„Die Wachstumsparty ist vorbei“ – Vortrag von Niko Paech

Ein kleiner Hinweis von mir auf einen wirklich sehr hörenswerten Vortrag von Niko Paech, den dieser am 30.1.2020 in der Pauluskirche in Dortmund gehalten hat:

„Die Wachstumsparty ist vorbei“

Dieser Vortrag kann nochmal von allen Interessierten angehört werden. Daniel Siewert hat die Erlaubnis erhalten, den Vortrag aufzunehmen und zu veröffentlichen. Herzlichen Dank Daniel für deine Arbeit und blitzschnelle Umsetzung.

 

Zum Weiterlesen

 

Einige (unvollständige) Stichworte zum Inhalt des Vortrags:

Klimawandel und Konsum-Burnout machen deutlich, dass wir längst an dem Punkt sind, wo viel nicht mehr viel hilft. Wachstumsrausch und Steigerungseifer bedrohen unsere Lebensgrundlagen, aber auch unser persönliches Wohlbefinden. Wie kann eine wirkliche nachhaltige Entwicklung stattfinden, die das „Immer-Mehr“ überwindet und stattdessen wirkliche Lösungswege ermöglicht? Niko Paech zeigt aktuelle Probleme auf und ermutigt dazu, eigene Verantwortung zu übernehmen und zum konkreten Handeln zu finden. Dieses Handeln hat ganz wesentlich seinen Ausgangspunkt in kleinen Schritten, Gruppen und Initiativen.

 

Person hält Schild mit brennendem Planten und Aufschrift „Wake up“ in die Höhe

10 thoughts on “„Die Wachstumsparty ist vorbei“ – Vortrag von Niko Paech

  1. Hallo Gabi, danke das du darauf hier eingehst. Ich verfolge Nico Paech schon länger und sehr angetan von dem was er so „verbreitet“!
    Habe aber wenig Hoffnung das sich an diesem perversem System in dem wir leben irgendwas ändert, leider!
    LG Tom

    1. Da zitiere ich doch einfach trotzdem mal Harald Welzer:

      „Soziale Transformationen sind ungleichzeitig; zunächst werden die sogenannten »first movers« als Spinner betrachtet, dann als Avantgarde, dann als Vorbilder. Man braucht daher keine Mehrheiten um Gesellschaften zu verändern…. Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung reichen … um einen tiefgreifenden und nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel in Gang zu setzen.“
      (Harald Welzer, Selbst Denken, Fischer-Verlag, Seite 185)

  2. Lieben Dank fürs verbreiten des hervorragenden Vortrags von Niko Paech und dem Referenten ein herzliche Gratulation, Chapeau. Der Vortrag zeigt recht objektiv, vielseitig die Problematiken und Ursachen des Wachstums-Samsaras auf. Der Mensch im Sein, zwischen Gesellschaft, Beruf, Familie, Freundeskreis also Geschäftlichem und Privaten ist vielseitig versucht zu überborden. Ein Gesichtspunkt vermisse ich in der breiten Auslegung des Vortrags. Der Mensch, auch der abgelenkte unachtsame „moderne“ Mensch hat ein weiteres sehr wichtiges Verlangen nach Liebe und Geborgenheit. Ganz im Innern ist jedes Wesen religiös und spirituell veranlagt und ist auch immer auf der Suche danach.
    Die religiöse, spirituelle Sinnsuche kann den Menschen helfen, im Irrgarten der Hyperkonsumgesellschaft ein breiteres Fundament, stärkere Wurzeln zu bilden. Im Buddhismus gelten alsGrundursachen des Leids, Wut, Gier und Hass. Diesen Tugenden kann der Mensch als Übender, als Suchender aktiv und bewusst begegnen und davon lassen, und damit schlussendlich Leid vermeiden. Diese religiöse Haltung kennen alle Religionen, doch im Buddhismus werden diese Themen seit 2500 Jahren bis heute aktuell behandelt. Da gibt es eine ganze Vielzahl von vorzüglichen Vorträgen und Hörbücher im Netz. Darum meine kleine Ergänzung zum Vortragsthema, den Menschen auch auf seiner seelischen, religiösen, spirituellen Seite ebenfalls „abzuholen“ und damit ihn im Ganzen, als ganzes Wesen zu sensibilisieren und nachhaltig auf den achtsamen Weg zu begleiten.
    Allen viel Kraft und Freude am achtsamen Leben.

  3. Guten Morgen,

    diese Themen treiben mich seit einiger Zeit um. Ich fühle mich ohnmächtig, hilflos angesichts des Irrsinns dieses Systems. Und möchte etwas tun. In einem WORD-Dokument habe ich dazu ein paar Fragen an Politiker fromuliert. Mit ist bewusst, dass das wahrscheinloich nicht mal gelesen wird. Aber ich möchte nichts unversucht lassen.

    Meine Frage an Euch alle hier: Wer hat Erfahrungen mit solchen Aktionen? Wo schickt man das am sinnvollsten hin? Freue mich über jeden Hinweis. Danke.

  4. Einerseits verdankt das unseren Wohlstand, andererseits … wohin wachsen?

    Digitalisierung und Globalisierung ist ein wichtiges Thema, wovor wir uns nicht verschließen dürfen. Man tut so, als lebten wir noch 1960. Viele Branchen sind verschwunden. Jeder 13. Arbeitsplatz in Ba-Wü ist in der Automobilbranche. Alternativen gibts kaum.

    Wachstum ist schwierig. Die Märkte sind gesättigt und Trends schnelllebig. Man fing an, die Produkte so zu gestalten, daß sie möglichst bald kaputt gehen, damit man wieder welche kaufen kann. Sehr schnell wurde digitales Fernsehen eingeführt. Die alten Geräte brauchten ein Zusatzgerät. Mein Fernseher war erst 11 Jahre alt, aber ich konnte dann kein DVD-Recorder mehr anschließen, den es nicht mehr gibt. Kauf und schmeiß weg, immer schneller!

    Wie oft ist mein Telefon kaputt. Neue Akkus lohnt sich nicht, falls man welche bekommt, also wieder ein neues Gerät. Mein Notebook war top, aber 8 Jahre später lief Windows NT aus der Wartung. W7 ist neue Technologie, braucht mehr Speicher, und wieder aus der Wartung. W10 habe ich jetzt. Aber das braucht soviel Speicher, ich könnt wieder ein neues Notbook kaufen.

    Mein Handy, ließ nach 8 Jahren nach. Ohne gehts nicht, wenn man unterwegs ist. Also brauchte ich ein Smartphone, das nun 6 Jahre ist und nachläßt. Das ist so kompliziert und aufwändig. Eigentlich auch schon aus der Wartung. Ich nutz das für Online-Banking oder Navigation. Nun brauche ich Online Kreditkarte. Dazu ist NFC erforderlich. Das sind Dinge, die gehen auf Akku und brauchen Leistung und Speicher. Das sind alles Resourcen, seltene Rohstoffe.

    Mein neues Auto, mt Bordcomputer. Irre! Hat auch ein Navi, falls weiß wie das funktioniert. Das meiste braucht man nicht und verkompliziert das. Bluetooth, ja, aber vermutlich ist meine Version vom Smartphone zu alt. Wozu braucht eine simple Kaffeemaschine soviel Elektronikschrott?

    Ich soll spätestens mein Smartphone nach 5 Jahren wegwerfen? Computerbildschirme, was hat man da für ein Anschluß? CD braucht man auch nicht mehr. Meine alten Disketten kann ich nicht mehr lesen. Die Tastatur klemmt auch ….

    Kauf und schmeiß weg!

    1. Mit dem Thema haben wir wohl alle zutun. Da habe ich auch nicht immer die Lösungen für mich. Aber eins ist mir wichtig geworden: Möglichst viel von dem weglassen, was Strom braucht, einen Akku oder Stecker hat. Daher lasse ich das Fernsehgerät weg, den DVD-, Blueray- und weiß ich was Recorder. Früher gabs auch nur 3 Fernsehprogramme und dort lief auch nicht den ganzen Tag irgendwas – da habe ich auch gelebt. Meinen Digitaldaten passen auf einen USB-Stick (statt Wechselfestplatte), statt Laptop reicht mir zum Glück ein Tablet. Smartphone ist gebraucht. Festnetztelefon habe ich nicht mehr. Meine digitale Personenwaage werde ich irgendwann durch eine mechanische ersetzen – oder ganz darauf verzichten. In der Küche brauche ich auch nicht tausend Elektrogeräte. Auch fürs digitale Außenthermometer wird es nach dessen Ableben wieder ein ganz gewöhnliches ohne Batterien geben. Als Innenstadtbewohnerin mit guter ÖPNV-Anbindung brauche ich kein Auto mehr, d.h., keine Reparatur, keine Inspektion, kein Ärger über den Benzinpreis. Alles, was ich nicht habe, geht auch nicht kaputt. Bei jedem Teil mit Stecker bzw. Strombedarf, denke ich spätestens nach dessen Ableben darüber nach, ob es eine stromfreie Alternative gibt oder ich dieses Ding auch ganz weglassen kann.

        1. Ja genau. Ich habe vom Anbieter eine Festnetznummer, allerdings keine Telefonflat (die würde 5,- mehr kosten). Lohnt nicht. Nur für Kabel-Internet bezahle ich 11,99€ für eine 20Mbits-Leitung. Wegen Schwerhörigkeit würde ich ein besonderes Telefon benötigen und ggf. noch ein Zusatzgerät. Das lohnt nicht. Zu teuer und wieder 2 Stecker-Geräte mehr.

          Ich telefoniere stattdessen über Messenger und habe ansonsten ein 4-Wochen Prepaid Discounter-Handytarif mit 100 Min. Telefon. Mit 1GB mobilem Internet für insgesamt 4,99€/4 Wochen. Macht im Durchschnitt 17,40€/Monat für Internet und Telefon und nur 1 Steckergerät statt 3 dieser Geräte. Sollte ich dauerhaft mehr Telefonminuten benötigen kann ich auf den Tarif mit der Telefonflat für 7,99/Monat umsteigen. Ginge auch noch, wären dann 20,40/Monat – brauche ich bislang aber nicht.

          Sollte der vergleichsweise günstige Internettarif mal nicht mehr funktionieren, denke ich darüber nach, dann mal den Video- und Live-TV-Konsum übers Internet so zu reduzieren, dass ich mit mobilem Internet auskomme. Ohne WLAN würden mich z.B. 5GB plus Telefonflat 12,99€ kosten. Derzeit kann ich mich dazu aber auch noch nicht entschließen, obwohl es ja durchaus im Sinne der von Niko Paech immer wieder angesprochenen Suffizienz wäre… Das digitale Leben ist ja nunmal auch ein ziemlicher Strom- und damit Ressourcenverschwender, siehe https://www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/gutzuwissen/Weltweiter-Stromfresser-In-diesem-Ausmass-verbraucht-die-Digitalisierung-Energie,stromfresser-digitalisierung-100.html

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