich mit wie toll eine extrem reduzierte Garderobe ist. Allerdings habe ich von der Anzahl her alles mehrfach, aber am Anfang mit Baby war es auch notwendig.
    Schön, dass du einen fairen Hersteller gefunden hast! Weinrot und auch brombeer vermisse ich auch sehr!

    1. Hallo Nanne, ich habe auch länger überlegt, ob ich nicht vielleicht nur grün tragen will, aber mit der Variante weinrot gefällt es mir dann doch einfach besser. Das Problem mit den Farben ist, dass ich nie weiß, ob ich die dann nochmal bekomme, wenns dann doch mal nötig ist. Das Problem hat man dann halt bei schwarz nicht.

  5. Ich habe nur Lieblingsstücke, … nein, eigentlich habe ich keine Lieblingsstücke: ein T-Shirt ist ein T-Shirt. Ziehe ich morgens ein neues T-Shirt an, nehme ich einfach das oberste von der Stapel. Die neu gewaschenen T-Shirts kommen hinten auf eine zweite Stapel. Ist der vordere Stapel aufgebraucht, schiebe ich den hinteren Stapel nach vorne und hinten gibt es Platz für die neu gewaschenen Stücke. So einfach kann die Kleiderwahl sein. 🙂 Gut, ich gebe zu, bei Pullover und Hemden überlege ich bei speziellen Anlässen schon, welches ich nun wählen soll.

    Ich möchte umstellen auf nur noch eine Farbe. Das dauert aber eine Weile, da ich nur ein neues Kleidungsstück kaufe, wenn gleichzeitig ein altes weggeht (und mir widerstrebt, ein noch gutes Stück wegzugeben). Dann bleibt schlussendlich nur der Entscheid langarm oder kurzarm, Hemd oder Pullover / T-Shirt?

  6. Ich habe ja schon ganz viele dieser Reduktionsprojekte gesehen. Klamottenkur, Projekt 333, das Uniformprojekt usw. Jedesmal reizt es mich mitzumachen, aber jedesmal weiss ich auch sofort, dass es bei mir icht klappen wuerde. Ich brauche aufgrund haeufiger Dienstreisen eine recht hohe Redundanz, d.h. ich muss im wesentlichen eine Garderobe fuer 4 Wochen haben – 3 Wochen, in denen ich nicht Waschen kann. Und dann frage ich mich auch wie die Projektteilenehmer das mit dem Waschen machen. Haben die so grosse Haushalte, dass die staendig waschen koennen? Waschen die halbvolle Maschinen?
    Ich wuenschte wirklich ich koennte so weit reduzieren, aber dann haette ich tatsaechlich bald nichts mehr anzuziehen oder ich muesste Waschen bevor die Maschine voll ist, was ich nicht will.
    Vielleicht ist ein moeglicher Ausweg Teile einfach doppelt zu haben, das wuerde dann mehr in richtig Uniform gehen: die Auswahl waere vereinfacht, aber ich haette noch genug zum Anziehen bis ich wieder wasche. Bei der Unterwaesche habe ich das ja schon, da habe ich nur noch eine Art Unterhose und eine Art BH. Aber fuer Oberbekleidung kann ich mir das gar nicht vorstellen. Da muesste ich schon ein Teil haben, von dem ich absolut sicher waere, dass ich mich daran nicht satt sehe – und bisher habe ich sowas noch nicht gefunden.

    1. Letztlich muss das ja auch mit der Einschränkung von Kleidung nicht zwingend sein. Also z.B. beruflich viel unterwegs ist und 3 Wochen lang nicht waschen, das wäre mir das auch zu kompliziert. Ich kenne aber Leute, die dann einen bestimmten Kleidungsstil haben. Bei mir reicht der „Pädagogendress“ (Jeans-T-Shirt oder Jeans-Sweatshirt), der gleichermaßen stabil, unkompliziert ist, aber auch für etwas offiziellere Veranstaltungen ausreichend ist. Letztlich gehts ja auch eher um die Auswüchse, die z.T. schon sehr extrem sind und insbesondere, das persönlich richtige Maß zu finden. Ich selbst fühle mich mit weniger, aber dafür qualitativ bessere Kleidung am wohlsten. Wie Singles das mit dem Waschen machen, habe ich mich auch schon gefragt, bei 2 Personen ist das kein Problem.

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