Achtsamkeit, Minimalismus und die Kunst, das richtige Maß zu finden

„Like a sandcastle, all ist temporary.
Build it, tend it, enjoy it.
And when the time comes, let it go.“
(Jack Kornfield)
Wie eine Sandburg ist alles vorübergehend.
Baue es auf, pflege es, genieße es.
Und wenn die Zeit gekommen ist, lass es los.“
(Jack Kornfield)

 

Es gibt nur wenige Sätze, die ich irgendwo mal gelesen habe und an die ich mich im Laufe der Zeit immer wieder erinnere. Das obige Zitat von Jack Kornfield  ist ein solcher Satz. Ich finde darin viel von dem, was Achtsamkeit und Minimalismus als Lebensstil ausmacht und hilft, das richtige Maß zu finden:

„Like a sandcastle all ist temporary“

Die eigenen Besitztümer einfach mal mit der Stabilität einer Sandburg zu vergleichen, macht deutlich, wie relativ die eigenen Besitztümer sind. Als physische Wesen benötigen wir natürlich Dinge. Es fängt schon beim Frühstück an. Einen Kaffee oder Tee kochen und anschließend genießen ohne, dass ich zumindestens einen Wasserkocher und eine Tasse, sowie Tee bzw. Kaffee zur Verfügung habe, ist schwierig. In der kalten Jahreszeit benötige ich ausreichend warme Kleidung und ohne irgendein Gerät, welches mir die aktuelle Zeit mitteilt, würde ich es kaum pünktlich irgendwo hinschaffen.

Aber muss es fürs morgendliche Kaffeekochen wirklich der Hightech-Kaffee-Vollautomat sein – und wenn ja, warum eigentlich? Hier trifft sich Achtsamkeit und Minimalismus: Ist es wirklich der damit verbundene Komfort oder doch eher das Hightech-Gerät als Statussymbol? Und wozu dient der übergroße Kleiderschrank? Um mich im Winter vor Kälte zu schützen, braucht es nicht 5 oder 10 Winterjacken, wenn ich ohnehin immer nur eine Jacke gleichzeitig anziehen kann. Was treibt an, wenn ich mir den Kleiderschrank trotzdem vollstopfe? Wann geht im eigenen Leben das richtige Maß verloren und wird zur unsinnigen Masse? Und warum?

Sich an solchen oder ähnlichen Stellen bewusst zu werden, dass die persönlichen Besitztümer der Dauerhaftigkeit einer Sandburg ähnlich sind, lässt diese in einem relativeren Licht erscheinen. Wir benötigen Dinge, aber sind sie soooo wichtig? Und wenn sie trotzdem so wichtig erscheinen, warum eigentlich genau?

„Build it, tend it, enjoy it“

Es ist es sehr entspannend und entlastend, Dinge wirklich genießen zu können. Es ist völlig in Ordnung, sich etwas aufzubauen. Das, was ich aufgebaut habe, kann und sollte ich pflegen und natürlich auch genießen.

Minimalismus bedeutet nicht, Dinge zu verdammen und schlecht zu reden. Im Gegenteil. Gerade in unserer „Ex-und-Hopp“-Gesellschaft sehe ich viel eher die Gefahr, dass wirkliche Pflege und Genuss von Dingen verloren geht. Kaum ist das neue Handy gekauft, ist es veraltet und wir wollen ein neues Gerät. Die Heimkinoanlage ist irgendwie immer noch nicht perfekt genug, die neue Bekleidung schnell unmodern und überholt.

Stattdessen achtsamer mit den eigenen Dingen umzugehen, sie zu pflegen und zu genießen, ist gleichermaßen Lebensgenuss, Dankbarkeit und wirkliche Freude.

„And when the time comes, let it go“

Loslassen ist mehr, als die so oft anzutreffende „Ex- und Hopp“-Mentalität unserer Tage. Loslassen ist immer auch die innere Auseinandersetzung mit dem, was ich loslasse. Wenn ich z.B. viel zu viel Zeit mit der Pflege von Dingen verbringe, ohne dass ich sie genießen kann, ist es Zeit, sich zu fragen, warum ich sie festhalte und was davon ich nun endlich loslassen sollte. Eltern kennen den Schmerz, die eigenen Kinder zunehmend auch wieder loszulassen, um ihnen ein eigenes selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Es gibt viele Bereiche, auch weit über die Dinge hinaus, in denen Loslassen bedeutsam ist.

 

Älter werden als Prozess des Loslassens

Zunehmend entdecke ich selbst auch das eigene Älterwerden als einen Prozess des Loslassens. Im 5. Lebensjahrzehnt muss ich mich nicht als „Berufs-Jugendliche“ stressen, sondern kann solche Ambitionen loslassen. Dadurch ist mir bewusster geworden, was im Laufe der Jahre einfacher geworden ist und wo ich heute viel entspannter, souveräner und sicherer durch meinen Alltag gehe als früher. Weder muss ich irgendwelchen Erfolgen, noch dem neuesten Schnickschnack hinterher rennen. Denn auch solche Bereiche sind lediglich Sandburgen, die ich eine zeitlang aufbauen, pflegen und genießen, aber irgendwann einfach auch wieder loslassen kann. Das befreit.

Die Kunst, das richtige Maß zu finden

Die Kunst, das richtige Maß zu finden, ist letztlich eng damit verbunden, dass nichts ewig und in Zement gemeißelt ist. Alles ist vorrübergehend und jede Lebensphase, jede Entscheidung, etwas Aufzubauen oder Loszulassen, ist eine Chance, damit das eigene Leben lebendig bleibt.

Es gibt in jeder Lebensphase Neues zu entdecken, wenn wir den Mut haben, wirklich im gegenwärtigen Moment zu leben, statt nur in der Vergangenheit zu verharren oder auf die Zukunft zu warten.

 

Eine Sandburg mit der Aufschrift: "Stop waiting"
Photo by James & Carol Lee on Unsplash

Minimalistisches Putzen und Aufräumen

Ich habe es gerne einfach – insbesondere, wenn es um so für mich langweilige Dinge, wie aufräumen und putzen geht. Diese Tätigkeiten mag ich einfach nicht. Ich finde sie öde und es geht mir total auf die Nerven, wenn alle möglichen Dinge im Weg stehen und ich darum herum saugen oder wischen muss. Was also tun, wenn man es gerne aufgeräumt und sauber hat, aber keine große Arbeit damit haben will? Insbesondere, wo ich als Hausstaub-Allergikerin auch einfach nicht auf das Saubermachen verzichten kann?

Minimalistisches Putzen ist da eine prima Sache. Denn ein minimalistischer Lebensstil mit weniger Dingen bedeutet, dass da, wo nicht so viel ist, auch nicht so viel aufgeräumt und geputzt werden muss. So kann ich in relativ kurzer Zeit alles fertigbekommen. Und so gehe ich dabei vor:

Wie öfters erwähnt, habe ich keine normalen Kleider- und Wohnzimmerschränke. (Roomtouren mit Text, Foto, Video). Die Dinge, die üblicherweise in Kleider- oder Wohnzimmerschrank geräumt werden, passen bei mir in eine ca. 1qm große Abstellkammer. Das ist phantastisch. Es befinden sich dadurch nicht mehr allzu viele Dinge in meinem Wohn-/Schlafraum. Insbesondere habe ich nicht tausenderlei Kleinkram herumstehen. Genau dieser Kleinkram macht nämlich richtig Arbeit. Er staubt nämlich besonders gerne zu und muss so mühsam und kleinteilig wieder abgestaubt werden – genau das, was ich wirklich gruselig finde und worauf ich überhaupt keine Lust habe.

Will ich putzen, staube und wische ich die noch im Wohn-/Schlafraum befindlichen Dinge kurz ab und stelle sie – vom Tisch abgesehen – alle auf meine beiden Podeste (die ich üblicherweise als Sofa und als Bett nutze).

Blick auf 2 Holzpodeste auf denen Futon, Stühle, Teppich, Wäschebox, Hocker, Lampen und Bettzeug gestalpelt ist

Der ganze Kram dieses Zimmers passt so auf 2 Quadratmeter Fläche. Die Menge und der damit verbundene Aufwand ist also sehr überschaubar. Der Rest des Raumes ist nun weitestgehend frei und kann dann schnell und einfach gesaugt und gewischt werden. Ein weiterer Vorteil: Bei diesem Vorgehen hatte ich jedes Teil einmal in der Hand und bemerke schnell, ob es wirklich in mein jetziges Leben passt. Außerdem schaue ich beim Zurückstellen dieser Dinge, ob und wo ich sie denn gerne in diesem Raum haben möchte. Da ich den Hang zum Inhouse-Nomaden habe, ist das zudem prima, da ich so den Raum immer mal wieder nach meinen aktuellen Bedürfnissen neu ausrichten und gestalten kann.

Minimalistisches Putzen funktioniert auf diese Weise wirklich vergleichsweise einfach und effektiv. Da hierdurch immer eine Grundordnung und Grundsauberkeit da ist, ist es auch kein Problem, wenn mal was dazwischen kommt und– wie im Moment – wegen einer Rippenprellung selbst dieses minimalistische Putzen nicht wirklich funktioniert, so dass ich daher zwangsläufig mal „Fünfe gerade sein lassen“ muss. Gerade, wenn eine solche körperliche Einschränkung im Weg ist, weiß ich Minimalismus wirklich zu schätzen. Das Leben ist viel einfacher und viel bequemer.

Minimalismus-Workshop im Unperfekthaus

Am Samstag, 10.11.2018 findet im Rahmen des Minimalismus-Stammtisches Essen/Ruhrgebiet der erste Minimalismus-Workshop statt. Wer an Minimalismus interessiert ist und sich hierzu austauschen möchte, ist herzlich eingeladen – egal ob „Neuling“, „alter Hase“ oder einfach neugierig.

Thema: „brauchen vs. wollen vs. loslassen“

Datum/Zeit: 10.11.2018, 15-18 Uhr

Ort: Friedrich-Ebert-Str. 18-26, 45127 Essen

Raum: 154 (1. Etage)

Kosten: Der Workshop selbst ist kostenlos.
Im Unperfekthaus muss am Eingang 7,90€ für eine Getränkeflatrate bezahlt werden. Hierfür gibt es so viel nichtalkoholische Kalt- und Heißgetränke, wie man möchte.

Anfahrt: Das Unperfekthaus ist mit ÖPNV und per Auto erreichbar. Vom Hauptbahnhof Essen sind es ca. 15-20 Min. Fußweg, ganz in der Nähe des Unperfekthauses ist die U-Bahn-Station Berliner Platz. Ergänzende Infos: https://www.unperfekthaus.de/anfahrt/

Hier noch einige Infos von Daniel Siewert zum Workshop: https://youtu.be/P01DQbuMgzA?t=262

Konsumrausch

Es ist erst einige Wochen her, als uns die diesjährige, lange Dürreperiode, den Klimawandel bedrückend erfahrbar werden ließ. Inzwischen ist es kühler und regnerischer geworden und die vom besonderen Konsumrausch geprägten Wochen stehen vor uns.

Atemlose Weihnachtszeit

Schon seit Jahrzehnten empfinde ich diese Zeit vor Weihnachten atemlos. Hektik, Lautstärke und Anspannung nehmen mit jeder Woche zu. Weihnachtskekse liegen schon seit Wochen in den Regalen. Der merkwürdige Gruselspaß zu Halloween ist gerade überstanden, da werden Laternen gebastelt und Martinsbrezel gekauft. Zu Nikolaus beschränken wir uns schon lange nicht mehr auf „Apfel, Nuss und Mandelkern“. Kann ich dann zu Weihnachten irgendwie noch verstehen, wenn Kinder beschenkt werden, so ist es mir völlig schleierhaft, warum Erwachsene untereinander so oft keine Alternative zum Schenken von Dingen finden können. Warum so viel? Es gibt doch so viele Wege, sich gegenseitig etwas Gutes zu tun.

Eine Sammlung von Geschenketüten
Photo by freestocks.org on Unsplash

Liegt Weihnachten hinter uns, kümmern wir uns um die Vorbereitungen zur Silvesterfeier und im Neuen Jahr können wir uns dann mal irgendeinen guten Vorsatz fürs Neue Jahr vornehmen. Meistens tauchen dann in den Regalen der Geschäfte irgendwelche Fitnessdinge auf, die wir kaufen sollen, um die weihnachtliche Völlerei wieder abzutrainieren.

Wenn sich der Rausch in Streits entlädt

Konsumrausch – das sind die vielen unsinnigen Dinge, mit denen wir uns die Wohnung vollrümpeln. Konsumrausch ist aber auch die ständige Hetzerei von einer Feier zur nächsten. Berauscht sein auch von den Anspannungen und Vorbereitungen aufs weihnachtliche Fest. Je mehr wir uns hineinsteigern, um so größer ist die Gefahr, dass sich die anfängliche Vorfreude in hohe Anspannung umwandelt und sich irgendwann in handfesten Streits entlädt. Trotzdem lenken wir uns ab, berauschen wir uns. Doch ein Rausch ist schnell vorbei, was irgendwann folgt, ist die Ernüchterung.

Innehalten

Es mag etwas altbacken klingen, die Wochen bis Weihnachten zum Innehalten zu nutzen, aber ist es nicht das, was wir wirklich brauchen? Einfach mal einige vorweihnachtliche Termine streichen (man muss ja wirklich nicht auf jeder Advent- und Weihnachtsfeier anwesend sein), den weihnachtlichen Konsum- und Geschenkewahnsinn reduzieren. Sich Zeit nehmen. Vielleicht mal MIT den Kindern spielen, anstatt nur die Kinderzimmer mit Zeugs vollzurümpeln. Zur Ruhe kommen und auch mal schauen, welches Geschenk wir unserer geschundenen Umwelt machen können: Das Auto stehen lassen, Plastikmüll reduzieren, Fast-Fashion ablehnen, einen Bogen um die Coffee-to-go-Becher machen, nicht noch mehr Elektronikschrott produzieren und vieles mehr. Sich selbst, den Mitmenschen und der Umwelt etwas Gutes tun, dafür brauchen wir keinen Konsumrausch. Innehalten, Alternativen finden, unnötigen Stress und Geschenkballast reduzieren- auch das ist praktizierte Achtsamkeit und sinnvoller Minimalismus.

 

handgeschriebenes Papier mit Aufschrift "Mindfulness" an einem Fenster stehend.
Photo by Lesly Juarez on Unsplash

Abschließend angemerkt, habe ich mich 1986 von dieser weihnachtlichen Geschenke-Orgie verabschiedet. Das Patenkind bekam noch etwas, alle anderen nicht. Ein Jahr vorher angekündigt, gab es natürlich (erwachsene) Menschen, die davon überhaupt nicht begeistert waren, aber sie haben es alle überlebt und ich habe in den zurückliegenden 32 Jahren wirklich nichts vermisst.

Zeit geniessen

Weniger ist mehr

Weniger ist mehr gilt für mich nicht nur für Dinge. Weniger ist mehr gilt für mich auch für die Zeit, die ich mir nehme, denn meine Zeit muss nicht vollgestopft sein mit Aktivität. Ich muss auch nicht ständigen Attraktionen hinterherlaufen. Dazu genieße ich es viel zu sehr, etwas mit Ruhe tun zu können.

Sich Zeit lassen

An freien Tagen ist es beispielsweise ein besonderer Genuss, mir morgens einfach Zeit lassen zu können. Dann kann ich meinen Gedanken nachhängen, den Geruch von Kaffee in die Nase steigen lassen, das morgendliche Duschen zelebrieren, einen Schluck kühlendes Wasser genussvoll die Kehle hinunterfließen lassen. Das Zähneputzen macht viel mehr Spaß, wenn ich es mir als Zahnmassage vorstelle und es ist schön, wenn ich der trockenen Haut ein wenig wohltuendes Öl gönne.

Freiräume

Freiräume sind viel mehr, als die von überflüssigem Kram befreiten Schränke und Wohnräume. Zeit ist der Freiraum, den ich nicht immerzu mit Terminen und Aktivitäten füllen muss. Stattdessen gönne ich mir die Freiheit, zweck- und zielgebundenes Denken und Handeln einfach mal loszulassen, um die kleinen und so wertvollen Momente eines Tages besonders zu genießen. Ob ich das dann Alltagsachtsamkeit oder Zeit-Minimalismus nenne, ist eigentlich egal. Es ist insbesondere einfach ein großer und luxuriöser Genuss.

 

Foto einer nur teilweise sichtbaren Person, die eine Tasse festhält mit der Aufschrift: A simple Life
Photo by Easton Oliver on Unsplash

 

Zeit nehmen und Zeit geniessen – Anregungen zu Achtsamkeit:

Zeit wirklich geniessen zu können, ist auch eine Übungssache. Den gegenwärtigen Moment überhaupt erst einmal bewusst wahrzunehmen, dafür kann Achtsamkeit sehr hilfreich sein:

Achtsamkeitsübungen

 

 

Digitaler Minimalismus auf dem Smartphone

Smartphones sind schon eine praktische Sache. Telefonieren, chatten, Emails abrufen, Fahrpläne checken, navigieren, im Internet surfen, Taschenrechner, Notizen und vieles mehr. Wirklich komfortabel, auch für mich. Aber digitaler Minimalismus auf dem Smartphone – sofern man bei einem Smartphone davon überhaupt sprechen kann –  ist trotzdem wichtig. Denn wir geben sehr viele Daten nahezu unbemerkt weiter, wir sind durch das Smartphone viel abgelenkter und wir stehen auch in Gefahr uns zu sehr von unserer normalen, analogen Umwelt abzuschotten. Ich kenne dies durchaus auch von mir, weshalb ich mir dazu einige Gedanken gemacht habe.

Die Datenweitergabe auf dem Smartphone

Gestern beim Minimalismus-Stammtisch in Essen unterhielten wir uns darüber, welche Daten wir bei der Nutzung des Smartphones – sei es mit oder ohne unsere bewusstes Wissen – täglich so unbedarft weitergeben. Auch im Zeitalter von DSGVO ist das immer noch eine ganze Menge.

Natürlich habe ich im Laufe der Zeit schon so alles mögliche an Datenweitergabe verhindert. Nicht, dass auf meinem Smartphone nun wirklich Geheimnisvolles wäre, aber Google Maps muss wirklich nicht aufzeichnen, wann ich wo war. Viele ungenutzte Apps habe ich gelöscht oder zumindestens deaktiviert. Trotzdem war ich dann doch sehr überrascht, als Blogger und Youtuber Daniel mal so eben mehrere, mit völlig unbekannte Datenweitergaben meiner Smartphone-Tastatur deaktivierte. Diese Einstellungen kannte ich noch überhaupt nicht, waren sie doch nur über das lange Drücken des Kommas auf dieser Smartphone-Tastatur überhaupt erreichbar.

Ständige Abgelenktheit und soziale Isolierung durch das Smartphone

Immer wieder wird genannt, ohne Smartphone sei man isoliert, weil man vieles nicht mitbekäme. Aber genau hingeschaut, isolieren wir uns auch mit einem Smartphone. Wer mal aufmerksam in der Stadt, in Bus oder Bahn unterwegs ist, dem fällt es auf: Der Anteil derjenigen Menschen, die mehr mit dem Smartphone, als mit ihrer unmittelbaren Umwelt beschäftigt sind, ist schon sehr hoch. Kinder rennen unbeaufsichtigt durch die U-Bahn, weil die Eltern sich statt mit den Kindern, lieber mit ihren Smartphones beschäftigen. Paare sitzen stumm nebeneinander und starren auf ihr Smartphone. Irgendwo klickt, piept und klingelt immer irgend etwas. Kinder und Jugendliche spielen stundenlang auf diesen Geräten, einige entwickeln schon suchtartiges Verhalten, sind unkonzentriert und bewegen sich viel zu wenig – eine bedenkliche Entwicklung.

Für mich war dies Anlass, mal zu schauen, wie mehr digitaler Minimalismus auf dem Smartphone aussehen kann.  Daher nachfolgend eine kleine Sammlung von Ideen:

Digitaler Minimalismus auf dem Smartphone – ein paar Tipps

  • Welche Apps sind unnötig und können gelöscht oder deaktiviert werden?
  • Deaktiviere die ständigen Benachrichtigungen auf dem Smartphone und rufe neue Infos manuell ab.
  • Lösche die Apps der Sozialen Netzwerke und nutze diese Netzwerke – wenn überhaupt – nur über den Browser. Das ist so umständlich, dass sich der Konsum von alleine reduziert.
  • Nutze unterwegs das mobile Internet nur dann, wenn du es wirklich benötigst. Schalte es ansonsten aus.
  • Lege das Smartphone zur Seite, wenn du dich mit Freunden oder der Familie triffst.
  • Beim Essen sollte das Smartphone tabu sein.
  • Im sog. Flugzeugmodus kann man die unterschiedlichsten Apps nutzen, ohne mit dem Internet verbunden und auch ohne ständig telefonisch erreichbar zu sein.
  • Gehe mal ohne Smartphone spazieren.
  • Nutze öfter eine Armbanduhr oder einen Wecker, statt Smartphone-Uhr.
  • Spezielle Tipps zu mehr Datensicherheit: Hier muss ich auf Infos aus dem Internet verweisen und empfehle mal zu recherchieren bzw. mal im Freundes- und Bekanntenkreis herum zu fragen, wer sich damit auskennt. Ich selbst weiß darüber leider immer noch viel zu wenig.

 

Digitaler Minimalismus – meine persönlichen Lösungen

Blick auf ein Smartphone mit mehreren Apps

Neben der Löschung diverser Apps, befinden sich auf meinem Smartphone nur noch die allerwichtigsten 12 Kontaktadressen. Alles andere ist zunächst mal im Adressbuch meines Emailprogramms im PC gespeichert. Von dort aus kann ich alle Kontaktdaten zur Sicherheit regelmäßig als PDF-Datei speichern. Außerdem gibt es noch ein kleines handschriftliches Adressbuch. Adressdaten werde ich künftig nicht mehr über das Web speichern.

Wie schon einmal beschrieben, gibt es meinen Kalender nur noch in Papierform. Für Notizen habe ich seit vielen Jahren immer ein kleines Notizbuch im Rucksack.

Auf dem Smartphone habe ich einen „Gabi“-Ordner mit 8 Apps, die ich regelmäßig nutze. Alle selten oder nie genutzen Apps sind in einem weiteren Ordner gespeichert. Ich nutze nach einigem Ausprobieren die Chatprogramme  Telegram und Signal, außerdem SMS und Telefon, sowie Email. Meine Accounts bei den Sozialen Netzwerken sind seit einigen Monaten gelöscht und es geht mir sehr gut damit.

Unterwegs brauche ich das mobile Internet nur noch selten. Daher komme ich bequem mit einem Prepaid-Paket für 4,95€ in 4 Wochen aus. Darin enthalten 100 Einheiten zum Telefonieren, einer Flat ins gleiche Netz, sowie 500 MB Datenvolumen. Das reicht mir sogar diesen Monat locker aus, wo ich viel unterwegs war.

Screenshot vom verbrauchten Datenvolumen: noch 329MB verfügbar noch 93 Minuten Telefon.

 

Digitaler Minimalismus auf dem Smartphone heißt für mich: Ich nutze dieses praktische Gerät, aber ausgewählter und überlegter als früher. Ich will mein Leben davon nicht dominieren lassen. Einige analoge Dinge mehr zu besitzen (wie z.B. Wecker, Notizbuch, Papierkalender) bedeutet für mich weniger Ablenkung, mehr Ruhe und Gelassenheit. Das ist es mir wert.

Wie Achtsamkeit zu mehr Zufriedenheit führen kann – Zeitungsartikel

Der Reutlinger Generalanzeiger hat einen Beitrag zu meinem Vortrag in Reutlingen veröffentlicht. Wer sich dafür interessiert, kann diesen Beitrag hier online nachlesen:

Reutlinger Generalanzeiger: Wie Achtsamkeit zu mehr Zufriedenheit führen kann

 

Der Beitrag der gedruckten Version der Zeitung kann auch als PDF angeschaut werden:  Der Blick für das Wesentliche. Wie Achtsamkeit zu mehr Zufriedenheit führen kann –  PDF-Datei

Logo mit Nordseegräsern und Text: Achtsamer Leben. Wege zu einem entspannteren und entrümpelteren Alltag

Minimalismus im Büro

Ich mag Minimalismus im Büro schon deshalb sehr, weil ich keinerlei Spaß daran habe, irgendwelche Dinge zu suchen. Alles soll übersichtlich und schnell zu greifen sein. Denn egal, ob Zuhause, unterwegs oder auf der Arbeit – ich mag sie nicht: All die vielen nicht funktionierenden Kugelschreiber, ständig abbrechende Bleistifte, die Berge von nicht abgehefteten Unterlagen und die ganze Zettel- und Kleinteilewirtschaft auf dem Schreibtisch. Solche Dinge lenken ab und sind unerfreulich für meine Augen.

Das Büro auf der Arbeit

Im Büro auf der Arbeit habe ich einen Schreibtisch, da benötige ich ihn durchaus aus auch. Aber auch dort gibt es keine Ablagenfächer, in denen sich die Unterlagen stapeln. Auch die Bürokleinteile sind auf das Minimalistischste reduziert.

Das private Büro

Zuhause nutze ich  meinen ganz normalen Tisch. Dieser reicht mir völlig aus. Laptop und das, was ich sonst so an Bürodingen habe, ist sehr schnell zur Seite geräumt und verschwindet bei Bedarf in meinem begehbaren Schrank (Abstellkammer). Ich möchte diesen Kram einfach nicht ständig sehen.

Hier mein Bürozeugs in der Abstellkammer:

Regal mit 2 Ordnern, 1 Stehsammlern und 2 KistenEs gibt zwei Aktenordner, 1 Stehsammler und 2 Kästen, die ich für Bürodinge nutze. Genau genommen könnte ich die Menge der Unterlagen aus beiden Aktenordnern auch bequem in einen Ordner packen. Aber in zwei Ordnern ist es übersichtlicher und beim Abheften muss ich weniger Papier bewegen.

Aktenordner-Minimalismus:

So funktioniert mein Aktenordner-Minimalismus:

  • Alles, was nicht zwingend erforderlich ist, fliegt raus
  • Von Ausbildung und Studium gibt es nur noch die Zeugnisse. Alle anderen Unterlagen sind schon sehr viele Jahre entsorgt.
  • Sind von Geräten die Garantien abgelaufen, verschwinden die dazugehörigen Rechnungsbelege.
  • Bedienungsanleitungen verwahre ich nur dann, wenn diese nicht im Internet als PDF-Version verfügbar sind und die Geräte definitiv nicht selbsterklärend sind.
  • Die Gehaltsabrechnungen des letzten halben Jahres verwahre ich üblicherweise, ansonsten nur die Abrechnungen von den jeweiligen Dezembermonaten. Dort stehen nämlich alle Einkünfte und Abgaben des jeweiligen Jahres drauf.  Davon abgesehen gibt es ja die regelmäßígen Renteninformationen, sowie die Sozialversicherungsnachweise.
  • Bei der Aufbewahrungsdauer meiner weiteren privaten Unterlagen orientiere ich mich an üblichen Empfehlungen, wie z.B. hier: http://aufbewahrungsfristen.org/privat/
  • Was nur abgeheftet werden muss, wird auch sofort abgeheftet und nicht erst gesammelt. Gleiches gilt, für Dinge, die sofort erledigt werden können. Hier orientiere ich mich an der sog. 2-Minuten-Regel: Alles, was innerhalb von 2 Minuten erledigt werden kann, erledige ich auch sofort.

Der Büro-Kleinkram

Hier gilt für mich: Horte nichts doppelt, was auch in einfacher Ausführung ausreicht.

Der Kleinkram ist bei mir in 2 Kästen untergebracht

1 Notizblock, 1 schwarze Kisten mit Bürozubehör, 1 Holzkiste mit Notizzetteln

Die Notizzettel in der Holzkiste nutze ich fast ausschließlich nur als Einkaufszettel. Ansonsten ist mein Motto: Bloß keine Zettelwirtschaft. Für alle anderen Notizen habe ich ein DIN A 5- Notizbuch. Dieses verwende ich in loser Reihenfolge und ohne besonderes System. Bullet-Journal ist beeindruckend, aber mir zuviel Arbeit und Aufwand.

Kleinteile-Minimalismus im Büro

Kleinteile aus der schwarzen Kiste: Locher, USB-Stick, Klebestift, Klebefilmabroller, Glas mit Büroklammern, 1 Kugelschreiber, 1 Füller, 1 Bleistift, 1 Edding, 1 Radiergummmi, 1 AnspitzerMeine Bürokleinteile aus der schwarzen Kiste einmal übersichtlicher auf dem Tisch verteilt. Mein Motto ist: Da, wo ein Ding ausreicht, nutze ich auch nur ein Ding. Beim Klebestift war das nicht ganz einfach. Ich brauchte ihn, bekam ihn aber nur im Doppelpack. Bis der erste Stift aufgebraucht ist, ist der zweite garantiert vertrocknet. Daher kam mir die Idee, den zweiten Stift mit zur Arbeit zu nehmen. In dem Schraubglas sind Büroklammern, diese ersetzen bei mir seit 2 Jahren den sog. Klammeraffen.

Mein mobiles Büro für unterwegs

Kalender, kleines Notizbuch und Kugelschreiber

Ich bin vorletztes Jahr nach vielen Experimenten wieder auf einen Papierkalender umgestiegen. Beruflich bin ich viel in Außenterminen und gerade dann ist es sehr viel schneller und unkomplizierter, einen Termin in einen Papierkalender einzutragen. Die digitale Varianten dauerten einfach viel zu lange. Ich nutze darüber hinaus für Notizen ein kleines DIN-A6-Notizheftchen. Das letzte Heftchen reichte 4 Jahre lang. Beruflich habe ich eine etwas größere Varianten im DIN-A5-Format. Außerdem nutze ich für unterwegs einen Kugelschreiber für private Zwecke und einen Kugelschreiber für dienstliche Angelegenheiten.

Warum Minimalismus im Büro?

Genau genommen habe ich ja genügend Platz, um mehr Zeugs und spezielle Büromöbel bei mir unterzubringen. Warum ich trotzdem ein minimalistisches Büro habe, ist ganz einfach, weil es ausreicht. Glücklicherweise benötige ich nicht viel Bürokram. Solche Dinge wie Minimalismus oder Maximalismus zur Effektivitäts- und Erfolgssteigerung interessieren mich nicht. Ich muss auch nicht Fleiß und persönliche Wichtigkeit anhand von vielen oder wenigen Bürodingen optisch demonstrieren. Ich liebe es lediglich, wenn der ganze Bürokram schnell erledigt ist und ich dann nichts mehr damit zutun habe.

Minimalismus-Roomtour und Interview in den Ruhrnachrichten

In den Ruhrnachrichten, einer Dortmunder Zeitung, ist ein ausführliches Interview mit mir zu Minimalismus zu lesen. Außerdem gibt es ein Video mit einer kleinen Minimalismus-Roomtour durch meine Wohnung.

Minimalismus-Roomtour


Video: © Jana Klüh, Ruhrnachrichten

Interview

Das ausführliche Interview ist auf der Webseite der Ruhrnachrichten nachzulesen. Dort ist das Video auch nochmal in besserer Qualität anzuschauen. (Link unten).

Ein wichtiger Hinweis: Das Interview ist im sog. RN+Bereich verfügbar, d.h., es ist (leider) nur lesbar, wenn man sich kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen per Google, Amazon oder Facebook einloggt. Alternativ dazu kann man sich auch kostenlos per Email registrieren. Wer den Newsletter, der dann irgendwann eintrudelt, nicht haben möchte, kann ihn bequem wieder abbestellen. Ich habe es natürlich ausprobiert: Es ist tatsächlich ohne Problem möglich.

https://www.ruhrnachrichten.de/Nachrichten/Dortmund/Die-Dortmunderin-Gabi-Raeggel-57-lebt-minimalistisch-Plus-1332930.html

 

 

Der achtsame Umgang mit der Natur

„Viele von uns haben schon erlebt, wie wohltuend und belebend Achtsamkeit in der Natur sein kann. Entsprechend bedeutsam ist es, diesen Lebensraum zu erhalten und zu pflegen. Wie kann ein achtsamer Umgang mit der Natur aussehen und welche kleinen, aber konsequenten achtsamen Schritte sind möglich?“

Ein Gastbeitrag, zu diesem mir immer bedeutsamer werdenden Thema, ist auf der Webseite von Das tut mir gut! zu lesen:

Der achtsame Umgang mit der Natur

 

Blick auf hochgewachsene Bäume. Im Vordergrund rechts unten ansatzweise der Rand einer Balkonmauer