Wechselfestplatte entrümpelt

Was brauche ich wirklich? Diese Frage stellt sich für mich auch für all die Dinge, die sich so auf dem Computer ansammeln. Das ist ja nunmal irgendwie auch Kram und ich möchte mich auch da nicht lange mit sammeln, suchen und sichern befassen.

 

Suggerierte Ängste

Die Werbung suggeriert uns nahezu täglich alle möglichen Wünsche und nicht nur Wünsche werden suggeriert, auch Ängste. Beispielsweise die Angst, die Festplatte des Computers könnte abstürzen und alle Daten sind weg. Also bitte unbedingt alles sichern, am besten mehrfach – auf externen Wechselfestplatten beispielsweise. Am besten regelmäßig auch neue von diesen Festplatten kaufen. Denn schließlich weiß man ja nie, wie lange diese halten. Und es gibt ja auch immer wieder etwas Neues: Erst USB 2.0, dann 3.0, Firewire 400, dann Firewire 800, Thunderbold und weiß ich was. Dann ist die neue Wechselfestplatte ja vielleicht auch viel größer und das ganze Daten-Sammelsurium passt prima drauf. Aber so etwas kostet Geld und es steht mal wieder ein Teil mehr in der Wohnung herum.

 

Meine persönlichen Wechselfestplatten-Dramen

Ich habe auch so meine Geschichte mit den externen Wechselfestplatte. Denn bei mir sind diese die einzigen, die je vorzeitig ihren Geist aufgegeben haben. Viele Fotos waren dadurch unwiderruflich hinüber. Ich hatte diese (leichtsinnigerweise) nicht auf dem Computer, sondern nur auf der Wechselfestplatte gespeichert und dadurch unrettbar verloren. Wenn ich zurückblicke: Weder hatte ich jemals eine defekte CD, noch einen defekten USB-Stick und die integrierte Laptop-Festplatte war auch noch nie kaputt. Was soll das also?

Mich hat das damals mit den defekten Wechselfestplatten sehr geärgert, außerdem hat mich dieses Kabelwirrwarr auch gestört. Ich habe dann überlegt, was ich nun machen werde. Ständig neue Festplatten kaufen jedenfalls schon mal nicht. Ich befasste mich daher mit dem, was eigentlich am einfachsten erscheint:

 

Die Daten, die ich nicht sammle, muss ich nicht extra sichern

Zu Minimalismus gehört für mich auch, dass ich immer wieder durchforste, welche Digitaldaten ich nun wirklich sammeln möchte und welche nicht. Schrittweise habe ich daher meine digitalen Daten von rd. 11 GB auf derzeit rd. 3 GB, einschließlich Fotos, Musik, digitalisierten Dokumenten, einiger Backups und allem drum und dran.

 

Daten entrümpeln

Musik und E-Books: 
Ich besitze noch genau 2 CD’s, die mir so wichtig waren, dass ich diese immer noch habe. Seit Jahren habe ich keine CD mehr gekauft, aber einzelne Musikstücke im Internet. Dort kann ich sie jederzeit wieder neu herunterladen. Bei den E-Books ist es vergleichbar. Die muss ich nicht selbst horten und doppelt sichern. Ich gehöre zu den Leuten, die nicht ständig endlos Mengen an Büchern lesen oder dauernd Musik hören. Es ist mal ein E-Book oder einige ganz wenige ausgewählte Musikstücke. Den Rest habe ich dann einfach auch nicht direkt auf meinem Laptop – wozu auch…Mir reicht es völlig aus, wenn ich diese Daten bei Bedarf einfach nochmal neu herunter lade. Da sollen sich doch die Musik- und E-Book-Anbieter ihre Räume mit riesigen Servern und Mega-Speicherplatz voll stellen.

Fotos:
Fotos sortiere ich regelmäßig aus. Ich muss nicht jede Situation auf Foto bannen. Als es noch analoge Fotoapparate gab, bin ich mit einem 24er-Film den ganzen Urlaub ausgekommen. Warum sollte ich jetzt plötzlich 100 oder 200 Fotos machen? Ich stelle mir jeweils immer kurz vor, ob ich das, was ich da gerade durch Fotoapparat oder Handykamera sehe, tatsächlich so schön und wichtig ist, dass ich diese Erinnerung wirklich hinterher noch mal anschauen möchte. Und das eine Motiv muss dann ja wirklich nicht gleich in 10-facher Ausführung sein. Die verbliebenen Fotos schaue ich später immer mal wieder durch. Einige Fotos bleiben, andere lösche ich. Der Abstand zu den Ereignissen relativiert dann irgendwann die Bedeutung einzelner Fotos und diese können dann auch weg.
Für die mir wichtigsten Fotos der zurückliegenden Jahrzehnte habe ich dann tatsächlich auch noch mal ein Fotobuch anfertigen lassen. Ich schaue nicht oft hinein, aber hin und wieder ja und es gefällt mir.

Filme
Filme interessieren mich nicht sonderlich. Schon gar nicht gekaufte Filme. Keine Ahnung, warum. Es ist so. Da gibts nicht viel zu sammeln.

Text-Dateien
Text-Dateien nehmen nunmal zum Glück kaum Platz weg. Da ist also nicht viel Datenmenge, die gesichert werden muss. Aber die Übersichtlichkeit: Ich probiere immer mal wieder an der Ordnerstruktur herum, um zu schauen, wie ich was am besten und schnellsten wieder finde. Auch generell schaue ich regelmäßig durch, ob nicht was dabei ist, was weg kann. Irgendwas finde ich dann dort immer, vereinzelt doppelte Dateien oder Briefverkehr, der sich längst erledigt hat. Sowas fliegt kategorisch raus.

Elektronische Post
Emails: Ich habe 3 Unterordner angelegt, in denen sich ein paar wichtige Emails befinden bzw. wo ich noch was erledigen oder regeln will. Das Posteingangsfach ist nach Möglichkeit leer. Alles, was fertig ist, sich erledigt hat, wird gelöscht.
Chats: Nutze ich eher wenig und wenn, dann lösche ich die Chats immer wieder. Da wird nichts gesammelt.

 

Datensicherung jetzt

Durch diese Struktur haben sich die digitalen Besitztümer, die dann wirklich gesichert werden müssen, deutlich reduziert. Letztlich wichtig sind davon ja eigentlich vorrangig auch nur einige Logindaten und selbst die lassen sich im Bedarfsfall neu besorgen. Das wäre halt nur ein Aufwand, den ich mir gerne ersparen möchte. Ich komme jetzt auf jedenfalls problemlos ohne Wechselfestplatten aus, ein USB-Stick plus Cloud reicht locker aus. Zusätzlich ist ja mal alles auch noch auf dem Laptop. Da der alte USB-Stick langsam „zickt“, brauchte ich einen neuen, 16GB Speicherplatz und wunderbar minimalistisch klein und kompakt.

Foto eines USB-Sticks mit Größe 3,3cm x 1,3cm

 

Nicht kirre machen lassen

Mein wichtigstes Datensicherungs-Kriterium: Die digitalen Daten, die ich nicht brauche, muss ich auch nicht sichern. Ausserdem möchte ich meine Daten gut und einfach wieder finden.  Was ich keinesfalls möchte ist, mich verrückt machen lassen von irgendwelchen künstlich geschürten Verlustängsten. Ich habe hier nun mal keine geheimen oder teuren Neuentwicklungen eines Mega-Unternehmens und weder gehört fotografieren noch filmen zu meinem Hobby, erst Recht nicht zu meinem Beruf.  Die genaue Datenmenge interessiert mich eigentlich nicht. Ob das nun ein paar MB’s oder GB’s mehr – was solls. Das hängt u.a. auch von Hobbys und Interessen ab, ob ich nur private oder auch geschäftliche Daten auf dem PC habe. Wichtiger ist mir die Frage, ob das, was sich so digital ansammelt, dann wichtig für mich ist oder nicht. Wirkliche ernsthafte Sorgen müsste ich mir erst dann machen, wenn es um existentielle Dinge geht und ich Sorgen haben muss, dass es für lebensnotwendige Dinge nicht mehr reicht. Wechselfestplatten gehören jedenfalls nicht zu den Dingen, die für mich so wichtig sind. Sie kommen frühestens dann in meine Wohnung, wenn sich meine Lebensumstände so geändert haben sollten, dass es notwenig für mich ist, jede Menge Daten zu horten – Möge es hoffentlich nie dahin kommen 😉

 

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5 Kommentare

  1. Matthias Doellert

    Die Frage stellt sich ja immer nach dem was. Bei einer defekten Bilddatei fehlt mitunter nur ein Pixel, ein e beschädigte Textdatei lässt sich oft zu großen Teilen wiederherstellen. Aber eine Programmdatei mit einem fehlerhaften Bit ist unbrauchbar. Das jedes Speichermedium kaputt geht ist keine Frage, es stellt sich nur die Frage nach dem wann. Daher speichere ich meine mir wichtigen Daten in der Cloud und zu Hause auf dem Rechner. Somit ist alles schon einmal gegen ein Feuer / einen Einbruch geschützt. Ein Backup dazu auf einem externen Medium und schon habe ich eine hohe Sicherheit auch gegen Hacker, die meinen Computer kapern und womöglich meine Cloudspeicher kompromitieren.

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