Blog Achtsame Lebenskunst

4 Buch-Exemplare zu gewinnen: Wenig Dinge braucht das Glück

4 auf einem Tisch liegende Bücher von "Wenig Dinge braucht das Glück"

Mein Buch „Wenig Dinge braucht das Glück. Aufräumen für ein entspannteres Leben“  steht kurz vor der Veröffentlichung. Das Buch wird in einigen Tagen nicht nur als klassische Print-Version (Softcover mit Klappen) erhältlich sein, sondern auch als E-Book.

Schon jetzt gibt es aber bei mir zwei kleines Highlights vorab:

1. Verlosung

Der Lingen-Verlag hat mir freundlicherweise einige Exemplare des Buches zur Verlosung zur Verfügung gestellt. Meinen herzlichen Dank dafür!

Wer eins von vier Buch gewinnen möchte, kann in hier auf dieser Seite unten in den Kommentaren einen kurzen Hinweis oder Kommentar hinterlassen. Bitte auch die Emailadresse angeben. Diese ist hier öffentlich natürlich nicht zu sehen, aber Voraussetzung, um im Lostopf zu landen, da ich die Gewinner per Email benachrichtigen werde.

Teilnahmeschluss ist der 19. August 2018. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Umtausch oder Barauszahlung des Gewinns sind nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Viel Glück!

2. Vorschau auf die Inhalte

Niemand kauft gerne „die Katze im Sack“, daher gibt es einzelne Seiten aus dem Buch, die hier als Vorschau (PDF-Datei) kostenlos herunter geladen werden können.

Hinweis für Blinde: Menschen, die auf eine barrierefreie RTF-Version angewiesen sind, können diese bei mir anfordern – entweder per Email oder durch einen Hinweis in den Kommentaren. Zum Zusenden benötige ich die Emailadresse. Die Emailadresse nutze ich selbstverständlich nur und ausschließlich zum Versand der Datei. Sie wird danach wieder von mir gelöscht.

Downloads – Auszüge aus: Wenig Dinge braucht das Glück

 


Gabi Raeggel
Wenig Dinge braucht das Glück . Aufräumen für ein entspannteres Leben
Lingen Verlag
ISBN: 978-3-96347-006-6

 

Die leeren Räume füllen

Ich gehöre nicht zu denen, die ihre Wohnung irgendwann mal sehr vollgestopft hatte und entsprechend viele Dinge entrümpeln müsste. Aber ich habe den Hang, zu viele Dinge kommen und wieder gehen zu lassen. Dieses Rein und Raus von Dingen finde ich nervtötend. Trotzdem muss ich aufpassen, dies nicht ständig zu wiederholen. Kürzlich wurde mir ein wichtiger Grund deutlich, warum ich dazu neige: Horror vacui – Wir können leere Räume schlecht ertragen und neigen dazu, diese leeren Räume füllen zu wollen.

Die Küche empfinde und empfand ich beispielsweise immer noch unfertig. Stundenlanges Nachdenken, ob ich eine Essecke dorthin machen will oder lieber ein Sofa oder eine gemütliche Küchenbank oder doch einen Sessel – ein ständiges rein und raus an Ideen. Bis ich mir dann irgendwann endlich die Frage stellte, ob mir irgendwas in der Küche fehlen würde, wenn der Raum kleiner wäre und nur das hinein passt, was sich dort gerade befindet. Ihr ahnt vermutlich schon die Antwort… in einem kleineren Raum hätte ich das Gefühl gehabt, dass alles  vollständig ist und nichts fehlt.

Das Problem ist also nicht, dass die Küche unfertig ist, sondern dass sie mehr Platz hat, als ich brauche. Aber muss und will ich wirklich einfach nur den Raum füllen? Und wenn ja, wozu und für wen? Für mich? Nein! Aber es ist noch immer etwas ungewöhnlich und manchmal fühlt es sich für mich  „unnormal“ an, so viel Platz in einer Einzimmer-Wohnung mit knapp 42qm zu haben. Also neige auch ich genau deshalb dazu, die leeren Räume füllen zu wollen. Dann habe ich auch immer so endlos viele Ideen dazu, die sich bestimmt prima umsetzen ließen und es sähe vermutlich sehr schick aus. Aber ich fühle mich in vollen Räumen nunmal nicht wohl. Da nützt mir „schick“ auch nichts.

Deshalb will und werde ich mir definitiv nichts mehr in die Wohnung stellen, was ich weder brauche, noch mag. Ich möchte mich nicht mit irgendeiner Deko abquälen, auf die ich überhaupt keine Lust habe. Ich möchte auch nicht irgendwas neu anschaffen, was ich hinterher sowieso wieder hinaus werfe.

Auch das ist ein wichtiger Aspekt von Minimalismus: Den eigenen „Marotten“ und tatsächlichen Bedürfnissen auf die Spur kommen und schauen, was man selbst wirklich will und braucht. Daher gilt für mich: Die leeren Räume füllen – ja, aber nur mit Leben, nicht mit unnötigem Kram.

 

Weiße Wand mit buntem Wandteppich. Davor steht ein Tisch mit 2 Stühlen.weiße Küchenzeile mit Holzplatte, Spüle, Einzelkochplatte. Außerdem Milchaufschäumer, Glasflasche, Espressokocher, Plastikbox mit Spümittel, Spülbürste, Spüllappen

Einfacher umziehen

Nachdem mein Umzug einige Wochen zurückliegt und so etwas wie Normalität einkehrt, einige Gedanken, wie es sich einfacher umziehen lässt – sofern man bei einem solchen Thema überhaupt von ‚einfach‘ sprechen kann.

Umzug – Entscheidungen treffen

Der wichtigste Teil eines Umzuges ist, sich erstmal dazu zu entscheiden:

Treff keine übereilten Entscheidungen

Wenn der Grund für einen Umzug lediglich die zu klein gewordene Wohnung ist, überprüfe, ob sich mit einer gründlichen Entrümpelung Platz schaffen lässt und somit ein Umzug überhaupt nötig ist. Wohnraum ist viel zu teuer geworden, als das man ihn zur Unterbringung von unnötigem Zeugs verwenden sollte. „Hals über Kopf-Entscheidungen“ sind ebenfalls in den seltensten Fällen sinnvoll. Daher ist es immer eine gut,  über wichtige Entscheidungen erstmal eine oder mehrere Nächte zu schlafen.

Warte nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag

Umgekehrt macht es aber auch keinen Sinn, Entscheidungen ewig vor sich herzuschieben. Lebt man sehr lange an einem Ort, wird ein Umzug irgendwann auch emotional schwieriger und mühsamer. Ich hatte beispielsweise mal eine 2-Zimmer-Wohnung, in der sich sowohl als Single, als auch als Paar gut leben ließ. Als ich dort einzog, war ich Mitte Zwanzig, als ich auszog Mitte 40. Während meines Studium waren die Kosten für die Wohnung eigentlich zu hoch  ( Wohnqualität – einfach entspannter wohnen) . Anschließend war es dann die Belastung durch weite Anfahrtswege zur Arbeit, die zu hoch waren. Rückblickend eine fragwürdige und teure Lebenszeit auf Straße und Schiene. Eine konsequente Entscheidung zu treffen wäre besser gewesen, d.h. entweder neuer Job oder neue Wohnung.

Umzug und Älter werden

Ebenfalls nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten sollte man mit einem Umzug, wenn es darum geht, sich mit dem eigenen Älterwerden auseinander zu setzen. Zu oft erlebte ich in den vergangenen Jahren, wie es ist, wenn ältere Menschen in irgendwelchen 2.,3. oder gar 4. Etagen ohne Aufzug wohnen bleiben. Irgendwann kamen etliche dieser Menschen nicht bzw. kaum noch die Treppen hoch und runter. Und so saßen sie dann Tag um Tag vor ihrem Fernseher, bis sie letztlich überhaupt nicht mehr raus gingen. Es macht also durchaus Sinn, dass man sich spätestens bis zum Rentenalter mal gekümmert haben sollte, wie man künftig wohnen will und ob sich nicht doch eine passendere und besser zugängliche Wohnung finden lässt. Wenn dann auch noch Einkaufsmöglichkeiten usw. in der Nähe sind, lässt es sich nicht nur einfacher umziehen, sondern anschließend auch einfacher leben. Erst mit 75 Jahren oder später nochmal einen Umzug zu stemmen, kann man natürlich, nur einfacher wird es dann nicht. Selbst mit meinen 57 Jahren fand ich den vergleichsweise überschaubaren Umzug sehr viel belastender, als früher mit sehr viel mehr Dingen. Wer so etwas nicht erkennt, macht sich etwas vor.

Wenn sich noch vieles ändert

Manche von uns befinden sich auch in Lebenssituationen, wo sich absehbar noch vieles ändern wird. Die erste eigene Studentenbude ist beispielsweise eine tolle Sache, aber da absehbar ist, dass nach dem Studium ohnehin noch ein Umzug ansteht, ist es unsinnig, sich die erste eigene Wohnung bis zur Stehkante mit schweren Möbeln zu befüllen. Ähnlich ist es, wenn man weiter entfernt eine neue Arbeitsstelle annimmt, die aber zeitlich befristet ist. Mobile Möbel, die einen einfacheren Umzug ermöglichen, sind dann wirklich sinnvoller.

Umzug – der Blick auf das Wesentliche

Entrümple frühzeitig und konsequent

Bereits bei dem Entschluss, eine neue Wohnung suchen zu wollen, kann man anfangen, sich um die Dinge zu kümmern, die nicht mehr mit in die neue Wohnung sollen. Es macht wirklich Sinn, nochmal jedes einzelne Teil zu überprüfen. Selbst wenn nur eine einzige Kiste mit zu entrümpelten Dingen zusammen kommt, muss die nach dem Umzug nicht ausgepackt werden. Außerdem passt ein neues Zuhause mit altem, überflüssigen Krempel auch nicht so richtig zusammen.

Welche Dinge sind wirklich wichtig?

Ein Umzug ist eine prima Gelegenheit, sich mit DEM wichtigen Minimalismus-Thema überhaupt zu befassen: Welche Dinge sind wirklich wichtig?

Es reicht in der Regel ein Blick darauf, welche Dinge zuletzt eingepackt werden – weil man sie eben noch bis zuletzt braucht. Hinzu kommt die Frage, welche Dinge als erstes wieder ausgepackt werden – vermutlich genau die Dinge, die man zuletzt eingepackt hat. Fertig ist der Blick auf die wesentlichen Dinge. Die Frage, ob Lippenstiftsammlung oder Seife wichtiger ist, erübrigt sich ebenso, wie die Überlegung, ob man abends statt eines Schlafplatzes, nicht vielleicht doch noch eben die Heimkino-Anlage installieren und die SAT-Schüssel auf dem Dach ausrichten sollte.

Vor dem eigentlichen Umzug landet meistens erstmal einiges an Putz- und Werkzeug in der Wohnung. Irgendwas zu putzen oder zu renovieren ist ja immer. Nach dem Umzug ist dann eine Schlafgelegenheit wichtig, ein wenig Kleidung, ein paar Dinge zur Körperpflege, die nötigsten Dinge, um zu mindestens behelfsmäßig etwas essen und trinken zu können. Sind alle möglichen Kisten und Möbeln noch verpackt, sind die ersten Stunden und Tage nach einem Umzug ein Dinge-Minimalismus vom Feinsten. Wenn wir ehrlich sind, stören uns die noch etwas chaotisch umherstehenden Kisten und Möbel doch sehr viel mehr, als die Tatsache, dass es anfangs vielleicht noch etwas improvisiert zugeht.

Den Faktor Zeit nutzen

Ein Umzug kann auch prima als „Packing Party“ genutzt werden, sofern Zeit und Nerven dafür ausreichen. Die Kisten werden nicht sofort ausgepackt, sondern nach und nach – jeweils immer genau die Dinge, die dann auch tatsächlich genutzt werden. Nach Nutzung dürfen diese Dinge dann in die Schränke etc. wandern. Dann mal schauen: Was liegt nach 4 Wochen noch ungenutzt in den Kisten drin? Wurde es vermisst? Können diese Dinge dann nicht gleich entrümpelt werden? Oder mal im Keller zwischengeparkt und schauen, ob man irgendetwas davon innerhalb des nächsten Jahres hervorkramt?

Irgendwelche Dinge sind es ja meistens doch noch, die nach einem Umzug dann doch neu angeschafft werden. Als positiv erlebte ich es, nicht alles sofort und komplett einzurichten, sondern mir wirklich Zeit zu nehmen. Die Fehlkäufe können so gut minimiert werden.

Manchmal liegen dann aber doch Ideal und Realität ein wenig voneinander entfernt – auch bei mir. Ich hatte beispielsweise immer wieder den Hang, mir Möbel zu kaufen, die ich dann relativ schnell wieder loswerden wollte, weil sie mir dann doch nicht gefielen oder unpraktisch waren. Natürlich war ich der Meinung, dass mir dies jetzt nicht noch mal passiert. Ist es aber doch: Das kleine, neu gekaufte Gebrauchtsofa hat einen schönen Stoff, dieser ist qualitativ sehr gut, aber grob gewebt. Schnell entdeckte ich, dass so etwas für Hausstauballergiker wie mich, nichts ist. Tja, hätte ich mir denken können, habe ich aber nicht. Selbst etwas umsetzen, ist dann doch eben immer schwieriger, als darüber zu reden oder zu schreiben 😉 Da ich mich mit Fehlern nicht lange aufhalte, hat das Sofa bereits einen neuen Besitzer gefunden.

 

Foto eines Sofas, mit roten Strichen durchkreuzt.

 

 

 

Mein digitaler Minimalismus

Digitale Welten – Faszination und Nachdenklichkeit

Digitaler Minimalismus in einer Zeit, in der ständig neue Smartphones, Computer und sonstige digitale Geräte auf den Markt kommen und Ablenkungen rund um die Uhr zur Verfügung stehen, scheint mir zunehmend wichtig. Auch wenn mich die vielen elektronischen Geräte durchaus sehr faszinieren. Was man damit so alles machen kann: Mal eben im Internet stöbern, einen Film schauen, mich informieren, Texte schreiben ohne ständiges Tipp-Ex oder Korrekturband. Auch online einkaufen oder Emails verschicken ist so einfach und unkompliziert. Was war das früher ein umständliches Gemurkse. Wenn man noch mit Festnetztelefon, fest installiert im Flur, Schwarzweiß-Fernseher mit drei Programmen, Röhrenradio und mechanischer Schreibmaschine aufgewachsen ist, ist das digitale Leben einfach wunderbar.

Trotzdem hat mich in den zurückliegenden Monaten die bessere Nutzung und der Abbau dieser ganzen digitalen Geräte beschäftigt. Erstmals nachdenklicher wurde ich, als ich beruflich häufiger mit suchtartigem Medienkonsum zutun hatte. Das Ausmaß ist manchmal erschreckend. Gleichzeitig fiel mir auch bei mir selbst auf, wie häufig ich mal eben das Handy zückte und die Zeit am Computer wie im Flug vorüber war und ich kaum etwas anderes gemacht hatte. Daher habe ich geschaut, wo und was ich minimalisieren kann. Inzwischen habe ich zwei digitale Geräte, die ich nutze:

Mein erstes digitales Gerät – das Smartphone

Mich störte es zunehmend, dass ich ständig mit der Suche nach irgendeinem besseren digitalen Gerät war. Aufgrund meiner Schwerhörigkeit wars9y die Frage, welches Handy bzw. Smartphone sinnvoll ist, eine Art besonderer Dauerbrenner und entscheidender Grund für die viel zu vielen ausprobierten Smartphones. Einfach nur ohne Stress telefonieren, mehr wollte und will ich eigentlich nicht.  Letztlich habe ich nur eins mit all den Versuchen herausgefunden: Entscheidend ist eine bessere Sprachübertragung, dank sog. EVS-Codec. HD Voice, HD Voice-plus oder VoLTE sind hier einige Schlagwörter. Statt nur 3400 Hertz können inzwischen bis zu 20000 Hertz übertragen werden. Die Anbieter im D1 und D2-Netz haben hier nur sehr teuere Geräte und Tarife, lediglich einige wenige sog. Open-Market-Smartphones können seit einiger Zeit zumindestens im O2/E-PLus-Netz eine bessere Sprachübertragung in bezahlbarer Form anbieten. Ein solches Gerät habe ich jetzt. Nun teste ich mit einer zweiten Simkarte, ob das O2/E-Plus-Netz seit Neuestem wirklich eine bessere Sprachübertragung ermöglicht und ich nun tatsächlich irgendetwas besser verstehe. Dies müsste zumindestens dann der Fall sein, wenn die Gesprächspartner ebf. ein solches Gerät und eine bessere Sprachübertragung haben. Dass im Jahr 2018 noch immer nicht alle Smartphones und Netze für diese bessere Sprachübertragung freigeschaltet sind, ist ein Armutszeugnis.

Mein zweites digitales Gerät – der Laptop

Ansonsten verwende ich noch einen gebrauchten und überarbeiteten Laptop von 2012.  Ich habe mich vom Tablet getrennt, die üblichen Geräte wie Fernseher, Stereoanlage etc. besitze ich sowieso nicht. Playstation und solche Dinge sind nicht meine Welt. Das mag daran liegen, dass ich in den 60er und 70er Jahren aufgewachsen bin, wo es solche Spielzeuge noch nicht gab.

Soziale Netzwerke

Aus den Sozialen Netzwerken habe ich mich vor einigen Monaten verabschiedet. Das hat mir jede Menge freie Zeit verschafft. U.a. profitiert mein Blog hier deutlich davon 😉 . Derzeit habe ich noch kein Netzwerk entdeckt, was mich ernsthaft motivieren würde, wieder einzusteigen, auch wenn ich die Möglichkeit des Austausches grundsätzlich immer sehr schön gefunden habe.

Digitale Daten minimalisieren

Digitaler Minimalismus heißt für mich auch, dass ich regelmäßig die angesammelten digitalen Daten durchforste. Da ich sehr gerne schreibe, aber nur wenig fotografiere und in der Regel auch keine Filme drehe, hält sich mein digitaler Datenbestand in Grenzen. Meine aktuell 1,62 GB Daten lassen sich einfach und komplikationslos sichern, sind aber für meine Verhältnisse fast schon ein wenig viel. Da werde ich wohl nochmal entrümpeln…

Das mobile Internet reduzieren

Eine einfache Möglichkeit digital zu minimalisieren finde ich auch, das mobile Internet unterwegs nur dann zu nutzen, wenn ich es wirklich benötige. Ansonsten ist es aus. Ich muss nicht ständig und immer für alle Menschen verfügbar sein, ich brauche keine ständig bimmelnden Nachrichten und muss auch nicht 5 x in der Stunde meine Emails abrufen. Die üblichen Einkäufe im Umfeld, lassen sich durchaus auch mal ohne Handy erledigen. Auch der sog. Flugzeugmodus ist eine prima Möglichkeit, wenn man ungestört und unabgelenkt das Smartphone für anderes nutzen will, als für Telefon und Internet.

Langfristige Verträge und hohe Kosten minimalisieren

Meine beiden Digitalgeräte haben mich zusammen rd. 330€ in der Anschaffung gekostet. Da kommen nun noch die laufenden Kosten dazu. Wieviel Internet brauche ich überhaupt und was bin ich bereit dafür finanziell zu investieren? Auch das ist für mich digitaler Minimalismus. Mein Vertrag läuft nächstes Jahr im Juni aus. Weder will ich Unsummen investieren, noch möchte ich erneut einen langfristigen 2-Jahres-Vertrag. Viel mehr als die aktuellen rund 20€ möchte ich für das Internet Zuhause nicht bezahlen. Für das Smartphone keinesfalls mehr und eher weniger, als 10€ Prepaidkosten im Monat. Kürzlich entdeckte ich, wo ich bei Windows 10 ganz einfach den Datenverbrauch der letzten 30 Tage abrufen kann.  (zu finden unter: Einstellungen – Netzwerk und Internet – Datennutzung). Dort ist eine bequeme Möglichkeit, um überhaupt einmal einen Eindruck meiner aktuellen Datennutzung zu bekommen. Welche Entscheidung ich treffen werde, weiß ich noch nicht, es ist aber auch noch ausreichend Zeit.

Screenshot Windows 10 mit Angabe: 15,49 GB in 30 Tagen

Digitaler Minimalismus = die Vorteile nutzen, aber sich nicht vereinnahmen lassen

Digitaler Minimalismus ist für mich letztlich nichts anderes, als das ich die digitalen Welten nutze, deren Vorteile zu schätzen weiß, aber ich mich davon auch nicht vereinnahmen lassen möchte. Ich muss nicht jeden Sack Reis kennen, der in China umfällt und anschließend – hübsch digital aufbereitet – online zu bewundern ist. Ich muss im Internet nicht auf 1000 Hochzeiten tanzen und auch digitales Gerümpel ist einfach nur Gerümpel. Insbesondere brauche ich nicht alle erdenklichen digitalen Unterhaltungsgeräte, schon gar nicht in neuester Form.

Nur ein Atemzug…

Mitunter ist es nur ein Atemzug lang, da sind dann plötzlich die Zweifel da. Wachliegend durchwandern vielerlei Gedanken Kopf und Herz: Wo sind die Tage, all die Jahre hin? So vieles erlebt all die Zeit. Hat sich das gelohnt, die ganzen Anstrengungen, die Mühen?

Manches ist einfach viel zu sehr Zufall: Die Zeit, in die man hinein geboren wurde, der Ort, die Familie, das gesellschaftliche Umfeld. Manchmal erscheint mir mein Leben sehr beliebig. Gibt es irgendetwas, was mich von der Fliege an der Wand, dem Kieselstein im Bach oder vom verwelkenden Blatt unterscheidet, welches bald zu Boden fällt?

See mit Bäumen im Hintergrund. Auf der rechten Bildseite im Vordergrund einige Blätter, die fast zu Boden zu fallen scheinen

Will ich nicht doch etwas Besonders erreichen oder darstellen? Was ist schon eine Fliege an der Wand? Vielleicht lieber Erfolg haben? Karriere machen? Häuschen bauen? Urlaub planen? Von der finanziellen Unabhängigkeit träumen? Oder wenigstens ein kleines bisschen die Welt retten?

Und so Leben wir unser Leben oder basteln wir uns nur irgendeine Vorstellung davon zusammen? Leben verläuft nämlich selten gradlinig. Irgendwas ist immer. Es ist ein auf und ab, ein hin und her. Gerade mal was geplant, schon läuft irgendetwas anders.

Und vielleicht darf das einfach auch so sein. Es ist überhaupt nicht notwendig, das ganze Leben zu verplanen. Leben ist letztlich immer nur ein Atemzug – genau der Atemzug, der jeweils gerade stattfindet.

Einatmen – ausatmen, so simpel und so wunderbar. Einatmen – ausatmen – das ist Leben. Es ist immer nur ein Atemzug, aber dieser Atemzug ist Leben und er bringt in stetiger, achtsamer Wiederholung, irgendwann Stabilität, Gelassenheit und die Freude zurück. Es ist völlig egal, ob jünger oder älter, ob Mensch oder Fliege, Kieselstein oder verwelkendes Blatt – all das ist Leben.

Meditation und Minimalismus – innere und äußere Welt

Meditation und Minimalismus – von Beginn an waren dies zwei Bereiche, die für mich zusammen gehören. Etwas vereinfacht formuliert, ist es wie die innere und äußere Welt, die miteinander verbunden sind.

Meditation – die innere Welt

Regelmäßige Meditations- und Achtsamkeitspraxis bringt immer auch in Kontakt mit der persönlichen inneren Welt. Wenn beispielsweise wirklich einmal äußere Ruhe einkehrt, die Musikdauerschleife abgeschaltet, der Fernseher aus ist und auch auf sonstige Ablenkbarkeiten verzichtet wird, dann taucht der innere Lärm auf mit all den Gedanken, Gefühle, eventuellen körperlichen Missempfindungen. Das ist nicht ungewöhnlich, es ist nicht unnormal. Die Herausforderung und Aufgabe besteht in der Meditation darin, diesen inneren Lärm wahrzunehmen, aber sich nicht so sehr davon beeindrucken zu lassen. Es geht darum, dieses eigene Gedanken- und Gefühlskarussel immer wieder loszulassen. Das ist ein Bestandteil der Meditation und gehört einfach dazu.

Minimalismus – die äußere Welt

Für mich gehört zu dieser inneren Welt immer auch die äußere Welt dazu, wie z.B. der Ort an dem ich mich befinde mit allem, was ich dort wahrnehme. Meditation ist für mich immer auch zutiefst und ganz konkretes praktisches Tun.

Natürlich gibt es viele Menschen, die in einem mit vielen Dingen gefüllten Wohn- und Lebensraum sehr gut und wunderbar meditieren können. Ich kann dies aber nicht. Genauer gesagt, will ich es nicht. Einfach, weil es zu mir und meinem Leben so nicht passen würde. Ob ich diesen praktischen Meditationsteil dann Minimalismus nenne, ein Leben mit weniger Dingen oder sonst wie, ist letztlich egal. Zum inneren Loslassen gehört für mich eben auch das äußere Loslassen von überflüssigen Dingen und Ballast um mich herum. Ich empfinde dies oft wie einen durchgängigen Raum zwischen innerer und äußerer Welt. Der innere Freiraum hat für mich viel mit dem äußeren Freiraum zu tun. Beides sollte da sein, sollte miteinander im Einklang sein und beides ist mir wichtig. Die formale Meditation empfinde ich dabei oft wie ein Nährboden, auf dem mein persönlicher minimalistischer Lebensstil besser, stabiler und für mich positiver gedeihen kann.

„Probieren geht übers Studieren“ heißt es im Volksmund. Daher einige Anregungen zu Meditation und Minimalismus:

Was ist Minimalismus?

Landauf, landab scheint der Begriff Minimalismus populär geworden zu sein. Aber was ist Minimalismus? Und was ist Minimalismus nicht? Ich möchte an dieser Stelle nicht mit irgendwelchen Definitionen langweilen und erspare sie mir daher. Stattdessen einige Gedanken dazu, was ich unter Minimalismus verstehe.

Was ist Minimalismus nicht?

Wir leben in einer Zeit und einer Gesellschaft, in der es zur Gewohnheit geworden ist, Unmengen von Krempeleien anzusammeln und ständig auf der Jagd nach neuen Dingen zu sein. Irgendwann ist kein Platz mehr und so räumen wir halt mal auf und entrümpeln das ein oder andere, um endlich wieder Platz zu haben.

Immer mal wieder stoße ich dann im Internet auf diverse Videos, in denen Menschen sich beim Aufräumen und Entrümpeln filmen und dies begeistert als Minimalismus bezeichnen. Manche Filmer/-innen finden es spannend und aufregend, so als sei das Aufräumen und Entrümpeln eine ganz neue Erfahrung. – Hmm…

Manchmal sind solche und ähnliche Formen des Minimalismus einfach nur das, was Daniel Siewert gerne einen „Konsum-Schluckauf“ nennt: Platz schaffen, um danach wieder neue Dinge kaufen zu können.

Für mich ist das Aufräumen und Entrümpeln von Dingen erst einmal nur, was es ist: Aufräumen und Entrümpeln.

Minimalismus ist keine Zahl, kein Wettbewerb, kein Heldentum. Im Rahmen meines Umzuges habe ich mir beim Einräumen der Schränke und des Regals dann sogar mal die Arbeit und den Spaß gemacht und gezählt. Ich bin – Lebensmittel, Wasch- und Putzmittel ausgenommen – auf rund 500 Dinge gekommen. Allerdings fehlte mir dann doch ein wenig der Ehrgeiz und so hatte ich dann keine Lust, jede Nähnadel und jede Nähgarnrolle einzeln zu zählen. Also habe ich einfach „1 Nähkasten“ gezählt. Ähnlich ging es mir bei der Werkzeugkiste. Jede Schraube, jeden Schraubenzieher zählen – nein, zu aufwändig, daher habe ich „1 Werkzeugkiste“ gezählt. Gleiches bei den Büroklammern. Aha, es sind also vielleicht gar nicht 500 Teile, die ich besitze, sondern 700 oder 1000? Und was sagt so eine Zahl – außer, dass ich bei einer Hausratversicherung im Bedarfsfall genauere Angaben machen könnte? Hätte ich geschickt gezählt, also nicht jeden Teller und jede Tasse einzeln, sondern sondern „1 Gedeck“, dann wären es noch weit weniger als 500 Teile geworden. Doch wozu sollte ich geschickt zählen? Irgendeine Zahl, die im Zusammenhang mit Minimalismus durch den Raum geistert, sagt letztlich nicht sonderlich viel aus – auch nicht bei mir.

Ein kleines Beispiel, wie relativ solche Minimalismus-Zahlen sind: Wieviel Besteck ist unten auf dem Bild? Entweder 7 Besteck-Sets oder 35 einzelne Teile? Macht einen Unterschied von 28. Und wenn ich solche Zahlenspiele dann auch bei den Tellern und Tassen vornehme, würde der Zahlenunterschied noch größer.

Besteck auf Holzplatte. Je 7 Messern, Gabeln, Esslöffel, Teelöffel, Kuchengabeln

Und was ist Minimalismus?

Minimalismus ist für mich, mit wenigen Dingen zufriedener zu leben. So wenig wie möglich, so viel wie nötig – immer mit dem Blick auf das Wesentliche. Wie wenig nun wenig und wieviel nun viel ist, ist ganz unterschiedlich. Lebensstile und Lebenssituationen unterscheiden sich nunmal z.T. sehr deutlich voneinander. Wer Kinder Zuhause hat, benötigt viel mehr Dinge, als der Student oder die Studentin im Studentenwohnheim. Es ist wie mit den Äpfeln und den Birnen – so mal eben vergleichen funktioniert da nicht.

Was haben die Dinge mit mir und meiner Art zu leben zutun?

Interessant wird es dann, wenn man länger an diesem Thema dran bleibt. Was haben die Dinge, mit denen ich mich umgebe, eigentlich mit mir zutun? Warum kaufe ich dies, das oder jenes? Warum hänge ich an irgendeinem Teil, obwohl ich es nicht verwende? Was will ich mit der riesigen Bücherwand, wenn ich die meisten Bücher ohnehin nicht mehr lese? Welche Interessen, Hobbys und Leidenschaften lebe ich wirklich und wo habe ich die dazu gehörigen Dingen nur ungenutzt in den Schränken liegen? Macht das Verhältnis von zwei Jeans, 5 Computern und 3 Smartphones in meinem Leben Sinn? Was sagt es über die persönliche Lebenshaltung aus, wenn ich zwar irgendeine eine schicke Smartwatch besitze, aber keine Tasse für einen Besucher? Welchen Wert haben Dinge und welchen Wert haben Menschen in meinem Leben? Dienen die Dinge meinem Leben oder hindern sie mich daran?

Jede/r kann solche und ähnliche Fragen nur für sich selbst beantworten und die Beantwortung kann bereits ein sehr spannender Prozess sein. Für mich ist Minimalismus letztlich immer auch eine Form, achtsamer mit mir und wertschätzender mit den Dingen und meiner Umwelt umzugehen.

 

Minimalismus Roomtour Küche – Küchenschränke

Da ich nach einigen Details zu meiner Küche gefragt wurde, eine Minimalismus-Roomtour durch die Küche. Heute erstmal ein Blick in meine Küchenschränke.

Vorausgehend:
Zur Küche stehen hier noch einige ergänzenden Infos aus der Zeit in meiner alten Wohnung: Minimalismus in der Küche.

Die Küchenzeile mit den Küchenschränken

Meine – noch nicht ganz fertige – Küchenzeile sieht derzeit so aus:

weiße Küchenzeile mit Holzplatte, Spüle, Einzelkochplatte. Außerdem Milchaufschäumer, Glasflasche, Espressokocher, Plastikbox mit Spümittel, Spülbürste, SpüllappenIm Vergleich zur alten Wohnung, ist der Einbaukühlschrank verschwunden und durch einen getrennt von der Küchenzeile, freistehenden Kühlschrank ersetzt. Ich überlege, diesen irgendwann noch etwas höher zu setzen, damit ich bequemer an die Dinge im Kühlschrank herankomme. Die freie Fläche, die in der Mitte der Küchenzeile durch den Wegfall des Einbaukühlschranks entstanden ist, habe ich mit einem Unterschrank ergänzt, so dass ich jetzt mehr Platz zum Unterbringen der Küchenuntensilien habe. Es gibt bewusst keine Türgriffe, sondern Türdrücköffner. Ich tippe kurz gegen die Schranktür und diese öffnet sich dann. Das oben auf der Arbeitsplatte stehende schwarze Dings, ist das Unterteil des  Milchaufschäumers – mein kleiner Kaffeeluxus, unten dazu mehr. Der Fliesenspiegel ist durch die Wohnungsbaugenossenschaft erneuert worden. Die Küche hat ebenso wie mein Wohn-/Schlafraum einen Holzdielenboden. Beides passt optisch perfekt zu meiner Küche. Das ist einfach ein Glück des Zufalls. Auf Oberschränke habe ich auch in dieser Wohnung verzichtet. Ich brauche sie nicht zur Unterbringung von Dingen, auch möchte ich, dass das Licht vom Fenster ungehindert in die Küche fließen kann.

Nun die Beschreibung der Schränke von rechts nach links:

Der Geschirrschrank

Küchenschrank mit 2 Einlegebrettern und einem Auszug. Oben: Gläser, Tassen, Korkuntersetzer, Auszug mit Porzellanschüssel und -schälchen, Teller, Mitte: Besteck in Plastikbehälter, Taschenmesser, 3 Brettchen, Kaffeemühle. Unten: Vorratsbehälter aus EdelstahlIn diesem Unterschrank sind einige Gläser, 2 Schüsseln und das Essgeschirr, sowie einige Vorratsbehälter untergebracht. Das Besteck befindet sich derzeit etwas improvisiert einfach in einem Plastikbehälter, der eigentlich zur Aufbewahrung von Aufschnitt gedacht ist. Auf Dauer hätte ich da gerne einen passenden kleinen Holzbehälter. Mein Taschenmesser befindet sich hier ebenfalls. Ich brauche es sehr häufig und bei allen möglichen Gelegenheiten. Die Menge an Geschirr orientiert sich an meiner üblichen Höchstzahl an gleichzeitigen Besuchern, so dass ca. 6 – 7 Personen gleichzeitig essen können. Ich würde aus minimalistischen Gründen nie Pappgeschirr auf den Tisch stellen oder erwarten, dass sich jeder selbst Teller und Tasse mitbringt. Da es bei mir eher gemeinsames Frühstück oder Brunch gibt, als typisches Mittag- oder Abendessen und ich ohnehin keinen Alkohol trinke, gibt es nur Wassergläser. Im Bedarfsfall könnte ich mir aber durchaus einmal ein paar Wein- oder Biergläser ausleihen.

Topfschrank und Vorratsschrank

Küchenschrank mit: Auszug oben: 2 Töpfe, Durchschlag, Glas mit einigen Küchenhelfern wie Schöpfkelle, Schneebesen, etc. Messerblock, Holzbrett, Zitronenpresse und Kaffeefilter aus Edelstahl. Unterer Auszug: Diverse Lebensmittel. Ganz unten: eine mobile Kochplatte

In dem mittleren Unterschrank sind neben den Vorräten, all die Dinge untergebracht, die ich irgendwie zum Kochen benötige. Wo es möglich ist, nutze ich wegen der besseren Haltbarkeit und Plastikfreiheit gerne Utensilien aus Edelstahl. Kochlöffel und Pfannenwender gibt es nur jeweils einmal, dafür aber eine stabiliere Ausführung aus Holz. Den Messerblock habe ich geschenkt bekommen. Genau genommen nutze ich meistens nur Brot- und Küchenmesser. Meine ergänzende zweite mobile Kochplatte ist ebenfalls in diesem Schrank untergebracht. Da ich inzwischen sehr zentral wohne und innerhalb von ca. 5 Minuten zu Fuß zwei Supermärkte, zwei Discounter, einen Drogeriemarkt und zwei Bioläden erreichen kann, kaufe ich inzwischen lieber häufiger und dafür kleinere Mengen an Vorräten ein. Bei den größeren Mengen hatte ich oft das Problem, dass ich einige Vorräte einfach im Laufe der Zeit vergessen habe. Leere Gurkengläser etc. sind übrigens prima, um sie noch als Vorratsbehälter zu nutzen.

Der Spülenunterschrank

Spülenunterschrank mit 2 kleinen Kisten mit Trocken- und Putztüchern, Flaschenreiniger, eckigem Plastikbehälter, rote Box mit Waschmitteln, Eimer mit PutzmittelnIm Schrank unter der Spüle ist alles untergebracht, was irgendwie mit spülen, waschen und putzen zutun hat.

Elektrische Küchengeräte:

Eine Kaffeemaschine habe ich nicht. Ich nutze einen kleinen Espressokocher und habe darüber hinaus einen Kaffeefilter und noch eine Thermoskanne. Mein Milchaufschäumer ist vielleicht mein Luxusdings überhaupt – es macht deutlich, dass Minimalismus nichts mit Askese zutun hat. Ich liebe Cappuccino und gönne ihn mir daher auch.

Interessanterweise habe ich noch immer keinen elektrischen Mixer, eine Küchenmaschine hatte ich ohnehin noch nie. Ich hatte mir vorgenommen den Mixer dann zu kaufen, wenn ich ihn brauche. Bislang ließ sich aber immer noch alles mit der Hand umrühren.

Weitere Küchenuntensilien

Stieltopf und Durchschlag aus Edelstahl auf der Küchenarbeitsplatte stehendMit den beiden auf dem Foto zu sehenden Dingen hat es etwas besonderes auf sich. Rechts steht der Durchschlag aus Edelstahl. Man könnte sich fragen, warum ich so ein edles Ding habe? Ganz einfach: Der Durchschlag ist inzwischen weit über 30 Jahre alt. Ich habe ihn in den 80er-Jahren gekauft. Dieses Teil ist einfach sehr haltbar. Ich muss nicht ständig etwas Neues kaufen. Nachhaltiger ist dies auch, die Plastikteile hätte ich im Laufe der Jahrzehnte vermutlich schon mehrfach ersetzen müssen. Der links stehende Topf ist eine Neuanschaffung. Mein Wasserkessel hatte nach einigen Jahren Nutzung innen einige Roststellen, obwohl ich beim Kauf auch auf Qualität und bei der Nutzung auf entsprechende Pflege geachtet habe. Ich war daher die Wasserkessel leid und bin auf die Idee gekommen, mir stattdessen diesen Stieltopf mit den beiden Ausgießern an der Seite zu besorgen. Diesen Topf kann ich prima zum Wasserkochen und auch zum Umgießen in Kanne oder Tasse nutzen – natürlich kann ich damit auch ganz gewöhnlich kochen. Ich habe es gerne multifunktional. Weniger Dinge und trotzdem ist alles da, was ich brauche – so funktioniert Minimalismus.

Soweit meine Minimalismus Roomtour durch die Küche.  Nun noch ergänzend einige Minimalismus-Tipps für die Küche:

Tipps für die minimalistische Küche:

  • Wer alleine wohnt hat oft das Problem, dass es sehr aufwändig ist, nur für sich selbst zu kochen. Daher am besten gleich für 2 Tage kochen. Und schaut einmal, ob es möglich ist, euch öfter mit anderen Menschen zusammen zu tun. Mal wird hier, mal da gekocht. Das muss nicht immer ein 3-Gänge-Menü sein, sondern ein paar Spaghetti oder Bratkartoffeln tun es im Bedarfsfall auch einmal  – Alltagskochen halt. Zusammen essen macht dann ja auch mehr Spaß als alleine.
  • Orientiert euch an eurem tatsächlichen Bedarf. Probiert aus, beobachtet, was ihr wirklich benutzt und was nur herum steht. Ungenutzte Dinge können einfach auch mal entsorgt werden.
  • Wer sehr viel Küchenzeugs und Mut zu Experimenten hat, kann die Idee der Packingparty (von den Minimalists) variieren: Einfach mal alles an Küchen-Interieur für 4 Wochen in Kartons verfrachten und diese übergangsweise irgendwo in der Wohnung stapeln. Dann wird zum Kochen und Essen nur genau das heraus geholt, was jeweils benötigt wird. Diese Dinge dann nach Nutzung in die Küchenschränke räumen. Was habt ihr nach 4 Wochen wirklich benutzt, was ist noch ungenutzt in den Kisten drin und wären somit Kandidaten für die Entrümpelung?
  • Edle und teure Küchen, aufwändige Küchengeräte scheinen so etwas wie ein Statussymbol geworden zu sein. Lasst euch davon nicht beeindrucken, sondern schaut, was ihr wirklich nutzt und braucht.
  • Am energiesparendsten sind die elektrischen Küchengeräte, die man erst gar nicht besitzt.
  • Schafft euren eigenen Stil, der darf edel, perfekt, aber auch improvisiert sein. Hauptsache, es passt ins eigene Leben, zum eigenen Bedarf und die Dinge werden auch genutzt.

 

 

Wenig Dinge?

Wenig Dinge – was ist schon wenig? Wieviel ist wenig? Wenig Dinge habe ich beispielsweise eher aus der Perspektive anderer Menschen. Ich selbst empfinde dies ganz anders. Im digitalen Zeitalter ist es recht einfach, Dinge zu minimalisieren. Es ist vielleicht Arbeit, einige überflüssige Dinge loszuwerden, aber es ist keine heroische Heldentat, keine besondere Leistung, Askese ist es schon gar nicht.

Früher gab es beispielsweise das Röhrenfernsehgerät, Radio, Stereoanlage, Schallplatten, später CD‘s, irgendwann Videorecorder und Videokassetten zum Filme schauen. Dann noch die Bücher im Regal. All diese Dinge kann ich durchaus heute auch noch besitzen, ich muss es aber nicht. Heute besitze ich ein Laptop und Smartphone, habe einen Internetzugang und damit ist alles verfügbar, wofür ich früher Fernseher, Videorecorder, Radio, Bücher, das Wählscheiben-Telefon im Flur und noch so vieles mehr benötigte. All das kann ich nun mit diesen beiden kleinen Digitalgeräten erledigen. Es sind gerade einmal zwei Geräte. Unglaublich.

Wie wunderbar minimalistisch sieht das aus? Ruckzuck wirkt die Wohnung, als sei kaum etwas drin. Dabei ist die Möglichkeit zu Unterhaltung und Information immer noch da. Sogar viel mehr. Der Zugang ist viel einfacher. Es gibt eine endlose Auswahl an Musik, Filmen, Büchern, Informationen, Vernetzungsmöglichkeiten. Ich muss nicht mehr bis 21 Uhr warten, bis das Telefonieren preisgünstiger ist. Es öffnen sich Türen, die früher unvorstellbar gewesen wären.

Ich genieße es sehr, nicht mehr so viel Zeugs herumstehen zu haben. Dadurch habe ich die Möglichkeit, mich auf die wirklich wesentlichen physischen Besitztümer zu beschränken. In kleinen Räumen ist so viel mehr Platz. Abstauben und aufräumen geht blitzschnell. Das ist wunderbar, solche Arbeiten machen mir eh keinen Spaß. Ein minimalistischer Lebensstil ist einfach wunderbar bequem .

Vermutlich habe ich im Vergleich zu anderen Europäern tatsächlich weniger Dinge. Genau genommen habe ich heute aber viel mehr Komfort, als ich es mir je hätte erträumen lassen. Wenn ich einige Dinge weniger als üblich besitze, so bin ich deshalb nichts besonderes und ich leiste nichts besonderes. Da kann man „die Kirche mal im Dorf lassen.“ Die technischen Geräte haben sich einfach nur geändert. Ich lebe genau genommen sogar in viel mehr Luxus als früher. Dieser Luxus sieht nur ganz anders aus und macht sich nicht an der Menge der äußerlich erkennbaren Dinge in der Wohnung fest.

 

 

Minimalismus Roomtour: Wohn-Schlafraum

Ich hatte nach meinem Umzug eine kleine Minimalismus Roomtour der neuen Wohnung versprochen. Heute beginne ich mit meinem Wohn-Schlafraum.

Räume, die gleichzeitig als Wohn- und Schlafräume genutzt werden, sind eine besondere Herausforderung. Einerseits gilt es einen ruhigen und erholsamen Schlafplatz zu haben, andererseits soll ein Wohnzimmer mit Sitzecke, aber auch ein Arbeits- und im Bedarfsfall ein Essplatz da sein.

Wohnräume sind Lebensräume, keine Lagerflächen

Als ich mich im Internet nach Ideen für kleine Wohn-Schlafräumen umschaute, fiel mir auf, dass es oft darum ging, möglichst viel Zeugs auf der kleinen Fläche unterzubringen und trotzdem eine angenehme Wohnatmosphäre zu schaffen. Wer aber dank Minimalismus weniger Dinge hat, muss diesen Raum nicht mit allem möglichen Kram vollstellen. Für mich gilt das Motto: Hier wohne und lebe ich, nicht mein Zeug.

Zunächst der Wohn-Schlafraum von der Tür aus fotografiert:

Wohnschlafraum mit Futonpodest, Sofa, kleine Klappmatratze, Tisch, Stuhl

Und hier der gleiche Raum von der Fensterseite aus fotografiert:

Wohnschlafraum vom Fenster Richtung Tür fotografiert mit Podesten, Futon rechts und Tisch, Schreibtischcontainer und Holzbox links

Mein Wohn-Schlafraum ist ca. 16qm groß. Nicht zu übersehen ist meine Vorliebe für Möbel aus Massivholz. In der neuen Wohnung ist wieder ein wunderschöner Holzdielenboden, da habe ich einfach Glück. Ich mag Holzdielenböden und so genieße ich dieses Glück natürlich besonders. Dass ich nicht die geborene Stehrümchen-Deko-Queen bin, sieht man vermutlich. Für Deko-Queen müsste ich mich innerlich ziemlich verbieten, aufwändige Kurse und Schulungen besuchen, aber auch dann wäre der Erfolg zweifelhaft. Es interessiert mich einfach nicht 😉 . Neben meinem Futon gibt es jetzt auch ein kleines Sofa und einen Klappfuton. Der kleine Tisch kann entweder als Ess- oder Arbeitsplatz genutzt werden. Dann habe ich noch einen Schreibtischcontainer, sowie eine Holzbox zum Aufbewahren des Bettzeugs. Wichtig ist mir die Multifunktionalität von Möbeln. Ein und dasselbe Möbelstück auf mehrfache Weise nutzen, finde ich sehr praktisch und erspart mir ein vollgestopftes Zimmer.

Schlafen

Vor einigen Wochen konnte ich in der Fundgrube des bekannten schwedischen Möbelhauses noch die beiden Podeste von jeweils 1 x 1 Meter ergattern. Es waren die preisreduzierten Ausstellungsstücke, daher auch die schwarzen Klettbänder, die auf den Podesten sichtbar sind. Ich hätte ja wenigstens weiße genommen … Die Podeste nutze ich zusammengestellt als Auflage für das Futon. Es ist also mein Bett. Hauptgrund für die Anschaffung der Podeste war für mich das bequemere Sauberhalten und die multifunktionale Nutzungsmöglichkeit. Außerdem mag ich keine normalen Bettgestelle. Klappe ich das Futon wie auf dem Foto zusammen, habe ich einen Sessel, das zweite Podest kann als Wohnzimmertisch genutzt werden.

Die Podeste sind inzwischen nicht mehr zu bekommen. D.h., wer sich dafür interessiert: Selber basteln oder Alternativen wie Europaletten o.ä. nutzen.

Sofa

Das gebraucht gekaufte Sofa hat eine bequeme Sitzhöhe. Mit ergänzenden kleinen Sitzkissen hat es die Höhe von Stühlen und kann daher auch als bequeme Sitzgelegenheit mit Esstisch benutzt werden. Gleichzeitig erspart es mir so auch zwei Besucherstühle.

Klappfuton

Das Klappfuton ist auch erst einige Wochen alt. Es dient als Gästebett, Hocker, Meditationsunterlage, fürs Mittagsschläfchen oder zum Hochlegen der Füße, wenn ich auf dem Sofa sitze. Während der unmittelbaren Umzugszeit habe ich auch darauf geschlafen – es war erstaunlich bequem.

3-teiliger grüner Klappfuton, Klappmatratze

Lampen

Auf den Bildern nicht zusehen ist eine neben dem Klappfuton befindliche Kugelleuchte, die auf der Erde steht. Sie wechselt häufiger ihren Ort. Wie die endgültige Beleuchtung aussieht und ob ich evtl. ergänzende Lampen dazu kaufe, ist noch nicht abschließend entschieden. Man muss inzwischen sehr aufpassen, dass man nicht irgendwelche Lampen kauft, die festinstallierte LED-Leuchten haben. Sind diese defekt, kann man die ganze Lampe entsorgen. Ein Umweltdesaster und Geldverschwendung.

Tisch

Der oben auf dem ersten Bild zu sehende kleine Tisch wird ebenfalls multifunktional genutzt, meistens als Schreibtisch. Den Laptop möchte nicht immer und dauerhaft sichtbar in diesem Raum herumstehen haben, sondern nur, wenn ich ihn auch nutze. Daher habe ich die oberste Schublade des Schreibtischcontainer dafür reserviert.

Schreibtischcontainer

Schreibtischcontainer aus Holz. Von oben fotografiert mit geöffneter oberer Schublade. Darin ein Laptop

Der Schreibtischcontainer im Bildvordergrund ist ein Gebrauchtstück und daher schon ein älteres Modell. Es ist eigentlich ein Schrank für ein Regal (Ivarsystem vom Möbel-Elch). Ich habe Rollen unter dieses Schränkchen montiert, so dass ich es leicht hin- und herschieben kann. In dieser schmalen Größe gibt es diesen Schrank nicht mehr.  Da auch die Frage kam, was denn in den Schubladen dieses Schrankes ist, hier ein Blick in die restlichen Schubladen:

Schreibtischcontainer mittlere Schublade mit diversem Bürozubehör

In der zweiten Schublade befindet sich diverser Bürokram, sowie in der verschlossenen schwarzen Kiste ein Kopfhöhrer, daraufliegend ein Notizbuch. Damit der Bürokleinkram nicht lose in der Schublade herumfliegt, habe ich eine zweite schwarze Kiste. In der Kiste selbst befindet sich der eine Teil des Bürozeugs mit Schere, Locher, Klebefilmabroller. Der Deckel dieser Kiste wird nicht als Deckel, sondern umgedreht als eine Art flache weitere Kiste benutzt, um darin Notizzettel, das Glas mit Büroklammern und Stifte aufzubewahren. So kann ich die nötigen Sachen schnell rausholen, bei Bedarf auf den Tisch stellen und ebenso einfach wieder wegräumen. Wenig Aufwand beim Aufräumen und Abstauben ist mir wichtig.

Schreibtischcontainer, untere Schublade mit Behälter für Hörgerätezubehör und eine durchsichtige Plastiktüte mit Kabeln. Im Hintergrund eine Holzkiste, darin ein Fotoapparat.

In der untersten Schublade ist ein schwarzer Behälter mit diversem Zubehör für die Hörgeräte (Batterien, ergänzender Hörverstärker – dies ist eine Art kleine FM-Anlage, dazugehörige Ladekabel, usw.). Außerdem diverse Ladekabel etc. in einer kleinen Tüte. Ich werde nie begreifen, warum man für 1(!) Gerät, gleich 3(!) Ladekabel bekommt. Es ist wohl das gleiche Horror-Phänomen wie: 1 Bleistift brauchen und nur 2er- bis 4er-Sets finden oder 1 Kochlöffel brauchen und nur 3-er-Sets finden… . –  In dem kleinen Holzkasten ist ein Fotoapparat mit dazu gehörigem Akkuladegerät. In der im rechten Bildrand zu sehenden Holzbox ist mein Bettzeugs deponiert.

Kleiderschrank, Wohnzimmervitrine, Fernseher, Stereoanlage, Bücherregal

All diese Dinge besitze ich nicht. Wie in früheren Beiträgen beschrieben, habe ich einen, etwa 1qm großen bzw. kleinen Abstellraum, in dem sich all meine Dinge in einem Regal befinden. Der Vollständigkeit halber auch hiervon nochmal das Foto davon:

Fotoausschnitt: Ivarregal mit verschiedenen Kisten

Hier befinden sich – außer Utensilien für Küche und Körperpflege, den Schuhen und einigem Renovierzeugs – alle Dinge, die ich besitze, auch Kleidung und einige Bücher. Statt TV-Gerät oder Stereoanlage nutze ich einfach den Laptop.

 

Soweit meine Minimalismus Roomtour durch den Wohn-Schlafraum. Was noch fehlt sind die Vorhänge, die ich noch zum zusätzlichen Abdunkeln anbringen möchte. Außerdem habe ich mir noch einen zweiten Bezug für das Futon bestellt – in dem gleichen Grünton wie das Klappfuton. Ich liebe diese satten Grüntöne sehr.

Minimalismus ist sehr individuell, dies ist meine Variante davon. Mir ist wichtig, dass mein Wohn-Schlafraum keine „Lagerhalle“ ist, sowie leicht aufgeräumt und geputzt werden kann. Wenn ich wohne, möchte ich nicht mein Zeugs verwalten, sondern mich erholen, entspannen und einfach leben. Alles, was ich brauche ist da. Ich habe ausreichend Platz für mich und auch, wenn Besucher da sind, wird es nicht zu eng.

 

 

© Gabi Raeggel, 2014-2018 https://achtsame-lebenskunst.de/