Minimalismus Roomtour: Wohn-Schlafraum

Ich hatte nach meinem Umzug eine kleine Minimalismus Roomtour der neuen Wohnung versprochen. Heute beginne ich mit meinem Wohn-Schlafraum.

Räume, die gleichzeitig als Wohn- und Schlafräume genutzt werden, sind eine besondere Herausforderung. Einerseits gilt es einen ruhigen und erholsamen Schlafplatz zu haben, andererseits soll ein Wohnzimmer mit Sitzecke, aber auch ein Arbeits- und im Bedarfsfall ein Essplatz da sein.

Wohnräume sind Lebensräume, keine Lagerflächen

Als ich mich im Internet nach Ideen für kleine Wohn-Schlafräumen umschaute, fiel mir auf, dass es oft darum ging, möglichst viel Zeugs auf der kleinen Fläche unterzubringen und trotzdem eine angenehme Wohnatmosphäre zu schaffen. Wer aber dank Minimalismus weniger Dinge hat, muss diesen Raum nicht mit allem möglichen Kram vollstellen. Für mich gilt das Motto: Hier wohne und lebe ich, nicht mein Zeug.

Zunächst der Wohn-Schlafraum von der Tür aus fotografiert:

Wohnschlafraum mit Futonpodest, Sofa, kleine Klappmatratze, Tisch, Stuhl

Und hier der gleiche Raum von der Fensterseite aus fotografiert:

Wohnschlafraum vom Fenster Richtung Tür fotografiert mit Podesten, Futon rechts und Tisch, Schreibtischcontainer und Holzbox links

Mein Wohn-Schlafraum ist ca. 16qm groß. Nicht zu übersehen ist meine Vorliebe für Möbel aus Massivholz. In der neuen Wohnung ist wieder ein wunderschöner Holzdielenboden, da habe ich einfach Glück. Ich mag Holzdielenböden und so genieße ich dieses Glück natürlich besonders. Dass ich nicht die geborene Stehrümchen-Deko-Queen bin, sieht man vermutlich. Für Deko-Queen müsste ich mich innerlich ziemlich verbieten, aufwändige Kurse und Schulungen besuchen, aber auch dann wäre der Erfolg zweifelhaft. Es interessiert mich einfach nicht 😉 . Neben meinem Futon gibt es jetzt auch ein kleines Sofa und einen Klappfuton. Der kleine Tisch kann entweder als Ess- oder Arbeitsplatz genutzt werden. Dann habe ich noch einen Schreibtischcontainer, sowie eine Holzbox zum Aufbewahren des Bettzeugs. Wichtig ist mir die Multifunktionalität von Möbeln. Ein und dasselbe Möbelstück auf mehrfache Weise nutzen, finde ich sehr praktisch und erspart mir ein vollgestopftes Zimmer.

Schlafen

Vor einigen Wochen konnte ich in der Fundgrube des bekannten schwedischen Möbelhauses noch die beiden Podeste von jeweils 1 x 1 Meter ergattern. Es waren die preisreduzierten Ausstellungsstücke, daher auch die schwarzen Klettbänder, die auf den Podesten sichtbar sind. Ich hätte ja wenigstens weiße genommen … Die Podeste nutze ich zusammengestellt als Auflage für das Futon. Es ist also mein Bett. Hauptgrund für die Anschaffung der Podeste war für mich das bequemere Sauberhalten und die multifunktionale Nutzungsmöglichkeit. Außerdem mag ich keine normalen Bettgestelle. Klappe ich das Futon wie auf dem Foto zusammen, habe ich einen Sessel, das zweite Podest kann als Wohnzimmertisch genutzt werden.

Die Podeste sind inzwischen nicht mehr zu bekommen. D.h., wer sich dafür interessiert: Selber basteln oder Alternativen wie Europaletten o.ä. nutzen.

Sofa

Das gebraucht gekaufte Sofa hat eine bequeme Sitzhöhe. Mit ergänzenden kleinen Sitzkissen hat es die Höhe von Stühlen und kann daher auch als bequeme Sitzgelegenheit mit Esstisch benutzt werden. Gleichzeitig erspart es mir so auch zwei Besucherstühle. (Update von Aug. 2018: Ich bin einfach kein Sofatyp. Hätte ich mir doch denken können, habe ich aber nicht. Das Sofa habe ich für sehr kleines Geld an einen netten jungen Menschen für die Wohnungserstaustattung verkauft. Die Podeste, Futon und Klappfuton lassen sich auch prima als Sofa nutzen 🙂 )

Klappfuton

Das Klappfuton ist auch erst einige Wochen alt. Es dient als Gästebett, Hocker, Meditationsunterlage, fürs Mittagsschläfchen oder zum Hochlegen der Füße, wenn ich auf dem Sofa sitze. Während der unmittelbaren Umzugszeit habe ich auch darauf geschlafen – es war erstaunlich bequem.

3-teiliger grüner Klappfuton, Klappmatratze

Lampen

Auf den Bildern nicht zusehen ist eine neben dem Klappfuton befindliche Kugelleuchte, die auf der Erde steht. Sie wechselt häufiger ihren Ort. Wie die endgültige Beleuchtung aussieht und ob ich evtl. ergänzende Lampen dazu kaufe, ist noch nicht abschließend entschieden. Man muss inzwischen sehr aufpassen, dass man nicht irgendwelche Lampen kauft, die festinstallierte LED-Leuchten haben. Sind diese defekt, kann man die ganze Lampe entsorgen. Ein Umweltdesaster und Geldverschwendung.

Tisch

Der oben auf dem ersten Bild zu sehende kleine Tisch wird ebenfalls multifunktional genutzt, meistens als Schreibtisch. Den Laptop möchte nicht immer und dauerhaft sichtbar in diesem Raum herumstehen haben, sondern nur, wenn ich ihn auch nutze. Daher habe ich die oberste Schublade des Schreibtischcontainer dafür reserviert.

Schreibtischcontainer

Schreibtischcontainer aus Holz. Von oben fotografiert mit geöffneter oberer Schublade. Darin ein Laptop

Der Schreibtischcontainer im Bildvordergrund ist ein Gebrauchtstück und daher schon ein älteres Modell. Es ist eigentlich ein Schrank für ein Regal (Ivarsystem vom Möbel-Elch). Ich habe Rollen unter dieses Schränkchen montiert, so dass ich es leicht hin- und herschieben kann. In dieser schmalen Größe gibt es diesen Schrank nicht mehr.  Da auch die Frage kam, was denn in den Schubladen dieses Schrankes ist, hier ein Blick in die restlichen Schubladen:

Schreibtischcontainer mittlere Schublade mit diversem Bürozubehör

In der zweiten Schublade befindet sich diverser Bürokram, sowie in der verschlossenen schwarzen Kiste ein Kopfhöhrer, daraufliegend ein Notizbuch. Damit der Bürokleinkram nicht lose in der Schublade herumfliegt, habe ich eine zweite schwarze Kiste. In der Kiste selbst befindet sich der eine Teil des Bürozeugs mit Schere, Locher, Klebefilmabroller. Der Deckel dieser Kiste wird nicht als Deckel, sondern umgedreht als eine Art flache weitere Kiste benutzt, um darin Notizzettel, das Glas mit Büroklammern und Stifte aufzubewahren. So kann ich die nötigen Sachen schnell rausholen, bei Bedarf auf den Tisch stellen und ebenso einfach wieder wegräumen. Wenig Aufwand beim Aufräumen und Abstauben ist mir wichtig.

Schreibtischcontainer, untere Schublade mit Behälter für Hörgerätezubehör und eine durchsichtige Plastiktüte mit Kabeln. Im Hintergrund eine Holzkiste, darin ein Fotoapparat.

In der untersten Schublade ist ein schwarzer Behälter mit diversem Zubehör für die Hörgeräte (Batterien, ergänzender Hörverstärker – dies ist eine Art kleine FM-Anlage, dazugehörige Ladekabel, usw.). Außerdem diverse Ladekabel etc. in einer kleinen Tüte. Ich werde nie begreifen, warum man für 1(!) Gerät, gleich 3(!) Ladekabel bekommt. Es ist wohl das gleiche Horror-Phänomen wie: 1 Bleistift brauchen und nur 2er- bis 4er-Sets finden oder 1 Kochlöffel brauchen und nur 3-er-Sets finden… . –  In dem kleinen Holzkasten ist ein Fotoapparat mit dazu gehörigem Akkuladegerät. In der im rechten Bildrand zu sehenden Holzbox ist mein Bettzeugs deponiert.

Kleiderschrank, Wohnzimmervitrine, Fernseher, Stereoanlage, Bücherregal

All diese Dinge besitze ich nicht. Wie in früheren Beiträgen beschrieben, habe ich einen, etwa 1qm großen bzw. kleinen Abstellraum, in dem sich all meine Dinge in einem Regal befinden. Der Vollständigkeit halber auch hiervon nochmal das Foto davon:

Fotoausschnitt: Ivarregal mit verschiedenen Kisten

Hier befinden sich – außer Utensilien für Küche und Körperpflege, den Schuhen und einigem Renovierzeugs – alle Dinge, die ich besitze, auch Kleidung und einige Bücher. Statt TV-Gerät oder Stereoanlage nutze ich einfach den Laptop.

 

Soweit meine Minimalismus Roomtour durch den Wohn-Schlafraum. Was noch fehlt sind die Vorhänge, die ich noch zum zusätzlichen Abdunkeln anbringen möchte. Außerdem habe ich mir noch einen zweiten Bezug für das Futon bestellt – in dem gleichen Grünton wie das Klappfuton. Ich liebe diese satten Grüntöne sehr.

Minimalismus ist sehr individuell, dies ist meine Variante davon. Mir ist wichtig, dass mein Wohn-Schlafraum keine „Lagerhalle“ ist, sowie leicht aufgeräumt und geputzt werden kann. Wenn ich wohne, möchte ich nicht mein Zeugs verwalten, sondern mich erholen, entspannen und einfach leben. Alles, was ich brauche ist da. Ich habe ausreichend Platz für mich und auch, wenn Besucher da sind, wird es nicht zu eng.

 

 

17 Gedanken zu „Minimalismus Roomtour: Wohn-Schlafraum“

  1. Was nutzt du an Kleinteilen (Messer, Schüssel etc., Anzahl deiner Töpfe?), Kaffeezubereitung, kochst du täglich (was isst du so? Frage wegen Kochaufwand), welche Geräte nutzt du dafür. Küche ist bei mir noch sehr problematisch, habe noch viel zu viel – da hab ich leider noch gar kein System.

  2. Liebe Gabi,
    vielen lieben Dank für die Einblicke (und die Fotos in Groß :-)). Das Ikea-Podest finde ich wahnsinnig schön – ich verstehe nicht, dass sie es aus dem Sortiment genommen haben. Das ist etwas, das mich zunehmend ärgert, diese ständigen Sortimentswechsel, sodass man – wenn man etwas nachkaufen/ergänzen möchte – kein passendes Teil mehr bekommt. Wir ziehen ja nun in ca. 3 Wochen auch um (so langsam weicht meine Entspanntheit dann noch einem leichten Unwohlsein). Früher hätte ich schon jetzt ständig irgendwelche Kataloge oder das Internet gewälzt, um schöne Möbel für die neue Wohnung zu finden. Dieses Mal werde ich erst, wenn wir eingezogen und einige Zeit in der Wohnung gewohnt haben, entscheiden, was wir für den Flur brauchen (die Möbel für Wohn- und Schlafzimmer nehmen wir mit). Ich will auch in der neuen Wohnung so wenig wie möglich anschaffen und dafür den freien Wohnraum genießen. Heute habe ich in einem Buch gelesen „Leer = schön“ und das trifft meine Ästhetik ziemlich gut 🙂

    1. In dem Fall der Podeste war es definitiv keine „limitierte Edition“ sondern ein Witz. Ich bin gleich als die Podeste raus kamen zu Ikea, da kanntest die Teile überhaupt nicht und war sehr erstaunt, sie im Katalog zu finden. Nicht allzu lange Zeit später hieß es, die Dinger seien ausverkauft. Das einzige Ausstellungsstück stand unten zwischen den Blumen kurz vor der Lagerhalle. 😱 Tja und dieses Teil stand dann irgendwann in der Fundgrube und jetzt bei mir. 😃
      Ich wünsche Euch gute Umzugsvorbereitungen. Sich Zeit zu lassen mit dem Einrichten und Möblieren nervt zwischenzeitlich, aber ich stelle fest, es lohnt sich! Der Haken: Bei mir wird die Roomtour Küche wohl noch ein bisschen dauern. 😉

  3. Danke für Wohn-/Schlafraum-Roomtour.

    Da hast du dir ja doch noch einiges dazu geholt, zu vorher. Ich glaube zuvor hast du immer im Hinterkopf gehabt, dass du in der Wohnung nicht bleiben wirst und wolltest keinen riesigen Umzug.

    Du hast von einer Kugellampe gesprochen, hast du denn noch Deckenleuchten? Das mit den festverbauten LED sehe ich genauso, was für eine Verschwendung wenn die mal kaputt sind. Es wird sowieso so gebaut, dass die nicht ewig halten.

    Schubladencontainer sind eine feine Sache, ich habe das ähnlich wie du mit dem Büromaterial im offenen Deckel vom Kästchen. Auch mein Surface Tablet/Laptop verschwindet gerne in einer Schulbade zusammen mit seinem Ladekabel. Es ersetzt bei mir auch TV usw.

    Ich habe tatsächlich noch einen großen massiven 5-Türer Kleiderschrank, den ich mit 12 bekommen habe, wovon ich allerdings kaum etwas belege. Ich habe einen größeren Koffer darin in dem ich meine gesamte Kleidung bis auf 3 Jacken nach Marie Kondo ordentlich einsortiert habe. Ich könnte den Koffer auch in den Keller tun, doch mir gefällt es, wie stabil die Kleidung darin steht. Der Teil von meinem Mann ist von oben bis unten überfüllt und kommt damit nicht aus. Er hortet sogar Massen neue Kleidung schön sauber und ordentlich. Die ist dann erst dran, wenn das alte in Fetzen hängt. Schuhe, Socken und Rucksäcke, ich habe noch so viele bei einem Mann gesehen. Er muss irgendwann mal einen Mangel erfahren haben, dass er dieses Bedürfnis hat solche Vorräte anzulegen, an Kleidung wohl gemerkt und nichts günstiges. Mir würde wohl der Koffer auf einem kleinen Tischchen reichen oder wie bei dir, das Regal mit Vorhang. Den Kleiderschrank könnte ich jederzeit an ein Sozialkaufhaus oder Freunden abgeben, wenn mein Mann kein Interesse mehr daran hat.

    Das Klappfuton sieht gut aus, das ist richtig schön dick und mit der Farbe ein Eyecatcher.

    Das einzige was ich mir diesen Monat neu angeschafft habe, ist ein 40×60 Kissen mit Merinowolle Füllung. Ich hoffe ich habe endlich mein perfektes Kissenmaterial und Größe gefunden.

    1. Hallo Linda, Deckenlampen sind überall vorhanden. Das Klappfuton gab es schon einige Zeit vor meinem Umzug. Die Podeste hätte ich mir jederzeit gekauft, sie waren nur vorher nicht zu bekommen. Aber beim Sofa hatte ich tatsächlich überlegt, dies erst nach dem Umzug zu kaufen. Ich habe rund ein dreiviertel Jahr auf die Wohnung gewartet, da wäre es unsinnig gewesen, vorher ein Sofa zu kaufen. Darüber nachgedacht hatte ich schon länger, da es mit meinen recht langen Beinen und einigen orthopädischen Einschränkungen nicht so einfach ist, so niedrig am Boden zu sitzen. Dass ich so schnell nach dem Umzug etwas gleichermaßen passendes, wie preisgünstiges finde, war wirklich ein äußerst passender Zufall.

      Früher gab es bei mir doch recht viel rein und raus bei Möbeln. Vor längerer Zeit habe ich mir dann vorgenommen, wirklich erst dann ein Möbelstück zu kaufen, wenn ich mir zu 100% sicher bin, dass es genau das passende ist. Daher dauert das mitunter einfach einige Zeit.

  4. Liebe Gabi , exzellent und motivierend.
    Ich bin noch etwas weiter weg davon, aber auf einem sehr guten Weg, ich darf meine Familie bloß nicht überfordern und mich selbst auch nicht. Wenn jetzt etwas nicht zu finden ist werde ich schon mal verdächtigt es ungefragt entsorgt zu haben 😮 .

      1. Oh danke, ich gebe mir Mühe, es stockt etwas.

        Ich werfe nichts von anderen weg, erschreckenderweise habe ich das Meiste auch angeschafft, das macht es aber trotz allem einfacher. Bei gemeinsam genutzten Dingen wird es schwieriger, ich stimme das mit meiner Frau ab. Kindersachen in den Kinderzimmern sind tabu, da würde ich nie drauf kommen. Das macht meine Frau alle paar Jahre mit den Kindern gemeinsam. Nur sie können das für sich entscheiden.

        Aktuell ging es um uralte (zerkratzte, abgeblätterte, blinde) Trinkgläser, da hat jeder gesagt, was er behalten möchte, ich hätte sicher mehr entsorgt. Neue Gläser gabs vom schwedischen Möbelhaus für 1 € das Stück, mein Großer hat die dort ausgesucht und die Wahl war gut : einfach und viel Volumen (0,4L), die liegen gut in der Hand, das Wasser bleibt länger kühl und was soll man mit 0,2L oder 0,3L, die rutschen einem durch die Finger und man muss man ja sofort nachschenken, wenn man Durst hat. Man soll ja auch genug trinken. Ein großes Glas hilft dabei behaupte ich.

    1. Hallo SuMu, in einer so von Werbung und Konsum dominierten Welt, ist es nicht einfach, seine persönlichen Bedürfnisse überhaupt erstmal wieder zu entdecken. Aber es lohnt sich und es ist sehr befreiend. Dir weiterhin viel befreiendes Reduzieren 🙂

      1. Da stimme ich dir zu. Es wirklich nicht einfach die Werbung auszublenden, selbst wenn man schon Prospekte und TV ignoriert, irgendwo wird man doch mit Werbung konfrontiert. Ich frage mich da auch schon, findest du jetzt nur die Werbung toll, brauchst du so etwas überhaupt? Ging es nicht ohne vorher genauso gut?

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