10 Tipps zum Meditieren mit körperlichen Handicaps

Meditieren mit körperlichen Handicaps ist sicherlich immer eine Herausforderung. Mein persönlicher Weg der Achtsamkeit war und ist immer ganz entscheidend davon geprägt, mit eigenen körperlichen Einschränkungen und Handicaps umzugehen. Ich habe bereits hier, da und dort etwas dazu geschrieben. Wenn ich überlege, was genau mir am meisten geholfen hat, auch mit körperlichen Einschränkungen zu meditieren, so sind dies mehrere Aspekte:

  1. Gerade zu Beginn der Meditations- und Achtsamkeitspraxis ist es hilfreich, sich Unterstützung und Anleitung zu suchen. Es brachte mich beispielsweise wirklich entscheidende Schritte weiter, auf langjährigen Erfahrungen und einfühlsame Anleitungen zurück greifen zu können. Insbesondere hat es mir geholfen, dran zu bleiben und mit Schwierigkeiten und letztlich auch mit sich selbst besser umgehen zu können.
  2. Es gibt ganz unterschiedliche Meditationsansätze. Es macht Sinn, sich darüber bewusst zu sein und zu schauen sowie ggf. auszuprobieren, was einem am meisten liegt. Ich selbst bin so schließlich beim MBSR geblieben. ZEN war mir körperlich zu belastend. Die dort so wichtige, möglichst ideale Körperhaltung war ein K.O-Kriterium für mich. Das hätte ich schlicht und einfach nie hinbekommen und es wäre ein ziemlicher Krampf geworden.
  3. Vergiss einfach mal, was „normal“ oder „üblich“ ist, Niemand muss irgendwas aushalten oder unbedingt mithalten. Suche stattdessen deinen eigenen Weg.
  4. Meditation ist kein Leistungssport, also versuche nicht, dir oder deiner Umwelt irgendwas zu beweisen.
  5. Körperliche Einschränkungen, die da sind, sind da und sie dürfen auch da sein. Niemand muss diese weg meditieren, schon gar nicht ignorieren. Viel mehr Sinn macht es, zu erlernen, wie man sich entlasten kann und individuelle Wege zu suchen, wie man mit diesen Einschränkungen freundlich und erfinderisch umgehen kann.
  6. Probieren geht übers Studieren! Gerade, wer mit körperlichen Einschränkungen zu tun hat, sollte aktiv ausprobieren, was am besten geht oder eben auch nicht. Welche äußere Haltung hilft, zu einer besseren inneren Haltung zu finden?
  7. Suche die passende zeitliche Länge einer Meditation. Es kann hilfreich sein, statt einer langen Einheit, einfach über den Tag verteilt, mehrere kleinere Einheiten zu meditieren, da diese körperlich nicht so belastend sind.
  8. Gehmeditation, achtsames Yoga oder der Bodyscan sind weitere Varianten mit denen es sich auch gut meditieren lässt.
  9. Hilfreich bei einer Sitzmeditation mit z.B. Rücken- oder Hüftproblemen ist es, wenn auch die Beine eine größere Auflagefläche finden. Wer auf einem Stuhl sitzend meditiert, kann schauen, welcher Stuhl (oder Sessel) einigermaßen gerades Sitzen ermöglicht, eine größere Sitzfläche hat und ob Anlehnen und ggf. ein kleines Kissen im Rücken hilfreich ist.
  10. Nutze das Meditieren mit körperlichen Handicaps als einen Prozess der aktiven Selbstfürsorge. Passende Varianten und Lösungen zu suchen,  entlastet enorm und hilft, sich wirklich auf das Meditieren einzulassen.  Meditieren mit körperlichen Handicaps ist so auch immer ein aktiver Prozess der Selbstfürsorge und somit praktisch gelebte Metta-Meditation.
Eine Karte an einem Fenster lehnend mit der Aufschrift: "Mindfulness"
Photo by Lesly Juarez on Unsplash

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