Minimalistisches Putzen und Aufräumen

Ich habe es gerne einfach – insbesondere, wenn es um so für mich langweilige Dinge, wie aufräumen und putzen geht. Diese Tätigkeiten mag ich einfach nicht. Ich finde sie öde und es geht mir total auf die Nerven, wenn alle möglichen Dinge im Weg stehen und ich darum herum saugen oder wischen muss. Was also tun, wenn man es gerne aufgeräumt und sauber hat, aber keine große Arbeit damit haben will? Insbesondere, wo ich als Hausstaub-Allergikerin auch einfach nicht auf das Saubermachen verzichten kann?

Minimalistisches Putzen ist da eine prima Sache. Denn ein minimalistischer Lebensstil mit weniger Dingen bedeutet, dass da, wo nicht so viel ist, auch nicht so viel aufgeräumt und geputzt werden muss. So kann ich in relativ kurzer Zeit alles fertigbekommen. Und so gehe ich dabei vor:

Wie öfters erwähnt, habe ich keine normalen Kleider- und Wohnzimmerschränke. (Roomtouren mit Text, Foto, Video). Die Dinge, die üblicherweise in Kleider- oder Wohnzimmerschrank geräumt werden, passen bei mir in eine ca. 1qm große Abstellkammer. Das ist phantastisch. Es befinden sich dadurch nicht mehr allzu viele Dinge in meinem Wohn-/Schlafraum. Insbesondere habe ich nicht tausenderlei Kleinkram herumstehen. Genau dieser Kleinkram macht nämlich richtig Arbeit. Er staubt nämlich besonders gerne zu und muss so mühsam und kleinteilig wieder abgestaubt werden – genau das, was ich wirklich gruselig finde und worauf ich überhaupt keine Lust habe.

Will ich putzen, staube und wische ich die noch im Wohn-/Schlafraum befindlichen Dinge kurz ab und stelle sie – vom Tisch abgesehen – alle auf meine beiden Podeste (die ich üblicherweise als Sofa und als Bett nutze).

Blick auf 2 Holzpodeste auf denen Futon, Stühle, Teppich, Wäschebox, Hocker, Lampen und Bettzeug gestalpelt ist

Der ganze Kram dieses Zimmers passt so auf 2 Quadratmeter Fläche. Die Menge und der damit verbundene Aufwand ist also sehr überschaubar. Der Rest des Raumes ist nun weitestgehend frei und kann dann schnell und einfach gesaugt und gewischt werden. Ein weiterer Vorteil: Bei diesem Vorgehen hatte ich jedes Teil einmal in der Hand und bemerke schnell, ob es wirklich in mein jetziges Leben passt. Außerdem schaue ich beim Zurückstellen dieser Dinge, ob und wo ich sie denn gerne in diesem Raum haben möchte. Da ich den Hang zum Inhouse-Nomaden habe, ist das zudem prima, da ich so den Raum immer mal wieder nach meinen aktuellen Bedürfnissen neu ausrichten und gestalten kann.

Minimalistisches Putzen funktioniert auf diese Weise wirklich vergleichsweise einfach und effektiv. Da hierdurch immer eine Grundordnung und Grundsauberkeit da ist, ist es auch kein Problem, wenn mal was dazwischen kommt und– wie im Moment – wegen einer Rippenprellung selbst dieses minimalistische Putzen nicht wirklich funktioniert, so dass ich daher zwangsläufig mal „Fünfe gerade sein lassen“ muss. Gerade, wenn eine solche körperliche Einschränkung im Weg ist, weiß ich Minimalismus wirklich zu schätzen. Das Leben ist viel einfacher und viel bequemer.

12 Gedanken zu „Minimalistisches Putzen und Aufräumen“

  1. liebe Gaby, ich sendete dir gestern bereits einen Kommentar und dann noch mal einen… Diese Kommentare werden nicht angezeigt, warum das so ist, weiß ich nicht. Liebe Grüße Dagmar

  2. Hallo, Gabi,
    ein Traum! Und gar nichts wegräumen müssen erst! Ich putze auch nicht gerne. Mein Mann mag gerne Teppich (ich früher auch am liebsten), und minimalistische Wohnungen sind ihm zu steril. Wir teilen uns die Putzarbeit, aber ich habe viel aus „meinem“ Bereich, z. B. Deko schon minimiert. Beim nächsten Umzug kommen auch noch Möbel weg. Wenn man mit jemandem zusammenwohnt, sind halt Kompromisse nötig. Und ich leiste langwierige Überzeugungsarbeit, denn Männe behält, „was man vllt. nochmal brauchen könnte“ (und nie wieder benutzt…).
    Gute Besserung und viele Grüße,
    Aeris

    1. Hallo Aeris,
      ich finde, da habt ihr doch schon viele gute Lösungen gefunden. In der Tat geht es in einer Beziehung letztlich nur mit der Einigung auf gemeinsame Lösungen und Kompromisse von beiden Seiten. Und wenn der „sammelnde Teil“ sich dann auch um die Putzerei kümmert und nicht erwartet, dass der Partner bzw. Partnerin selbstredend den angesammelten Kram mit putzt, ist das eine gute Grundlage.

  3. Ich putze nur mit heißem Wasser. Außer das Bad. Wegräumen muss ich nix. Wo hast du dir denn die Rippen geprellt, Gabi?

    Bin die Holztreppe runtergeflutscht. So schnell war ich noch nie. Ich kann nur warnen vor Holztreppen. Nach drei Wochen kann ich wieder sitzen. Gute Besserung für dich! Was ist denn deine optimale Schuhanzahl und was eine sinnige Vorratshaltung? Das würde mich sehr interessieren.

    Lg Tanja

    Autorin von SEELENKRATZER: Skin Picking und Trichotillomanie
    Mein neues Buch ist da!

    1. Hallo Tanja, Rippenprellung ist ein Dienstunfall. Bin auf dem matschigen Teil des Parkplatzes zwischen eng stehenden Autos ausgerutscht.
      Schuhe sind ein sehr individuelles Spezialthema bei mir. Eine Art Zwangsminimalismus. Mir passt fast nichts, mein Fuß ist sehr schmal, außerdem einige nicht vollständig zu korrigierende Fehlstellungen. Halbschuhe passen gar nicht. Habe ein Paar höhere Schuhe, ein Paar leichte Wanderschuhe (auch als Winterschuhe geeignet), 2 Paar Sandalen – alles nochmal individuell angepasst. Das wars.
      Vorratshaltung: Ich habe fußläufig entfernt 2 Supermärkte, 2 Discounter, 2 Bioläden, 1 Drogerie. Die bevorraten das alles für mich 😉 Ich habe immer so viel da, dass es für ein paar Tage reicht, ich den Überblick behalte und sich keine „Lebensmittel-Leichen“ ansammeln können.

  4. Sehr schöner Post. Ich muss gar nix wegräumen, weil außer Möbeln und zwei Pflanzen bei mir nix am Boden steht. Und unter die Möbel komme ich gut mit dem Besen.
    Ein anderer Aspekt von minimalistischem Putzen treibt mich derzeit um: möglichst wenige Reinigungsmittel. Ich habe nun einen ökologischen, duftfreien (!) Reiniger gefunden, mit dem ich alles von der Küche über Bad und Fußboden (angeblich sogar Glasflächen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert) saubermachen kann.

    1. Hallo Steffi, gar nix wegräumen – das ist cool. So weit bin ich noch nicht. Reiniger sind auch ein sehr gutes Thema, hatte ich noch gar nicht so im Blick, obwohl ich damit auch schon längere Zeit experimentiere. Soda und Essig ergeben z.B. prima WC-Reiniger (Aber Vorsicht: schäumt). Essig kann man eh für vieles sehr gut gebrauchen, Soda und Natron auch. Die parfümierten Reiniger kann ich überhaupt nicht haben. Die riechen so stark, dass mir übel davon wird.

  5. Hallo Gabi,
    es zeigt sich mal wieder, dass Leerraum Sinn macht und nicht etwa ungenutzt ist.

    Wenn alles perfekt eingerichtet ist (im Sinne einer vollgestopften Konsumwohnung), dann geht das Saubermachen praktisch nicht mehr odr nur teilweise mit großen Mühen, da ja kein Raum zum Rangieren vorhanden ist. Dekoartikel bilden die Verschlusssteine über dem Staub. Die muss man erst mal saubermachen, wegräumen, damit man überhaupt eine Fläche sieht, die dann ihrerseits saubergamcht werden muss. Und dann muss die ganze Deko wieder hinrangiert werden. Wahnsinn !

    Flächen saubermachen wird einem am Ende nicht erspart. Aber leere Flächen sind das Schnellste was machbar ist. Wenn also jemand unbedarft auf Besuch käme „Du könnstest doch noch was Schönes dahinstellen, da ist ja noch soooo viel Platz“. Dann eisern bleiben, der Rangierbahnhof funktioniert dann am besten, wenn die meisten Gleise unbesetzt sind

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