Blog Achtsame Lebenskunst

Digitaler Minimalismus auf dem Smartphone

Smartphones sind schon eine praktische Sache. Telefonieren, chatten, Emails abrufen, Fahrpläne checken, navigieren, im Internet surfen, Taschenrechner, Notizen und vieles mehr. Wirklich komfortabel, auch für mich. Aber digitaler Minimalismus auf dem Smartphone – sofern man bei einem Smartphone davon überhaupt sprechen kann –  ist trotzdem wichtig. Denn wir geben sehr viele Daten nahezu unbemerkt weiter, wir sind durch das Smartphone viel abgelenkter und wir stehen auch in Gefahr uns zu sehr von unserer normalen, analogen Umwelt abzuschotten. Ich kenne dies durchaus auch von mir, weshalb ich mir dazu einige Gedanken gemacht habe.

Die Datenweitergabe auf dem Smartphone

Gestern beim Minimalismus-Stammtisch in Essen unterhielten wir uns darüber, welche Daten wir bei der Nutzung des Smartphones – sei es mit oder ohne unsere bewusstes Wissen – täglich so unbedarft weitergeben. Auch im Zeitalter von DSGVO ist das immer noch eine ganze Menge.

Natürlich habe ich im Laufe der Zeit schon so alles mögliche an Datenweitergabe verhindert. Nicht, dass auf meinem Smartphone nun wirklich Geheimnisvolles wäre, aber Google Maps muss wirklich nicht aufzeichnen, wann ich wo war. Viele ungenutzte Apps habe ich gelöscht oder zumindestens deaktiviert. Trotzdem war ich dann doch sehr überrascht, als Blogger und Youtuber Daniel mal so eben mehrere, mit völlig unbekannte Datenweitergaben meiner Smartphone-Tastatur deaktivierte. Diese Einstellungen kannte ich noch überhaupt nicht, waren sie doch nur über das lange Drücken des Kommas auf dieser Smartphone-Tastatur überhaupt erreichbar.

Ständige Abgelenktheit und soziale Isolierung durch das Smartphone

Immer wieder wird genannt, ohne Smartphone sei man isoliert, weil man vieles nicht mitbekäme. Aber genau hingeschaut, isolieren wir uns auch mit einem Smartphone. Wer mal aufmerksam in der Stadt, in Bus oder Bahn unterwegs ist, dem fällt es auf: Der Anteil derjenigen Menschen, die mehr mit dem Smartphone, als mit ihrer unmittelbaren Umwelt beschäftigt sind, ist schon sehr hoch. Kinder rennen unbeaufsichtigt durch die U-Bahn, weil die Eltern sich statt mit den Kindern, lieber mit ihren Smartphones beschäftigen. Paare sitzen stumm nebeneinander und starren auf ihr Smartphone. Irgendwo klickt, piept und klingelt immer irgend etwas. Kinder und Jugendliche spielen stundenlang auf diesen Geräten, einige entwickeln schon suchtartiges Verhalten, sind unkonzentriert und bewegen sich viel zu wenig – eine bedenkliche Entwicklung.

Für mich war dies Anlass, mal zu schauen, wie mehr digitaler Minimalismus auf dem Smartphone aussehen kann.  Daher nachfolgend eine kleine Sammlung von Ideen:

Digitaler Minimalismus auf dem Smartphone – ein paar Tipps

  • Welche Apps sind unnötig und können gelöscht oder deaktiviert werden?
  • Deaktiviere die ständigen Benachrichtigungen auf dem Smartphone und rufe neue Infos manuell ab.
  • Lösche die Apps der Sozialen Netzwerke und nutze diese Netzwerke – wenn überhaupt – nur über den Browser. Das ist so umständlich, dass sich der Konsum von alleine reduziert.
  • Nutze unterwegs das mobile Internet nur dann, wenn du es wirklich benötigst. Schalte es ansonsten aus.
  • Lege das Smartphone zur Seite, wenn du dich mit Freunden oder der Familie triffst.
  • Beim Essen sollte das Smartphone tabu sein.
  • Im sog. Flugzeugmodus kann man die unterschiedlichsten Apps nutzen, ohne mit dem Internet verbunden und auch ohne ständig telefonisch erreichbar zu sein.
  • Gehe mal ohne Smartphone spazieren.
  • Nutze öfter eine Armbanduhr oder einen Wecker, statt Smartphone-Uhr.
  • Spezielle Tipps zu mehr Datensicherheit: Hier muss ich auf Infos aus dem Internet verweisen und empfehle mal zu recherchieren bzw. mal im Freundes- und Bekanntenkreis herum zu fragen, wer sich damit auskennt. Ich selbst weiß darüber leider immer noch viel zu wenig.

 

Digitaler Minimalismus – meine persönlichen Lösungen

Blick auf ein Smartphone mit mehreren Apps

Neben der Löschung diverser Apps, befinden sich auf meinem Smartphone nur noch die allerwichtigsten 12 Kontaktadressen. Alles andere ist zunächst mal im Adressbuch meines Emailprogramms im PC gespeichert. Von dort aus kann ich alle Kontaktdaten zur Sicherheit regelmäßig als PDF-Datei speichern. Außerdem gibt es noch ein kleines handschriftliches Adressbuch. Adressdaten werde ich künftig nicht mehr über das Web speichern.

Wie schon einmal beschrieben, gibt es meinen Kalender nur noch in Papierform. Für Notizen habe ich seit vielen Jahren immer ein kleines Notizbuch im Rucksack.

Auf dem Smartphone habe ich einen „Gabi“-Ordner mit 8 Apps, die ich regelmäßig nutze. Alle selten oder nie genutzen Apps sind in einem weiteren Ordner gespeichert. Ich nutze nach einigem Ausprobieren die Chatprogramme  Telegram und Signal, außerdem SMS und Telefon, sowie Email. Meine Accounts bei den Sozialen Netzwerken sind seit einigen Monaten gelöscht und es geht mir sehr gut damit.

Unterwegs brauche ich das mobile Internet nur noch selten. Daher komme ich bequem mit einem Prepaid-Paket für 4,95€ in 4 Wochen aus. Darin enthalten 100 Einheiten zum Telefonieren, einer Flat ins gleiche Netz, sowie 500 MB Datenvolumen. Das reicht mir sogar diesen Monat locker aus, wo ich viel unterwegs war.

Screenshot vom verbrauchten Datenvolumen: noch 329MB verfügbar noch 93 Minuten Telefon.

 

Digitaler Minimalismus auf dem Smartphone heißt für mich: Ich nutze dieses praktische Gerät, aber ausgewählter und überlegter als früher. Ich will mein Leben davon nicht dominieren lassen. Einige analoge Dinge mehr zu besitzen (wie z.B. Wecker, Notizbuch, Papierkalender) bedeutet für mich weniger Ablenkung, mehr Ruhe und Gelassenheit. Das ist es mir wert.

Wie Achtsamkeit zu mehr Zufriedenheit führen kann – Zeitungsartikel

Der Reutlinger Generalanzeiger hat einen Beitrag zu meinem Vortrag in Reutlingen veröffentlicht. Wer sich dafür interessiert, kann diesen Beitrag hier online nachlesen:

Reutlinger Generalanzeiger: Wie Achtsamkeit zu mehr Zufriedenheit führen kann

 

Der Beitrag der gedruckten Version der Zeitung kann auch als PDF angeschaut werden:  Der Blick für das Wesentliche. Wie Achtsamkeit zu mehr Zufriedenheit führen kann –  PDF-Datei

Logo mit Nordseegräsern und Text: Achtsamer Leben. Wege zu einem entspannteren und entrümpelteren Alltag

Minimalismus im Büro

Ich mag Minimalismus im Büro schon deshalb sehr, weil ich keinerlei Spaß daran habe, irgendwelche Dinge zu suchen. Alles soll übersichtlich und schnell zu greifen sein. Denn egal, ob Zuhause, unterwegs oder auf der Arbeit – ich mag sie nicht: All die vielen nicht funktionierenden Kugelschreiber, ständig abbrechende Bleistifte, die Berge von nicht abgehefteten Unterlagen und die ganze Zettel- und Kleinteilewirtschaft auf dem Schreibtisch. Solche Dinge lenken ab und sind unerfreulich für meine Augen.

Das Büro auf der Arbeit

Im Büro auf der Arbeit habe ich einen Schreibtisch, da benötige ich ihn durchaus aus auch. Aber auch dort gibt es keine Ablagenfächer, in denen sich die Unterlagen stapeln. Auch die Bürokleinteile sind auf das Minimalistischste reduziert.

Das private Büro

Zuhause nutze ich  meinen ganz normalen Tisch. Dieser reicht mir völlig aus. Laptop und das, was ich sonst so an Bürodingen habe, ist sehr schnell zur Seite geräumt und verschwindet bei Bedarf in meinem begehbaren Schrank (Abstellkammer). Ich möchte diesen Kram einfach nicht ständig sehen.

Hier mein Bürozeugs in der Abstellkammer:

Regal mit 2 Ordnern, 1 Stehsammlern und 2 KistenEs gibt zwei Aktenordner, 1 Stehsammler und 2 Kästen, die ich für Bürodinge nutze. Genau genommen könnte ich die Menge der Unterlagen aus beiden Aktenordnern auch bequem in einen Ordner packen. Aber in zwei Ordnern ist es übersichtlicher und beim Abheften muss ich weniger Papier bewegen.

Aktenordner-Minimalismus:

So funktioniert mein Aktenordner-Minimalismus:

  • Alles, was nicht zwingend erforderlich ist, fliegt raus
  • Von Ausbildung und Studium gibt es nur noch die Zeugnisse. Alle anderen Unterlagen sind schon sehr viele Jahre entsorgt.
  • Sind von Geräten die Garantien abgelaufen, verschwinden die dazugehörigen Rechnungsbelege.
  • Bedienungsanleitungen verwahre ich nur dann, wenn diese nicht im Internet als PDF-Version verfügbar sind und die Geräte definitiv nicht selbsterklärend sind.
  • Die Gehaltsabrechnungen des letzten halben Jahres verwahre ich üblicherweise, ansonsten nur die Abrechnungen von den jeweiligen Dezembermonaten. Dort stehen nämlich alle Einkünfte und Abgaben des jeweiligen Jahres drauf.  Davon abgesehen gibt es ja die regelmäßígen Renteninformationen, sowie die Sozialversicherungsnachweise.
  • Bei der Aufbewahrungsdauer meiner weiteren privaten Unterlagen orientiere ich mich an üblichen Empfehlungen, wie z.B. hier: http://aufbewahrungsfristen.org/privat/
  • Was nur abgeheftet werden muss, wird auch sofort abgeheftet und nicht erst gesammelt. Gleiches gilt, für Dinge, die sofort erledigt werden können. Hier orientiere ich mich an der sog. 2-Minuten-Regel: Alles, was innerhalb von 2 Minuten erledigt werden kann, erledige ich auch sofort.

Der Büro-Kleinkram

Hier gilt für mich: Horte nichts doppelt, was auch in einfacher Ausführung ausreicht.

Der Kleinkram ist bei mir in 2 Kästen untergebracht

1 Notizblock, 1 schwarze Kisten mit Bürozubehör, 1 Holzkiste mit Notizzetteln

Die Notizzettel in der Holzkiste nutze ich fast ausschließlich nur als Einkaufszettel. Ansonsten ist mein Motto: Bloß keine Zettelwirtschaft. Für alle anderen Notizen habe ich ein DIN A 5- Notizbuch. Dieses verwende ich in loser Reihenfolge und ohne besonderes System. Bullet-Journal ist beeindruckend, aber mir zuviel Arbeit und Aufwand.

Kleinteile-Minimalismus im Büro

Kleinteile aus der schwarzen Kiste: Locher, USB-Stick, Klebestift, Klebefilmabroller, Glas mit Büroklammern, 1 Kugelschreiber, 1 Füller, 1 Bleistift, 1 Edding, 1 Radiergummmi, 1 AnspitzerMeine Bürokleinteile aus der schwarzen Kiste einmal übersichtlicher auf dem Tisch verteilt. Mein Motto ist: Da, wo ein Ding ausreicht, nutze ich auch nur ein Ding. Beim Klebestift war das nicht ganz einfach. Ich brauchte ihn, bekam ihn aber nur im Doppelpack. Bis der erste Stift aufgebraucht ist, ist der zweite garantiert vertrocknet. Daher kam mir die Idee, den zweiten Stift mit zur Arbeit zu nehmen. In dem Schraubglas sind Büroklammern, diese ersetzen bei mir seit 2 Jahren den sog. Klammeraffen.

Mein mobiles Büro für unterwegs

Kalender, kleines Notizbuch und Kugelschreiber

Ich bin vorletztes Jahr nach vielen Experimenten wieder auf einen Papierkalender umgestiegen. Beruflich bin ich viel in Außenterminen und gerade dann ist es sehr viel schneller und unkomplizierter, einen Termin in einen Papierkalender einzutragen. Die digitale Varianten dauerten einfach viel zu lange. Ich nutze darüber hinaus für Notizen ein kleines DIN-A6-Notizheftchen. Das letzte Heftchen reichte 4 Jahre lang. Beruflich habe ich eine etwas größere Varianten im DIN-A5-Format. Außerdem nutze ich für unterwegs einen Kugelschreiber für private Zwecke und einen Kugelschreiber für dienstliche Angelegenheiten.

Warum Minimalismus im Büro?

Genau genommen habe ich ja genügend Platz, um mehr Zeugs und spezielle Büromöbel bei mir unterzubringen. Warum ich trotzdem ein minimalistisches Büro habe, ist ganz einfach, weil es ausreicht. Glücklicherweise benötige ich nicht viel Bürokram. Solche Dinge wie Minimalismus oder Maximalismus zur Effektivitäts- und Erfolgssteigerung interessieren mich nicht. Ich muss auch nicht Fleiß und persönliche Wichtigkeit anhand von vielen oder wenigen Bürodingen optisch demonstrieren. Ich liebe es lediglich, wenn der ganze Bürokram schnell erledigt ist und ich dann nichts mehr damit zutun habe.

Minimalismus-Roomtour und Interview in den Ruhrnachrichten

In den Ruhrnachrichten, einer Dortmunder Zeitung, ist ein ausführliches Interview mit mir zu Minimalismus zu lesen. Außerdem gibt es ein Video mit einer kleinen Minimalismus-Roomtour durch meine Wohnung.

Minimalismus-Roomtour


Video: © Jana Klüh, Ruhrnachrichten

Interview

Das ausführliche Interview ist auf der Webseite der Ruhrnachrichten nachzulesen. Dort ist das Video auch nochmal in besserer Qualität anzuschauen. (Link unten).

Ein wichtiger Hinweis: Das Interview ist im sog. RN+Bereich verfügbar, d.h., es ist (leider) nur lesbar, wenn man sich kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen per Google, Amazon oder Facebook einloggt. Alternativ dazu kann man sich auch kostenlos per Email registrieren. Wer den Newsletter, der dann irgendwann eintrudelt, nicht haben möchte, kann ihn bequem wieder abbestellen. Ich habe es natürlich ausprobiert: Es ist tatsächlich ohne Problem möglich.

https://www.ruhrnachrichten.de/Nachrichten/Dortmund/Die-Dortmunderin-Gabi-Raeggel-57-lebt-minimalistisch-Plus-1332930.html

 

 

Der achtsame Umgang mit der Natur

„Viele von uns haben schon erlebt, wie wohltuend und belebend Achtsamkeit in der Natur sein kann. Entsprechend bedeutsam ist es, diesen Lebensraum zu erhalten und zu pflegen. Wie kann ein achtsamer Umgang mit der Natur aussehen und welche kleinen, aber konsequenten achtsamen Schritte sind möglich?“

Ein Gastbeitrag, zu diesem mir immer bedeutsamer werdenden Thema, ist auf der Webseite von Das tut mir gut! zu lesen:

Der achtsame Umgang mit der Natur

 

Blick auf hochgewachsene Bäume. Im Vordergrund rechts unten ansatzweise der Rand einer Balkonmauer

Gern ein wenig anders – Inhouse-Nomaden

Geht es um Wohnen, habe ich immer schon gerne umgeräumt und verändert. Tisch, Bett, Schrank – gerne hier, da und dort. Irgendwann fiel mir der Begriff Inhouse-Nomaden ein und ich dachte: Ja stimmt, so ein Begriff passt. Ich muss nicht mit dem Rucksack die Welt jetten, aber innerhalb der Wohnung finde ich es nur schwer erträglich, wenn die Dinge immer am gleichen Ort stehen.

Das Rein und Raus der Möbel

Immer mal wieder habe ich versucht, irgendwie so etwas wie eine eher „normale“ Möblierung auf die Reihe zu bekommen. Es gelang mir nur begrenzt und vorübergehend oder nur für die gemeinsamen Bereiche in Partnerschaft und WG. In meinen persönlichen Bereichen war es immer ein hin und her. Damit verbunden aber leider aber ein viel zu häufiges Rein und Raus an Möbeln. Endlose Varianten von Bettgestellen kamen und gingen. Kleiderschränke waren immer gruselig. Ich mag sie einfach nicht. Irgendwann habe ich die Türen der Kleiderschränke tapeziert, dann bemalt, dann entfernt und stattdessen mit bunten Vorhängen versehen. Aber es gefiel mir immer noch nicht. Es folgte die Variante, mir aus Regalen, Jalousien und Vorhängen einen begehbaren Kleiderschrank zu bauen. Diese Konstruktion hielt länger, aber spätestens, wenn man dann irgendwann zu zweit in einer kleinen Wohnung lebt, wird es doch zu eng. Also doch „normale Schränke“, irgendwann dann die 35cm-tiefen Schränke. Die sahen dann nicht mehr ganz so nach Kleiderschrank aus. Mit Sofas bin ich erst seit kurzem durch. Ich mag sie nicht, zumindestens nicht für mich. Auch hier gab es im Laufe der Jahre viel rein und raus. Sofas  kann ich woanders bestaunen und drauf sitzen, bei mir selbst will ich sie nicht.

Gern ein wenig anders

Den Hang, gerne dies und das anders als üblich zu gestalten, hatte ich rückblickend immer schon. Als Teenager ertrug ich irgendwann das Bettgestell nicht mehr und habe Lattenrost und Matratze direkt auf die Erde gelegt. Den Schreibtisch beklebte ich mit Folie, irgendwelche Bilder und Sprüche hingen abwechselnd mal hier und mal da an der Wand und ersetzten mir in dem engen Zimmer das Möbelrücken. In den 70er-Jahren reichte sowas noch locker aus, um sich als Teenie bequem von der Erwachsenenwelt abzugrenzen.  😉 Es dauerte nur etliche Zeit, bis ich verstand, dass dieser Hang zum Inhouse-Nomaden altersunabhängig ist und einfach grundlegend zu meiner Persönlichkeit gehört.

Bedarfsgerechte Möbel für Inhouse-Nomaden

Minimalismus passt wirklich bestens zu meiner Art des Nomadentums am gleichen Ort. Bei Neuanschaffungen lasse ich mir heute bewusst viel Zeit. Erst wenn ich mir wirklich zu 100% sicher bin, dass es dieses oder jenes Teil sein soll, kaufe ich es. Vorher denke ich dann auch lieber erst über irgendwelche Improvisationen nach. Die sind ohnehin viel interessanter. Ich mag es variabel und multifunktional. Meine beiden Holzpodeste mit Futon und Klappfuton kann ich beispielsweise als Sessel, Sofa, Couchtisch und Bett nutzen.

2 Holzpodeste 1x1m mit Futon und Klappfuton

Wie schon einmal berichtet, ist der eigentlich als Abstellkammer gedachte kleine Raum, jetzt mein begehbarer Schrank. Das ist DIE Schranklösung für mich, weil es kein Schrank ist. Hier bewahre ich – Minimalismus sei dank – außer den Küchenutensilien allen Kram auf, den ich besitze. Adé Kleider- und Wohnzimmerschränke – wunderbar!

Blick auf ein Ivarregal mit verschiedenen Kisten, einigen Büchern und Aktenordnern.

 

Mein Küchenblock ist bei kleinen Details immer noch nicht fertig. Will ich ihn überhaupt fertig stellen? Das wäre das Ende von Ideen und Varianten, die mir durch den Kopf wandern. Wenn ich schon die Küche nicht ständig durch die Wohnung schieben kann, dann wenigstens die Ideen dazu in meinem Kopf. Die mobile Küche von Tanja Heller finde ich z.B. faszinierend, aber Minimalismus heißt für mich heute, bloß keine voreiligen Neukäufe ins Auge zu fassen.

Inhouse-Nomaden und schwere, unbewegliche Möbel sind nicht kompatibel. Aber Inhouse-Nomaden und Minimalismus: das passt prima. Und so sitze ich mit dem Tisch mal am sonnigen Fenster, mal mitten im Raum, mal schlafe ich hier, mal da, mal dort. Platz genug habe ich, weil Schrankwände, Bettgestelle und Sofas der Vergangenheit angehören – und genau so fühle ich mich endlich wohl.

Vortrag „Achtsamer Leben“ in Reutlingen

Veranstaltungshinweis: Vortrag „Achtsamer Leben“

Am 13.10.2018 bin ich ab 18:30 in Reutlingen beim Reutlinger Generalanzeiger zu Gast und halte einen Vortrag zum achtsameren Leben mit weniger Dingen.

Reutlingen liegt rd. 40km südlich von Stuttgart. Wer dort also in der Nähe wohnt oder dort zu dieser Zeit in der Nähe unterwegs ist, ist herzlich eingeladen. Ich würde mich freuen, die ein oder anderen von Euch begrüßen zu können.

Veranstaltungsdetails:

  • Freitag, 12.10.2018, 18:30 Uhr
  • Reutlinger General-Anzeiger, Burgstraße 1–7, Reutlingen, Oertel+Spörer Saal
  • Eintritt: 7€
  • Tickets sind erhältlich:
    • vor Ort: GEA-Service-Center am Burgplatz
    • per Email: tickets@gea.de
    • telefonisch: 07121 302210

Ergänzende Infos: https://events.gea.de/event-portal_veranstaltung,-achtsamer-leben-_vaid,63.html

Meditation mit orthopädischen Handicaps

Meditation als körperliche Herausforderung

Regelmäßig zu meditieren, speziell die Sitzmeditation, stellt sicher immer eine gewisse köperliche Herausforderung dar. Wir sind es üblicherweise nicht gewohnt, regelmäßig eine längere Zeit ruhig in einer bestimmten Position zu sitzen. Auch körperlich gesunde Menschen ohne jede Einschränkung spüren dann schon mal die steifen Gelenke, mal zwickt es hier, mal dort. Im Laufe der Zeit lernt man dann, wie man mit solcherlei Einschränkungen oder Missempfindungen umgehen kann. Aber Meditation mit körperlichen Handicaps – geht das?

Mein persönlicher Weg

An anderer Stelle hatte ich schon einige Male von meinen körperlichen Einschränkungen berichtet. Siehe z.B. Achtsamkeitsübungen bei körperlichen Einschränkungen  oder Achtsamkeit und körperliche Beeinträchtigungen – meine Erlebnisse

Ich meditiere seit 8 Jahren trotzdem, aber anders. Einen geeigneten Weg zu finden, war und ist allerdings ein langer Weg. Ich lebe mit Fehlstellungen von Füßen, Beinen und Hüfte, hinzu kommt nicht zusammen gewachsener 5. Lendenwirbelbogen und überdehnbare Gelenke. Seit einigen Jahren bin ich zudem schwerhörig und benötige Hörgeräte. Die Folgen sind, dass ich schneller, als der „Durchschnitts-Meditierende“ an meine körperlichen Grenzen komme, muskulär verspanne, manches geht überhaupt nicht. Daher bin ich natürlich immer auf der Suche nach Tipps, Ideen und Anregungen.

Suche nach Anregungen und Hilfen

Vor längerer Zeit entdeckte ich, dass es spezielle Meditationskurse für Menschen mit chronischen Schmerzen gibt. Die Gründerin und Meditationslehrerin Vidamayala Burch litt nach einem Unfall an chronischen Schmerzen und hat diese besondere Form der Achtsamkeit entwickelt. Sie ist also eine Betroffene, was ich schon mal sehr überzeugend finde.

Da meine Einschränkungen aber anders gelagert sind, habe ich keine persönlichen Erfahrungen mit dieser Meditationsform. Da ich auch ansonsten keine ganz speziell auf orthopädische Handicaps ausgerichtete Achtsamkeitspraxis gefunden habe, habe ich selbst ausprobiert und bin dabei zu folgenden Erkenntnissen gekommen. Vielleicht helfen diese ja den ein oder anderen LeserInnen, die selbst mit orthopädischen Problemen zu tun haben:

Meditations-Tipps für Menschen mit orthopädischen Handicaps

  • Es ist sehr hilfreich und wichtig, die Wahrnehmung des eigenen Körpers zu verbessern. Das geht auch mit orthopädischen Einschränkungen. Der Bodyscan ist im Sitzen oder Liegen möglich und bietet eine ideale Ausgangsübung. Einige Anleitungen dazu sind hier zu finden: Achtsamkeitsübungen
  • Versuche nicht, „normal“ zu sein und unbedingt mithalten zu wollen. Überschreite nicht gewohnheitsmäßig deine eigenen Belastungsgrenzen. Auch dann nicht, wenn dir dies von anderen Menschen empfohlen werden sollte. Erfahrene und einfühlsame Meditations- und Achtsamkeitslehrer nehmen in der Regel Rücksicht, weisen idealerweise auf die nötige Selbstfürsorglichkeit hin. Trotzdem sind sie in der Regel körperlich deutlich fitter und gesünder und können nicht in deinen Körper hineinschauen. Warte daher nicht und verändere rechtzeitig deine Körperhaltung oder lege Pausen ein.
  • Nimm deinen Körper ernst, nimm deine Einschränkungen ernst, aber lass dich nicht davon allzu sehr begrenzen. Je nach persönlicher Einschränkung besteht die Gefahr, dass die Wahrnehmung des eigenen Körpers irgendwann so ins Zentrum der eigenen Wahrnehmung gerät, dass dies zu einer unnötigen Selbstbegrenzung wird.
  • Du hast einen Körper, aber du bist mehr als dein Körper. Übe dich daher immer auch in der Achtsamkeit der Gedanken und Gefühle.
  • Schaffe Ausgleiche, suche gezielt nach Meditationshaltungen und Formen, die dich entlasten. Meditationskissen, Lotussitz, Meditationsbänkchen – all das kann, muss aber nicht sein.
  • Gehe auf deine persönliche Entdeckungsreise, welche Haltung ganz persönlich für dich gut ist. Verschiedene Stühle, Sessel, Sofa, Balkonliege, ein kleines Kissen im Rücken, Erhöhung für die Beine, Abstützung für den Kopf oder in welcher Haltung auch immer: Was davon tut gut? Welche Haltung hilft und unterstützt dabei, besser in den Prozess des Meditierens hinein zu finden? Welche Haltung überlastet oder blockiert? Sieh diese persönliche Entdeckungsreise als eine deiner wichtigsten und zentralsten Meditationsübungen an, wenn du mit und trotz körperlicher Handicaps meditieren willst. Diese Entdeckungsreise ist gelebte Metta-Meditation, also eine wichtige Übung zur Selbstfürsorge für Menschen mit körperlichen Handicaps.
  • Finde deinen eigenen Meditationsablauf. Es kann hilfreich sein, Geh- und Sitzmeditation in kürzeren Abständen abzuwechseln oder durch einige, geeignete achtsame Yogaübungen zu ergänzen.

 

Nachteile ausgleichen statt mithalten

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Meditation mit körperlichen Handicaps natürlich möglich ist. Es geht jedoch nur, indem man sich keinerlei Druck und Stress macht, mit irgendwelchen „Durchschnitts-Standards“ und „allgemein gültigen Regeln“ mithalten zu wollen, denn diese sind auf die „normale“ und „übliche“ körperliche Belastbarkeit ausgerichtet.

Eine Orientierungshilfe ist, dass die körperlichen Begrenztheiten im Zusammenhang mit der körperlichen Meditationshaltung nicht dazu führen, dass die Meditation dauerhaft davon dominiert oder sogar blockiert wird. Die eigenen orthopädischen Einschränkungen durch Hilfsmittel oder Veränderungen in Haltung und Ablauf ein wenig auszugleichen, erscheint mir viel sinnvoller.

Die wichtigste Achtsamkeitsübungen für Menschen mit orthopädischen Handicaps

Die äußere Haltung sollte so sein, dass sie hilft, zu einer inneren Haltung zu finden. Bei Menschen mit orthopädischen Handicaps muss diese äußere Haltung individuell an die Einschränkungen angepasst und immer wieder überprüft werden. Die aus meiner Sicht wichtigste und zentralste Achtsamkeitübung für diesen Personenkreis ist daher die, immer wieder aufs Neue achtsam auszuprobieren und erspüren, was möglich ist und was hilft, besser in den Prozess des Meditierens hinein zu finden.

Die Meditationstipps für Menschen mit körperlichen Handicaps sind auch als kostenloser Download im PDF-Format, sowie zusätzlich in einer Version für Blinde erhältlich:

 

PDF-Download: Meditationstipps für Menschen mit orthopädischen Handicaps

barrierefreie Version für Blinde:  Meditationstipps für Menschen mit orthopädischen Handicaps

Entrümpelungs- und Aufräum-Methoden

Da recherchiere ich gerade im Internet und was finde ich: Einige Entrümpelungs-Methoden von mir selbst aus meinem Buch „Wenig Dinge braucht das Glück“ 😂

Bild.de hat einige Tipps aus meinem Buch vorgestellt. Dort heißt es:

„Vergessen Sie, was Sie bisher übers Entrümpeln wussten und suchen Sie sich eine dieser fünf praktischen Methoden aus. Egal, ob alles auf einmal weg soll, oder ab und zu ein bisschen.“ (Zitat: Bild.de)

Wer also das Buch noch nicht gelesen hat, kann sich hier nochmal ein paar Tipps anschauen:

Entrümpeln wie die Profis …. Für jeden Typ die richtige Aufräum-Methode

Natürlich dürft ihr auch gerne das ganze Buch (als Printversion oder E-Book) lesen 😉  Hier Infos, wie und wo es erhältlich ist:

Wenig Dinge braucht das Glück

Wenig Dinge braucht das Glück - Buchcover
Cover: © Lingenverlag

Business Lifestyle und Alltagshelden

Der Business-Lifestyle scheint den Minimalismus entdeckt zu haben. Minimalismus soll Erfolg bringen, bessere Positionierungen und solche Dinge. Im schweizerischen Fernsehen wird in einem Beitrag über Minimalismus ein Business-Mann gezeigt, der mit einer minimalen Anzahl von Dingen, maximale Kilometer durch die Welt fliegt und seinen CO2-Fußabdruck in schwindelerregende Höhen treibt. An anderen Stellen lese ich von digitalen Nomaden, die nur mit minimalistischem Gepäck ausgerüstet, irgendwo auf der Welt bei niedrigen Lebenshaltungskosten preisgünstig leben. Von dort aus verdienen sie mit den vergleichsweise reichen Kunden in Europa ihr Geld. Irgendwelche Tipps und Tricks, wie man als sog. Staatenloser keine Steuern und Sozialabgaben zahlt, aber trotzdem von der mit Steuergeldern finanzierten Infrastruktur profitiert, sind schnell zu finden. Mit dem eingesparten Geld können dann u.a. die Flüge bezahlt werden, die erneut endlose Mengen an Schadstoffen in die Luft pusten. Mit minimalem Konsum, maximal sparen, um irgendwie automatisch zum Millionär zu werden – auch sowas gibts.

Tja und da stellt sich die Frage: Sind so gewöhnliche Leute wie ich dann komplett bescheuert? Für einen mäßigen Verdienst gehe ich zur Arbeit, um dort immer wieder auch mit den Menschen zutun zu haben, die an schwieriger werdenden Bedingungen und am immer löchriger werdenden sozialen Netz fast verzweifeln.

Ich muss unwillkürlich an die vielen anderen Normal- und Kleinverdiener denken. Familienväter mit Handwerksberufen gehen mir durch den Sinn, die ich im Laufe meines Berufslebens kennen gelernt habe. Früher habe ich für nahezu keine solcher Familien irgendwelche sozialen Leistungen beantragt. Heute fast immer: Wohngeld, ALG2-Aufstocker-Gelder, Kinderzuschlag usw. – auch dann, wenn beide Elternteile arbeiten! Ich erinnere mich an die Arbeiter, die unmittelbar vor Weihnachten, am frühen Morgen per Notdienst, den Wasserrohrbruch in unserer Straße repariert haben. Im Idealfall haben sie dafür einen kleinen Gehaltsbonus bekommen, von dem der größte Teil dann an das Finanzamt wandert. Oder die beiden Männer, die mir die schwere Waschmaschine in die Wohnung geschleppt haben, dann die Leute vom Paketdienst, die mir im Akkordtempo, schon das ein oder andere Mal, Pakete in die Wohnung gebracht haben. Wöchentlich kommen die Menschen von der Müllabführ, sie haben stundenlang den Müllgestank in der Nase und transportieren täglich den Dreck weg, den wir produzieren. Ich denke – nach Jahren immer noch beeindruckt – an die Klofrau, die fröhlich singend kleine Blümchen an die Waschbecken stellte und so versuchte, den unwirtlichen Ort an einer U-Bahn-Station, ein wenig freundlicher zu gestalten. Vermutlich hat sie die Blumen auch noch selbst gekauft. Ich muss auch an die vielen ErzieherInnen und AltenpflegerInnen denken , die unter immer belastenderen Bedingungen, doch immer wieder ein freundliches Wort hier und eine liebevolle Geste dort haben.

All diese Menschen haben vermutlich deutlich mehr als 64 Teile in ihrem Besitz. Sie werden keine Millionen erwirtschaften können – egal wie sparsam sie leben. Sie werden auch nicht durch die Welt jetten, um irgendeinem Business-Lifestyle nachzugehen. Aber diese Menschen sind meine ganz persönlichen Helden – Alltagshelden. Sie sind vielleicht nicht im Sinne des Business-Lifestyles erfolgreich, aber sie sind wertvoll für uns alle. Denn diese Menschen haben nicht nur sich selbst und den persönlichen Erfolg im Kopf, sondern sie tun auch etwas für die Allgemeinheit, anstatt nur einen persönlichen Profit daraus zu ziehen. Dafür meinen herzlichen Dank, liebe Alltagshelden!

In dem oben erwähnten TV-Beitrag des Schweizer Fernsehens wird übrigens nicht nur der minimalistische Business-Vielflieger gezeigt, sondern auch eine Seniorin, die ihre persönlichen Besitztümer minimalisiert, ganz einfach, weil es zuviel geworden war. Das zaubert mir in diesem TV-Beitrag doch wieder ein Lächeln ins Gesicht, denn ich sehe, wie schwer ihr das Entrümpeln stellenweise fiel und wie froh und erleichtert sie am Ende ist. Für mich war dies wirklicher Minimalismus und nicht die pervertierte Form davon.

© Gabi Raeggel, 2014-2018 https://achtsame-lebenskunst.de/