Mein digitaler Minimalismus

Digitale Welten – Faszination und Nachdenklichkeit

Digitaler Minimalismus in einer Zeit, in der ständig neue Smartphones, Computer und sonstige digitale Geräte auf den Markt kommen und Ablenkungen rund um die Uhr zur Verfügung stehen, scheint mir zunehmend wichtig. Auch wenn mich die vielen elektronischen Geräte durchaus sehr faszinieren. Was man damit so alles machen kann: Mal eben im Internet stöbern, einen Film schauen, mich informieren, Texte schreiben ohne ständiges Tipp-Ex oder Korrekturband. Auch online einkaufen oder Emails verschicken ist so einfach und unkompliziert. Was war das früher ein umständliches Gemurkse. Wenn man noch mit Festnetztelefon, fest installiert im Flur, Schwarzweiß-Fernseher mit drei Programmen, Röhrenradio und mechanischer Schreibmaschine aufgewachsen ist, ist das digitale Leben einfach wunderbar.

Trotzdem hat mich in den zurückliegenden Monaten die bessere Nutzung und der Abbau dieser ganzen digitalen Geräte beschäftigt. Erstmals nachdenklicher wurde ich, als ich beruflich häufiger mit suchtartigem Medienkonsum zutun hatte. Das Ausmaß ist manchmal erschreckend. Gleichzeitig fiel mir auch bei mir selbst auf, wie häufig ich mal eben das Handy zückte und die Zeit am Computer wie im Flug vorüber war und ich kaum etwas anderes gemacht hatte. Daher habe ich geschaut, wo und was ich minimalisieren kann. Inzwischen habe ich zwei digitale Geräte, die ich nutze:

Mein erstes digitales Gerät – das Smartphone

Mich störte es zunehmend, dass ich ständig mit der Suche nach irgendeinem besseren digitalen Gerät war. Aufgrund meiner Schwerhörigkeit wars9y die Frage, welches Handy bzw. Smartphone sinnvoll ist, eine Art besonderer Dauerbrenner und entscheidender Grund für die viel zu vielen ausprobierten Smartphones. Einfach nur ohne Stress telefonieren, mehr wollte und will ich eigentlich nicht.  Letztlich habe ich nur eins mit all den Versuchen herausgefunden: Entscheidend ist eine bessere Sprachübertragung, dank sog. EVS-Codec. HD Voice, HD Voice-plus oder VoLTE sind hier einige Schlagwörter. Statt nur 3400 Hertz können inzwischen bis zu 20000 Hertz übertragen werden. Die Anbieter im D1 und D2-Netz haben hier nur sehr teuere Geräte und Tarife, lediglich einige wenige sog. Open-Market-Smartphones können seit einiger Zeit zumindestens im O2/E-PLus-Netz eine bessere Sprachübertragung in bezahlbarer Form anbieten. Ein solches Gerät habe ich jetzt. Nun teste ich mit einer zweiten Simkarte, ob das O2/E-Plus-Netz seit Neuestem wirklich eine bessere Sprachübertragung ermöglicht und ich nun tatsächlich irgendetwas besser verstehe. Dies müsste zumindestens dann der Fall sein, wenn die Gesprächspartner ebf. ein solches Gerät und eine bessere Sprachübertragung haben. Dass im Jahr 2018 noch immer nicht alle Smartphones und Netze für diese bessere Sprachübertragung freigeschaltet sind, ist ein Armutszeugnis.

Mein zweites digitales Gerät – der Laptop

Ansonsten verwende ich noch einen gebrauchten und überarbeiteten Laptop von 2012.  Ich habe mich vom Tablet getrennt, die üblichen Geräte wie Fernseher, Stereoanlage etc. besitze ich sowieso nicht. Playstation und solche Dinge sind nicht meine Welt. Das mag daran liegen, dass ich in den 60er und 70er Jahren aufgewachsen bin, wo es solche Spielzeuge noch nicht gab.

Soziale Netzwerke

Aus den Sozialen Netzwerken habe ich mich vor einigen Monaten verabschiedet. Das hat mir jede Menge freie Zeit verschafft. U.a. profitiert mein Blog hier deutlich davon 😉 . Derzeit habe ich noch kein Netzwerk entdeckt, was mich ernsthaft motivieren würde, wieder einzusteigen, auch wenn ich die Möglichkeit des Austausches grundsätzlich immer sehr schön gefunden habe.

Digitale Daten minimalisieren

Digitaler Minimalismus heißt für mich auch, dass ich regelmäßig die angesammelten digitalen Daten durchforste. Da ich sehr gerne schreibe, aber nur wenig fotografiere und in der Regel auch keine Filme drehe, hält sich mein digitaler Datenbestand in Grenzen. Meine aktuell 1,62 GB Daten lassen sich einfach und komplikationslos sichern, sind aber für meine Verhältnisse fast schon ein wenig viel. Da werde ich wohl nochmal entrümpeln…

Das mobile Internet reduzieren

Eine einfache Möglichkeit digital zu minimalisieren finde ich auch, das mobile Internet unterwegs nur dann zu nutzen, wenn ich es wirklich benötige. Ansonsten ist es aus. Ich muss nicht ständig und immer für alle Menschen verfügbar sein, ich brauche keine ständig bimmelnden Nachrichten und muss auch nicht 5 x in der Stunde meine Emails abrufen. Die üblichen Einkäufe im Umfeld, lassen sich durchaus auch mal ohne Handy erledigen. Auch der sog. Flugzeugmodus ist eine prima Möglichkeit, wenn man ungestört und unabgelenkt das Smartphone für anderes nutzen will, als für Telefon und Internet.

Langfristige Verträge und hohe Kosten minimalisieren

Meine beiden Digitalgeräte haben mich zusammen rd. 330€ in der Anschaffung gekostet. Da kommen nun noch die laufenden Kosten dazu. Wieviel Internet brauche ich überhaupt und was bin ich bereit dafür finanziell zu investieren? Auch das ist für mich digitaler Minimalismus. Mein Vertrag läuft nächstes Jahr im Juni aus. Weder will ich Unsummen investieren, noch möchte ich erneut einen langfristigen 2-Jahres-Vertrag. Viel mehr als die aktuellen rund 20€ möchte ich für das Internet Zuhause nicht bezahlen. Für das Smartphone keinesfalls mehr und eher weniger, als 10€ Prepaidkosten im Monat. Kürzlich entdeckte ich, wo ich bei Windows 10 ganz einfach den Datenverbrauch der letzten 30 Tage abrufen kann.  (zu finden unter: Einstellungen – Netzwerk und Internet – Datennutzung). Dort ist eine bequeme Möglichkeit, um überhaupt einmal einen Eindruck meiner aktuellen Datennutzung zu bekommen. Welche Entscheidung ich treffen werde, weiß ich noch nicht, es ist aber auch noch ausreichend Zeit.

Screenshot Windows 10 mit Angabe: 15,49 GB in 30 Tagen

Digitaler Minimalismus = die Vorteile nutzen, aber sich nicht vereinnahmen lassen

Digitaler Minimalismus ist für mich letztlich nichts anderes, als das ich die digitalen Welten nutze, deren Vorteile zu schätzen weiß, aber ich mich davon auch nicht vereinnahmen lassen möchte. Ich muss nicht jeden Sack Reis kennen, der in China umfällt und anschließend – hübsch digital aufbereitet – online zu bewundern ist. Ich muss im Internet nicht auf 1000 Hochzeiten tanzen und auch digitales Gerümpel ist einfach nur Gerümpel. Insbesondere brauche ich nicht alle erdenklichen digitalen Unterhaltungsgeräte, schon gar nicht in neuester Form.

12 Gedanken zu „Mein digitaler Minimalismus“

  1. Hallo Gabi, mein zentrales Datenarchiv auf dem NAS habe ich noch nicht durchforstet, da geht bestimmt noch was. Heute habe ich tatsächlich meinen Laptop an meinen Sohn übergeben mit dem Hinweis ihn pfleglicher zu behandeln als den Alten (Taste E fehlte). Der alte Laptop wird entsorgt, die Festplatte darin wird als Zusatz in einen bestehenden Desktop PC verbaut. Ein Gerät weniger :). Die drei Handies zum Ersetzen sind bestellt und sind dann angedroht vorgezogene Geburtstags- bzw. Weihnachtsgeschenke. Ich behalte mein altes ZTE V6, ich brauche es ja gelegentlich nur für Onlinebanking und Fotos. Drei Geräte (2 kaputt, eins zu alt) gehen, drei kommen, Geld geht 🙁
    Wir waren drei Wochen in Urlaub. Danach fallen mir solche Dinge viel leichter, Abstand und Überlegen hilft.

    1. Hallo Thorsten, stimmt, Abstand bringt manchmal die Lösung. Die alte Festplatte in den Desktop-PC zu verbauen, ist eine super Idee. Letztlich habt ihr die „1 rein, 1 raus-Methode“ genutzt, d.h., neue Geräte, aber insgesamt nicht mehr Zeugs Zuhause. Das ist doch eine gute Sache, wenn auch immer noch teuer.

  2. Hallo Gabi!

    Ich finde es total bewundernswert, wie wenig Daten sich bei dir ansammeln. Vielleicht sollte ich da noch mal loslassen lernen. Denn wenn ich so darüber nachdenke, verbinde ich mit vielen Dateien vor allem eins: “Die könnte ich ja noch mal gebrauchen.”

    Das Denkmuster kennen wir ja von materiellem Besitz. Da ich bei meinen Daten ohnehin schon regelmäßig aussortiere, sollte das eigentlich kein Problem sein, auch wenn bei Filmemachern tendenziell mehr Daten anfallen.

    Lieber Gruß
    Philipp

    1. Hallo Philipp, wer filmt, hat logischerweise viel mehr Daten. Das ist so. Ich bin ja eher so der Schreiberling und Texte haben nunmal kaum Datenverbrauch. Musik und E-Books kann ich, einmal gekauft, immer wieder herunter laden, da sammle ich nichts. Das soll dann mal der Shop, wo ich das gekauft habe, horten… Das meiste davon, schaue bzw. höre ich mir wirklich nicht mehr an und lade es auch selten neu herunter. Bei eigenen Fotos orientiere ich mich immer an den analogen Zeiten. Da hatte ich einen 24-er oder 36-er Film für den gesamten Urlaub und bin auch damit hingekommen. Ab und an forste ich durch und behalte nur einige, wenige Lieblingsbilder. Letzlich sammelt sich aber auch bei mir immer wieder etliches Zeugs an, bekomme aber zum Glück ab und an auch dort einen Ausmist-Koller…

  3. Genau. Man muss das ja nicht mitmachen.
    Ich arbeite (indirekt) mit einer Baufirma zusammen, die für den o.g. Anbieter die Hausanschlüsse legt. Die werden im Preis gedrückt, dass sie kaum noch existieren können. Überall wird Geld rausgezogen, Hauptsache die Aktien bleiben im Plus.
    Ich möchte vernünftig entlohnt werden, deshalb überlege ich mir was und wo ich kaufe, damit ich Dumping jeder Art so wenig wie möglich unterstütze.

    1. Leider stösst man wirklich immer auf gleichartige Desaster. Ich finde es wirklich schade. Druck auf der einen Seite für die Gewinnmaximierung auf der anderen Seite. Was auf der Strecke bleibt, ist Lebensqualität.

  4. Unitymedia ist im Mai von Vodafone übernommen worden. An der Verkaufspolitik wird sich wohl kaum was ändern, denn der Markt ist jetzt schon gesätigt.

  5. Du Gabi,
    da kann ich dir nachempfinden, obwohl ich ein Kind der 90er war, Playstation ist nicht meine Welt. Dafür ist mir das einfach zu unwirklich, selbst heute noch, wo die Qualität immer realistischer wird und zu viel Zeitverschwendung.

    Ich bin voll deiner Meinung, bei der Summe an Geräten. Nur dass mein Laptop gleichzeitig auch Tablet ist, aber von der Leistung und Größe her doch eher Laptop, also vollwertiges Windows.

    Die Laptop von 2012 sind wirklich noch gut. Wenn man sie hegt und pflegt können sie noch sehr gut mithalten. So viel hat sich in der Zwischenzeit nicht mehr getan.

    Ich mache allerdings gerne zwischendurch ein paar gute Fotos. Wenn ich mal ein neues Smartphone brauchen sollte, dann werde ich bei den Kriterien meinen Fokus auf die Kamera legen, das Huawei P20 ist dort im Moment der Spitzenreiter. Mein Smartphone hält und hält, das haben Nischenprodukte wohl so ansich, es ist ein ZTE axon 7 mini, darüber bin ich aber auch ganz froh, ich bin sehr zufrieden mit dem Gerät. Durch Dolby Atmos hat es einen super Klang bei Filmen und Musik. Ich gucke viele Filme und Serien darüber, ich bin oft zu faul meinen Laptop rauszuholen, ich brauche den tatsächlich nur selten. Ich schließe manchmal mein billiges Bluetooth Headset an, am Laptop als auch am Smartphone. So kann man z. B. beim abwaschen noch gut alles verstehen. 😀

    Das ist ja toll, dass du den Datenverbrauch bei Windows gefunden hast, das ist auch mal interessant. Welche Art von Vertrag meinst du denn, die bei dir bald ausläuft? Wenn du Internet Zuhause meinst, schau dir mal eazy an, wenn du fürs Smartphone meint, schau dir mal premiumsim an. Ich kann beide empfehlen, sehr günstig. Unterwegs, also mit dem Smartphone, komme ich mit 3 GB aus. Was ich im WLAN so nutze, keine Ahnung. 😀

    LG

    1. Hallo Linda, ich bin bei Unitymedia, aber die Verkaufspolitik gefällt mir gar nicht. Auch kleine Änderungen führen schnell mal zum neuen 24-Monatsvertrag. Der Wlan-Router ist gruselig. Neulich wollte mir am Telefon schon wieder jemand in unklarer Form einen neuen Vertrag per Telefon aufschwatzen.
      Eazy vertreibt auch Unitymedia, aber zu einem sehr guten Preis. Da könnte ich aus diesem Grund ggf. doch nochmal einen Vertrag überlegen. Dass du zufrieden bist, ist gut zu wissen. Mal schauen, ob das so bleibt, wo Unitymedia von Vodafone übernommen werden soll.
      Sollte die Sprachqualität im 02 Netz jetzt wirklich besser geworden sein und VoLte möglich, wäre Premiumsim eigentlich auch nochmal eine Überlegung wert. Allerdings ist mir der sog. Bereitstellungspreis zu hoch. Derzeit teste ich die Aldikarte. 7,99 für Sprach- und Sms-Flat und 1,5 GB Internet sind schon preislich attraktiv. Die Datenmenge reicht locker bei mir. Der Spracheindruck ist bislang eher mässig und überzeugt mich noch nicht.Lediglich von AldiTalk zu AldiTalk war es jetzt besser. Tja, ich bin zugegeben pingelig, aber ein durchschnittlicher Software-Programmierer in Festanstellung dürfte auch locker das doppelte oder dreifache Gehalt einer Sozialpädagogin haben. Da sehe ich gewisse Kosten einfach nicht ein.

  6. Hallo Gabi,

    ich habe (immer noch) zusätzlich dazu ein Tablet und einen Desktopcomputer zusätzlich. Ich werde wohl doch den halbpassablen Laptop meinem Sohn geben. Er hat ein sehr altes Modell dessen Zeit ich gekommen sehe. Dann hätten wir als Familie ein Gerät weniger. Ich habe das Monate aufgeschoben, nächste Woche wird es wohl passieren. Die Gesamtzahl solcher Geräte im Haushalt ist hoch, ich komme auf 17 inkl. Fernseher. Die Geräte veralten, werden langsamer, gehen kaputt, rückwirkend ein wahres Geldgrab. Aktuell sind 2 Handies kaputt und eins ist so alt und langsam, das es unbedingt ersetzt werden muss. Schwupps wird wieder Geld für drei Geräte fällig.

    1. Hallo Thorsten, mit Familie ist das Thema auch nochmal deutlich schwieriger. Ich erinnere mich, dass ihr abends irgendwann das WLAN für die Kids ausmacht. Das finde ich eine prima Sache, damit es nicht ausufert. Wenn es irgendwann der defekte Laptop oder Computer ist, könnte http://www.afbshop.de eine gute Adresse sein. Ein Anbieter, der viele Behinderte beschäftigt und u.a. Gebrauchtgeräte aufarbeitet und verkauft. Handys gibt’s dort auch, sind aber wirklich meistens ältere Geräte, bei denen die Kids vermutlich kurz vor dem Herzklabaster stehen 😂

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