Minimalismus im Badezimmer

Da ich inzwischen mehrfach nach Minimalismus im Badezimmer gefragt wurde, will ich heute nun doch mal zu diesem für mich sehr gewöhnlichen Bereich ein paar Zeilen schreiben.

Mehr Nachhaltigkeit – Plastik reduzieren

Minimalismus im Badezimmer bedeutet für mich seit längerem, dass ich mich bemühe, den ganzen Plastikkram zu reduzieren, also ein wenig mehr Nachhaltigkeit ins Bad zu bringen. Leider ist dieses Projekt nur zum Teil von Erfolg gekrönt. Wie so häufig bei Rothaarigen, bin auch ich sehr hautempfindlich und habe u.a. auch noch eine Duftstoffallergie. Da fällt vieles heraus. Auch nicht alle selbst hergestellten Varianten an Körperpflegeprodukten funktionieren. Selbstgemachtes Deo habe ich in so ziemlich allen Varianten ausprobiert. Irgendwas war bislang immer. Also habe ich derzeit wieder ein allergikerfreundliches Deo ohne Duftstoffe aus dem Bioladen. Leider in einem Plastikbehälter.

Waschbecken mit darüber befindlicher Ablage. Darauf Bambusbecher mit Zahnbürste, Haarbürste. Daneben Deo, Cremedöschen und ein Glas mit Zahnputztabs.

 

 

Körperpflegeprodukte

Meine gesamte Kosmetik besteht aus einer einzelnen, selten genutzten Wimperntusche aus dem Bioladen. Das wars.

Wimperntusche
Meine minimalistische Kosmetik“sammlung“ 😄

 

Eine griechische Olivenölseife funktioniert bei mir prima sowohl als Shampoo, als auch als normale Seife und als Alternative zum Duschgel. Diese Seife ist nicht so fett, wie z.B. die Aleppo-Seife, daher kann ich sie problemlos zum Haare waschen benutzen. Für meine Haare benutze ich ansonsten nur Bürste, Kamm, Fön. Fertig.

Bei der Hautpflege regt Olivenöl bei mir derart die Durchblutung an, dass es einfach zu intensiv für mich ist. Als Hautöl benutze ich daher nur ein normales Bio-Sonnenblumenöl. Das funktioniert prima. Als Gesichts- und Handcreme habe ich eine medizinische Creme – ich vertrage die anderen üblichen Cremes nicht, meistens wegen der darin enthaltenen Duftstoffe.

Leider funktionierten auch die selbstgemachten Zahncremes oder auch Zahnpulver bei mir auf Dauer nicht. Meine Zähne wurden irgendwann mega empfindlich. Ich verwende jetzt Zahntabs und eine Holzzahnbürste – bislang problemlos. Dann gibts noch Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten. Ansonsten habe ich noch den üblichen Kleinkram, wie Nagelschere und -clipser, Ohrenreiniger, Pinzette. Eher selten nutze ich noch die plastikfreien Wattestäbchen. 

Blick in die Bambuskiste: Gerollte Handtücher, 2 Gläser, ein Edelstahlbehälter sind erkennbar.

Badezimmer-Möbel

An Badmöbeln gibt es schon alleine deshalb nicht viel, weil neben Waschmaschine, Gastherme, Badewanne, WC und Waschbecken einfach kein Platz mehr ist. Für die Schmutzwäsche habe ich einen alten, aber brauchbaren Behälter, der genau unter das Waschbecken passt. Dann gibts eine Kiste für das Körperpflegezubehör, (siehe Bild oben), sowie nochmal die gleiche Kiste, in der ich das Toilettenpapier untergebracht habe. Im Bad habe ich nur einen kleinen Kosmetikspiegel. Seit 3 Jahren komme ich prima damit klar.  Ich wollte zwar einen etwas größeren Spiegel kaufen, aber habe nichts passendes gefunden. Es scheint überwiegend nur noch große Mega-Monsterspiegel zu geben. Ich mag aber keine großen Megamonsterspiegel im Bad, die spritzen nämlich eh nur mit Wasser voll. Seit kurzem gibts aber noch einen wunderschönen, gebrauchten Spiegel im Flur – mit Massivholz und ohne Plastik 😍

 

Spiegel in einem kleinen Flur. Spiegel mit weißem Rand und Holzablage. Darunter ansatzweise Schuhbank aus Bambus und eine „Pantoffel-Station“

Das Badezimmer als Abstellkammer…?

Noch während ich diesen Text schreibe, fällt es mir auf: Da gibt es ein paar Dinge, wie meinen Teppichdackel und ein paar Putzutensilien, die seit einem Jahr im Badezimmer einfach so herum stehen, obwohl dafür genügend Platz in der Abstellkammer wäre. Also habe ich diese Dinge endlich mal an die richtigen Orte geräumt. Soviel zum Thema „wie bloggen zu einem aufgeräumteren Badezimmer verhilft…“ 😉

 

Minimalisiere den Putzkram

Ich gehöre zu den Leuten, die es grundsätzlich schon ganz gerne sauber und ordentlich haben. Ich bin allerdings in keinster Weise die begeisterte Haushaltsfee, sondern eher das komplette Gegenteil. Wenn ich sehe, dass einige Frauen Youtube-Videos davon drehen, wie sie begeistert den Putzwedel schwingen, kann ich es kaum fassen. Ich fand Hausarbeit immer schon öde. Ich habe einfach keine Lust darauf. Daher minimalisiere ich sämtlichen Hausarbeits- und Putzkram besonders gerne.

Ich habe inzwischen zwei selbstgemachte Reiniger, wie sie allerorts im Internet zu finden sind, wie hier oder hier.  Als WC-Reiniger funktioniert ergänzend Soda und Essig.  Der eigentliche Trick, den Aufwand für das Putzen im Bad zu minimalisieren, ist aber, dass ich nach dem Duschen die Fliesen, Armaturen und die Wanne direkt abtrockne. Der Aufwand ist überschaubar. So entstehen erst gar keine Kalkflecken. Das erspart wirklich sehr viel Putzerei und auch etliches an Reinigungsmitteln. Auch beim restlichen Badezimmer achte ich drauf, dass ich zwar nicht ständig, aber zumindestens morgens, die nasse Flächen einmal kurz abtrockne. Das geht ruckzuck. Seither ist der etwas gründlichere Wochenputz in einem Bruchteil der Zeit erledigt und das Badezimmer sieht auch sehr viel gepflegter aus.

 

Eine Wellnessoase brauche ich nicht

Ich war noch nie der Typ mit den vielen Tiegeln, Töpfen und Shampooflaschen. Minimalismus im Badezimmer gab es bei mir immer schon. Alles ist inzwischen aber deutlich plastikreduzierter. Eine Wellnesstempel brauche ich nicht, denn Achtsamkeit bietet genügend Möglichkeiten, mich auch in einem gewöhnlichen, schnickschnackfreiem Badezimmer zu säubern und gleichzeitig wunderbar zu entspannen.

Blick auf Waschbecken mit darüber befindlicher Ablage mit Zahnbürste, Becher und Bürste aus Holz, Zahnputztabs und Kosmetikspiegel. Im linken Vordergrund in Ansätzen Waschmaschine und Gastherme, sowie eine Bambuskiste. Im Hintergrund Badewanne mit Duschvorhang. Ansatzweise ist ein WC erkennbar.

 

7 thoughts on “Minimalismus im Badezimmer

  1. Da warst Du so erschrocken über den entlaufenen Teppichdackel, dass das eine Bild mit dir zusammen umgekippt ist. 🙂

    Zu den Kosmetika, Allergien etc. kann ich nur etwas Senf beitragen. Die unteren sozialen Schichten benutzen massiv Weichspüler und Desinfektionsmittel, aber das ist in de rRegel nicht das Problem bei Minimalisten, so ein Zeug verwenden sie eh nicht. Das Waschmittel an sich könnte es ein und natürlich die Wäsche selbst. Man ist den Stoffen in der Wäsche ausgesetzt. 2qm Haut haben wir, und da streuen wir munter Enzyme und weiß der Teufel welche Chemie drauf und wickeln uns darin ein. Und da wo keine Wäsche ist schmieren wir uns Kram auf die Haut. Dann geht irgendwann nix mehr.

    Wir waschen mit selbstgemachten Waschmittel und tragen die Wäsche so lange es geht, die löslichen Stoffe sollten mit der Zeit weniger werden. Neue, schwarze Wäsche könnte besonders giftig sein.

    Ich kämpfe übrigens derzeit gegen eine botanische Kauforgie, mal wieder, leider. Ich hatte ja fast alle Zimmerpflanzen entfernt bzw. verkauft. Aber es hat sich gezeigt, dass ich bei Pflanzen nicht widerstehen kann. Diesmal sind es auf der heißen Westseite Pfennigbäume in diversen Verietäten (normal, minimal, variegat, Hobbit, Gollum, Hummels Sunset, Hummels Ghost,Hobbit variegat). Ich kann mich herausreden, dass diese Pflanzen praktisch keine Pflege benötigen und Hitze vertragen. Auf der Ostsite sind es rankende und großblättrige Pflanzen sowie verschiedene Bogenhanfsorten. Ich muss allerdings sagen, dass die Pflanzen den Raum gemütlicher machen. Ohne irgendwelches Grün, ich kann es nicht. Draußen fallen bald die Blätter und dann sind da bloß Wände und Häuser, wie trostlose wird das wieder.

    Zurück zum Bad, ich werde gleich mal meinen Spiegelschrank bzw. meinen Bereich abchecken. Mal sehen….

    1. Waschmittel sind in der Tat auch eine Baustelle. Ich nutze nur Bio-Waschmittel ohne Duftstoffe etc., sog. Sensitiv-Waschmittel. Das funktioniert. Bei Waschnüssen habe ich immer etwas Bauchschmerzen, diese zum Waschen auszuprobieren. Die stammen in aller Regel aus Indien – dort fehlen sie, weil wir die plötzlich haben wollen. Efeublätter sollen zumindestens bei Buntwäsche auch gut funktionieren. Davon haben wir hier ja wirklich genug. Habe ich mich aber noch nicht dran getraut.

      Hast du bei bei deiner Botanik schon mal an die alte Minimalismus-Regel: „Eins rein – eins raus“ gedacht? Alternative wäre Monatsbudget einführen oder eine Obergrenze „nicht mehr als X Pflanzen insgesamt“

      1. Du hast Recht. Ich muss mich disziplinieren. Eine Pflanze muss in Zukunft gehen ( über Kleinanzeigen) wenn eine kommen soll. Das selbstgemachte Waschmittel besteht aus Backpulver (Natron), Waschsoda und Kernseife (es ginge auch eine pflanzliche Seife). Sportbillig und funktioniert sehr gut.

  2. Liebe Gabi,
    vielen lieben Dank für die blitzschnellen Einblicke in dein Bad und deine Körperpflege.
    Die Problematik mit der Duftstoffallergie kenne ich nur zu gut – noch dazu vertrage ich auch kaum irgendwelche Pflanzenextrakte oder Sachen wie Sheabutter etc. Sogar reines Aloeveragel brennt 🙁 Da fällt die meiste Naturkosmetik raus. Früher hatte ich Berge von Hautpflege und Makeup (wie das ging mit meiner superempfindlichen Haut ist mir schleierhaft – vielleicht kommt es aber auch daher), heute passt alles (von mir und meinem Partner) in einen Kulturbeutel. Wir haben auch keinerlei Badmöbel, die Ablage ist gemauert. Wegen der Seife beneide ich Dich. Ich würde so gerne Seife verwenden, die greift aber meine Haut wegen dem basischen ph-Wert zu stark an. Ich probier es jetzt mal mit einem unbedufteten Waschstück – aber ist halt auch keine Naturkosmetik. Kürzlich hab ich Jojobaöl für meine fettige, hochempfindliche Haut entdeckt – mal sehen, was der Langzeittest bringt.

      1. Liebe Tanja,
        vielen Dank für die Empfehlung. Die Klar Waschnuss-Seife kenne ich nicht, ich benutze für die Wäschevorbehandlung die Klar Öko-Seife. Ich guck mir die mal an, aber ich fürchte, auch bei dieser Seife kann ich das ph-Problem nicht lösen. Die ist auch basisch – wie alle Naturseifen :-/
        Danke auch für den Hinweis mit dem AloeVeraÖl – das hätte ich nämlich probiert, wenn es mit dem Jojobaöl nicht geklappt hätte.

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