Mein Minimalismus – Dilemma im Kleiderschrank

Gerade bin ich wieder an so einem Punkt bzw. Gedanken: Eigentlich müsste ich mal wieder Kleidung kaufen… Eigentlich…  Ich habe darauf nämlich so überhaupt keine Lust. Für mich ist es völlig unbegreiflich, warum manche Menschen daran Spaß haben. Ich finde es einfach nur nervtötend und schiebe dieses Thema gerne vor mir her. Vielleicht bin ich auch einfach immer ein wenig zu phantasielos gewesen.

Hosen

Der unangenehmste Punkt: Hosen kaufen. Ich habe nunmal lange Beine und so viele lange Größen gibts für Frauen nicht und wenn, dann sind diese langen Größen meistens auch gerade so, dass ich „Hochwasser“ habe. Im 2nd-Hand-Laden brauche ich gar nicht zu schauen. Die meisten Frauen haben wohl kürzere Beine als ich. Will ich dann auch noch eine Jeans, möglichst in Deutschland genäht, dann wird es fast abenteuerlich. Soll ich sie vielleicht doch im Internet bestellen? Das wird eine Tortour, bis ich eine passende habe oder ich müsste gleich mindestens 10 Stück bestellen und mindestens 9 Stück gehen zurück. Oder gibts Geschäfte in der Umgebung? Wenn ja, haben die eine Jeans, die MIR passt – ohne dass die Verkäuferin wieder still und heimlich eine Jeans aus der Männerabteilung holt? Naja, verdrängen wir das Hosen-Thema noch ein wenig …

 

T-Shirts und Pullover

Das geht besser. Mein Oberkörper ist im Vergleich zu den Beinen „normal“. Das erleichtert einiges. Ich kaufe seit einigen Jahren immer bei der gleichen Firma. In Deutschland produziert, gute Qualität (leider keine Hosen). Und wenn nicht im Internet gekauft, sondern vor Ort in einigen firmeneigenen Geschäften, auch bezahlbar. Aber da gibts jetzt auch mehr Modewellen und meine Lieblingsfarben (grün und weinrot) werden deutlich weniger. Blau und Marine ist wohl wieder in, außerdem viele Shirts mit Muster (ein Grusel für mich…). Sweatshirts habe ich zum Glück genug. T-Shirts können bei genauerer Betrachtung zum Glück warten: Eigentlich habe ich immer so geplant, dass ich ausreichend Bekleidung für 2 Wochen habe. Aber bei heißem Wetter und abendlich verschwitzten T-Shirts ist es Unsinn, diese dann so lange liegen zu lassen. Die werden sowieso spätestens am Wochenende gewaschen. Also reicht es ja aus, wenn die T-Shirts im Bedarfsfall 1 Woche lang reichen.

 

Immer das gleiche Outfit…?

Dann gibts ja diejenigen Leute, die immer das gleiche Outfit tragen. Ist ja auch wirklich super bequem, sich überhaupt keine Gedanken mehr um dieses Thema machen zu müssen. Üblicherweise wird da der ein oder andere – meist männliche – Prominente genannt. Für Steve Jobs Rollkragenpullover soll ja extra nochmal die Produktion angeworfen worden sein und er hat halt alle Pullover aufgekauft. Ok, ich bin nicht prominent, kein Mann und soviel Geld habe ich schonmal gar nicht. Und es dürfen bei mir dann durchaus auch mal 2 oder 3 verschiedene Farben sein. Aber diese Farben sind dann ja auch mal unmodern und dann wird’s irgendwann eng bis nervtötend. Pink, orange, knallrot, pastell, schwarz, weiß sind nämlich Farbentöne, die bei meiner Haar- und Hautfarbe einfach nur fürchterlich aussehen. Pink gefällt mir zudem mit Abstand am wenigsten.

 

Mein eigentliches Minimalismus-Dilemma

Ich bin erst im letzten Jahr überhaupt auf die Idee gekommen, einfach mal 2 grüne Sweatshirts mehr als nötig zu kaufen und mir diese einfach als Vorrat in den Schrank zu legen. Und das waren dann 2(!) Sweatshirts in 2 verschiedenen Grüntönen. Soviel ist das auch nicht. Auf die Idee, dass ich vielleicht einfach 7 gleiche T-Shirts auf einmal kaufen könnte, bin ich einfach nie gekommen. Bis jetzt, wo ich das hier so aufschreibe und mir klar wird, dass ich mir damit hätte viel nervtötende Shopperei ersparen können. Ich hatte einfach diese Idee noch nicht – zumindestens nicht für mich. Das ist mein eigentliches Dilemma. Vielleicht mache ich das demnächst doch mal und kaufe einfach mehrfach das gleiche T-Shirt. Aber das hat ja zum Glück noch Zeit…

Tja und über das Thema Hose muss ich nochmal ein wenig nachdenken. Auch über das Thema Hosen und Vorrat und dann ist Ruhe für ein paar Jahre. So ganz vorstellen kann ich mir das im Moment ehrlich gesagt noch nicht. Wobei Vorrat bei mir ja auch nicht bedeutet, dass ich gleich 10 Hosen kaufen würde (wäre ja auch ein wenig teuer). Die Hälfte reicht locker und mindestens 2 Hosen lägen vermutlich wirklich nur im Schrank. Denn eigentlich läuft die Waschmaschine ohnehin mindestens 1 x die Woche und mehr als eine Hose gleichzeitig trägt vermutlich nicht mal eine Shopping-Queen.

 

13 Kommentare

  1. Hallo Gabi!
    Ich habe ein ähnliches Problem. Irgendwie passe ich auch nicht in das Raster der Kleiderhersteller. Meine Größe schein auszusterben. Sachen die passen, finde ich inzwischen in der Kinderabteilung. Nur will ich in meinem Alter keine quitschbunten oder groß bedruckten Sachen mehr tragen!
    Hinzu kommt, dass auf dem Land wohne und zum „Shoppen“ in die größere Stadt fahren muss. (Ich hasse das!)
    MEIN Ausweg ist wirklich das Internet. Alle paar Jahre muss ich dann mal ein großes Paket bestellen und anprobieren. Das meiste geht dann zurück. Transport, Verpackung… und schlechtes Gewissen… Was soll ich sonst machen?

    • Hallo Maria
      du bringst mich dann doch auf Ideen – herzlichen Dank! Irgendwie gehts einfach nicht ohne Kompromiss. Dann halt doch über Internet bestellen und irgendwie hoffen, dass die Angaben des Jeansherstellers halbwegs stimmen. Mac-Jeans schreibt was von sozialer Verantwortung, ethischen Prinzipien für Arbeiter, fairen Preisen…) Ein blödes Gefühl bleibt da trotzdem. Aber ich finde sonst definitiv nichts. Ich war gerade in der Stadt, habe eine Hose rausgesucht, wo zumindestens die Weite passt. Name, diverse Nummern und was da sonst noch drauf stand abfotografiert und die gleiche Hose im Internet mit der passenden Länge gesucht. War schwierig, habe aber eine Variante gefunden, die vorr. passen könnte und gleich 2 Stück davon gekauft. Ein ungutes Gefühl bleibt, aber es war jetzt wirklich dringend.

  2. Hallo Gabi,

    ich hab wirklich nur ein Outfit pro Jahreszeit und das mehrmals. 3 gleiche Sommerhosen, 3 gleiche Jeans, 8 gleiche schwarze Tops, 8 gleiche schwarze Sweatshirts. 3 mal das gleiche schwarze Kleid. Du musst halt nur sicher sein, dass es DAS Lieblingsteil für die nächste Zeit ist. Hat es den Test bestanden, kaufe ich es gleich mehrfach. Einfach weil ich meine Ruhe will. Das System hab ich mir vor 20 Jahren als Studentin ausgedacht und es funktioniert bis heute gut. Bei Möbeln mache ich es auch so. Hab vieles mehrfach. Es spart Zeit und shoppen mag ich nicht. Aufdrucke und Muster könnte ich auch nicht tragen bei Kleidung. Bei Schuhe, Tasche, Schal kann man dann detailliert Zeit mit Styling verbringen oder verschwenden, wenn man mal Abwechslung braucht. Vielleicht nicht erst, wenn du Sachen brauchst, besorgen. Sonst setzt es dich so unter Druck. Die Shoppinglaune wird nicht aufkommen bei dir, schätze ich. 🙂

    Liebe Grüße – Tanja

    • Hallo Tanja, ich denke perspektivisch gehts bei mir in eine vergleichbare Richtung. Mit schwarz geht das wirklich leichter, aber steht mir nicht besonders, aber ab und an gibts ja auch andere Farben, die mir gefallen. Und da werde ich dann jetzt in jedem Fall auch gleich mehrere gleiche Teile besorgen. Es geht wirklich nicht anders. Habe gerade mal mit 2 Hosen angefangen, die waren jetzt wirklich dringend.
      Shoppinglaune – nein wirklich nicht. Schon alleine deshalb, weil ich fast nichts „von der Stange“ bekomme, was dann mal einfach so passt.

  3. Hier mal ein kleines Fotobeispiel der längsten Jeans, die ich gefunden habe. Immer noch zu kurz. Das Foto ist leider etwas verwackelt, aber ich denke, man erkennt es. Wegen des Hosenschnittes geht diese auch wirklich nicht als 7/8 Hose durch … In jedem Fall auch ein gutes Argument für Minimalismus im Kleiderschrank: Wenn was passt, gleich mehrfach das gleiche und dann jahrelang Ruhe 🙂
    http://achtsame-lebenskunst.de/wp-content/uploads/2016/06/Jeanshose-Beispiel.jpeg

  4. Hallo Gabi,

    ich finde das Thema auch absolut schrecklich. Bei mir kommt noch dazu, dass ich regelmäßig textile Fehlgriffe mache, die sich erst im Nachhinein herausstellen. Ich habe einfach kein Händchen für solche Dinge und wäre extrem froh, wenn ich mal einen Hersteller finden würde, von dem ich einfach alles beziehen könnte. Bislang bin ich dort aber noch nicht fündig geworden, ein vielversprechender Hersteller produziert nur Hosen, die ich nicht trage…

    Eine sehr gute Erfahrung – und die könnte sich auch für dich eignen – habe ich kürzlich bei Jeans gemacht, dem von mir getragenen Hosentyp. Schau dir mal das Angebot von http://geniestreich-jeans.de/ an. Prinzip: Du misst einmalig deine Maße (das ist auch nervig, aber viel weniger nervig als dauernde Fehlschläge), gibst sie durch, und deine faire und mit Bio-Baumwolle hergestellte Jeans wird für dich in Deutschland genäht. Ich habe bereits eine und bin sehr glücklich darüber, nach ewig langer Zeit der vergeblichen Suche wieder etwas Passendes zu haben.

    Liebe Grüße

    Sascha

    • Oh, klasse Tipp. Herzlichen Dank!
      Ich habe auch noch den Tipp von Manomama.de erhalten. Dort gibts wohl ebf. die Möglichkeit einer Maßanfertigung. Ich glaube, ich sammle da mal ein bisschen.

      • Manomama ist an sich toll – die Qualität ist gut, mein Mann kann seine Hosen super tragen. Bei mir hat der Schnitt (zwei verschiedene) überhaupt nicht gepasst!

        • Hallo Nanne, Manomama ist neben geniestreich-jeans auch in meiner engeren Auswahl. Ob es wirklich so hinkommt mit den Schnitten – tja, mal schauen. Aber das sind jetzt erstmal doch Zukunftsprojekte.
          Ich habe den Hosenkauf so lange vor mir her geschoben, dass es jetzt wirklich zu dringend für Maßanfertigung ist. Habe online erstmal 2 identische Mac-Jeans kaufen können, die tatsächlich passen. Ich kann’s kaum glauben. Die Aussage auf der Webseite, dass auf sozial verträgliche Standards etc. geachtet wird, fand ich zwar schön, aber irgendwie auch wenig verbindlich. Daher freue ich mich, dass ich jetzt gleich 2 Anbieter (s.o.) kenne, die ich auf Dauer überzeugender finde.

  5. Hallo Gabi, ich bin das erste mal auf deinem Blog und finde ihn sehr sympathisch. Ich beginne gerade erst mich mit dem Minimalismus auseinander zu setzen und werde hier ein bisschen stöbern. Ich kenne das mit den Klamotten eher, dass ich, wenn ich shoppen gehe erstmal von den vielen Menschen genervt bin. Deswegen kaufe ich auch sehr viel online. Da habe ich meine Ruhe. Mit den Größen passt es eigentlich immer. Wenn ich real shoppen gehe und dann 7 vermeintliche Superteile in den Händen halte, habe ich das Gefühl, dass alles gleich aussieht. Und dann lege ich alles zurück und gehe leer nach Hause. Und shoppe…. online. 🙂 Liebe Grüße aus Berlin, Catharina

    • In den üblichen Läden kenne ich das auch. Bin dann ebf. von den Menschenmassen genervt und wenn dann nicht mal was passt…. Horror…
      Alles was Oberteile sind, also T-Shirts, Sweatshirts, Jacken etc. besorge ich mir in den Testgeschäften von Trigema. Die haben zwar in diesen Läden nicht immer das volle Programm des Internetshops, dafür ist es etliches günstiger. Außerdem in Deutschland produziert und top Qualität. Da bin ich auch gut versorgt. Bei Hosen ist es halt schwierig. Da werde ich dann auch auf Onlineshopping ausweichen. Ich brauche bei Jeans i.d. Regel Länge 34, bei max. 32 hört es aber in normalen Geschäften auf.

  6. Hallo Gabi,

    kennst Du die Firma Hess Natur?
    Man kann per Katalog, online oder direkt im Laden kaufen. (der ist aber leider in Butzbach). Die Firma überwacht biologischen Anbau von Pflanzen, kümmert sich um Nachhaltigkeit, unterstützt Projekte zur Umweltschonung, bessere Arbeitsbedingungen der Bauern und Näherinnen und vieles mehr. Die Qualität ist super, ich habe einige Basics, die sind schon 18 – 21 Jahre alt. Da ist nichts verschlissen oder fies geworden. Ich trage sie immer noch liebend gern. Allerdings weiß ich nicht, wie die Länge der Jeans ausfallen.
    L.G.
    Bärbel

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