Konsum-Exzesse und Konsum-Achtsamkeit

Konsum-Exzesse

Es ist der 1. Weihnachtstag, als ich morgens lese, der Handel habe dieses Jahr schwindelerregende Umsätze von über 100 Milliarden Euros gemacht, lediglich einige Einzelhändler seien nicht zufrieden. Und kaum ist gerade mal der Heiligabend vorbei, fordert Ikea bereits auf, den Weihnachtsbaum rauszuwerfen und bietet hierfür extra eine Weihnachtsbaum-Weitwurf-Wettbewerb an.  Schließlich ist nach dem Kaufen vor dem Kaufen – Platz schaffen für neuen Kram. Platz für neuen Kram schafft auch Amazon – neue Dinge, die nicht verkauft werden, werden kurzerhand vernichtet. Greenpeace informiert über ein Werk in Winsen an der Luhe.

Was ist extrem?

Ich denke an die ab und an auftauchenden Äußerungen, dass mein Minimalismus vielleicht doch ein wenig extrem sei und „so könnte ich das aber nicht.“ Ich sage dann gerne: „Nein, musst du ja auch nicht.“ Davon mal ganz abgesehen und auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole: Ich habe nicht wenig, ich habe genug  und extrem ist etwas ganz anders.

Extrem ist unser ausufernder Konsum, den wir als ganz normal, als gegeben, als gewöhnlich, als erforderlich ansehen. Wer Weitwurf-Wettbewerbe machen möchte, möge doch gewöhnliche Bälle dafür nutzen und die Bäume einfach mal in der Natur lassen. Dort benötigen wir sie nämlich dringend! In Brasilien brennt der Urwald, in Australien brennt es lichterloh, Natur wird vernichtet und wir sollen hier Bäume durch die Gegend werfen? Wie pervers ist sowas!? Dann auch noch intakte, neue und unbenutzte Dinge im Müll entsorgen, weil es für die Gewinnmargen von Amazon besser ist. Ich finde es gruselig. Ganz nebenbei auch ein Grund, warum ich keinen Amazon-Account mehr habe und hier keinerlei Affiliates verlinke. Denn irgendwann sind dieser und vergleichbare Händler, sowie die ganzen Finanzprofiteure an den Börsen, noch reicher und unsere Natur noch kaputter, weil u.a. auch wir als Konsumenten einfach nie genug bekommen und auch nie genug bekommen sollen.

Konsum-Achtsamkeit

Auch mit einem minimalistischen Lebensstil lebe ich natürlich nicht auf irgendeiner weißen, idealen und fehlerfreien Lebenswolke. Ich weiß sehr genau, wie es ist, wenn man von den ganzen Konsumangeboten regelrecht überflutet wird. Auch ich kenne Fehlkäufe und spüre diese oder jene Kaufanreize in mir, denen ich auch nicht in jeder Lebenslange stand halte. Wir leben hier nunmal nicht auf dem Mond, sondern mitten in dieser Hyperkonsum-Gesellschaft.

Was mir hilft, ist Konsum-Achtsamkeit:

  • Zwischen Reiz („Kauf mich!“) und Reaktion (loslaufen und kaufen – bzw. klicken und kaufen) eine Pause einlegen (auf eine Wunschliste setzen, nochmal aus dem Laden heraus gehen, den Browser mit dem Onlineshop wieder schließen).
  • Erstmal durchatmen –  und
  • in Ruhe abwarten.
  • Sich so lange Zeit lassen, bis aus dem spontanen Kaufimplus, eine glasklare und logische Überlegung und Entscheidung geworden ist.
  • Wenn dann eine glasklare und logische Entscheidung gefallen ist, noch mindestens eine weitere Woche abwarten.
  • Die Unmengen an Dingen werden nicht von jetzt auf gleich verschwinden, all der Hyperkonsum-Kram ist nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr auch noch da. Das emotionale Hoch des Kauf-Glücksgefühls ist ohnehin sehr schnell vorbei. Es gibt also keinen Grund zur Eile.

Konsum-Achtsamkeit heißt insbesondere, immer wieder zwischen dem zu unterscheiden, was unsere ureigenen Bedürfnisse sind und dem, was uns von irgendwelchen Marketingstrategen einredet wird, was doch unsere jeweiligen Bedürfnisse zu sein haben.
Minimalismus ist für mich so gesehen, nur die praktische Umsetzung dieser Form der Konsum-Achtsamkeit. Ich brauche nunmal keine 40 Kaffeetassen, 3 Fernsehgeräte und 2 Smartphones.

Konsum-Alternativen finden

Wie viel oder wie wenig jede/r an Besitztümern ansammelt und als wichtig ansieht, ist völlig unterschiedlich. Wer viele Dinge mag und braucht, kann und sollte sie ansammeln und nutzen. Das kann jede/r für sich selbst entscheiden und das ist auch gut und völlig in Ordnung. Aber Baumweitwurf, neue Dinge im Müll entsorgen, weil dann die Gewinnmargen eines Händlers oder der Aktionäre steigen, sowas ist für mich einfach komplett daneben. Konsum-Exzesse müssen nicht sein. Letztlich leben solche Exzesse auch nur davon, dass wir als Verbraucher und Konsumenten so etwas mitmachen, mitschwimmen in der Konsumüberflutung – oder eben auch nicht. Wir könnten ja auch auf solche Konsum-Exzesse verzichten und das eingesparte Geld beispielsweise nutzen, um uns hochwertigere und/oder regional produzierte Dinge zu kaufen. Das reduziert Müllberge und die katastrophalen CO2-Mengen der endlos langen Transportwege. Ganz nebenbei sorgt es dann auch noch für mehr persönliche Zufriedenheit. Ich finde, dafür lohnt es sich, einfach mal abzuwarten, anstatt gleich in der nächsten Konsumwelle mit zu schwimmen.

 

Zum Weiterlesen

Die Achtsamkeits-Treppe – die 6 Stufen des achtsamen Konsumierens

Es geht auch anders: Wirtschaften fürs Allgemeinwohl

Konsumfallen erkennen – Was zieht mir das Geld aus der Tasche?

Achtsam Konsumieren – eine Übung

Minimalismus: Die 5 W-Fragen des achtsamen Konsumierens

 

Person hält Schild mit brennendem Planten und Aufschrift „Wake up“ in die Höhe

 

18 thoughts on “Konsum-Exzesse und Konsum-Achtsamkeit

  1. Liebe Gabi,

    ich finde, Du hast es mit Deinem Artikel wieder einmal auf den Punkt gebracht – Konsumexzesse, extremer Konsum, Konsum-Achtsamkeit, Konsum-Alternativen ….
    Der alltägliche Wahnsinn …. Für mich Stoff zum Nachdenken bis Neujahr und darüber hinaus….

    Immer, wenn ich die Bilder Deiner Wohnung betrachte und dann meine Schränke, Borde, Besitztümer, Lampen, Lichterketten … (immer noch zu viel 🙁 ) anschaue, wünsche ich mir ein wenig von Deiner Konsequenz. Die Fotos von Deinen Räumen strahlen wirklich Ruhe aus…

    Manchmal fände ich es schön, wenn ich über Deine Seite „achtsame-lebenskunst.de“ auch noch weitere Bilder und/ oder Ideen von Dritten zur minimalistischen Einrichtung pp. aufrufen könnte. Doch meisten anderen Seiten, die dieses Thema zum Gegenstand haben, verlinken einen sofort mit Werbung – danke für Deine dahingehende Abstinenz.

    Egal wie, ich kehre immer wieder zu Deinen geradlinigen Einrichtungsbildern zurück, liebe Gabi und fühle mich damit „geerdet“.
    Die dekorierte und beleuchtete Innenstadt geht einem irgendwo sowieso auf die Nerven, das Gedränge stößt ab. Und Glühwein wird sowieso überschätzt … :- 0 ….

    Alle guten Wünsche für 2020 von Susanne.

  2. Liebe Gabi,
    vielen lieben Dank für die Erinnerung – gerade in dieser Zeit des weihnachtlichen Konsum-Wahnsinns.
    Ehrlicherweise kämpfe ich immer wieder sehr mit diesen Konsum-Verführungen. Ich bevorzuge es ja reduziert und v.a. qualitativ hochwertig. Trotzdem lasse ich mich – v.a. im Internet – immer wieder verführen, zumindest über irgendeinen blödsinnigen Kauf nachzudenken. Es ist dann ziemlich anstrengend, sich diesem „Druck“ zu widersetzen. Das will ich nicht mehr. Die Lösung ist – wie meistens – Verzicht. Nicht nur der Verzicht auf den eigentlichen Kauf, der Verzicht fängt viel früher an: nicht mehr so viel im Internet unterwegs sein. Es fällt mir immer wieder auf, dass diese Kaufimpulse doch in den meisten Fällen nur ein Sympton sind für etwas viel Tieferliegendes: die Sehnsucht nach Ruhe, (Selbst-)Liebe, Stille, Achtsamkeit, Gemeinschaft, Wertschätzung und Natur.
    Oft finde ich es sehr anstrengend, dass wir in der Welt leben, in der wir leben – einen großen Teil davon muss ich mir quasi ständig vom Leib halten (Hyperkonsum und dessen Versuchungen) um den anderen wichtigeren Teil (Selbstliebe, Ruhe, Natur, etc.) erleben und spüren zu können. Diese Ambivalenz ist manchmal schwer auszuhalten.

    1. Hallo Steffi, ich verstehe gut, was du meinst. Die „Bedürfnisproduzenten“ leisten halt ganze Arbeit und es ist nicht einfach, in diesem ganzen Dickicht herauszufinden, was man selbst wirklich will. – Aber im Zweifelsfall gibt es ja die Möglichkeit, Fehlkäufe einfach mal als Erfahrung abzuspeichern – mir kommt gerade erst die Idee, dass man es genau genommen auch für sich aufschreiben kann – zum dran erinnern, wenn man vor einer vergleichbaren Entscheidung steht. Oder in die Zukunft denken: Wenn dieses Ding erstmal in meiner Wohnung ist, wie wird es mir damit vermutlich so ergehen…?

  3. Guten Abend in die Runde,

    weiß zwar nicht, ob es an dieser Stelle passend ist. ich schreibe gerade meine guten Vorsätze für das neue Jahr. u.a.:

    Alkohol: mind. drei Tage ohne, besser sogar vier, Ziel: fünf Tage bleifrei ohne „craving“ – Genuss ohne Reue!

    weniger Zucker! An mind. drei Tagen keinen Kuchen! Und auch sonst mehr drauf achten

    mind. drei Tage ohne Wurst & Fleisch! Mittelfristiges Ziel: fünf Tage ohne! Langfristiges Ziel: nur noch beim Grillen, an Weihnachten oder sonstigen Festen den guten Braten.

    Geld & Konsum: sparsam mit der Kohle! Liste der Ausgaben weiter führen, den Bedürfnisproduzenten nicht in die Falle tappen!

    Menschen sind wichtiger als Dinge! Alte Kontakte wieder aufleben lassen,
    schwersten umzusetzen

    Man weiß ja, dass es nicht klappt, setzt man die Ziele zu hoch. Liebe Grüße!

  4. Ich weiß nicht, ob es Zeit hat, was zu überlegen. Vieles veraltet schnell.

    Mich hatte es geärgert, digitales Fernsehen. Mein Fernseher war erst 11 Jahre alt. Der letzte damals im Angebot. Nun erklärte man den Leute das nicht richtig. Ich soll für 50 Euro so ein Kästchen kaufen. Nur: es funktioniert entweder Fernseher oder DVD-Recorder, nicht beides. Was blieb mir übrig?

    Ich bin zum Elektroladen. 1 Modell flach gabs als Ausstellungsstück. Alle andere waren größer!! Der Anschluß ist hinten unter der Dachschräge neben dem Sofa. Da paßt max. 80 Zoll. Die waren am Absaufen wegen der Umstellung auf digitales Fernsehen, doch der Herr schleppte die schwere Röhre runter, die noch einwandfrei war! DVD-Recorder passte auch nicht. Der letzte DVD-bluray-Recorder gabs noch, wlan-fähig. Wertvolle Rohstoffe steckten in Gerät und Kabel. Müll! Weiß jemand ob ich die alte Wii anschließen könnte? Sport fit active gibt’s auch schon lange nicht mehr. Könnt auch nach relativ kurzer Zeit fliegen? Die x-Box braucht mehr Platz, den ich nicht habe. Nur für paar Wochen im Winter? :-/

    Davor, ich hatte einen kleinen Fernseher. Mein erster! Farbe! Davor hatte ich einen geliehen, in Schwarzweiß. Also kaufte ich diesen, kleinen, der auf die Kommode paßte. Ich zog um, Kabel statt Satellit. Es war eine Buchse abgebrochen und konnte nicht anschließen. Auch zeigte er Streifen. Wir mussten uns nach 10 Jahren trennen. Video flog auch.

    Mir ärgert das! Windows NT lief auch aus. Es musste nach 8 Jahren ein neues Notebook her. Windows 8. Nun 10, aber der ist auch zu klein und hängt sich ständig auf. Wlan, mein Router war auch veraltet. Ständig geht das Telefon kaputt. Dagegen das alte Modell mit Kabel Wählscheibe bzw. Tasten war unverwüstlich. Handy gibt’s keines mehr, nur Smartphones. Meines ist erst 6 Jahre alt. Ich soll deswegen ständig was neues kaufen und aufrüsten?

    Nicht nur Elektrogeräte. Eine bekannte Putzgerätfirma, mit grünen Modellen. Ständig neue Putzsysteme. Schön teuer. Ein Putzeimer oder Bezüge für Wischsysteme oder Fensterputz kann man schon kurze Zeit später nicht nachkaufen, sondern komplett neu! Ich bekam ein Ersatz-Putzeimer von einer irischen Firma zugeschickt; im Internet bekommt man alles! Es zog ein anderes Wischsystem von der schmutzigen Konkurrenz ein und mit dem bin ich zufriedener.

    Der Irrsinn ärgert mich.

    1. Deinen Ärger kann ich gut nachvollziehen. Genau solche Sachen ärgern mich auch schwarz. Daher bin ich extrem zurückhaltend bei allem, was Stecker, Akku etc. braucht. Ich mache alles nur noch mit dem Tablet, seit August läuft das auch gut und ich habe noch nichts vermisst. Ich schaue Livestream und Mediatheken der TV-Sender statt Fernseher. Bei Spielen habe ich Glück – interessieren mich nicht. Festnetztelefon habe ich nicht mehr, läuft alles übers Smartphone. An Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik veralten daher 2 Geräte und nicht fünf oder sechs.

      1. Festnetz brauche ich, DSL. Fürs Heimbüro, für Bereitschaften usw.

        Fernseher, gibt’s ein oder zwei gute Sender. Mich ärgert es, wenn ich mal gucken will, schon wieder die Sendetabelle anders. Ich hab in den Wintermonate gerne gesportelt. Das tut gut. Deshalb die Wii. Brachte schon was. Spielen, das letzte war mal Larry, recht kompliziert und wenig selbsterklärend, und ein anderes Spiel, was ich vergessen hatte.

        Fitnessstudio war vor zig Jahren. Die sind außerhalb. Ich kann nur, wenn andere können und war voll. Drinnen, dunkel und ein Krach. Ich weiß nicht warum man so schreien muss und laute Musik braucht. Bei den Cardio-Geräte die Flimmerkisten. Grausig! Ich kam mit soooo einer Birne raus, es war höllanstrengend sich zu konzentrieren. Die Cardio sind autmatisch mit Puls gesteuert. Nicht immer wollte er hoch und das blöde Ding erhöhte die Wattzahl, bis ich kaum mehr treten konnte. Geräte, das ging viel zu schnell weiter. Ich hatte Oberarme, daß T-Shirts kaum passten und nur blöde aussah. Der Rest war kaum vorhanden. Für den Streß zahlt man und soll gesund sein?

        Ich bin gerne draußen. Was nicht möglich ist, besonders im Winter. Mein Beruf , ständig nur sitzen. Ich könnt schier die Wände hoch. Inzwischen bin recht eingerostet. Wenn ich mal rauskomme, schnaufe ich wie eine alte Lok.

        Über die Mode ärgere ich mich auch. Alles fatzeneng. Die Hosen will ich endlich austauschen, aber keine Chance. Viel Schwarz, die als festliche Farbe empfinde. Steht mir auch nicht. Macht dick.

        1. Unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaftsform lebt unter anderem auch von der Unzufriedenheit der Konsumenten. Und Unzufriedenheit heißt Wirtschaftswachstum, weil wir ständig auf der Suche nach irgendetwas Neuem sein sollen, weil das bisherige nicht mehr richtig funktioniert. Deshalb soll es auch beispielsweise keine technische Lösung geben, wo es wirkliche Zufriedenheit gibt. Du wirst es nicht finden. Zufriedenheit der Konsumenten ist schlecht für die Gewinnmaximierung. D.h. mit jedem technischen Gerät, mit dem man selbst ein Problem lösen will, schafft man sich kurz oder später wieder ein neues Problem.

          1. Wobei wir wieder beim Thema wären:
            Verzicht als Optimum. Was ich nicht habe, macht mich nicht unzufrieden. 😌 Oft sogar sehr zufrieden.
            Kann das natürlich nur auf mich beziehen, hoffe aber, dass es vielen so geht.
            Ich habe dieses Jahr Weihnachten auf meinem ausdrücklichen Wunsch hin außer Süßem nichts bekommen. Und ich bin total happy, dass sich diesmal der Krempel nicht vermehrt hat. Ich freue mich wie verrückt über Nichtgeschenke! Ist das nicht verrückt? 😄
            Habe mich dafür für die anderen mitgefreut, die schon noch ihre Wünsche hatten.

  5. Der Einzelhandel ist so eine Sache. Tappt, man in den Laden, haben sie das nicht. Bestellen sie nicht, wenn dann dauert es Monate. Nach längeren Nachfragen, fällt es denen ein, sie hatten es vergessen zu bestellen. Offiziell konnte der Lieferant nicht liefern. Auch liefern sie nicht. Kannst gucken, wie die unhandliche Kiste Topfset heimbekommst. Warum gibt’s die nicht einzeln? Gehen widerwillig ins Lager, das kommt vllt. Anfang Dezember. Aber keine Frage, ob sie dich informieren oder eines zurücklegen sollen. Service wie im Mittelalter. Die jammern auf hohen Niveau.

    Ich hätte gerne Kleidung oder Schuhe, die mich kleiden und passen. Ein Brottopf, damit das Brot lange frisch hält und nicht schimmelt. Ein Mülleimer u.v.a.m. Dinge die mir nutzen.

    Denkt dran: „Wenn die stille Zeit vorbei ist, dann wird es auch wieder ruhiger ! (Karl Valentin)“

    1. Ich habe sogar ein Tablet. Manches geht nur Tablet oder Smartphone. Mein Notebook ist fest wie ein PC. Mein Tablett funktioniert mit wlan und benutze ich gerne, wenn ich mich auf dem Sofa gemütlich mache.

      Im Urlaub ist es geschickt, um Öffnungszeiten oder nach dem Weg zu suchen. Mal eine Email schreiben. Die Zeitung lesen. Das Smartphone ist eher klein und wenig Speicher. Ich zeig es im Urlaub ungern öffentlich. Mal zuhause anrufen, um den AB zu checken. Mein Anwalt hatte mich auch mal angerufen.

      Ein Tablet ist Luxus, aber ich das gönn ich mir bewußt.

    2. Solche Erfahrungen im Einzelhandel kenne ich leider auch. Hosen brauche ich dort gar nicht mehr kaufen, bekomme eh keine, alle zu kurz. Auch die „extra langen Größen“ sind bei mir immer noch Hochwasser, gruselig. Online bekomme ich dann das, was passt.

      Ich habe aber schon mal im Internet bestellt (bei größeren Geschäften o. Ketten) und dann aber vor Ort die Sachen abgeholt – gerne, wenn ich was Technisches brauche – damit klar ist, wohin ich das Zeug zurück bringe, wenn es vorzeitig kaputt geht. Stichwort: geplante Obsoleszenz.

      1. gibt’s noch die 100 jährige Glühbirne? Das Zeug verreckt immer schneller.

        Ich bestelle auch größtenteils alles Online. Beim Blödladen habe ich eine Mehrfachbesteckdose zum Abholen bestellt. Der Blick! Was, mal kein Smartphone?

        Ich Google gerade, wie ich meine alte Wii an den modernen Flachbildfernseher anschließe. Der hat nur noch HDI und so. Nette Spielerei und es gab ein gutes Fitneßprogramm, Sport ae aktive. Der Vorteil ist auch: wenig Platz notwendig. Ich hatte mal auch die Online Fitßprogramme angeguckt. Das geht nur auf dem Tablet. Da konnte ich beim Turnen die Nase auf den winzigen Bildschirm bohren und ging auch auf den Akku. Ja, wie im Zirkus, Akrobat schön! Den Ton schalte ich aus, das stört so. Ich will auf mich und meine Bewegungen konzentrieren können, so wie es mir guttut.

        Die Wii war so ein feines Gerät und nicht unbillig. Das wird schon lange nicht mehr unterstützt. Die Spiele gibt’s auch nicht mehr. Schon kurze Zeit später soll ich es raushauen? Übrigens, mein Kollege benutzt noch seine uralt Tastatur. Neulich hatte ich mich geärgert, daß das < oder y nicht mehr funktionierte. Tut wieder, mit emotionaler Überzeugungsarbeit. So ein Schrott!

        Für mein Plattenspieler gibt's die Nadeln nur noch im Museum. Aber mechanisch und gut zu reparieren. Funktioniert einwandtfrei! Ich hatte den gebraucht bekommen, und stammt Ende der 70iger Jahre. Ich mag den Ton sehr. Die alten Filmchen, die nicht HDI sind. Die alten Kinos. Alles ist so technisch aufbereitet, es ist zu "aalglatt", daß es schon künstlich wirkt. Ich hab noch eine Nachpressung von den 1920er Jahre.

        Als Kind war ich in einem Chor. Einmal sind wir zu einem Aufnahmestudio gegangen, das nicht mehr gibt. Die LPs gibt's heute noch zu kaufen. Heute ist das ganz anders. Gruselig!

    3. Hallo zusammen!
      Als neuer Stadtbewohner stehe ich fassungslos dem Kaufrausch gegenüber. Wie kann man sich denn sowas antun? Von der Umwelt nicht zu reden. Bei uns war Weihnachten sehr entspannt und konsummäßig sicher am unteren Ende der Skala zu finden. Mein Freund und ich schenken uns nichts. Heiligabend war im Familienkreis mit acht Personen. Wir hatten vorher Namen gezogen für die Geschenke, jeder verschenkte eines und jeder bekam eines, Kleinigkeiten. War schon schön, das gemeinsame Auspacken – ich war ja in der Fraktion gar keine Geschenke und fand es dann trotzdem sehr nett, auch als Gemeinschaftserlebnis. Nichts wird umgetauscht werden. Auch zu essen gab’s nichts irgendwie ungewöhnliches. Einen anständigen Wein. Vom Einkaufen habe ich die Nase voll. Brauchte ja vieles für die neue Wohnung vom Putz für die Wände (mag keine Tapeten) bis zu dem ein oder anderen Möbelstück. (Übrigens Kalkputz und Kalkfarbe, auf meinen Eimern stand, dass Reste in die Natur entsorgt werden dürfen, da nur Natur enthalten ist. Ohne Internet hätte ich das geniale Zeugs nie gefunden!) Aber generell stresst mich jedes neue Ding, das einen Platz und Aufmerksamkeit braucht. Ich habe angefangen, Brot selbst zu backen in meinem Mini-Backofen. Ein Teil friere ich ein. Ein Toaster wäre ideal zum Auftauen einzelner Scheiben – aber der Gedanke an ein zusätzliches Elektrogerät ist nicht sehr verlockend. Hab auch keine Kaffeemaschine, die ich dafür rauswerfen könnte. Ich werde mal abwarten, ob ich beim Brotbacken bleibe und dann nochmal drüber nachdenken.
      In der nächsten Zeit steht wieder vermehrt Yoga und Meditation an, auch Waldspaziergänge. Brauche Erdung nach all der Veränderung. Ich kann mir vorstellen, dass viele den Konsumrausch brauchen, um über die Entfremdung mit sich selber und der Natur einen Deckmantel zu legen. Aber es macht alles ja nur noch schlimmer. Ich sehe Frauen, Mütter, die an ihrem Anspruch, der Familie, den Kindern, alles zu bieten schier zerbrechen. Was haben denn die Kinder von den Ballettstunden und dem Klavierunterricht und den Geburtstagsfeiern mit 20 Gästen und Eventqualitäten, wenn die Mutter dem Zusammenbruch nahe ist? Und nachts wachliegt wegen der Schulden. Soviel Wahnsinn überall. Als Gegenbeispiel tauge ich auch nicht, eben weil ich mit der Mini-Wohnung auch als extrem gelte. Die FfF Kids schlafen nicht mehr gut weil sie sich solche Sorgen machen, keinen interessiert es und sie müssen sich auch noch von reichen alten Männern verhöhnen lassen….

  6. Danke für diesen Beitrag.
    Das mit der sogenannten Destroy-Ware ist eine riesengroße Schweinerei, da kocht es in mir hoch. Neu ist mir das nicht, mit Kleidung oder Lebensmitteln passiert ja genau das gleiche. Ist einfach nur übel.

    Für das Wort Marketingstrategen gibt es auch einen Ausdruck, der mir gut gefällt: Bedürfnisproduzenten. Ist zwar das Gleiche, aber hält uns vielleicht besser vor Augen, dass sogar die meisten unserer Wünsche fremdgesteuert sind.

    War heute bei meinen Eltern zu Besuch, dort hängt ein Spruch an der Wand:
    Ein Smartphone ist praktisch, zwei sind Luxus, drei sind Dekadenz, gar kein Smartphone ist das Paradies!
    Na ja, eins habe ich ja auch, aber manchmal denke ich schon, dass es ohne besser war. 🙂

    1. Oh, der Satz mit den Smartphones ist ja klasse. Ich habe auch so EIN Teil, aber: Ich habe festgestellt, man kann sogar ohne dieses Dings einkaufen und spazieren gehen. Das funktioniert. 🤪 Die Dinger haben ja kein Magnet mit dem sie sich an den eigenen Körper festhaften. Im Bedarfsfall ist so ein Smartphone sogar lautlos, ohne Vibrationsmodus – und oh Wunder, die Welt geht nicht unter, wenn das Teil mal Zuhause bleibt 😉

      Bedürfnisproduzenten ist ja auch ein klasse Wort – das passt sehr gut.
      Da werden Menschen ausgebeutet, die Umwelt verschandelt, damit das Zeug hier vorzeitig auf den Müll kommt – und stimmt: das sind viele Bereiche. Ich könnte da manchmal k… 🤢

      1. Ich hab auch eines, das ist unheimlich praktisch. Nicht nur um in Kontakt zu bleiben. Während ich arbeite oder unterwegs bin, kann ich wegen einem Termin beim Arzt anrufen. Bis ich zuhause bin, ist keiner mehr zu erreichen! Ich kann nach einer Verbindung herauskramen, statt auf Verdacht zum Bahnhof zu rennen. Ich könnte auch eine Fahrkarte herauskurbeln. Im Notfall Fotos machen oder um Hilfe rufen. Navi. Die Tan für die Packstation.

        Was ich toll finde: Online-Banking! Als ich auszog, brauchte ich ein Giro-Konto. Meine alte Bank gibt’s hier nicht. Jetzt ist es möglich! Du brauchst eine App und ein Freischaltcode, schon bekommst du die Tans generiert. Genial! Per Handy könnt ich auch die Rechnung für die Zahnreinigung fotographieren und einreichen. usw. Wenn ich meine Kamera vergessen habe, kann ich auch fotographieren! Whatsappen. 😉

        Ein Smartphone äleres Modell habe ich bei der Arbeit für meine Bereitschaften. Sogar mit Email und Kontakte.

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