Ausmisten, Entrümpeln – und wohin damit?

Entscheidungskriterien beim Ausmisten und Entrümpeln

Natürlich kann, aber muss nicht jede/r gleich Minimalist_in werden. Vielleicht geht es manchmal einfach nur darum, endlich Platz schaffen, ein wenig auszumisten und endlich wieder mehr Übersicht in den eigenen vier Wänden zu bekommen.

Nur wonach entscheide ich, was wirklich brauchbar und was überflüssig ist und wohin dann mit all den ausgemisteten Dingen? Dazu nachfolgend einige Tipps:

 

Entscheidungsfragen – Was kann weg?

  • Wie lange und wie oft habe ich diesen Gegenstand im letzten Jahr genutzt?
  • Warum habe ich diesen Gegenstand überhaupt? 
  • Warum will ich dieses Gegenstand haben / behalten?
  • Welche Erinnerungen und Gefühle verbinde ich heute und jetzt mit diesem Gegenstand?

 

Gegenstände mit Erinnerungswert / positiven oder negativen Gefühlen:

Wenn ein Gegenstand mit negativen Erinnerungen und Gefühlen verbunden ist: Ausmisten!

Wenn ein Gegenstand mit positive Erinnerungen oder Gefühlen verbunden ist: Sind „nur“ die Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle positiv oder stimmt auch noch das gegenwärtige Gefühl und der aktuelle Nutzen?

Beispiel: Ein Gegenstand kann an einen geliebten Menschen erinnern, aber der Gegenstand steht trotzdem herum, verstopft den Schrank, ich muss ständig drum rum putzen und empfinde zwar die Erinnerung an den Menschen schön, aber eigentlich nicht mehr den Gegenstand: Lösung: Es gibt ja vielleicht auch andere Erinnerungsmöglichkeiten an diesen Menschen: Ich kann diesen Gegenstand z.B. fotografieren oder ein Foto dieses Menschen aufhängen. Darüber hinaus:

Erinnerungen bewahren wir in unseren Herzen, nicht in Regal und Kleiderschrank! 

 

 

Entscheidungskriterien – Was ist überflüssig:

  • Nicht getragene Kleidung und Schuhe
  • Unidentifizierbare Dinge (alles, wo nicht klar ist, warum es noch da ist oder wo es überhaupt einmal hergekommen ist – z.B. Kabel von längst entsorgten Geräten…)
  • Bad, Kosmetik, Körperpflege: Gibts mehrfache Zahnpasta, Duschgels, Seifen, Cremes, etc.: Zuerst aufbrauchen, bevor Neues gekauft wird.
  • Einzelne Teile, wo eigentlich immer zwei zusammen gehören, wie Dosen ohne Deckel, fehlender Schuh, Handschuhe, Socken etc.
  • Spielzeug aus denen der Nachwuchs längst rausgewachsen ist.
  • Abgelaufene Medikamente: Insb. bei Medikamenten vorsichtig – im Bedarfsfall Arzt fragen, im Zweifelsfall: nicht einnehmen, entsorgen (Apotheken nehmen diese zurück)
  • Überflüssiges Küchenzubehör: Sind die 4 Kaffee-Service im Schrank wirklich nötig? Und was ist mit den 7 Pfannen, 10 Töpfen, Entsafter, 2 Kaffeemaschinen, 10 Küchenmesser? Wie oft werden all die Dinge überhaupt genutzt? Werden sie überhaupt genutzt?
  • Dinge, die seit Jahren ungenutzt im Keller oder auf dem Dachboden lagern. Wären sie irgendwie bedeutsam, hätten wir sie längst hervor gekramt.

 

 

„Das war doch mal teuer“

Irgendwann war ein Teil mal teuer und ist ggf. nie oder nur selten genutzt worden? Vergiss es , bzw. lass es los – insb. die Bedenken, das es mal etwas gekostet hat. Diese Überlegung müssen wir nämlich anstellen, bevor wir etwas kaufen! Es wird nachträglich nicht billiger. Mit jedem Tag, den diese Dinge ungenutzt herum stehen, werden sie in der Regel weniger wert. Nichts macht weniger Sinn, als Dinge, die nur irgendwo herumstehen, verstauben zu lassen und sie nicht zu nutzen. Erst recht nicht, wenn diese teuren Dinge dann vielleicht auch noch regelmäßig das eigene schlechte Gewissen aktivieren, weil man eben doch seit Jahren nicht das Fitnessgerät, Klavier, etc. genutzt hat. Besser ist es, alte Träume zu begraben, als das diese am Ende zum Albtraum mutieren. Vielleicht freut sich ja ein anderer Mensch über diesen Gegenstand und nutzt ihn dann auch. 

 

 

Wohin mit dem ausgemisteten Kram? Ablaufdiagramm/ Flowchart:

Ich habe eine kleine Flowchart erstellt, um so schneller und einfacher zu entscheiden, wo nun die ausgemisteten Gegenstände hin sollen. Nicht alles kann und sollte einfach nur auf den Müll. Manches kann vielleicht verkauft, verschenkt oder auch durch jemand repariert werden.

Diese Flowchart ist am Ende dieses Textes auch per Download erhältlich. Außerdem habe ich versucht, die Inhalte dieser Flowchart als Text für Menschen mit Sehbeinträchtigungen aufzuschreiben. Dieser Text ist sowohl als Word-, als auch als PDF-Datei erhältlich.

Wohin mit dem Kram - Flowchart. Für Sehbehinderte: Nutzen Sie den Text, der als Word- und PDF-Datei verfügbar ist.

 

 

Minimalismus ist nichts anderes, als sich das Leben einfacher zu machen und die Frage zu beantworten, was ich wirklich will, was ich mag, was ich brauche. Weder muss ich mich in eine leere Wohnung setzen, noch Socken zählen. Selbst der Wunsch, der oder die beste Minimalist_in sein zu wollen, lässt sich minimalisieren 😉  

 

 

4 Kommentare

  1. Ich tu mich immer am schwersten mit Erinnerungsstücken. Denn ich glaube eben nicht, dass wir Erinnerungen nur in unserem Herzen aufbewahren. Bestimmte Gegenstände erinnern mich beim Angucken an Dinge, an die ich sonst im Leben nicht mehr gedacht hätte … Erinnerungen gehen eben auch verloren. Man kann das ja auch gutheißen, das Leben geht weiter … aber ich hatte erst neulich etwas in der Hand, was wunderbare Erinnerungen an meine tolle Großmutter hervorgerufen hat, und das möchte ich eigentlich nicht missen.
    Gerade Demenzkranken helfen ja nicht nur Lieder und Gerüche, sondern oft auch Gegenstände, wieder ein bisschen Zugang zu ihren Erinnerungen zu finden. Das zeigt für mich schon, dass ich auch als nicht-dementer Mensch nicht so eindimensional bin, dass Erinnerung nur im Herzen stattfindet.

    • Erinnerungen, die angenehme und schöne Erinnerungen hervorrufen, würde ich auch nicht mal so eben entrümpeln. Wozu auch? Da ist es ja eher ein Thema, dass es das richtige Maß ist und nicht zu viel wird und man die wichtigsten und schönsten Stücke raus sucht.

  2. Ich tue mich schwer habe ein Gotteslob von meiner verst.Oma das ich nicht weggeben möchte aber dennoch Platz wegnimmt was tun? Das gleiche Problem habe ich mit meiner spielekonsole?

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