Minimalismus – 10 Fragen an: Stephan

Minimalismus – 10 Fragen an… ist eine kleine Reihe, in der ich (in unregelmäßigen Abständen) an einem Mittwoch, Leser/-innen meines Blogs zu Wort kommen lasse, um die Vielfältigkeit des minimalischen Lebensstil deutlich werden zu lassen.

Heute: Stephan

 

1. Wie ist deine jetzige Wohn- bzw. Lebenssituation?

Ich bin 42 und Single, lebe in einer 40 qm Dachgeschoßwohnung.

2. Warum hast du mit dem Minimalisieren angefangen?

Ich hatte keine richtige Übersicht mehr über meine Dinge. Auch ist in naher Zukunft ein Umzug geplant.
Gerade im Hobbybereich (Modellbau) wurde es langsam zum Maximalismus oder anders: Ich habe mich verzettelt und es hat keinen Spaß mehr gemacht.
Da habe ich langsam angefangen auszumisten. Irgendwann begann ich dann auch mit anderen Bereichen in der Wohnung.

3. Was denken andere Menschen (Familie, Freunde, Nachbarn…) über dein Loslassen von Dingen?

Bisher ist es noch niemanden so richtig aufgefallen, das Mobiliar ist größtenteils noch so wie vorher. Ich habe nur wenige Teile rausgeworfen. Das Mobiliar werde ich irgendwann (frühestens beim Umzug) austauschen.

4. Am leichtesten ist mir gefallen…

Das zu verkaufen, was mir keine Freude mehr bereitete.
Die Kleidung und Küche waren auch beim Ausmisten sehr leicht.

5. Am schwersten finde ich …

Das Thema Möbel, hier lasse ich mir Zeit. Die sollen leicht werden.
Bei dem verzettelten Hobby überlege ich auch, ob ich es komplett aufgebe und mich Neuem widme.

6. Auf keinen Fall würde ich noch mal…

Mich diesem Konsumwahnsinn hergeben und so viele Dinge horten, die ich doch nie verbaut hätte: Beim Modellbau mehr gesammelt als gebaut, aber auch gebaut. Sammlungen, egal ob das bei mir Bausätze waren oder anderes. Irgendwo habe ich mal gelesen – die Wohnung ist kein Museum.

7. In jedem Fall würde ich noch mal…

Anfangen.

8. Welches praktische Vorgehen hat sich bei dir bewährt?

Ich habe mir am Tag entweder eine Schublade, einen kleinen zusammengehörenden Bereich vorgenommen. Bestimmte Teile (nur sehr wenige, wo ich noch nicht weiß, ob ich diese nochmal nutze) wurden ausgelagert, der Rest entweder verkauft oder weggeschmissen. Nach einem bestimmten Prinzip habe ich nicht aufgeräumt.
Klamotten wurden auf einen Haufen gepackt und nach gefällt mir oder nicht sortiert, ich bin danach auf knapp 65 Teile gekommen.

9. Welche Vorteile hat es für dich, weniger Dinge zu besitzen?

Es ist viel leichter, Dinge wiederzufinden. Man hat einen Überblick (ich hab mal gezählt und bin auf insgesamt knapp 400 Teile insgesamt gekommen).
Auch geht die Reinigung, sauber machen der Wohnung sehr schnell.

10. Gibt es noch etwas, was du mitteilen möchtest?

Nicht aufgeben, auch wenn es Tage, Monate oder Jahre dauert, bis man seinen Stil gefunden hat.

 

Schreibtischplatte mit Laptop und Mehrfachstecker

 

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Minimalismus – 10 Fragen an: Dich

Wenn du ebenfalls schon einige Zeit minimalisierst und Interesse hast, die 10 Minimalismus-Fragen zu beantworten, melde dich bei mir.  Fotos können, müssen aber nicht dabei sein.

 

Zum Weiterlesen:

 

41 thoughts on “Minimalismus – 10 Fragen an: Stephan

  1. Kann das sein? Erst will man freie Flächen. Dann die Möbel nicht mehr. Wie mit den Kochbüchern. Erst reißt man die besten Seiten raus, Dann wirft man doch alles weg. Und nutzt Rezepte on. Es scheint in Schichten zu laufen.

    1. Ja, das Reduzieren geschieht meistens in mehreren Durchgängen, das wird von vielen Minimalisierern beschrieben.
      Ich bin gerade dabei, den Aufräum- und Putz-Aufwand noch weiter zu reduzieren und warte auf die Lieferung einiger ergänzender Küchenschränke: Das vorhandene Zeug in mehr Schränken verteilen, wenig bis nix stapeln, kein rumkramen, kein suchen, schneller aus- und einräumen. Weniger zustauben, weil sich möglichst viel hinter verschlossenen Türen o. Schubladen befinden soll. Ich habe es gerne übersichtlich, gerne aufgeräumt – aber ich räume nicht gerne auf. Daher minimalisiere ich jetzt das Aufräumen.

    2. Hallo Tanja ,
      ja bei mir auch, aber ganz wenige Kochbücher und Rezepte habe ich aufgehoben. Da kann es jederzeit eine neue Runde geben.
      So ist es auch mit Möbeln und allem anderen. Wenn eine Sache wegfällt ergeben sich plötzlich neue Möglichkeiten, nicht immer , aber anfangs sehr häufig. Wenn ich merke welche Möglichkeiten ich durch leeren Raum oder leere Regakflächen habe , dann fühlt sich das frei an.

      1. Schränke (Türen) sind für mich eher ein Graus, ich bin ein Freund von Schubladen.
        Rezepte hab ich lieber auf’n Papier (lese auch lieber nen Buch aus Papier als Ebook).

          1. Ich glaube, alles über 4 Handgriffe stresst mich. Weswegen ich lieber den Schneebesen nehme als den Mixer. Hab mir eine einfachere Reibe gekauft. Mag kein akrobatisches Spülen. Und wenn ich den Drucker benutze. Handtuch runter – Stecker rein – Papier rein – an – warten – 2 mir fremde Formulare ausfüllen. Klarna. Drucken. Dafür habe ich heute den neuen Sofabezug weiterverkauft. Schmerzensgeld. Hat mich insgesamt gestresst. Warum? Weil es keine Routine ist. Ich muss das mal weiter beobachten.

            Bis zu Gabis unteren Tellern wären es momentan auch 4 Handgriffe. Oder, weil ich links und rechts wechsele und durcheinander werde. Vielleicht haben das Problem Andere nicht. Und das ist meine persönliche Macke. Viel Spaß dir beim Schrauben, Gabi.

            1. Keine Macke, sondern höhere Stufe der Vereinfachung 🙂 Kann in nicht minimalisierten Umgebungen oder Alltagssituationen außer Haus zu Irritationen führen . Am besten links liegen lassen und nicht weiter drüber nachdenken, außer Zu Hause. Da soll es doch einfach und mit kurzen Wegen sowie wenigen Handgriffen effizient sein. Ich will mir jedenfalls nicht das Leben zu Hause unnötig schwer machen. Was ich oft benutze gehört sicher nicht in die unterste Küchenschublade hinten an die Wand. Unnötiged Bücken und Strecken muss nicht erzwungen werden.

              1. Die Formulierung „höhere Stufe“ trifft es schon recht gut – zumindestens bei mir. Viele Menschen meinen, die Anschaffung diverser Technik brächte die Erleichterung. Das KANN, muss aber nicht erleichtern. Das Zeug steht rum, nimmt Platz weg, staubt zu, blockiert Schrankfläche. Dann muss Technik gewartet werden, geht heute viel schneller kaputt, als früher. Und zumindestens für einen 2-Personen-Haushalt weiß ich dank genauen Nachmessens, dass ein Geschirrspülgerät keine effektive Zeitersparnis gebracht hat. Damals habe ich genau die Zeiten gestoppt – x-fach. Es kam immer etwa auf die gleiche Zeit heraus. Das war einfach nur Verlagerung, Einbildung und keine Vereinfachung, schon gar nicht auf einer höheren Stufe.

              2. Ich finde die Formulierung auch super von Thorsten. Das Geschirr kam bei uns gegen Ende nass aus dem Geschirrspüler. Sehe heute noch in Reportagen, dass die Leute es dann abtrocknen. Dann kann ich es auch gleich spülen und von außen abtrocknen. Der Rest trocknet im Metallschrank. Gut, dass du die Zeit gemessen hast, Gabi. Das wusste ich bisher nicht. Ich will auch keinen Geschirrspüler mehr.

  2. Hallo,

    ich bin immer so frustriert, wenn ich die übliche Minimalistenwohnung sehe und die mit meiner vergleiche. Nicht nur, weil das meist welche mit Balkon und schönem Fußboden in Holzoptik sind, und darum die Leere nicht auf die Schäbigkeit der Mietwohnung aufmerksam macht, die man andernfalls mit Kram kaschieren kann, sondern vor allem, weil die so viel leerer/aufgeräumter aufsehen. Nach den letzten Beiträgen verstehe ich aber langsam warum. Doppelt bis dreifach so viel Platz – da verteilt sich der wenige Besitz natürlich besser, als wenn man das alles auf 12 m² hat.

    Was ich mich allerdings immer noch frage: Haben Mimimalisten keine Hobbys, die viel Besitz erfordern?
    Gerade bei kreativen Hobbys wie Nähen oder Zeichnen/Malen oder so etwas, häuft sich ja immer jede Menge an, was man nicht einfach entsorgt an Material wie Stoffreste, Papier, Pappe, Farben und so weiter. Oder was man an „Werkzeug“ braucht. (Bohrmaschine leihen z.B. käme bei mir absolut nicht in Frage, so etwas brauche ich regelmäßig.) Ich würde wirklich mal gerne einen Minimalisten treffen/dessen Wohnung sehen, der so ein Hobby hat, statt ein minimalistisches wie Yoga und Meditation, für das mal allenfalls eine Matte und ein Zafu braucht.
    Bei mir fängt’s ja schon mit Wandern an. Extrarucksack, da der Alltags-City-Rucksack zu klein ist, Regencape, kleine isolierte Decke zum drauf sitzen, Thermoskanne, Taschenmesser und all so ein Kram, der auch irgendwo vorhanden und verstaut sein will.

    1. Hallo Daniela,
      bei 12qm wäre es auch bei mir bis zur Decke voll. Ich habe fast 42qm, das ist mehr als dreimal so groß. 30qm wären für mich auch ausreichend, das ist aber immer noch das Zweieinhalbfache. D.h., 12qm – das ist dann einfach eng und voll, auch mit wenig Kram.

      Stefan hat ja das Hobby Modellbau (siehe Frage 2 und 6 oben) und er beschreibt auch, dass man sich auch bei solchen Dingen verzetteln kann. Man sammelt dann gerne mehr an, als wirklich nötig ist. Bzgl. Hobby könnte man aber auch der Einfachheit halber sagen: Behalte die Hobbysachen und entferne alles, was nicht unbedingt nötig ist und dich am Ausüben deine Hobbys hindert. Ich schaue immer wieder durch und ehrlich gesagt: Irgendwas findet sich halt immer, was einfach nur herum liegt.

      Ich schaue immer, ob und was sich multifunktional nutzen lässt und was vielleicht einfach auch nicht unbedingt sein muss. Beim Wandern nehme ich vorrangig Wasser und was zu Essen mit. Kaffee oder Tee trinke ich dann Zuhause oder gönne mir dann ggf. auch mal ein Café oder Restaurant. Irgendeinen trockenen Platz zum Sitzen habe ich bislang immer gefunden. Christof von einfachbewusst.de hat super Anregungen für eine minimalistisch-komfortable Wanderausrüstung. Er ist mit 32-Liter-Rucksack Wochen und Monate unterwegs. Beispiel hier: https://www.einfachbewusst.de/2016/06/packliste-jakobsweg/

      Werkzeug habe ich nur das, was ich wirklich nutze. Selbst Baumärkte verleihen heute schon solche Dinge. Ich tausche mich da aber in der Regel im engeren Freundeskreis aus.

    2. Daniela, seit kurzem bin ich auch outdoor unterwegs (Wandern, Pilze), da hab ich auch ein wenig Kram dafür. Das Hobby Modellbau habe ich erst mal auf ein Minimum reduziert, wo ich keinen Maschinenpark brauche. Die Reste wie Papier usw. zum Basteln hab ich nun unter Verbrauchsmaterial abgelegt und nicht mitgezählt.
      Bei mir ist auch „nur“ normaler Fußbodenbelag drin.

      Irgendwo hab ich mal gelesen, eine Bohrmaschine in einer Mietwohnung wird nur 13 Minuten ihres „Lebens“ genutzt.

    3. Hallo Daniela,
      wir leben zu zweit auf 59 Quadratmeter und jeder von uns hat Hobbys. Der Mann ist Gamer und IT Mensch da hat er einiges an Kram was sich im Schlafzimmer tummelt weil es auch sein Platz ist für den Pc Tisch. Ich habe einiges an Fotografie Ausrüstung, wo ich aber das Glück habe das ehemalige Kinderzimmer nu mein eigen zu nennen, mein Atelier sozusagen 🙂 Dort ist dann auch mein Schreibtisch mit Laptop extra Monitor usw. drin. Und dann Handarbeite ich viel, heißt Wolle, Nadeln, Nähmaschine, Stoffe sind auch bei mir vorhanden in ziemlicher Auswahl. Werkzeug mag ich auch nicht leihen, also ist alles in einer Kiste untergebracht im Flur, die aber gleichzeitig als Sitzbank dient. Du siehst also, leer ist es bei mir nicht, ist ja auch kein Hochglanzmagazin, sondern meine Wohnung. Minimalismus heißt ja nicht, nur eine bestimmte Zahl an Dingen zu haben, sondern sich immer hinterfragen brauche ich das wirklich. Beim reduzieren läuft es genauso, einfach schauen brauche ich es wirklich. Was ich noch wichtig finde, nicht mit anderen vergleichen, jeder ist anders, jeder braucht mehr oder weniger um sich wohl zu fühlen 🙂

      Lg Aurelia

      1. Ich sehe es genauso. Es ist wirklich komplett egal, ob da ein paar Teile mehr oder weniger in der Wohnung sind – so lange es ins eigene Leben gut reinpasst, nicht belastet, nicht sinnlos rum liegt oder stört.

        1. Hallo,

          danke für die Antworten!

          Ich meine auch nicht, dass jede Wohnung aussehen muss, wie aus dem Möbelprospekt, ich hätte meine nur gerne überschaubar und ästhetisch.

          Das ist mit einer kleinen, bzw. kostengünstigen Stadt-Wohnung wie meiner einfach nicht machbar, habe ich den Eindruck, wenn ich meine Hobbies beibehalte. Ich habe z.B. keine Küche, und damit auch noch Küchenkrempel in meinem Wohn-/Schlaf-/Arbeits-/Esszimmer. Mein Schrank ist bis unter die Decke voll und so eng gepackt wie beim Tetris spielen. Sieht nicht gut aus und wenn ich etwas brauche, muss ich erst mal die oberen Kartons abbauen, um an die unteren zu kommen. Das, was ich an Geschirr täglich brauche, steht, bzw. hängt in meinem Flur mit der Pantry-Küche „unordentlich offen“ herum. (Ich würde auch gerne so einen Bar-Kühlschrank haben, da ich das stromfressende 1-Sterne-Fach Monster definitiv nicht brauche! Geht aber leider nicht, da es zum Inventar der Wohnung gehört.)

          Und das einzige, was mit nur einfällt zu entsorgen, sind meine Bücher, nachdem ich sie alle gescannt und digitalisiert habe. ;-/

          Na ja. Wenn ich die positive Seite betrachte, merke ich auf engem Raum eher, was ich alles besitze als wenn sich das auf mehr Raum verteilen würde. :-p

      1. Ich glaube auch in 100km Entfernung ist es bei uns teurer. Bei 150€ Miete sind die Nebenkosten sicher teurer als die Miete. Das gab es früher schon. Die Baugenossenschaften hatten Angebote , bei denen man es sehen konnte : Miete xxx, Nebenkosten waren extrem höher. Dann haben sie angefangen zu modernisieren, die Heizkosten sind runtergegangen, die Kaltmieten natürlich hoch.

        1. Ich kenne solche Wohnungen, die sind nicht auf dem aktuellen Stand und auch nicht saniert. Ich kenne natürlich auch die Gegenseite, wenige qm und teuer.
          Wobei ich auch schon am Überlegen bin, mal eine zeitlang alternativ zu leben – ich rede jetzt nicht von Aussteigern.

        2. Ich finde es inzwischen am überschaubarsten, wenn ich die gesamten Kosten fürs Wohnen, also Bruttokaltmiete, Heizkosten, Strom (ich rechne auch noch die Rundfunkgebühr dazu, da diese an das Wohnen gebunden ist), mal ins Verhältnis zum Einkommen setze. Also: Wieviel Prozent meines Einkommens muss ich dafür verwenden? Früher sagte man, ca. 1/3 des Nettoeinkommens.
          Rechnet man mal so, ist es dann erstmal zweitrangig, was an den Kosten dann Miete (oder Abzahlung an die Bank fürs Eigentum), was Nebenkosten Energie etc. sind. Entscheidend sind die Gesamtkosten im Verhältnis zum Nettoeinkommen.

          1. Ja das ist schlau.

            Den Mietnebenkosten kann man bloß nicht immer trauen. Sie werden manchmal unfairerweise mit niedrigem Abschlag angesetzt , dann hat man im zweiten Jahr plötzlich eine heftige Nachzahlung und eine derbe Erhöhung der Abschläge. Und wenn man im ungedämnten Altbau sitzt und die letzten Winter warm waren , dann kann ein kalter Winter ruinös sein. Aber welcher Mieter geht in diesem Mangelmarkt hin und verlangt die Abrechnung des Vorjahres zu sehen. Macht keiner. Für Käufer einer Eigentumswohnung ist das dagegen Pflicht, da gibt es keine Probleme bei der Auslieferung der Unterlagen von den letzten Jahren. Insbesondere der Protokolle von Eigentümerversammlungen, die über das Gesamtobjekt eine gute Aussage machen . Neue Heizungsanlage, Dämmung etc. sind ein Plus. Wasserschäden, Sanierungsstau, wiederholter Vandalismus oder Diebstähle ein Minus.

            1. Nicht jeder kann sich gleich Eigentum zulegen, selbst dann nicht, wenn er/sie es gerne hätte. Am Energieausweis kann man ja immerhin auch schon grob einiges sehen. Dann hat man ja selbst auch Erfahrungswerte. Ich habe z.B. 33€ für Gasheizung (und Warmwasser) im Monat, Haus hat keine besondere Außendämmung und stammt aus Anfang der 30er-Jahre – im Kalten sitze ich nicht. Früher hatte ich eine 50er-Jahre Wohnung, etwas zugig, alte Therme – der Verbrauch war mehr als doppelt so hoch. Am teuersten waren bei mir die Wohnungen mit Nachtspeicherheizung oder Ölzentralheizung.

              1. Man kann es wohl erst wissen, wenn man ein paar Jahre irgendwo wohnt. Dann ist es entweder gut oder zu spät. Einen Energieausweis gab es früher nicht. Geben die Vermieter den Wert schon bei Angebot der Wohnung an oder muss man nachfragen, weil man Anspruch darauf hat. Nebenkosten können zur zweiten Miete werden , leider, gilt auch für Eigentum.

              2. Ob so oder so: Letztlich ein Grund mehr, nicht so viel Krempel anzusammeln. Dann braucht man schonmal keinen Ankleidezimmer, Hobbyraum, Lagerraum, etliche Küchenschränke und Bücherregal weniger usw. usw.

    1. Die Mietpreise sind teilweise echt fürchterlich, wobei ich mich persönlich mit einer Genossenschaftswohnung nicht beschweren kann. Auf der anderen Seite hat Minimalismus den Vorteil, dass man etwas flexibler ist bei der Größe. Da ist eher die Frage: Was kann und will ich bezahlen – und was bekomme ich dafür? Ob das dann ein paar Quadratmeter mehr oder weniger sind – was solls?

      Ich habe mit Balkon 42qm, finde das letztlich auch noch zu groß für meinen Bedarf. Kleiner Wohnungen gibts hier in der Ecke nicht, durchaus anderswo – bei etwa gleicher Kaltmiete die halbe Größe oder schlechte Lage oder gruseliger Renovierstand. Dann habe ich halt zuviel Platz – nennt man glaube ich Luxusproblem.

      1. Die Gehälter sind zu niedrig, die Abgabenlast in Deutschland ist mit die Höchste in den OECD- Ländern. Die Steuertabelle aus den 50ern wurde nicht mit der Inflation angepasst. Die Krankenschwester zahlt heute die Steuern des Bankdirektors im letzten Jahrhundert . Als der Spitzensteuersatz von 53% auf 42% gesenkt wurde haben die Leute nicht gesehen , dass gleichzeitig die Einkommensgrenze , ab der der Steuersatz gezahlt werden muss drastisch gesenkt wurde. Es war eine Steuerhöhung, nur ganz Reiche profitierten. Sie hätten sonst Deutschland verlassen.
        Wenn die Masse schreit „die Mieten sind zu hoch“ dann ist korrekt „die Mieten sind im internationalen Vergleich moderat , aber euer Gehalt ist zu niedrig und die Steuern zu hoch“.

  3. 40 qm ist glaube ich der Durchschnitt bei der Wohnfläche pro Person. Es würde mich interessieren, was die Umzugsmotivation ist. Den Schreibtisch nehme ich auch sofort , so schön leer.
    Ich kann auch nachvollziehen, dass vor dem Umzug nichts an den Möbeln geändert wird, evtl. muss man ja auch sehen was wie in die neue Wohnung passt.
    Zum Hobby gibt es Parallelen zu meiner Sammelsucht bei Zimmerpflanzen. Ich habe für mich festgestellt, dass Dinge , die mich an Innenräume binden und gedanklich auf ein Thema zielen, das Rausgehen verhindern. Besser ist es doch rauszugehen und innen mehr Raum für Gedanken zu haben, man ist oft genug in der Wohnung. Bin neidisch, dass das Ausmisten der Küche leicht fiel. „Könnte man noch brauchen“ fiel mir gerade im Bereich Essen schwer.

    1. Thorsten, momentan noch Eigentum, was demnächst verkauft werden soll.
      Der Schreibtisch, mir würde jetzt eine Fläche von 70 x 70 cm reichen statt 190 x 90 cm.
      Hier war vorher noch ein Schubladenschrank Eigenbau mit 8 Schubladen drunter, welcher auch schon entsorgt wurde.
      Könnte man noch brauchen und nun weg, da bin ich so, dann wird es eben neu beschafft.

      1. Das ist ganz klasse. Ich habe an meinem 38 Jahre alten Schreibtisch ein Seitenteil abmontiert, schon lange weg. Das andere nutzt meine Frau. Es ist nun mehr Platz für die Beine , ich bin so oft mit dem Knie dagegen, habe mich so lange nicht getraut etwas zu ändern. Im Nachhinein unverständlich.

        1. Thorsten, das ging mir ähnlich. Immer war der Unterschrank im Weg…
          Bei mir war es – keine Motivation, beim Minimieren war es dann einfach.

  4. Seit Wochen nehme ich mir vor, endlich mal meinen überquellenden Schreibtisch aufzuräumen – und dann sehe ich dieses Bild von der wunderbar leeren Schreibtischplatte. Das motiviert. Das ganze unnütze Papierzeugs habe ich dann schon mal entsorgt. Morgen folgt der Rest. 😀

      1. Erledigt. Puh. War 3 x am Altpapiercontainer. Ok, die Regale neben dem Schreibtisch sind noch ziemlich voll. Was solls. Das erste Erfolgserlebnis habe ich ja jetzt.

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