Momente genießen, statt Dinge horten

Die Jagd nach Glück und Zufriedenheit

Immer wieder scheinen wir zu meinen, die Zufriedenheit wartet hinter der nächsten Straßenbiegung oder wird mit dem Kauf des nächsten schicken Pullover oder technischen Gadget automatisch hergestellt. Dabei ändert sich dann, wenn wir schon ausreichend dieser Dinge besitzen, genau genommen nichts – außer, dass wir einer Illusion hinterher laufen. Was uns dabei eigentlich in Bewegung hält, ist die Vorfreude auf das eine Ding, von dem wir uns mehr Glück und Zufriedenheit erhoffen. Die Hoffnung, dass dann endlich Zufriedenheit und Glücksgefühl entsteht.

Aber wenn nun schon 20 Pullover im Schrank sind, was soll da der 21. Pullover bewirken? Wenn das aktuelle Smartphone noch klaglos seinen Dienst versieht, was soll da ein neues? Irgendwelche kleinen Funktionen, Geschwindigkeiten, etwas größer oder kleiner? Was ändert sich wirklich, außer, dass wir mit einer gewissen Vorfreude, die Hoffnung auf ein persönliches Glücksgefühl anheizen, dem irgendwann dann doch das schale Gefühl des grauen Einerlei weicht?

Und was bedeutet es für mich, wenn „alle das so machen“? Wird das unnötige Konsumieren dadurch sinnvoller, werde ich wirklich zufriedener? Wieviel Energie, wieviel Lebenszeit wird der Jagd nach dem Glück, der rastlosen Suche nach Harmonie und Zufriedenheit geopfert, statt einfach den jeweiligen Moment zu genießen?

 

Wirkliche Begegnung benötigt keinen unnötigen Plunder

Wirkliche Begegnung benötigt keinen unnötigen Plunder. Wir können die Jagd nach all dem unnötigen Zeugs aufgeben, auch gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit. Statt dessen können wir endlich wieder Platz, Zeit und Raum schaffen. Wirkliche Begegnung benötigt keine falschen Illusionen, erst Recht keine unnötigen Dinge. Wirkliche Begegnung braucht Menschen, braucht uns. Und es braucht Achtsamkeit, um auch den leisen Klang des Lebens, die kleinen Momente von Zufriedenheit und Glück immer wieder neu zu spüren. Das kann die aufgehende Sonne und der stille Moment des beginnenden Tages sein. Vielleicht ist es diese eine Tasse Tee, ein Lachen, welches vom Kinderspielplatz herüber schallt, das Erleben der Natur und die vielen weiteren, manchmal winzig kleinen Momente des Tages.

 

Inneren und äußeren Raum schaffen

In der Achtsamkeit geht es nicht einmal um möglichst perfekte und „gute“ Meditation. Im Minimalismus als Lebensstil geht es nicht darum, möglichst wenig Dinge zu besitzen. Denn beides gerät schnell wieder zu einer Jagd nach Illusionen. Wichtig ist, den äußeren und inneren Raum zu schaffen, um Begegnungen und Dinge auch wirklich achtsam genießen und würdigen zu können. Es geht darum, wirklich zu fühlen, was und wieviel ich brauche oder eben auch nicht. Glück und Zufriedenheit entsteht nicht durch die Dinge selbst (seien es möglichst viel oder wenig), sondern durch meine wertschätzende Haltung und durch meine Achtsamkeit und Offenheit, wirklich auch sehen, hören und fühlen zu wollen.

 

 


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8 Kommentare

  1. Liebe Gabi,

    Du sprichst uns aus dem Herzen.
    In unserer #MoreMoments-Reihe versuchen wir genau dieses Lebensprinzip zu vergegenwärtigen – in all seinen Facetten!

    Vielleicht möchtest Du Teil der Reihe werden? Wir würden uns sehr freuen. Melde Dich ggf. einfach.

    Herzlichst aus München
    M21

  2. Liebe Gabi,
    vielen innigen Dank für Deine Worte:
    „Glück und Zufriedenheit entsteht nicht durch die Dinge selbst (seien es möglichst viel oder wenig), sondern durch meine wertschätzende Haltung und durch meine Achtsamkeit und Offenheit, wirklich auch sehen, hören und fühlen zu wollen.“
    Ich stehe erst am Anfang, habe mich aber entschieden Minimalismus zu leben… Nicht auf Biegen und Brechen, sondern nach und nach integrieren in mein Leben. Etwas schwierig stellt sich dieses Unterfangen dar, weil ich nicht alleine bin. Mein Partner ist anders. Trotzdem will ich mein Vorhaben ausführen und freue mich sehr auf weitere Beiträge von Dir! In diesem Sinne wünsche ich Dir alles Liebe!
    Maria

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