Einen festen Ort für die Dinge finden

Einen festen Ort für die Dinge finden – das ist eine wichtige Grundlage jedes einfachen Aufräumens und erspart mühsames Suchen. Meine bisherigen beiden Schränke habe ich abgeschafft und nutze, wie bereits im vorletzten Beitrag erwähnt, nun die Abstellkammer als begehbaren Schrank. Als klassische Schränke gibt es ansonsten nur noch die Küchenschränke und einen Schreibtischcontainer.

Welche festen Orte für die Dinge passen nun?

Ein minimalistischer Lebensstil macht beim Finden des festen Ortes für die Dinge mal wieder besonders viel Sinn. Weniger Dinge zu besitzen ermöglicht mehr Flexibilität, das Auf- und Umräumen ist einfacher und schneller. Mir ermöglicht es, auch so etwas Gewöhnliches, wie das Anordnen und Verstauen von Dingen achtsamer zu gestalten und gezielt zu experimentieren. Ich beobachte derzeit meine Alltagsabläufe genauer und schaue, welche Dinge ich häufig nutze und welche selten. Das, was ich selten benötige, kommt ganz nach oben oder nach unten ins Regal, häufig genutzte Dinge befinden sich in bequemer Greifhöhe. Weniger Dinge als der Durchschnitts-Europäer zu besitzen, bedeutet nicht, dass mir Dinge egal sind. Im Gegenteil. So habe ich zwar nicht übermäßig viel Kleidung, aber jedes einzelne Bekleidungsstück bedeutet mir etwas und es ist mir wichtig, dass die Kleidung zusätzlich staubgeschützt ist. Daher habe ich den überwiegenden Teil der Bekleidung inzwischen in einigen Kisten verstaut. Für die restliche Bekleidung werde ich dies auch noch umsetzen. Immer wieder wandert noch das ein oder andere Ding von einem Regalfach ins nächste. Ich probiere aus, ich spüre hin, welcher feste Ort für die Dinge passend ist und welcher nicht. Hätte ich eine große Menge an Besitztümern, wäre dies viel mühsamer und aufwändiger. So, wie es jetzt ist, ist es eher spielerisch und experimentell. Es macht einfach auch Spaß. Genau dies ist ein Teil der Einfachheit, die den minimalistischen Lebensstil so interessant und lebenswert machen, nachdem die überflüssigen Dinge endlich entrümpelt sind.

Wo haben Minimalisten eigentlich ihren „unfotogenen“ Kram?

Thorsten stellte neulich in einem Kommentar die Frage, wo Minimalisten eigentlich ihre Drucker haben. Die sind auf Fotos nämlich in der Regel nicht zu sehen.  Da steht meistens ein einzelner Laptop auf einem ansonsten leeren Schreibtisch. Stimmt. Es gibt Dinge, die sich auch in einem minimalistischen Haushalt befinden, aber die nunmal nicht so fotogen sind und auf einem Bild nicht so schickt aussehen. Zwei Beispiele von mir:

Bei mir stand der Drucker immer in irgendeiner Zimmerecke. Da ich den Drucker aber wirklich nur äußerst selten benötige, ist er inzwischen auch in meinen begehbaren Schrank gewandert.

Blick auf das 2,26m hohe Holzregal in einer Abstellkammer. Im zweituntersten Regalfach links steht ein Drucker. Der Drucker ist mit einem Pfeil markiert.

Die wenige Male im Jahr kann ich ihn auch eben hervorkramen. Das stört mich weniger, als das Teil ständig im Zimmer herumstehen zu haben. Ich habe genau gesagt einen Monochrom-Laserdrucker mit Scan- und Kopierfunktion. Das Teil hält und hält und hält. Gäbe es den Drucker nicht, würde sich ein neues Gerät nicht mehr für mich lohnen. Die paar Ausdrucke könnte ich dann auch in einem Copyshop machen. Aber da ich das Gerät habe, nutze ich es halt – wenn auch selten.

Noch nicht alles hat übrigens einen guten Ort gefunden. Da ich mein Futon tagsüber aufrolle, muss irgendwo das Bettzeug hin. Derzeit lagert es noch nach dem Auslüften aufgerollt auf der Wäschekiste. Irgendwo muss halt auch diese Variante von unfotogenem Zeugs hin.

 Blick Richtung Tür. Links vorne ist ansatzweise das Futon zu sehen. Dann ein Schreibtischcontainer. Daneben einen Holzwäschekiste mit Bettzeug drauf. Dann folgt die Tür. Rechts von der Tür ein Klappfuton und ansatzweise ein Sofa.

Ansonsten sieht es in meinem Wohn-Schlafraum jetzt so aus:

Wohnzimmer. Blick von der Tür aus Richtung Fenster. Links ein Sofa, am Fenster ein kleiner eckiger Tisch mit Stuhl. Rechts das Futon und der Berliner Hocker

Das Sofa ist neu hinzugekommen. Es stammt vom Fairkaufhof Dortmund. Im Fairkaufhof werden neben den üblichen Gebrauchtmöbeln von Privatleuten, auch Spenden der umliegenden Möbelhäuser verkauft, die zwar gut erhalten und oft noch neu sind, aber dort nicht mehr verkauft wurden. So landen die Möbelstücke nicht auf dem Müll, sondern werden weiter verkauft. Manchmal sind wirkliche Schnäppchen dabei, so wie mein Sofa. Neuwertig, stabil, gutes Polster für 150€ mit Lieferung an den Aufstellort. Gleichzeitig erhalten einige zuvor arbeitslose Menschen, eine neue Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeit. Ein Gewinn für Mensch und Umwelt. Das habe ich doch gerne unterstützt.

 

Balkon-Meditation und Kochimprovisation

Nun sitze ich hier auf dem Balkon der neuen Wohnung. Ich genieße es, einen Nordbalkon zu haben. Während die Südbalkoner schwitzen, ist es hier angenehm mit einem herrlichen Blick auf wunderschöne und hochgewachsene Bäume.

Blick auf hochgewachsene Bäume. Im Vordergrund rechts unten ansatzweise der Rand einer Balkonmauer

Es erinnert ein wenig an „Mitten in der Stadt am Waldrand“. Meditation auf dem Balkon, dazu in einem Campingsessel – sicher etwas ungewöhnlich, aber wunderbar. Beim Ein- und Ausatmen höre ich das Zwitschern der Vögel und das Rauschen der Bäume, ich fühle den Wind auf meiner Haut und bemerke, wie unglaublich unwichtig meine Überlegungen sind, ob ich ergänzend zu den Jalousien nun Vorhänge will und wenn ja welche oder auch nicht.

Alles ist noch ein wenig improvisiert. Als ich hier meinen ersten Kaffee kochte, dachte ich spontan: „Wenn ich Kaffee kochen kann, ist die Küche fertig“ und musste lachen. So ganz stimmt das natürlich nicht. Einige größere Teile, die sich weder zu Fuß, noch mit dem kleinen Carsharingauto transportieren lassen, fehlen noch. Dazu gehören auch ein paar Küchenmöbel, die erst Anfang Juni in die neue Wohnung kommen.

Ich finde es unglaublich spannend, eine Wohnung erst nach und nach zu beziehen. Ich kann mir diesen Luxus leisten, da neue und alte Wohnung nur rund 200 Meter entfernt sind. Erstmal die leeren Räume erspüren, die Atmosphäre, das Licht und ausprobieren, ob ich lieber hier oder da schlafen will. Genialerweise habe ich jetzt so etwas wie einen begehbaren Schrank. Genau gesagt, ist es eine ca. 1qm große Abstellkammer und abgesehen von einigen Bad- und Küchenutensilien passt alles hinein, was ich so an Zeugs besitze. Die auf dem Foto zu sehende Einordnung ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber reicht für den ersten schnellen Überblick.

Blick auf ein Ivarregal mit 2,26m Höhe und ca. 85cm Breite. Untergebraucht sind von unten nach oben: Renoviermaterial, Nähmaschine und Nähzeugs, Büroartikel und Aktenordner, Kleidung und einige Taschen, sowie ein Rucksack. Im Vordergrund rechts eine kleine Leiter, links ein Staubsauger

Ohne einen minimalistischen Lebensstil und die immer wieder neue Ausrichtung darauf, was und wieviel Dinge ich wirklich benötige bzw. nicht benötige, hätten die letzten Monate so nicht stattgefunden. Weder hätte ich neben meiner normalen Arbeitsstelle, Zeit und Nerven gehabt, zwei Bücher zu schreiben, noch wäre ich in der Lage gewesen, einen „normalen“ Umzug mit „normal vielen Dingen“ zu stemmen. Doch selbst meinen überschaubaren Besitz habe ich als sehr viel empfunden, als er in Kisten, Taschen und Tüten gepackt war. Um mehr Zeugs möchte ich keinesfalls kümmern. Statt irgendwelche Unmengen an Besitz einzusortieren, sitze ich lieber hier und genieße Balkon-Meditationen und Kaffeekoch-Improvisationen. Seit heute gibt es auch die Cover für die Bücher, die ich natürlich nicht vorenthalten möchte:

Wenig Dinge braucht das Glück - Buchcover
Cover: © Lingenverlag
Buchcover: Mein Aufräumtagebuch
Cover: © Lingenverlag

 

 

 

 

 

 

 

 

Infos zu den Büchern gibts hier: https://achtsame-lebenskunst.de/meine-buecher/

 

 

 

Alles ist miteinander verbunden – Earth Overshoot Day

Dieses Jahr war er bereits am 2.5. – der Earth Overshoot Day, auch Welterschöpfungstag“, „Weltüberlastungstag“, „Ökoschuldentag“ oder „Erdüberlastungstag genannt. Es ist das Datum, an dem wir hier in Deutschland bereits unseren Anteil an den Ressourcen unseres Planeten für dieses Jahr verbraucht haben. Drei Planeten würden wir benötigen, wenn alle Menschen so konsumieren würden, wie wir hier in Deutschland. Und immer noch sind da Menschen, die nicht wahrhaben wollen, dass wir mit unserem ausuferndem Konsumverhalten unsere eigene Lebensgrundlage und die zukünftiger Generationen zerstören.

Achtsamkeit – Wir sind keine getrennt voneinander existierenden Wesen

Wie verrückt unser Lebensstil ist, wird mir nicht zuletzt durch meine Achtsamkeitspraxis deutlich. Mit jedem bewusstem Atemzug spüre ich, dass wir uns nicht als voneinander getrennte Wesen sehen können. Letztlich ist alles miteinander verbunden. Mit jedem Einatmen lassen wir ein Stück dieser Welt in Form von Luft in uns hinein, mit jedem Ausatmen geben wir wieder etwas ab. Tun wir dies nicht, sterben wir. Ohne Verbundenheit kein Leben. Die Zellen unseres Körpers, unsere Haut, unsere Knochen, unsere Organe erneuern sich und ständig sterben Körperzellen ab. Alle paar Jahre sind wir also so etwas wie runderneuert.

Auch dann, wenn einige Dramen noch nicht direkt für uns spürbar sind, auch dann, wenn die Verdrängungsmechanismen gut funktionieren, ist klar, dass die Zeiten vorbei sind, in denen wir einfach fröhlich vor uns hin konsumieren konnten, ohne diese Verbundenheit und die Notwendigkeit eines bewussteren Umgangs mit unseren Resscourcen in den Blick zu nehmen.

Veränderungen – Die Chance der kleinen Schritte

Veränderungen sind aber auch nicht mal so eben umgesetzt. Ich kenne das von mir selbst und würde mich nie als auch nur annähernd gutes Beispiel nachhaltiger Lebensführung bezeichnen. Trotzdem ist einiges möglich und ich habe festgestellt, dass die besten und nachhaltigsten Veränderungen durch eine „Chance der kleinen Schritte“ gelingen. An irgendeiner Stelle anfangen und sei es noch so wenig und noch so klein. Und dann das, was man angefangen hat, fortführen. Das macht selbst dann Sinn, wenn alle anderen persönlichen Bereiche noch weit entfernt von jeder umwelt- und ressourcenschonenden Lebensweise sind.

Kleine Anfänge waren für mich beispielsweise, dass ich zu dem Zeitpunkt, als ich eine neue Getränkeflasche über unterwegs benötigt habe, dann keine Plastikflasche mehr gekauft habe. Ich habe mich für eine teurere, aber dafür auch sehr langlebige Edelstahlflasche entschieden. Gleiches setzte ich mit meiner Brotbox um.

Edelstahlflasche mit 2 Edelstahlbrotbehältern

Das war auch nur ein kleiner Anfang, aber es war ein Anfang. Andere Bereiche folgten schrittweise. Als Kaffeeliebhaberin rühre ich die Kapselkaffeemaschine auf der Arbeit nicht an und halte mich auch nicht mit Äußerungen darüber zurück, was ich von solchen Geräten halte: Nichts. Brauche ich neue Kleidung, schaue ich zuerst und vorrangig, ob ich auch in Deutschland produzierte Kleidung kaufen kann. Die ist in der Regel viel haltbarer, die Transportwege kürzer und damit der ökologische Fußabdruck auch sehr viel geringer. Da ich insgesamt deutlich weniger Kleidung habe und kaufe, als die meisten anderen Menschen um mich herum, kann ich es mir auch leisten, wenn diese Kleidung etwas teurer ist. Als die Plastikgefrierdosen nacheinander den Geist aufgaben, habe ich angefangen, die einfachen Schraubgläser von Gurken und Co. zu sammeln und diese zum Einfrieren zu benutzen. Es funktioniert phantastisch. Auch Lebensmittelvorräte wie Müsli, Nudeln, Reis, etc. lassen sich damit hervorragend aufbewahren. Dass ich seit längerem kein Auto mehr habe, war die beste Entscheidung meines Lebens. Dies freut nicht nur unsere Umwelt, sondern ich habe auch sehr viel weniger Stress, spare viel Geld und ich bewege mich einfach mehr. Natürlich: Mit vielen Bereichen bin ich noch sehr unzufrieden, oft macht mir die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Ich brauche beispielsweise Batterien für meine Hörgeräte, da die existierenden Akkus immer noch indiskutabel sind. Dann habe ich einige Allergien und Unverträglichkeiten, was die Lebensmittelauswahl einschränkt. Manches habe ich auch einfach noch nicht umgesetzt. Trotzdem: Selbst wenn die kleinsten Minischrittchen noch so winzig sein mögen, sind diese immer noch besser, als Stillstand, Verdrängung und den Kopf in den Sand zu stecken.

Nachhaltigkeit als praktische Metta-Meditation

Jede und jeder von uns kann sich überlegen, irgendeinen ganz kleinen Schritt hin zu einem umweltverträglicheren Verhalten zu gehen. Auf diese Weise können wir dazu beitragen, den Earth-Overshoot Day als ersten Schritt zumindestens wieder ein Stück weiter nach hinten zuverlegen. Und sage niemand irgendwann, er oder sie habe nicht gewusst, dass wir so wenig fürsorglich mit den Resscourcen unserer Erde umgehen.

Jeder kleine Schritt hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise ist für mich praktische Metta-Meditation, gelebte Achtsamkeit. Achtsamkeit auf mich, auf uns, auf unsere Welt und darauf, dass wir nun mal nicht als voneinander getrennte Wesen existieren, sondern alle miteinander verbunden sind – täglich und mit jedem Atemzug.

Wohnen und Möbelstandards

Wohnen – Gedankenexperimente

Anlässlich meines bevorstehenden Umzuges wurde mir nochmal deutlich, dass Raumplaner auf dem Computer doch eine praktische Sache sind. Mir ging kürzlich ein Gedankenexperiment durch den Kopf, welches sich mit Wohnen und Möbelstandards beschäftigte. Ausgehend gesagt, ist meine künftige Küche ca. 15qm groß, der Wohn-Schlafraum ca. 16qm. Mir reicht dieser Platz locker aus, aber wie sieht das aus, wenn ich diese beiden Räume mal nach den üblichen Möbelstandards einrichte, wie ich diese in den entsprechenden Kaufhäusern und -katalogen so vorfinde? Also habe ich dies einfach mal mit den Raumplaner-Programm ausprobiert. Das Ergebnis:

links nach rechts: In Küche eine Küchenzeile 3,10m breit. Gegenüberliegend weitere Küchenunter- und -oberschränke 2m breit. In der Mitte ein Tisch mit 2 Stühlen. Im Wohnschlafraum ein Sofa mit Sofatisch davor. Daneben ein 2m breiter Kleiderschrank. Gegenüber: Bett mit 1,40 breite, 1 Nachttisch, 1 Fernsehgerät.

Ich bin mir nicht sicher, wieviele Menschen jetzt denken: Ok, sieht doch ganz „normal“ aus – außer, dass halt Wohnzimmer und Schlafzimmer kombiniert sind. In die eigentlich recht großen Küche habe ich aber nicht mal die heute so oft zu sehende Kücheninsel eingebaut, sie ist also eher einfach eingerichtet. Mich selbst überkam trotzdem schon beim „Einrichten“ der Räume ein Beklemmungsgefühl, insbesondere beim Wohn-Schlafraum. Alles so eng und vollgestellt. Der Kleiderschrank von 2 Meter Breite hat für mich etwas von Möbelmonster, aber so riesig groß scheint ein solcher Kleiderschrank heute nicht mehr zu sein. Es ist nicht einmal ein begehbarer Kleiderschrank. Wollte ich auch nur annähernd alles umsetzen, was heute „in“ „üblich“ oder sogar fast schon „Standard“ ist, müsste die Wohnung mindestens doppelt so groß sein.

Der aktuelle Stand bei mir

Mit meinen aktuellen Möbeln sähen die Räume ungefähr so aus:

Screenshot 3D-Sicht. Links eine kleine Abstellkammer mit Regalen, daran anschließend Küche mit 2,40m breiter Kücheneinheit. Gegenüber stehend ein Tisch mit 2 Stühlen. Auf der rechten Bildhälfte der Wohnraum. Ein Futon, kleiner Hocker. Gegenüber ein kleiner Tisch mit einem Stuhl, sowie einem kleinen Schränkchen.

Es ist erkennbar deutlich leerer. Natürlich gibt es Menschen, die sagen, dass dies doch fürchterlich leer ist. Aber mir gefällt es, weil ich dies als sehr viel freier und nicht so einengend empfinde. Ob und was noch genau noch an Einrichtung dazu kommt, wird sich zeigen. Ich werde künftig meine Kleidung gar nicht mehr im Kleiderschrank aufbewahren, sondern entweder in Kommoden unterbringen oder sogar in dem eigentlich als Abstellkammer gedachten Raum. Abstellkammern haben die Eigenschaft, dass sie irgendwann voll mit irgendeinem Gerümpel stehen. Da ich nicht so viele Dinge habe und nicht vor habe, diesen Raum vollzurümpeln, kann ich diese Abstellkammer auch für alles mögliche nutzen, selbst die Kleidung passt vermutlich problemlos dort hinein.

Wohnen und Alltagsachtsamkeit

Meine Überlegungen sind natürlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Außerdem: keine Ahnung, was mir nächste Woche oder nächstem Monat so einfällt. Schon gar nicht, will ich meine Varianten als irgendeinen neuen Standard erheben. Ich finde es einfach nur wichtig, sich von den üblichen Bildern, die uns als Werbung vor die Nase gesetzt werden, nicht verführen und zu stark beeinflussen zu lassen. Es ist viel sinnvoller, wirklich Alltagsachtsamkeit auch auf das Wohnen auszurichten, um so den eigenen Bedürfnisse besser entsprechen zu können. Ich erlebe dies sehr befreiend. Mein Bedürfnis ist es, einfacher und minimalistischer mit meiner Wohnraumgestaltung umzugehen. Für mich ist es verbunden mit dem wunderbaren Gefühl von Freiheit. Außerdem ist es sehr viel weniger Aufwand mit nervigem Aufräumen und Putzen. Ich möchte zudem auch nicht eine teure Miete für einen größeren Wohnraum bezahlen, um die üblichen, aber oft überflüssigen Möbelstandards unterzubringen, in denen ich dann u.a. all das überflüssige Zeugs horten kann, das ich weder brauche noch nutze. Das Geld und den Aufwand, den ich dafür hätte, spare ich mir und genieße dann lieber das Leben und die Freizeit auf meinem künftigen Balkon und in einer Wohnung, in der ich mich nicht eingeengt fühle.

Mein Achtsamkeits- und Minimalismus-Tipp:

Schaut und spürt wirklich genau hin, welchen Bedarf ihr habt, mit was ihr euch wohlfühlt und mit was auch nicht. Im Bedarfsfall mal ausprobieren und irgendein Teil mal testweise für einige Wochen im Keller oder auf dem Dachboden parken und dann schauen: Fühle ich mich dann besser oder schlechter oder ist es egal?

Der Wohnraumplaner ist übrigens eine Open-Source-Software und kostenlos verfügbar für die Betriebssysteme Windows, Mac, Linux und Solaris http://www.sweethome3d.com/de/

Mein Leben im JETZT

Bewegungen und Veränderungen

Mein Leben im JETZT ist gerade sehr bewegt. Solche Phasen im Leben hatte ich immer mal wieder. Meine beiden Bücher „Wenig Dinge braucht das Glück“ machen gute Fortschritte. Wesentliche Inhalte stehen und ich denke, dass ich in gut 3 Wochen fertig sein werde, die Veröffentlichung wird dann Mitte August sein. Inzwischen gibt es aber auch noch mehr Veränderungen. Ich werde zwischen Mitte Mai und Anfang Juni nochmal umziehen. Warum diese Entscheidung jetzt gefallen ist, hat viel mit Achtsamkeit auf meine Bedürfnisse zutun. Der Grund, warum ich diese ganzen Veränderungen und Bewegungen, neben meiner Berufstätigkeit gut hintereinander bekomme, ist mein minimalistischer Lebensstil.

Achtsamkeit – das Leben im jeweiligen Augenblick

Irgendwann in den letzten Monaten entdeckte ich die Tragweite und die unglaubliche Chance des Lebens im Augenblick. Leben findet tatsächlich JETZT statt. Zukunft ist nie bis ins letzte Detail planbar. Ich lebe im JETZT, genau in diesem Moment. Und das bedeutet für mich, ich brauche keinem Ziel, keinem Trend, keiner Mode, keiner Perfektion nachrennen. Bucketlist brauche ich nicht. Wirklich JETZT leben, bringt  Energien ins Fließen. Dadurch entwickelt sich genug – von ganz alleine.

Umzug und Älterwerden

Den jetzt anstehenden Umzug hatte ich eigentlich erst in ein paar Jahren vorgesehen, irgendwann zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr. Mir war beim Einzug in diese Wohnung von vorne herein klar, dass ich nicht mit 65 und älter, noch in die 4. Etage klettern und unter der Dachschräge duschen will. Als mir mein Leben im JETZT bewusst wurde, tauchte die Frage tauchte auf, wozu ich denn so lange warten will? Mir fehlt JETZT ein Balkon. Und bereits in den heißen Tagen des letzten Sommers, hat mich das abendliche Gemurmel der Gaststättenbesucher von Gegenüber, doch mehr gestört, als es vorher absehbar war.

Die neue Wohnung befindet sich hier in meiner Wohngegend, knapp 200m entfernt. Sie liegt in der 1. Etage, hat neben einem Balkon eine große Wohnküche, einen Wohn-Schlafraum, Bad und eine kleine Abstellkammer.

Grundriss der neuen Wohnung. Links: Wohnschlafraum, rechts daneben schließt sich die Küche an. Davon geht eine Abstellkammer und Balkon ab. Von der Küche geht es in den Flur. Im Flur der Zugang zum Bad.

Künftig gibt es also keine „Bergbesteigungen“ in die 4. Etage mehr. Damit ist die künftige Wohnung sogar fürs Älterwerden geeignet. Ich denke also im JETZT durchaus auch an das, was noch kommt. Manche Menschen mögen Gedanken an das Wohnen beim Älterwerden mit 57 Jahren zu früh finden. Ich nicht. Ich habe nämlich in den letzten Jahren mehrfach gesehen, wie es Menschen gehen kann, die sich um solche Themen nicht rechtzeitig kümmern. Irgendwann sitzen sie in Ihren Wohnungen und weil u.a. auch das Treppensteigen beschwerlicher geworden ist, gehen sie kaum noch vor die Tür. So möchte ich keinesfalls leben.

Ich kann mich nun viel unbeschwerter auf mein Leben JETZT konzentrieren. Dies zu einem Zeitpunkt, wo ich mich gut fühle und ich auch noch mit Einkaufstaschen problemlos in 4. Etagen klettern kann. Ich muss nicht warten, bis ein evtl. Desaster vor der Tür steht, ich kann es einfach frühzeitig umschiffen und so viel befreiter leben.

Minimalismus – das Leben im JETZT gestalten

Wie anfangs erwähnt, ist es gerade mein minimalistischer Lebensstil, der mir all die Veränderungen und Bewegungen in meinem Leben stressfrei ermöglicht. Ohne minimalistischen Lebensstil hätte ich keine Teilzeitstelle. Ohne Teilzeitstelle würde es die Bücher, die ich schreibe, definitiv nicht geben. Erst recht hätte ich es mir mit Vollzeitjob derzeit angetan, auch noch umzuziehen. Mit einem „normalen“ Hausstand eines üblichen westlichen Lebensstil, wäre das mehr als reichlich Arbeit, viel Vorbereitung und somit eine große Hürde. Die Dinge in meiner Wohnung sind dagegen schnell und in überschaubarer Zeit ein- und wieder ausgepackt. Immer wieder konzentriere ich mich auf das JETZT Wesentliche. Ich habe gerade durch diesen minimalistischen Lebensstil mehr Freiheit, mehr Optionen, wie ich mein Leben im JETZT gestalten kann – und ich genieße dies sehr.

Ich werde in den nächsten Wochen noch einige Male das Thema „Umzug – Minimalismus – Achtsamkeit“ aufgreifen und mich damit auseinandersetzen, was es für Gründe für und gegen einen Umzug gibt und wie man solche Phasen stressfrei gestalten kann.

 

Filmtipp: Kaufen für die Müllhalde

Der Film „Kaufen für die Müllhalde“ ist aktuell bis zum 1.5.2018 auf Arte.de zu sehen. Die Filmemacherin Cosima Dannoritzer hinterfragt unsere moderne Wegwerfgesellschaft und den bei vielen Produkten einprogrammierten Verschleiß (geplante Obsoleszenz). Er zeigt aber auch Lösungsansätze und alternative Produktionsweisen auf.

Ich finde es hilfreich, sich immer mal wieder daran zu erinnern, wie wichtig es ist, achtsamer mit uns und den Resscourcen unseres Planeten umzugehen. Minimalismus ist für mich auf diesem Hintergrund auch eine Form praktisch gelebter Achtsamkeit im Umgang mit den Dingen.

Weitere Filmtipps gibt es hier:  Filmtipps Achtsamkeit

 

Lebensluxus

Es ist nachmittags kurz nach 15 Uhr an einem gewöhnlichen Wochentag und ich genieße den Lebensluxus:

Foto einer Wanduhr

Zeit.

Jahrzehntelang habe ich um diese Zeit üblicherweise eins gemacht: gearbeitet. Seit einigen Jahren arbeite ich halbtags und manchmal bin ich dadurch schon mittags Zuhause. Ich merke, wie sehr ich dies genieße. Die größte und aktuell wertvollste Währung ist Zeit und ich genieße sie.

Auch ich brauche natürlich ein gewisses Geld. Ich lebe nicht von Luft und Liebe, habe keinen Sponsor und auch nicht im Lotto gewonnen. Aber die Freiheit wird spürbar größer mit all den Dingen, die eben nicht mehr so dringend nötig sind. Natürlich ist es manchmal mühsam, sich immer wieder damit auseinander zu setzen, ob dieses oder jenes Teil wirklich neu gekauft werden soll. Mühsam, aber auch sehr befreiend. Es macht unabhängiger von Moden, Meinungen, Trends und irgendwelchen Existenzsorgen.

Das Auto ist lange verkauft, dafür muss ich nicht mehr arbeiten. Ich quäle mich nicht mit irgendwelchen Spülmaschinen, brauche keinen Kaffeevollautomat, erst recht keine Kapsel-Kaffeemaschine. Ich genieße es, in überschaubarer Zeit an einen Urlaubsort zu kommen und für die Anfahrt nicht viel Zeit zu benötigen. Dafür muss ich nicht um die halbe Welt fliegen. Computer und Handy sind gebraucht gekauft und ca. 5 Jahre alt. Ein Sofa habe ich nach rund 16 Monaten immer noch nicht. Einfach, weil mir das, was ich gesehen habe, nicht gefallen hat. Die Zeiten, in denen ich mir dann irgendwelche Möbelkompromisse in die Wohnung gestellt habe, sind vorbei. Entweder gefällt mir etwas oder es findet nicht den Weg in mein Zuhause. Da bin ich sehr pingelig geworden und merke, dass es mir gut tut.

Es geht mir nicht um viele oder wenig Dinge, sondern um viel Leben und viel Lebensqualität. Achtsamkeit ist dabei wie der Silberfaden, der durch den Stoff des Alltages gewebt ist. Ich erlaube mir, meine eigenen Wege und Schwerpunkte zu finden – auch in der Art, wie ich Achtsamkeit lebe und praktiziere. Ich probiere, experimentiere gerne und ich genieße es, das Leben immer wieder neu zu gestalten. Das ist für mich der wahre Lebensluxus.

 

 

Mein Leben mit weniger Dingen

Ich entdecke es immer wieder: Mein Leben mit weniger Dingen ist das, was zu mir passt. Der achtsame Umgang mit den Dingen hat für mich viel zutun mit Achtsamkeit für mich selbst. Minimalismus ist nichts anderes für mich, als achtsamer mit mir und meinem Bedürfnissen umzugehen. Warum das so ist, lässt sich genau genommen recht leicht erklären.

Rückblende 80er-Jahre – Versuche, „konventionell“ Wohnen zu wollen…

Meine erste eigene Wohnung bezog ich 1982. Einige Gebrauchtmöbel waren die erste Ausstattung, später waren es zwei möblierte Zimmer mit Gemeinschaftsbad auf dem Flur. Es folgte eine Wohnung mit einem bunten Gemix aus Gebraucht- und Neumöbeln, Mitte der 80er Jahre eine WG mit erster eigener Waschmaschine statt Waschsalon und das erste Festnetztelefon statt Telefonhäuschen. Was für ein Ereignis! 1987 folgte eine 2-Zimmer-Wohnung, die ich lange Jahre alleine, danach in einer Beziehung bewohnte.

Auch in den 80er-Jahren habe ich habe es schon immer geliebt, Dinge zu verändern, Möbel umzustellen, irgendwelche Wohnimprovisationen auszuprobieren. Es ging mir gut damit. Bis ich dann irgendwann Mitte bis Ende der 80er-Jahre überlegte, ob ich nicht doch mal langsam irgendwie „konventionell“ werden müsste, also so, wie halt der Durchschnitt der Leute so wohnt. Sowohl privat, als auch beruflich waren die meisten Menschen längst gut ausgestattet mit eleganten Küchen, phantastischen Sitzgarnituren und allerlei Schnick und Schnack. Und ich stand da und hatte immer noch die Baumarktspüle aus den 70er-Jahren.

Blick auf die beschriebene 70er Jahre-Baumarktspüle

Küche der 80er Jahre: von links nach rechts: Ansatzweise kleiner Gefrierschrank, weißer Unterschrank mit handbetriebener Brotschneidemaschine. Ytonsteine und Holzbrett als Regal mit kleinem Radio darauf. Rechts in der Ecke eine Jaffa-Kiste mit alter Kaffeemühle. Im rechten Vordergrund: weißer Stuhl und ansatzweise erkennbarem Tisch auf dem eine rötliche Decke liegt.

 

 

 

 

 

Also machte ich mich auf die Suche nach irgendwelchen Einbauküchen, die mir aber nie gefielen oder mir zu teuer erschienen. Sofas kamen und gingen, Fernsehgeräte kamen und gingen, sonstiges Mobiliar ebenfalls. Kaum hatte ich einige Zeit irgendwas „Schönes“ in der Wohnung, entsorgte ich es wieder. Gerade in den Zeiten, in denen ich alleine wohnte, war es besonders heftig. Da musste ich mich ja nur mit mir selbst einigen – das ging schnell 😉 . Einerseits gefielen mir diese ständigen Veränderungen, andererseits bekam ich es mit dem, was ich mir unter „konventioneller Einrichtung“ vorstellte, nie hin. Heute muss ich fast darüber lachen.

Eigene Bedürfnisse erkennen durch Achtsamkeit und Minimalismus

Meinen wirklichen Wohnbedürfnissen näherte ich mich genau genommen erst, als ich 2010 die Achtsamkeit für mich entdeckte und kurz darauf den Minimalismus als Lebensstil. Leben mit weniger Dingen. Oh, ist das phantastisch. Es ist nämlich egal, wie „man“ wohnt. Wichtig ist, mit welchen Dingen ich mich wohlfühle. Und ich fühle mich nunmal definitiv wohler, wenn nicht so viel Zeugs um mich herum steht.

Als ich irgendwann dann mal von Marie Kondo und ihrer Konmarie-Methode las („behalte nur das, was dich glücklich macht“), dachte ich spontan: „Ok, diese Methode konsequent zu Ende gedacht, gibts ja nur wenig Dinge, die mir wirklich etwas bedeuten.“

Blick ins Wohnzimmer: Kleine Kommode mit Wlan-Router und Steckerleiste. Daneben Stehlampe. Dann ein Tisch. Darauf ein Laptop, ein Glas, eine Glaskaraffe. Über dem Tisch an der Wand ein Bild mit Gräsern. Rechts vom Tisch ein zum Sofa zusammengefaltetes Futon. Rechts vom Futon: ein Hocker mit Bild, Klangschale, Lampe.

Klangschale auf Holzfußboden

 

 

 

 

 

Mein Futon gehört dazu, dann gefallen mir Tisch und Stuhl und der Computer, mit dem ich gerade diesen Text erstelle. Ganz neben: Es sieht aktuell schon wieder ganz anders aus, als auf dem Foto und vielleicht ist es nächste Woche schon wieder eine neue Variante….  Ich besitze eine Klangschale, die dann tatsächlich einfach nur den Sinn hat, dass ich sie schön finde und die mich gelegentlich einfach an meine formelle Achtsamkeitspraxis erinnert. Aber auch diese Dinge wären im Bedarfsfall austauschbar. Der Rest meiner Besitztümer machen mich nicht glücklich, sie sind aber praktisch und nützlich (z.B. Reinigungsgeräte wie Staubsauger oder Schrubber, aber auch meine Brille, die Hörgeräte, Kleidung, Dinge für die Küche, usw..).

Heute verstehe ich, warum bei mir zu früher viele Dinge und Besitztümer kamen und gingen. Ich dachte, all diese Dinge müssten mir viel bedeuten. Das war aber nicht so. Ich habe die Dinge benutzt – auch gerne benutzt. Manche waren schön, manche praktisch, manche beides. Manche Dinge haben mich sehr lange begleitet, wie z.B. meine Baumarktspüle. Aber ich habe mich nie über irgendwelche Besitztümer definiert. Viel wichtiger war und ist es mir, dass ich mich wohl fühle, dass die Dinge sich an meinen jeweiligen Bedarf anpassen lassen und bloß nicht immer alles wie in Zement gemeißelt, gleich ist.

Mein Leben mit weniger Dingen in der Zukunft

Wohin genau mich mein Leben mit weniger Dingen führt, weiß ich nicht genau. Die Gegend, in der ich jetzt wohne, gefällt mir. Ich möchte hier wohnen bleiben und maximal in der Nähe irgendwann in Erdgeschoß oder 1. Etage ziehen. Zur Nomadin werde ich daher nicht mutieren. Es dürfen daher immer auch einige Möbel sein, die ich nutze. Die einzige Voraussetzung ist eine gewisse Mobilität dieser Möbel. Ich räume nämlich immer noch liebend gerne um. Ich experimentiere gerne. Möbel und Dinge müssen sich an meinen jeweiligen Bedarf anpassen lassen. Und Veränderungen sollten kein großer Zeitaufwand, schon gar kein Kraftakt sein. Ob meine Art mit weniger Dingen zu wohnen, dann konventionell oder unkonventionell ist, ist mir zum Glück heute völlig egal. Ich muss nicht zu den Dingen passen, sondern die Dinge müssen zu mir passen.

 


Ergänzend noch ein aktueller, kurzer Hinweis:
Ich bin inzwischen nicht mehr über Facebook und Twitter oder sonstige soziale Netzwerke erreichbar. Einige Infos dazu hier: https://achtsame-lebenskunst.de/2018/02/11/kurzer-hinweis-kein-facebook-mehr/

 

Achtsamkeit, Minimalismus – raus aus den Schubladen

Neulich entdeckte ich zufällig dieses Zitat:

„Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
Glaube nichts, weil alle es glauben.
Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.“
Buddha

Mir ging durch den Sinn, an was wir heute so üblicherweise alles glauben, beispielsweise daran, dass uns die „Götter des Konsums“ demnächst nicht nur die neueste Smartphone-Generation bescheren, sondern dann auch noch das Smarthome. Da ist dann kein Weiser, der uns etwas sagt, sondern der Kühlschrank. Er teilt uns mit, was wir einkaufen müssen. Die Modeindustrie erklärt die 52. Saison pro Jahr für „heilig“ und wir sollen natürlich daran glauben. Vom „Tanz ums goldene Kalb“, erzählte schon das Alte Testament und noch immer tanzen wir diesen Tanz unablässig weiter.

Natürlich gibt es Menschen, die diesen Tanz um‘s „goldene Konsum-Kalb“ leid sind und den Minimalismus als Lebensstil für sich entdeckt haben. Stress und Druck in unserer Gesellschaft führt dazu, dass sich plötzlich immer mehr Menschen für Achtsamkeit interessieren. Aber wie schnell sind wir auch hier in Gefahr, uns zu sehr an dem zu orientieren, was andere glauben. Bin ich noch minimalistisch, wenn ich eine Bücherwand oder einen Kaffeekocher Zuhause habe? Oder gar mehr als 2 Hosen und 5 T-Shirts im Schrank? Kann ich mich ernsthaft als Achtsamkeit-Übende bezeichnen, wenn mir mal tagelang so gar nichts achtsames gelingt, nicht mal ein einziger Atemzug? Minimalismus ist angeblich nur etwas für Singles, die mit 100 Teilen durch die Welt wandern und Achtsamkeit ist plötzlich ideal für Firmenbosse, die durch Meditation noch erfolgreicher werden wollen. Und so werden viele „Glaubens-Schubladen“ gebaut und wir packen dies, das und jenes hinein oder zaubern irgendwelche vermeintlichen Weisheiten hervor.

„Glaube nur, was du selbst als wahr erkannt hast“ – dieser Satz klingt in einem gesellschaftlichen Umfeld, das von Vereinzelung geprägt ist, fast unglaublich. Passt das noch in die heutige Zeit? Das klingt irgendwie egoistisch. – Aber ist es das wirklich?

Ich denke, wenn ich mich an irgendwelchen Konsum- oder Schubladengläubigkeiten orientiere, so ist dies viel egoistischer. Beispielsweise sind solche Schubladen sehr bequem. Konsum schafft zumindestens einige sekundenlange Glücksmomente und wenn ich die nur oft genug aneinander reihe, dann reihen sich ja vielleicht auch diese kleinen Glücksmomente aneinander. Zumindestens kann ich mir das einreden. Übernehme ich die Weisheiten anderer und unterscheide nicht genug zwischen Schublade, Weisheit und Schubladenweisheit, so muss ich nicht selbst nach Antworten suchen. – Allerdings ist meines Wissens, noch niemand mit dem Fahrstuhl in den Himmel der Erkenntnis gelangt. Daran wird auch das Smarthome nichts ändern.

Ich würde mir selbst nie anmaßen, erkannt zu haben, was wahr ist. Ich bin in keinster Weise irgendwie erleuchtet und einfach nur froh, wenn mir ab und an mal ein kleines Licht aufgeht. Damit habe ich schon genug zutun. Eins dieser kleinen Lichter ist, dass ich kaum anderen Menschen wirklich begegnen und schon gar nicht ernsthaft unterstützen kann, wenn ich nicht auch mir selbst begegnet bin. Und vielleicht gelingt es uns dann ja doch, dass wir uns ganz ohne Schubladen-Denken in all unserer Vielfältigkeit begegnen und gegenseitig inspirieren können.

Meditation und Achtsamkeit: Die besten Blogger 2018

13 Blogger zeigen Wege zu einem achtsameren Leben. https://Mytherapyapp.com hat die besten Achtsamkeits- und Meditationsblogs 2018 ausgezeichnet. Es freut mich, dass meine Webseite auch dabei ist.

auf hellblauem, kreisartigem Hintergrund der Text in weißer Schrift: Meditation und Achtsamkeit. Die besten Blogs 2018. www.mytherapyapp.com. Unter dem Text 5 Sterne

Zum Weiterlesen:

Meine Blogbeiträge zu Achtsamkeit

Achtsamkeitsübungen

Achtsamkeit – Filmtipps