Minimalismus-Wohnung – Wieviel Küche?

Wieviel Küche brauche ich?

Wieviel Küche brauche ich? Wieviel Minimalismus in der Küche darf und soll es sein? Anlässlich meines bevorstehenden Umzuges und damit der Notwendigkeit eines Küchenkaufs, war ich heute mal wieder unterwegs und habe mir Küchen angeschaut, U.a. war ich in einem Möbelhaus in der Region, ein Familienunternehmen. 

 

Verwirrender Küchenmaximalismus – Eindrücke aus einem Möbelhaus

Was mir nicht so wirklich klar war, bevor ich das Möbelhaus betrat: Allein im Untergeschoss 350 Küchen, dazu dann die ganzen Küchen im Erdgeschoss. Was da alles aufgebaut war… u.a. jede Menge Schränke, damit jede Menge Kram rein passt: Oberschränke, Unterschränke wohin das Auge reicht. Und dann gibts inzwischen riesig große Kochfelder. Mich wundern auch die vielen glänzende Lackfronten – wer putzt die eigentlich?? Die Backöfen haben allen erdenklichen technischen Zauber. Es gibt gewöhnliche Kühlschränke, Retro-Kühlschränke, sog. amerikanische Kühlschränke. Außerdem muss offensichtlich jeder Quadratmillimeter ausgenutzt werden. Es soll schließlich viel rein passen: Küchenmaschine, Kaffeeautomat, Teflonpfannen, Keramikpfannen, Edelstahlpfannen, Gußeisen-Pfannen, Thermo-Dingsbums, ein großer Fuhrpark an Messern in allen Varianten, die endlosen Küchenhelfer und und und… Gibts eigentlich noch den Schnellkochtopf oder ist der jetzt out? Wie auch immer: Man könnte denken, der überwiegende Teil unserer Bevölkerung besteht aus leidenschaftlichen Hobbyköchen, die stundenlang das schönste Essen in diesen schicken Küchen kreieren. Aber in den Lebensmittelgeschäften gibt es immer mehr Fertiggerichte – da passt was nicht.

 

Die Küche: Minimalistisch bequem oder Statussymbol?

Muss es wirklich die hochgerüstete Wohlstandsküche sein, in der ich mich erst mit all den technischen Raffinessen auseinander setzen muss? Davon wird das Essen nicht gesünder. Letztlich sehen die Küchen doch trotz all der vermeintlichen Varianten irgendwie alle sehr ähnlich aus: Schrank an Schrank mit ein paar technischen Geräten dazwischen. Die Anforderungen und Bedürfnisse an eine Küche sind je nach Lebenssituation natürlich unterschiedlich. Trotzdem: Wann ist eine Küche noch einfach zur Nahrungszubereitung da und wann ist sie eigentlich nur noch ein Statussymbol? Und brauchen wir das? Ich brauche es nicht. Küchen sollten für mich funktional und minimalistisch bequem sein.

 

Was brauche und mag ich wirklich?

Meine Welt sind diese üblicherweise ausgestellten Möbelhaus-Küchen definitiv nicht. Die Gründe:

  • Oberschränke stören mich.
  • Ich mag die vielen, derzeit modernen Holzimitate nicht. Wenn Natur, dann doch bitte die echte und da ist es auch schöner, mich wandernd durch sie hindurch zu bewegen.
  • Ich habe auch definitiv überhaupt keine Lust, die Fronten einer Lackküche zu putzen.
  • Eine Küche ist keine Showbühne für mich, mit der ich mich mit teurem Interieur präsentieren muss. 
  • Die wesentlichen Elemente einer Küche sind Spüle, Kühlschrank, Kochplatten und ggf. Backofen. Ich möchte mir ab und an lediglich ein Essen zubereiten. 

 

Die Küche – meine wirklichen Vorstellungen und Wünsche:

  • Ich möchte in und mit einer Küche nicht viel Arbeit haben.
  • Mir steht der Sinn nicht danach, mich ewig lange mit dem Säubern zu beschäftigen. 
  • Ich möchte eine überschaubare Anzahl an Dingen schnell finden und aufräumen können.
  • Nicht fest eingebaute Kochfelder finde ich persönlich sehr praktisch, weil ich sie auf einer begrenzten Fläche einfach und bequem beiseite räumen kann.
  • Ich liebe es, wenn ich auch in kleinen Küchen Platz habe.
  • Ich möchte meine Zeit nicht damit verbringen, mich durch eine große Menge an Kram zu wühlen, um den jeweils richtigen, der 15 Kochlöffel zu finden.
  • Je mehr Ansprüche, desto teuerer ist eine Küche. Ich finde es sinnvoller, mein Geld lieber für höherwertige Nahrungsmittel auszugeben.

 

Minimalismus-Küche – die Umsetzung:

Dazu ein Mini-Video und ein ausführlicherer Beitrag:

 

Videobeschreibung für Sehbehinderte

 

Minimalismus in der Küche

 

Teile diesen Beitrag

5 Kommentare

  1. Hallo Gabi!

    Das ist ein sehr spannendes Thema, was du da ansprichst. Wit hatten das „Küchenthema“ vor 3 Jahren im Rahmen unseres Umzugs. Nachdem wir uns in Möbelhaus eine hatten planen lassen, die € 6.000,- mit günstigen Geräten gekostet hätte, haben wir beschlossen, die Küchenzeile selber zu bauen. Mein Freund ist zum Glück ein begnadeter Heimwerker 😀
    Wir haben keinen Schnickschnack – keine Oberschränke, keine Laden etc.
    Das gesamte Geschirr haben wir in einer Vitriene (20 Jahre alt und aus Vollholz – ich hoffe auf weitere 20 Jahre), die wir von meinen Eltern haben, weil sie dafür in ihrer neuen Küche keinen Platz mehr hatten. Meine 2 Kochlöffel hab ich von meiner Oma übernommen (die sind auch schon über 20 Jahre alt), Geschirr nur so viel, wie nötig. Neukauf gibt es keinen mehr, da der Platz alle ist. Somit verwenden wir alles, was wir haben und es passiert uns nicht, dass sich im hintersten Winkel irgendwas versteckt, dass wir nach Jahren wieder mal entdecken.
    Durch den Eigenbau der Küchenzeile konnten wir ins hochwertige Geräte mit möglichst wenig Stromverbrauch leisten.
    Und es reicht vollkommen für unsere Bedürfnisse. Wir kochen gerne und viel (beinahe täglich). Und jeder bewundert unser Meisterwerk 😀

    Liebe Grüße
    Sabrina

    • Hallo Sabrina, das finde ich wirklich phantastisch, dass es abseits von Möbelhäusern, Katalogen, Internetshops doch Kreativität, Eigeninitiative und den wirklichen eigenen Bedürfnissen angepasste Lösungen gibt. Und kein Holzlöffel aus heutiger Produktion wird vermutlich nochmal 20 Jahre. Wir haben hier Holzlöffel, die sind viel jünger und zersplittern jetzt so nach und nach …

  2. Pingback: Kreativ und minimalistisch: Möbel selber bauen

  3. Hallo Gabi, ich musste gerade richtig lachen über diesen Beitrag, er spricht mir aus dem Herzen!!! Unsere Küche haben wir second hand für 250 € gekauft und in 3 verschiedenen Wohnungen wieder eingebaut. Wenn irgendwo ein Kratzer entsteht mich juckt das nicht!!! Schrecklicher Gedanke so Lackfronten reinigen zu müssen!!! Hoffe das du etwas schönes und praktisches gefunden hast!
    Viele Grüße Maren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.