Minimalismus – 10 Fragen an: Kristin

Minimalismus – 10 Fragen an… ist eine kleine Reihe, in der ich (in unregelmäßigen Abständen) an einem Mittwoch, Leser/-innen meines Blogs zu Wort kommen lasse, um die Vielfältigkeit des minimalischen Lebensstil deutlich werden zu lassen.

Heute: Kristin

 

1. Wie ist deine jetzige Wohn- bzw. Lebenssituation?

Ich bin 36 Jahre alt, verheiratet und lebe mit Mann und Kater in einem 90 qm-Haus.

2. Warum hast du mit dem Minimalisieren angefangen?

Ich hatte das Gefühl mich stressen Dinge. Ich fühlte mich erdrückt. Freie Wände und Flächen wirken sehr beruhigend auf mich. Mit wenig Dingen muss man nicht viel. Ich möchte möglichst nichts müssen.

3. Was denken andere Menschen (Familie, Freunde, Nachbarn…) über dein Loslassen von Dingen?

Die meisten verstehen es nicht. Meine Schwester, meine Mutter und die Familie meines Mannes horten viel und haben überall Deko rumstehen. Sie sind das komplette Gegenteil von mir. Lediglich mein Vater und mein Mann empfinden freie Flächen ebenfalls als angenehm.
Meistens bekommen wir Ratschläge was wir wo noch hinstellen können bzw. Kommentare, dass Bilder an den Wänden und Deko/Pflanzen auf den Fensterbänken fehlen und es kahl wirkt…

4. Am leichtesten ist mir gefallen…

Deko wegzulassen. Deko bringt mir persönlich nichts. Danach ging es mit Zimmerpflanzen weiter. Das war eine große Erleichterung auch die gehen lassen zu können. Hatte vorher immer das Gefühl sowas hat man zu haben, Pflanzen gehören einfach auf eine Fensterbank. Ich genieße es sehr, dass unsere Fensterbänke frei sind und wir Fenster einfach weit öffnen können, ohne das etwas herunterfällt oder ohne dass man erst ein Sammelsurium wegnehmen muss.

Ich habe keinen grünen Daumen. Wir haben das Glück einen Garten zu haben. Dort wachsen schöne Blumen und Büsche. Wir haben eine Wildblumenwiese angelegt…

5. Am schwersten finde ich …

Mit dem Minimalisieren wieder aufzuhören 😉 Und Kompromisse mit dem Minimalisieren einzugehen.
Bevor ich mit meinem Mann zusammenzog, war ich schon recht extrem minimalistisch. Aber ich mochte es. Ich könnte immer weiter machen, auch wenn man schon ziemlich am Ende angekommen ist und es eigentlich nichts mehr zu minimalisieren gibt…

Mein Mann ist glücklicherweise aufgeschlossen und mag es auch reduziert, allerdings hat er mehr „Gedöns“ als ich und möchte sich einfach von einigen Sachen nicht trennen. Hier muss ich Kompromisse eingehen. Schließlich sollen wir uns beide wohlfühlen. Aber das fällt mir nicht immer leicht 😉

6. Auf keinen Fall würde ich noch mal…

Deko hinstellen !!!

7. In jedem Fall würde ich noch mal…

immer wieder neu die Räume und Sachen durchgehen, ob nicht doch etwas überflüssig geworden ist

8. Welches praktische Vorgehen hat sich bei dir bewährt?

Auf jeden Fall nach Kategorien ausmisten.
Ich habe immer nach Themen sortiert und dann überlegt wieviel ich von etwas brauche und mir dann davon das Entsprechende ausgesucht. Der Rest kommt weg.
Ich finde es toll und effektiv, wenn man einen Schrank oder sogar ein Zimmer komplett leer räumt. Dann fühlt man diese Ruhe und Übersichtlichkeit. Ich war dann viel motivierter, um in diesen Schrank oder Raum dann nur noch das Nötigste wieder hereinzulassen um ihn nicht wieder vollzustellen.Eine Schublade oder ein Schrankfach nach dem anderen hat sich bei mir nicht bewährt. Hab die Erfahrung gemacht, dass man dabei nicht viel ausmistet, weil der Überblick über die komplette Kategorie fehlt.

9. Welche Vorteile hat es für dich, weniger Dinge zu besitzen?

Ich fühle mich auf jeden Fall leichter, freier. Sachen erdrücken mich schnell.

10. Gibt es noch etwas, was du mitteilen möchtest?

Ich kann leider keine Fotos beisteuern. Habe im letzten Jahr mein Smartphone minimalisiert 😉

– – –

 

Minimalismus – 10 Fragen an: Dich

Wenn du ebenfalls schon einige Zeit minimalisierst und Interesse hast, die 10 Minimalismus-Fragen zu beantworten, melde dich bei mir.  Fotos können, müssen aber nicht dabei sein.

 

Zum Weiterlesen:

 

19 thoughts on “Minimalismus – 10 Fragen an: Kristin

  1. Hallo Kristin,
    es gibt einige Parallelen 🙂 Dieses Jahr habe ich eine schöne Blumenwiese aus und Mehrjährigen. Hier gilt auch : es dauert Jahre, jedenfalls bei mir. Ich habe vor einigen Jahren ein Hummelhaus gekauft, die Hummeln kamen nicht , auch nach drei Jahren nix. Warum auch, es gab ja nichts zu essen im Garten. Ich habe es verschenkt.

    Heute habe ich eine Kristallschale bei Oxfam gespendet , ein richtig schweres Teil „Quadro“ von Paloma Picasso. Es war ein Geschenk einer Kollegin. Ich hatte sie nicht weggegeben falls sie uns einmal besuchen würde ?! Egal sie ist weg, bei Kleinanzeigen wollte sie niemand. Die Schale war auch echt unpraktisch. Auch im 6.ten Jahr findet sich immer noch etwas , weil Manches nicht sofort entschieden werden muss. Deshalb gibt es kaum Fehlentscheidungen scheint es.
    Es warten noch aufs Wegbringen : ein Akku-Rasenmäher und ein Fahrrad, ein Holzregal… dann ist da noch der alte gebraucht e Ersatzbezug für die Sofas vom Schweden…ich denke das wird gehen , man findet Anbieter für Erdstzbezüge im Internet, das wäre dann so in 10 Jahren fällig, die Sofas selbst gehen nicht kaputt…ich kriege es alles nur nach und nach hin, will und muss mich nicht beeilen, ich habe Zeit 😉

    1. Hallo Thorsten,
      wir versuchen uns seit einigen Jahren an einer Blumenwiese. Im ersten Jahr war sie am schönsten. Da haben wir aber viel Arbeit reingesteckt (Boden teilweise ausheben, Gras raus und Sand statt Erde rein…) War richtig anstrengend. Leider kam im nächsten Jahr nur wenige Blumen von allein, obwohl wir die verblühten ewig stehen ließen, damit sie sich selbst aussähen. Naja, nun streuen wir jedes Jahr einfach Samen aus und freuen uns über das was blüht, spannend ist, dass sich einiges einfach selbst ansäht. Unser Garten sieht jedes Jahr etwas anders aus.
      Mit Bienenhäusern und Insektenhotels haben wir bisher vergeblich unser Glück versucht…
      Jeder wie er mag, der eine kann und will sich schneller von etwas trennen, der andere braucht oder möchte mehr Zeit!
      Meine Kollegin erzählte letztens auch, dass sie das eine oder andere nicht wegschmeißt, weil sie es geschenkt bekam und die Person dann wohl erwarte, dass es auch zu Hause rumsteht. Ich frage mich, ob das wirklich so ist. Ich an meiner Stelle würde beim nächsten Besuch nicht darauf achten, ob und wo das Teil stehen könnte. Ich glaube ich würde da gar nicht mehr dran denken…
      Liebe Grüße

      1. Hallo Kristin, aussähen tun sich bei mir zuverlässig, z.B Ringelblume, Schleifenblume, Alyssum, Jungfer im Grünen…. manches blüht auch erst im 2.ten Jahr aus den Mischungen z.b die Bartnelken oder Nachtviolen. Bis dahin sehen sie aus wie Unraut 😮 Am besten jedes Jahr dort, wo es merklich weniger waren nachsähen.

  2. Ich kann das alles so gut nachvollziehen. Ich bin quasi eine ehemalige Maximalistin und habe mit meinem Freund im Überfluss gelebt. Während er diesen noch weiterlebt- Stichwort haben, nicht brauchen- bin ich dem Minimalismus seit einigen Jahren zugetan. Ich muss, wie mein Freund allerdings durch mich auch, mit vielen Kompromissen leben, habe aber zumindest mein „eigenes“ minimalistisches Reich geschaffen. Ich habe trotz spätem Studium und damit verbundenem geringen Einkommen eine hohe Sparleistung und komme finanziell besser zurecht als früher. Auch das ist für mich ein Teil des Minimalismus, der Frugalismus.
    So entsorge ich peu à peu meinen angesammelten Hausstand, so dass ich trotz 90qm Wohnung mit maximal 8-10 Umzugskisten auskäme, falls umziehen ein Thema wäre. Und ich mache stetig weiter. Nun ist seit 6 Monaten Shopping-Diät und auch das klappt sehr gut.
    Ich denke vieles ist möglich, man muss nur anfangen. 😉
    In diesem Sinne liebe Grüße an alle und ein schönes Wochenende.

    1. Ich habe vor einigen Jahren einen andere Arbeit gesucht (eine nicht mehr so stressige) und dadurch auch meine Arbeitszeit reduziert. Nun verdiene ich zwar weniger. Aber das ist es mir wert. Das ist auch eine Sache, die viele meiner ehemalige Kollegen nicht verstanden haben. Für die meisten geht es nur in die andere Richtung, man muss möglichst immer mehr verdienen…
      Toll, dass du deinen Weg und auch mit deinem Freund Kompromisse gefunden hast!!

        1. Hallo Kristin,
          mein Freund „atmet“ bei mir durch. 😉 Er mag meine Ordnung mittlerweile sehr und dass wir es nicht zu überladen in der Wohnung haben. Außer einem Weihnachtsbaum gibt es keine Deko. Er hat viel mehr Kleidung als ich und ich komme ursprünglich aus der Modebranche. Minimalismus ist ein Life-Changer gewesen. Ich kann dich mit der Arbeitszeitreduzierung sehr gut verstehen. Ich finde das super! Schönen Abend dir!

            1. Denkt bitte auch an die Altersvorsorge, spart z.b.in einen weltweit ablegedden ETF nicht in ein Versicherungsprodukt. 25€ pro Monat oder Vierteljahr ist Minimum, 25€ sollte jeder haben. Aussetzen oder Sparrate ändern geht per Mausklick, Verkaufen im Notfall ebenfalls.

              1. Nur mal auf die Schnelle:
                Gesetzl. Rente wird berechnet:
                Eigenes Bruttoeinkommen : Durchschnittsbruttoeinkommen = Anzahl Punkte. Durchschnittsbruttoeinkommen 2020 ca. 40500€. Wer so viel verdient erhält 1 Rentenpunkt. 1 Rentenpunkt ergibt aktuell 33,05
                35 Jahre zum Durchschnittseinkommen arbeiten bedeutet danach 1156,75€ Brutto (davon ab gehen Krankenversicherung, Pflegeversicherung, evtl. nochmal Steuern.

              2. Ich finde darüber hinaus auch wichtig, einfach schnell verfügbare Rücklagen von 3 oder 4 Monatseinkommen bzw. eigene durchschn. monatliche Gesamtausgaben verfügbar zu haben. Ist altmodisch, aber entspannt. Siehe aktuell: Corona und Kurzarbeit

              3. Ja definitiv, eine Rücklage bringt zwar keine Zinsen, lässt aber ruhig schlafen. Ich kenne jemanden, der könnte keine Waschmaschine ersetzen , wenn sie kaputt ginge. Da geht es um 300€ oder 500€. Also das wäre für mich das Minimum, denn sonst wäre der Waschsalon, notwendig, wenn es denn überhaupt einen gibt , auf dem Land nicht. Also zu dem Ärger einer unvorhergesehenen Ausgabe oder gar Wegfall des Einkommens soll nicht noch eine sofortige Angst um negative Kontenstände kommen.

  3. Grünpflanzen minimalisieren steht bei mir auch gerade an. Die ersetzen zur Zeit die Deko. Aber lebendige Deko macht mich genau so unruhig, habe ich festgestellt.
    Ganz ohne Pflanzen möchte ich allerdings nicht. Aber mehr als höchstens drei sollten es nicht sein. Die machen dann auch kaum Arbeit. Bei Seramis muss man auch nicht so oft gießen.
    Habe noch einige mehr, aber ich gehe es ruhig an. Ein paar habe ich schon verschenkt. Wegwerfen bringe ich nicht übers Herz. Das Gießen vergessen finde ich auch böse. Ich verhätschle sie aber nicht allzu sehr, da verabschiedet sich ab und zu mal ein Pflänzchen von ganz allein. 🙂 So kommt man auch zum Ziel.
    Dass Pflanzen gut fürs Wohnklima sind, wird meiner Meinung nach überbewertet. Einmal Durchlüften bringt mehr Sauerstoff.

    1. Sehe ich inzwischen genauso. Ich habe immer viele Zimmerpflanzen gehabt , sehr viele. Um Ich war letztes Jshr auch wieder mal auf die Luftreinigung gekommen, und du hast recht : Lüften so viel es geht ist das Beste.

  4. Mit Deko hab ich es auch nicht so, einige Deko ist noch drei kleine Vitrinen, welche vom Hobby übrig geblieben sind. Da fällt es mir noch schwer, mich davon zu trennen.
    Deko auf Fensterbänken finde ich ein Graus, mal schnell Fenster öffnen is da nicht, da habe ich nie Deko abgestellt.

    1. Es gab Zeiten, da kam ich mir in bzgl. der nicht vorhandenen Deko wieder einzige Exot auf diesem Planeten vor. Da lese ich doch gerne, dass es offensichtlich doch eine ganze Reihe anderer solcher Exoten gibt 😉 Woanders kann ich mir so ein Zeug gut anschauen, aber bei mir Zuhause brauche ich das nicht. Ich genieße die visuelle Ruhe. Und Fensterbänke frei machen, damit ich richtig lüften kann – ist auch mir viel zu viel Aufwand.
      Zuviele Dinge fühlen sich erdrückend an: Geht mir auch so. Volle Räume stören mich anderswo nahezu überhaupt nicht, aber in meinen eigenen 4 Wänden fände ich das gruselig. Es ist schon sehr befreiend in unserer hochgetakteten Konsumgesellschaft nicht jeden Klimbim besitzen zu müssen. Ich genieße es jeden Tag.

      1. Exot – ja genau, so fühlte ich mich auch manches Mal… Gerade als Frau wird man schon komisch angeguckt. Deko und Frau gehört in den Köpfen der Leute wohl untrennbar zusammen

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