4 Buch-Exemplare zu gewinnen: Wenig Dinge braucht das Glück

4 auf einem Tisch liegende Bücher von "Wenig Dinge braucht das Glück"

Mein Buch „Wenig Dinge braucht das Glück. Aufräumen für ein entspannteres Leben“  steht kurz vor der Veröffentlichung. Das Buch wird in einigen Tagen nicht nur als klassische Print-Version (Softcover mit Klappen) erhältlich sein, sondern auch als E-Book.

Schon jetzt gibt es aber bei mir zwei kleines Highlights vorab:

1. Verlosung

Der Lingen-Verlag hat mir freundlicherweise einige Exemplare des Buches zur Verlosung zur Verfügung gestellt. Meinen herzlichen Dank dafür!

Wer eins von vier Buch gewinnen möchte, kann in hier auf dieser Seite unten in den Kommentaren einen kurzen Hinweis oder Kommentar hinterlassen. Bitte auch die Emailadresse angeben. Diese ist hier öffentlich natürlich nicht zu sehen, aber Voraussetzung, um im Lostopf zu landen, da ich die Gewinner per Email benachrichtigen werde.

Teilnahmeschluss ist der 19. August 2018. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Umtausch oder Barauszahlung des Gewinns sind nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Viel Glück!

2. Vorschau auf die Inhalte

Niemand kauft gerne „die Katze im Sack“, daher gibt es einzelne Seiten aus dem Buch, die hier als Vorschau (PDF-Datei) kostenlos herunter geladen werden können.

Hinweis für Blinde: Menschen, die auf eine barrierefreie RTF-Version angewiesen sind, können diese bei mir anfordern – entweder per Email oder durch einen Hinweis in den Kommentaren. Zum Zusenden benötige ich die Emailadresse. Die Emailadresse nutze ich selbstverständlich nur und ausschließlich zum Versand der Datei. Sie wird danach wieder von mir gelöscht.

Downloads – Auszüge aus: Wenig Dinge braucht das Glück

 


Gabi Raeggel
Wenig Dinge braucht das Glück . Aufräumen für ein entspannteres Leben
Lingen Verlag
ISBN: 978-3-96347-006-6

 

Die leeren Räume füllen

Ich gehöre nicht zu denen, die ihre Wohnung irgendwann mal sehr vollgestopft hatte und entsprechend viele Dinge entrümpeln müsste. Aber ich habe den Hang, zu viele Dinge kommen und wieder gehen zu lassen. Dieses Rein und Raus von Dingen finde ich nervtötend. Trotzdem muss ich aufpassen, dies nicht ständig zu wiederholen. Kürzlich wurde mir ein wichtiger Grund deutlich, warum ich dazu neige: Horror vacui – Wir können leere Räume schlecht ertragen und neigen dazu, diese leeren Räume füllen zu wollen.

Die Küche empfinde und empfand ich beispielsweise immer noch unfertig. Stundenlanges Nachdenken, ob ich eine Essecke dorthin machen will oder lieber ein Sofa oder eine gemütliche Küchenbank oder doch einen Sessel – ein ständiges rein und raus an Ideen. Bis ich mir dann irgendwann endlich die Frage stellte, ob mir irgendwas in der Küche fehlen würde, wenn der Raum kleiner wäre und nur das hinein passt, was sich dort gerade befindet. Ihr ahnt vermutlich schon die Antwort… in einem kleineren Raum hätte ich das Gefühl gehabt, dass alles  vollständig ist und nichts fehlt.

Das Problem ist also nicht, dass die Küche unfertig ist, sondern dass sie mehr Platz hat, als ich brauche. Aber muss und will ich wirklich einfach nur den Raum füllen? Und wenn ja, wozu und für wen? Für mich? Nein! Aber es ist noch immer etwas ungewöhnlich und manchmal fühlt es sich für mich  „unnormal“ an, so viel Platz in einer Einzimmer-Wohnung mit knapp 42qm zu haben. Also neige auch ich genau deshalb dazu, die leeren Räume füllen zu wollen. Dann habe ich auch immer so endlos viele Ideen dazu, die sich bestimmt prima umsetzen ließen und es sähe vermutlich sehr schick aus. Aber ich fühle mich in vollen Räumen nunmal nicht wohl. Da nützt mir „schick“ auch nichts.

Deshalb will und werde ich mir definitiv nichts mehr in die Wohnung stellen, was ich weder brauche, noch mag. Ich möchte mich nicht mit irgendeiner Deko abquälen, auf die ich überhaupt keine Lust habe. Ich möchte auch nicht irgendwas neu anschaffen, was ich hinterher sowieso wieder hinaus werfe.

Auch das ist ein wichtiger Aspekt von Minimalismus: Den eigenen „Marotten“ und tatsächlichen Bedürfnissen auf die Spur kommen und schauen, was man selbst wirklich will und braucht. Daher gilt für mich: Die leeren Räume füllen – ja, aber nur mit Leben, nicht mit unnötigem Kram.

 

Weiße Wand mit buntem Wandteppich. Davor steht ein Tisch mit 2 Stühlen.weiße Küchenzeile mit Holzplatte, Spüle, Einzelkochplatte. Außerdem Milchaufschäumer, Glasflasche, Espressokocher, Plastikbox mit Spümittel, Spülbürste, Spüllappen

Nur ein Atemzug…

Mitunter ist es nur ein Atemzug lang, da sind dann plötzlich die Zweifel da. Wachliegend durchwandern vielerlei Gedanken Kopf und Herz: Wo sind die Tage, all die Jahre hin? So vieles erlebt all die Zeit. Hat sich das gelohnt, die ganzen Anstrengungen, die Mühen?

Manches ist einfach viel zu sehr Zufall: Die Zeit, in die man hinein geboren wurde, der Ort, die Familie, das gesellschaftliche Umfeld. Manchmal erscheint mir mein Leben sehr beliebig. Gibt es irgendetwas, was mich von der Fliege an der Wand, dem Kieselstein im Bach oder vom verwelkenden Blatt unterscheidet, welches bald zu Boden fällt?

See mit Bäumen im Hintergrund. Auf der rechten Bildseite im Vordergrund einige Blätter, die fast zu Boden zu fallen scheinen

Will ich nicht doch etwas Besonders erreichen oder darstellen? Was ist schon eine Fliege an der Wand? Vielleicht lieber Erfolg haben? Karriere machen? Häuschen bauen? Urlaub planen? Von der finanziellen Unabhängigkeit träumen? Oder wenigstens ein kleines bisschen die Welt retten?

Und so Leben wir unser Leben oder basteln wir uns nur irgendeine Vorstellung davon zusammen? Leben verläuft nämlich selten gradlinig. Irgendwas ist immer. Es ist ein auf und ab, ein hin und her. Gerade mal was geplant, schon läuft irgendetwas anders.

Und vielleicht darf das einfach auch so sein. Es ist überhaupt nicht notwendig, das ganze Leben zu verplanen. Leben ist letztlich immer nur ein Atemzug – genau der Atemzug, der jeweils gerade stattfindet.

Einatmen – ausatmen, so simpel und so wunderbar. Einatmen – ausatmen – das ist Leben. Es ist immer nur ein Atemzug, aber dieser Atemzug ist Leben und er bringt in stetiger, achtsamer Wiederholung, irgendwann Stabilität, Gelassenheit und die Freude zurück. Es ist völlig egal, ob jünger oder älter, ob Mensch oder Fliege, Kieselstein oder verwelkendes Blatt – all das ist Leben.

Meditation und Minimalismus – innere und äußere Welt

Meditation und Minimalismus – von Beginn an waren dies zwei Bereiche, die für mich zusammen gehören. Etwas vereinfacht formuliert, ist es wie die innere und äußere Welt, die miteinander verbunden sind.

Meditation – die innere Welt

Regelmäßige Meditations- und Achtsamkeitspraxis bringt immer auch in Kontakt mit der persönlichen inneren Welt. Wenn beispielsweise wirklich einmal äußere Ruhe einkehrt, die Musikdauerschleife abgeschaltet, der Fernseher aus ist und auch auf sonstige Ablenkbarkeiten verzichtet wird, dann taucht der innere Lärm auf mit all den Gedanken, Gefühle, eventuellen körperlichen Missempfindungen. Das ist nicht ungewöhnlich, es ist nicht unnormal. Die Herausforderung und Aufgabe besteht in der Meditation darin, diesen inneren Lärm wahrzunehmen, aber sich nicht so sehr davon beeindrucken zu lassen. Es geht darum, dieses eigene Gedanken- und Gefühlskarussel immer wieder loszulassen. Das ist ein Bestandteil der Meditation und gehört einfach dazu.

Minimalismus – die äußere Welt

Für mich gehört zu dieser inneren Welt immer auch die äußere Welt dazu, wie z.B. der Ort an dem ich mich befinde mit allem, was ich dort wahrnehme. Meditation ist für mich immer auch zutiefst und ganz konkretes praktisches Tun.

Natürlich gibt es viele Menschen, die in einem mit vielen Dingen gefüllten Wohn- und Lebensraum sehr gut und wunderbar meditieren können. Ich kann dies aber nicht. Genauer gesagt, will ich es nicht. Einfach, weil es zu mir und meinem Leben so nicht passen würde. Ob ich diesen praktischen Meditationsteil dann Minimalismus nenne, ein Leben mit weniger Dingen oder sonst wie, ist letztlich egal. Zum inneren Loslassen gehört für mich eben auch das äußere Loslassen von überflüssigen Dingen und Ballast um mich herum. Ich empfinde dies oft wie einen durchgängigen Raum zwischen innerer und äußerer Welt. Der innere Freiraum hat für mich viel mit dem äußeren Freiraum zu tun. Beides sollte da sein, sollte miteinander im Einklang sein und beides ist mir wichtig. Die formale Meditation empfinde ich dabei oft wie ein Nährboden, auf dem mein persönlicher minimalistischer Lebensstil besser, stabiler und für mich positiver gedeihen kann.

„Probieren geht übers Studieren“ heißt es im Volksmund. Daher einige Anregungen zu Meditation und Minimalismus:

Der richtigen Zeitrahmen für die Meditation

Meditation lebt von der regelmäßigen Wiederholung und Übung. Es gibt zahlreiche Anleitungen, die dabei helfen können einen Einstieg in die Meditation zu finden. Aber wie lässt sich der richtiger Zeitrahmen für die Meditation finden?

Mich hat die Frage nach dem für mich passendem zeitlichen und inhaltlichem Rahmen immer wieder beschäftigt. Einerseits habe ich einige Einschränkungen in der Beweglichkeit, die ich berücksichtigen und für die ich Lösungen finden muss, andererseits bin ich auch einfach nicht der Typ für „Schema F“. So gut und sinnvoll Vorgaben und Empfehlungen von außen sein mögen, diese „einfach“ übernehmen und mir aneignen, das ist nicht mein Ding. Ich möchte meine eigenen Lösungen finden, erst dann fühle ich mich wohl. Daher habe ich lange Zeit experimentiert, wie nun ein passender Zeitrahmen, speziell für die Sitzmeditation gefunden werden kann und bin zu folgenden Ideen und Lösungen gekommen:

Den richtigen Zeitrahmen für die Meditation finden

  1. Lieber kurze und regelmäßige Meditationszeiten, als nur gelegentliche lange Meditationen. So beeindruckend es ist, wenn man sich am Wochenende beispielsweise gleich 2 Stunden Zeit nimmt, es bringt wenig, wenn die restliche Woche nichts läuft. Daher ist es besser, sich im Bedarfsfall nur 5 Minuten Zeit zu nehmen, dann aber täglich.
  2. Im Bedarfsfall auf andere Achtsamkeitsübungen ausweichen. Dies macht dann Sinn, wenn so wirklich gar nichts zu gelingen scheint. Auch hier ist es wichtig auf Regelmäßigkeit zu achten. Beispielsweise sich beim morgendlichen Duschen, wirklich auf das Duschen konzentrieren, das Wasser auf der Haut spüren, das abtrocknen, usw – gedankliche Pläne für den Tag immer wieder loslassen und zur Wahrnehmung des Duschens zurückkehren. – Ich habe in Phasen, wo ich mich nur schwer auf das Meditieren einlassen konnte, damit begonnen, den Weg zur Arbeit für achtsames Gehen zu nutzen. Diese Übung gestaltete sich im Laufe der Zeit zu einem wunderbaren, entspannten Rahmen vor und nach dem Arbeiten, den ich bis heute beibehalte. Ich achte darauf, den Boden unter meinen Füßen zu spüren, den Wind auf meiner Haut, den Regen, die Sonne, die Geräusche. Solche einfachen Übungen helfen, dranzubleiben und den Zugang zur Meditation nicht ganz zu verlieren und irgendwann dann doch wieder „die Kurve zu bekommen.“
  3. Offenes Meditieren. Mit offenem Meditieren meine ich, die Sitzmeditation ohne festen, vorgegebenen zeitlichen Rahmen zu gestalten. Ich habe es so gehandhabt, dass ich einfach mal längere Zeit ausprobiert habe, wie lange ich die Sitzmeditation von mir aus übe und wann der Zeitpunkt da ist, wo ich denke: „Ok, jetzt reicht es.“ Im Laufe der Zeit kristallisierte sich so ein gewisser Rahmen heraus. Bei mir lag er bei ca. 15 Minuten.
  4. Offenes Meditieren – Plus: Mit offenem Meditieren – Plus meine ich, zu der persönlich gefundenen angenehmen Zeit (siehe zuvor in Punkt 3) nochmal einige, wenige Minuten anzufügen. Ich habe dann beispielsweise an die 15 Minuten, die ich mich in der Regel gut aufs Meditieren einlassen konnte, nochmal 5 Minuten hinzugefügt. Dies lässt den Hintergrund der eigenen Grenzen bewusster wahrnehmen und Lösungen finden, sowie diese Grenzen schrittweise ein Stückchen zu erweitern.
  5. Mit eigenen Einschränkungen und Begrenzungen bewusst umgehen und persönliche Lösungen ausprobieren: Wichtig erscheint es mir auch, die eigenen Grenzen und Einschränkungen besonders achtsam wahrzunehmen. Egal, ob körperliche Erkrankungen oder Beeinträchtigungen, Stressreaktionen, Behinderungen, emotionale Tiefs oder was auch immer eine Rolle spielt: Es ist wichtig, nicht darüber hinwegzugehen, sondern im Bedarfsfall eigene und ganz persönliche Lösungen zu finden. Ich verzichte beispielsweise inzwischen bewusst auf Meditationshocker oder Meditationskissen und nutze einen Stuhl für die Sitzmeditation. Manchmal lege ich mir ein kleines Kissen in den Rücken, manchmal nutze ich einfach den Balkonstuhl und achte sehr bewusst darauf, dass es mir körperlich gut geht. Außerdem dehne und bewege ich mich zwischenzeitlich und lockere ggf. meine Muskulatur – mit Sicherheit sehr viel öfter, als der „Durchschnitts-Meditierende“ (wenn es denn so etwas gibt).
  6. Gerade für Anfänger sinnvoll finde ich den Bodyscan. Er ist eine ideale Basisübung, um ein besseres Gefühl für die eigenen körperlichen Reaktionen zu bekommen. Auch wer Erfahrung im Meditieren hat, wird vom Bodyscan immer wieder profitieren.
  7. Ob man besser morgens, abends oder im Tagesverlauf meditiert, ist aus meiner Sicht ebenfalls etwas, was man ausprobieren sollte. Je nach meiner jeweiligen Arbeitszeit, wechselt diese beispielsweise bei mir.

Meditation – sich einlassen, statt aushalten oder weglassen

Wichtig erscheint mir insbesondere eins: In der Meditation geht es nicht darum, sich an irgendeinem Durchschnitt orientieren oder irgendwelchen Empfehlungen einfach nur zu folgen. Meditation ist keine sportliche Leistung. Es geht auch nicht darum, etwas auszuhalten. Meditation bedeutet, sich auf das Meditieren wirklich einzulassen. Der zeitliche Rahmen sollte sich genau daran orientieren und dürfte je nach Person und Situation unterschiedlich lang oder kurz sein. Im Laufe der eigenen Übungspraxis gelingt es dann in der Regel immer besser, mit den eigenen persönlichen Grenzen umzugehen und bei Bedarf individuelle und tragfähige Lösungen zu finden.

Die Quelle meiner Texte…

Ganz nebenbei: Meditation ist die Quelle meiner Texte auf dieser Webseite. Ohne das Meditieren – mit all den Hochs und Tiefs, die es dort gibt – wäre ein Größteil meiner Texte hier nie entstanden. Ich hätte viele meiner Gedanken und Ideen einfach nicht gehabt. Natürlich meditiere ich nicht, DAMIT mir etwas einfällt, das würde nie im Leben funktionieren. Meine Texte entstehen eher im Loslassen aller Pläne, Vorhaben und ToDo-Listen und sind eher die Folge oder auch Auswirkung der Meditation.

Klangschale auf Dielenfußboden

Einen festen Ort für die Dinge finden

Einen festen Ort für die Dinge finden – das ist eine wichtige Grundlage jedes einfachen Aufräumens und erspart mühsames Suchen. Meine bisherigen beiden Schränke habe ich abgeschafft und nutze, wie bereits im vorletzten Beitrag erwähnt, nun die Abstellkammer als begehbaren Schrank. Als klassische Schränke gibt es ansonsten nur noch die Küchenschränke und einen Schreibtischcontainer.

Welche festen Orte für die Dinge passen nun?

Ein minimalistischer Lebensstil macht beim Finden des festen Ortes für die Dinge mal wieder besonders viel Sinn. Weniger Dinge zu besitzen ermöglicht mehr Flexibilität, das Auf- und Umräumen ist einfacher und schneller. Mir ermöglicht es, auch so etwas Gewöhnliches, wie das Anordnen und Verstauen von Dingen achtsamer zu gestalten und gezielt zu experimentieren. Ich beobachte derzeit meine Alltagsabläufe genauer und schaue, welche Dinge ich häufig nutze und welche selten. Das, was ich selten benötige, kommt ganz nach oben oder nach unten ins Regal, häufig genutzte Dinge befinden sich in bequemer Greifhöhe. Weniger Dinge als der Durchschnitts-Europäer zu besitzen, bedeutet nicht, dass mir Dinge egal sind. Im Gegenteil. So habe ich zwar nicht übermäßig viel Kleidung, aber jedes einzelne Bekleidungsstück bedeutet mir etwas und es ist mir wichtig, dass die Kleidung zusätzlich staubgeschützt ist. Daher habe ich den überwiegenden Teil der Bekleidung inzwischen in einigen Kisten verstaut. Für die restliche Bekleidung werde ich dies auch noch umsetzen. Immer wieder wandert noch das ein oder andere Ding von einem Regalfach ins nächste. Ich probiere aus, ich spüre hin, welcher feste Ort für die Dinge passend ist und welcher nicht. Hätte ich eine große Menge an Besitztümern, wäre dies viel mühsamer und aufwändiger. So, wie es jetzt ist, ist es eher spielerisch und experimentell. Es macht einfach auch Spaß. Genau dies ist ein Teil der Einfachheit, die den minimalistischen Lebensstil so interessant und lebenswert machen, nachdem die überflüssigen Dinge endlich entrümpelt sind.

Wo haben Minimalisten eigentlich ihren „unfotogenen“ Kram?

Thorsten stellte neulich in einem Kommentar die Frage, wo Minimalisten eigentlich ihre Drucker haben. Die sind auf Fotos nämlich in der Regel nicht zu sehen.  Da steht meistens ein einzelner Laptop auf einem ansonsten leeren Schreibtisch. Stimmt. Es gibt Dinge, die sich auch in einem minimalistischen Haushalt befinden, aber die nunmal nicht so fotogen sind und auf einem Bild nicht so schickt aussehen. Zwei Beispiele von mir:

Bei mir stand der Drucker immer in irgendeiner Zimmerecke. Da ich den Drucker aber wirklich nur äußerst selten benötige, ist er inzwischen auch in meinen begehbaren Schrank gewandert.

Blick auf das 2,26m hohe Holzregal in einer Abstellkammer. Im zweituntersten Regalfach links steht ein Drucker. Der Drucker ist mit einem Pfeil markiert.

Die wenige Male im Jahr kann ich ihn auch eben hervorkramen. Das stört mich weniger, als das Teil ständig im Zimmer herumstehen zu haben. Ich habe genau gesagt einen Monochrom-Laserdrucker mit Scan- und Kopierfunktion. Das Teil hält und hält und hält. Gäbe es den Drucker nicht, würde sich ein neues Gerät nicht mehr für mich lohnen. Die paar Ausdrucke könnte ich dann auch in einem Copyshop machen. Aber da ich das Gerät habe, nutze ich es halt – wenn auch selten.

Noch nicht alles hat übrigens einen guten Ort gefunden. Da ich mein Futon tagsüber aufrolle, muss irgendwo das Bettzeug hin. Derzeit lagert es noch nach dem Auslüften aufgerollt auf der Wäschekiste. Irgendwo muss halt auch diese Variante von unfotogenem Zeugs hin.

 Blick Richtung Tür. Links vorne ist ansatzweise das Futon zu sehen. Dann ein Schreibtischcontainer. Daneben einen Holzwäschekiste mit Bettzeug drauf. Dann folgt die Tür. Rechts von der Tür ein Klappfuton und ansatzweise ein Sofa.

Ansonsten sieht es in meinem Wohn-Schlafraum jetzt so aus:

Wohnzimmer. Blick von der Tür aus Richtung Fenster. Links ein Sofa, am Fenster ein kleiner eckiger Tisch mit Stuhl. Rechts das Futon und der Berliner Hocker

Das Sofa ist neu hinzugekommen. Es stammt vom Fairkaufhof Dortmund. Im Fairkaufhof werden neben den üblichen Gebrauchtmöbeln von Privatleuten, auch Spenden der umliegenden Möbelhäuser verkauft, die zwar gut erhalten und oft noch neu sind, aber dort nicht mehr verkauft wurden. So landen die Möbelstücke nicht auf dem Müll, sondern werden weiter verkauft. Manchmal sind wirkliche Schnäppchen dabei, so wie mein Sofa. Neuwertig, stabil, gutes Polster für 150€ mit Lieferung an den Aufstellort. Gleichzeitig erhalten einige zuvor arbeitslose Menschen, eine neue Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeit. Ein Gewinn für Mensch und Umwelt. Das habe ich doch gerne unterstützt.

 

Balkon-Meditation und Kochimprovisation

Nun sitze ich hier auf dem Balkon der neuen Wohnung. Ich genieße es, einen Nordbalkon zu haben. Während die Südbalkoner schwitzen, ist es hier angenehm mit einem herrlichen Blick auf wunderschöne und hochgewachsene Bäume.

Blick auf hochgewachsene Bäume. Im Vordergrund rechts unten ansatzweise der Rand einer Balkonmauer

Es erinnert ein wenig an „Mitten in der Stadt am Waldrand“. Meditation auf dem Balkon, dazu in einem Campingsessel – sicher etwas ungewöhnlich, aber wunderbar. Beim Ein- und Ausatmen höre ich das Zwitschern der Vögel und das Rauschen der Bäume, ich fühle den Wind auf meiner Haut und bemerke, wie unglaublich unwichtig meine Überlegungen sind, ob ich ergänzend zu den Jalousien nun Vorhänge will und wenn ja welche oder auch nicht.

Alles ist noch ein wenig improvisiert. Als ich hier meinen ersten Kaffee kochte, dachte ich spontan: „Wenn ich Kaffee kochen kann, ist die Küche fertig“ und musste lachen. So ganz stimmt das natürlich nicht. Einige größere Teile, die sich weder zu Fuß, noch mit dem kleinen Carsharingauto transportieren lassen, fehlen noch. Dazu gehören auch ein paar Küchenmöbel, die erst Anfang Juni in die neue Wohnung kommen.

Ich finde es unglaublich spannend, eine Wohnung erst nach und nach zu beziehen. Ich kann mir diesen Luxus leisten, da neue und alte Wohnung nur rund 200 Meter entfernt sind. Erstmal die leeren Räume erspüren, die Atmosphäre, das Licht und ausprobieren, ob ich lieber hier oder da schlafen will. Genialerweise habe ich jetzt so etwas wie einen begehbaren Schrank. Genau gesagt, ist es eine ca. 1qm große Abstellkammer und abgesehen von einigen Bad- und Küchenutensilien passt alles hinein, was ich so an Zeugs besitze. Die auf dem Foto zu sehende Einordnung ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber reicht für den ersten schnellen Überblick.

Blick auf ein Ivarregal mit 2,26m Höhe und ca. 85cm Breite. Untergebraucht sind von unten nach oben: Renoviermaterial, Nähmaschine und Nähzeugs, Büroartikel und Aktenordner, Kleidung und einige Taschen, sowie ein Rucksack. Im Vordergrund rechts eine kleine Leiter, links ein Staubsauger

Ohne einen minimalistischen Lebensstil und die immer wieder neue Ausrichtung darauf, was und wieviel Dinge ich wirklich benötige bzw. nicht benötige, hätten die letzten Monate so nicht stattgefunden. Weder hätte ich neben meiner normalen Arbeitsstelle, Zeit und Nerven gehabt, ein Buch  zu schreiben, noch wäre ich in der Lage gewesen, einen „normalen“ Umzug mit „normal vielen Dingen“ zu stemmen. Doch selbst meinen überschaubaren Besitz habe ich als sehr viel empfunden, als er in Kisten, Taschen und Tüten gepackt war. Um mehr Zeugs möchte ich keinesfalls kümmern. Statt irgendwelche Unmengen an Besitz einzusortieren, sitze ich lieber hier und genieße Balkon-Meditationen und Kaffeekoch-Improvisationen. Seit heute gibt es auch das Cover für das Buch:

Wenig Dinge braucht das Glück - Buchcover
Cover: © Lingenverlag

 

 

 

 

 

 

 

 

Infos zu den Büchern gibts hier: https://achtsame-lebenskunst.de/meine-buecher/

 

 

 

Alles ist miteinander verbunden – Earth Overshoot Day

Dieses Jahr war er bereits am 2.5. – der Earth Overshoot Day, auch Welterschöpfungstag“, „Weltüberlastungstag“, „Ökoschuldentag“ oder „Erdüberlastungstag genannt. Es ist das Datum, an dem wir hier in Deutschland bereits unseren Anteil an den Ressourcen unseres Planeten für dieses Jahr verbraucht haben. Drei Planeten würden wir benötigen, wenn alle Menschen so konsumieren würden, wie wir hier in Deutschland. Und immer noch sind da Menschen, die nicht wahrhaben wollen, dass wir mit unserem ausuferndem Konsumverhalten unsere eigene Lebensgrundlage und die zukünftiger Generationen zerstören.

Achtsamkeit – Wir sind keine getrennt voneinander existierenden Wesen

Wie verrückt unser Lebensstil ist, wird mir nicht zuletzt durch meine Achtsamkeitspraxis deutlich. Mit jedem bewusstem Atemzug spüre ich, dass wir uns nicht als voneinander getrennte Wesen sehen können. Letztlich ist alles miteinander verbunden. Mit jedem Einatmen lassen wir ein Stück dieser Welt in Form von Luft in uns hinein, mit jedem Ausatmen geben wir wieder etwas ab. Tun wir dies nicht, sterben wir. Ohne Verbundenheit kein Leben. Die Zellen unseres Körpers, unsere Haut, unsere Knochen, unsere Organe erneuern sich und ständig sterben Körperzellen ab. Alle paar Jahre sind wir also so etwas wie runderneuert.

Auch dann, wenn einige Dramen noch nicht direkt für uns spürbar sind, auch dann, wenn die Verdrängungsmechanismen gut funktionieren, ist klar, dass die Zeiten vorbei sind, in denen wir einfach fröhlich vor uns hin konsumieren konnten, ohne diese Verbundenheit und die Notwendigkeit eines bewussteren Umgangs mit unseren Resscourcen in den Blick zu nehmen.

Veränderungen – Die Chance der kleinen Schritte

Veränderungen sind aber auch nicht mal so eben umgesetzt. Ich kenne das von mir selbst und würde mich nie als auch nur annähernd gutes Beispiel nachhaltiger Lebensführung bezeichnen. Trotzdem ist einiges möglich und ich habe festgestellt, dass die besten und nachhaltigsten Veränderungen durch eine „Chance der kleinen Schritte“ gelingen. An irgendeiner Stelle anfangen und sei es noch so wenig und noch so klein. Und dann das, was man angefangen hat, fortführen. Das macht selbst dann Sinn, wenn alle anderen persönlichen Bereiche noch weit entfernt von jeder umwelt- und ressourcenschonenden Lebensweise sind.

Kleine Anfänge waren für mich beispielsweise, dass ich zu dem Zeitpunkt, als ich eine neue Getränkeflasche über unterwegs benötigt habe, dann keine Plastikflasche mehr gekauft habe. Ich habe mich für eine teurere, aber dafür auch sehr langlebige Edelstahlflasche entschieden. Gleiches setzte ich mit meiner Brotbox um.

Edelstahlflasche mit 2 Edelstahlbrotbehältern

Das war auch nur ein kleiner Anfang, aber es war ein Anfang. Andere Bereiche folgten schrittweise. Als Kaffeeliebhaberin rühre ich die Kapselkaffeemaschine auf der Arbeit nicht an und halte mich auch nicht mit Äußerungen darüber zurück, was ich von solchen Geräten halte: Nichts. Brauche ich neue Kleidung, schaue ich zuerst und vorrangig, ob ich auch in Deutschland produzierte Kleidung kaufen kann. Die ist in der Regel viel haltbarer, die Transportwege kürzer und damit der ökologische Fußabdruck auch sehr viel geringer. Da ich insgesamt deutlich weniger Kleidung habe und kaufe, als die meisten anderen Menschen um mich herum, kann ich es mir auch leisten, wenn diese Kleidung etwas teurer ist. Als die Plastikgefrierdosen nacheinander den Geist aufgaben, habe ich angefangen, die einfachen Schraubgläser von Gurken und Co. zu sammeln und diese zum Einfrieren zu benutzen. Es funktioniert phantastisch. Auch Lebensmittelvorräte wie Müsli, Nudeln, Reis, etc. lassen sich damit hervorragend aufbewahren. Dass ich seit längerem kein Auto mehr habe, war die beste Entscheidung meines Lebens. Dies freut nicht nur unsere Umwelt, sondern ich habe auch sehr viel weniger Stress, spare viel Geld und ich bewege mich einfach mehr. Natürlich: Mit vielen Bereichen bin ich noch sehr unzufrieden, oft macht mir die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Ich brauche beispielsweise Batterien für meine Hörgeräte, da die existierenden Akkus immer noch indiskutabel sind. Dann habe ich einige Allergien und Unverträglichkeiten, was die Lebensmittelauswahl einschränkt. Manches habe ich auch einfach noch nicht umgesetzt. Trotzdem: Selbst wenn die kleinsten Minischrittchen noch so winzig sein mögen, sind diese immer noch besser, als Stillstand, Verdrängung und den Kopf in den Sand zu stecken.

Nachhaltigkeit als praktische Metta-Meditation

Jede und jeder von uns kann sich überlegen, irgendeinen ganz kleinen Schritt hin zu einem umweltverträglicheren Verhalten zu gehen. Auf diese Weise können wir dazu beitragen, den Earth-Overshoot Day als ersten Schritt zumindestens wieder ein Stück weiter nach hinten zuverlegen. Und sage niemand irgendwann, er oder sie habe nicht gewusst, dass wir so wenig fürsorglich mit den Resscourcen unserer Erde umgehen.

Jeder kleine Schritt hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise ist für mich praktische Metta-Meditation, gelebte Achtsamkeit. Achtsamkeit auf mich, auf uns, auf unsere Welt und darauf, dass wir nun mal nicht als voneinander getrennte Wesen existieren, sondern alle miteinander verbunden sind – täglich und mit jedem Atemzug.

Wohnen und Möbelstandards

Wohnen – Gedankenexperimente

Anlässlich meines bevorstehenden Umzuges wurde mir nochmal deutlich, dass Raumplaner auf dem Computer doch eine praktische Sache sind. Mir ging kürzlich ein Gedankenexperiment durch den Kopf, welches sich mit Wohnen und Möbelstandards beschäftigte. Ausgehend gesagt, ist meine künftige Küche ca. 15qm groß, der Wohn-Schlafraum ca. 16qm. Mir reicht dieser Platz locker aus, aber wie sieht das aus, wenn ich diese beiden Räume mal nach den üblichen Möbelstandards einrichte, wie ich diese in den entsprechenden Kaufhäusern und -katalogen so vorfinde? Also habe ich dies einfach mal mit den Raumplaner-Programm ausprobiert. Das Ergebnis:

links nach rechts: In Küche eine Küchenzeile 3,10m breit. Gegenüberliegend weitere Küchenunter- und -oberschränke 2m breit. In der Mitte ein Tisch mit 2 Stühlen. Im Wohnschlafraum ein Sofa mit Sofatisch davor. Daneben ein 2m breiter Kleiderschrank. Gegenüber: Bett mit 1,40 breite, 1 Nachttisch, 1 Fernsehgerät.

Ich bin mir nicht sicher, wieviele Menschen jetzt denken: Ok, sieht doch ganz „normal“ aus – außer, dass halt Wohnzimmer und Schlafzimmer kombiniert sind. In die eigentlich recht großen Küche habe ich aber nicht mal die heute so oft zu sehende Kücheninsel eingebaut, sie ist also eher einfach eingerichtet. Mich selbst überkam trotzdem schon beim „Einrichten“ der Räume ein Beklemmungsgefühl, insbesondere beim Wohn-Schlafraum. Alles so eng und vollgestellt. Der Kleiderschrank von 2 Meter Breite hat für mich etwas von Möbelmonster, aber so riesig groß scheint ein solcher Kleiderschrank heute nicht mehr zu sein. Es ist nicht einmal ein begehbarer Kleiderschrank. Wollte ich auch nur annähernd alles umsetzen, was heute „in“ „üblich“ oder sogar fast schon „Standard“ ist, müsste die Wohnung mindestens doppelt so groß sein.

Der aktuelle Stand bei mir

Mit meinen aktuellen Möbeln sähen die Räume ungefähr so aus:

Screenshot 3D-Sicht. Links eine kleine Abstellkammer mit Regalen, daran anschließend Küche mit 2,40m breiter Kücheneinheit. Gegenüber stehend ein Tisch mit 2 Stühlen. Auf der rechten Bildhälfte der Wohnraum. Ein Futon, kleiner Hocker. Gegenüber ein kleiner Tisch mit einem Stuhl, sowie einem kleinen Schränkchen.

Es ist erkennbar deutlich leerer. Natürlich gibt es Menschen, die sagen, dass dies doch fürchterlich leer ist. Aber mir gefällt es, weil ich dies als sehr viel freier und nicht so einengend empfinde. Ob und was noch genau noch an Einrichtung dazu kommt, wird sich zeigen. Ich werde künftig meine Kleidung gar nicht mehr im Kleiderschrank aufbewahren, sondern entweder in Kommoden unterbringen oder sogar in dem eigentlich als Abstellkammer gedachten Raum. Abstellkammern haben die Eigenschaft, dass sie irgendwann voll mit irgendeinem Gerümpel stehen. Da ich nicht so viele Dinge habe und nicht vor habe, diesen Raum vollzurümpeln, kann ich diese Abstellkammer auch für alles mögliche nutzen, selbst die Kleidung passt vermutlich problemlos dort hinein.

Wohnen und Alltagsachtsamkeit

Meine Überlegungen sind natürlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Außerdem: keine Ahnung, was mir nächste Woche oder nächstem Monat so einfällt. Schon gar nicht, will ich meine Varianten als irgendeinen neuen Standard erheben. Ich finde es einfach nur wichtig, sich von den üblichen Bildern, die uns als Werbung vor die Nase gesetzt werden, nicht verführen und zu stark beeinflussen zu lassen. Es ist viel sinnvoller, wirklich Alltagsachtsamkeit auch auf das Wohnen auszurichten, um so den eigenen Bedürfnisse besser entsprechen zu können. Ich erlebe dies sehr befreiend. Mein Bedürfnis ist es, einfacher und minimalistischer mit meiner Wohnraumgestaltung umzugehen. Für mich ist es verbunden mit dem wunderbaren Gefühl von Freiheit. Außerdem ist es sehr viel weniger Aufwand mit nervigem Aufräumen und Putzen. Ich möchte zudem auch nicht eine teure Miete für einen größeren Wohnraum bezahlen, um die üblichen, aber oft überflüssigen Möbelstandards unterzubringen, in denen ich dann u.a. all das überflüssige Zeugs horten kann, das ich weder brauche noch nutze. Das Geld und den Aufwand, den ich dafür hätte, spare ich mir und genieße dann lieber das Leben und die Freizeit auf meinem künftigen Balkon und in einer Wohnung, in der ich mich nicht eingeengt fühle.

Mein Achtsamkeits- und Minimalismus-Tipp:

Schaut und spürt wirklich genau hin, welchen Bedarf ihr habt, mit was ihr euch wohlfühlt und mit was auch nicht. Im Bedarfsfall mal ausprobieren und irgendein Teil mal testweise für einige Wochen im Keller oder auf dem Dachboden parken und dann schauen: Fühle ich mich dann besser oder schlechter oder ist es egal?

Der Wohnraumplaner ist übrigens eine Open-Source-Software und kostenlos verfügbar für die Betriebssysteme Windows, Mac, Linux und Solaris http://www.sweethome3d.com/de/

Mein Leben im JETZT

Bewegungen und Veränderungen

Mein Leben im JETZT ist gerade sehr bewegt. Solche Phasen im Leben hatte ich immer mal wieder. Mein Buch „Wenig Dinge braucht das Glück“ machen gute Fortschritte. Wesentliche Inhalte stehen und ich denke, dass ich in gut 3 Wochen fertig sein werde, die Veröffentlichung wird dann Mitte August sein. Inzwischen gibt es aber auch noch mehr Veränderungen. Ich werde zwischen Mitte Mai und Anfang Juni nochmal umziehen. Warum diese Entscheidung jetzt gefallen ist, hat viel mit Achtsamkeit auf meine Bedürfnisse zutun. Der Grund, warum ich diese ganzen Veränderungen und Bewegungen, neben meiner Berufstätigkeit gut hintereinander bekomme, ist mein minimalistischer Lebensstil.

Achtsamkeit – das Leben im jeweiligen Augenblick

Irgendwann in den letzten Monaten entdeckte ich die Tragweite und die unglaubliche Chance des Lebens im Augenblick. Leben findet tatsächlich JETZT statt. Zukunft ist nie bis ins letzte Detail planbar. Ich lebe im JETZT, genau in diesem Moment. Und das bedeutet für mich, ich brauche keinem Ziel, keinem Trend, keiner Mode, keiner Perfektion nachrennen. Bucketlist brauche ich nicht. Wirklich JETZT leben, bringt  Energien ins Fließen. Dadurch entwickelt sich genug – von ganz alleine.

Umzug und Älterwerden

Den jetzt anstehenden Umzug hatte ich eigentlich erst in ein paar Jahren vorgesehen, irgendwann zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr. Mir war beim Einzug in diese Wohnung von vorne herein klar, dass ich nicht mit 65 und älter, noch in die 4. Etage klettern und unter der Dachschräge duschen will. Als mir mein Leben im JETZT bewusst wurde, tauchte die Frage tauchte auf, wozu ich denn so lange warten will? Mir fehlt JETZT ein Balkon. Und bereits in den heißen Tagen des letzten Sommers, hat mich das abendliche Gemurmel der Gaststättenbesucher von Gegenüber, doch mehr gestört, als es vorher absehbar war.

Die neue Wohnung befindet sich hier in meiner Wohngegend, knapp 200m entfernt. Sie liegt in der 1. Etage, hat neben einem Balkon eine große Wohnküche, einen Wohn-Schlafraum, Bad und eine kleine Abstellkammer.

Grundriss der neuen Wohnung. Links: Wohnschlafraum, rechts daneben schließt sich die Küche an. Davon geht eine Abstellkammer und Balkon ab. Von der Küche geht es in den Flur. Im Flur der Zugang zum Bad.

Künftig gibt es also keine „Bergbesteigungen“ in die 4. Etage mehr. Damit ist die künftige Wohnung sogar fürs Älterwerden geeignet. Ich denke also im JETZT durchaus auch an das, was noch kommt. Manche Menschen mögen Gedanken an das Wohnen beim Älterwerden mit 57 Jahren zu früh finden. Ich nicht. Ich habe nämlich in den letzten Jahren mehrfach gesehen, wie es Menschen gehen kann, die sich um solche Themen nicht rechtzeitig kümmern. Irgendwann sitzen sie in Ihren Wohnungen und weil u.a. auch das Treppensteigen beschwerlicher geworden ist, gehen sie kaum noch vor die Tür. So möchte ich keinesfalls leben.

Ich kann mich nun viel unbeschwerter auf mein Leben JETZT konzentrieren. Dies zu einem Zeitpunkt, wo ich mich gut fühle und ich auch noch mit Einkaufstaschen problemlos in 4. Etagen klettern kann. Ich muss nicht warten, bis ein evtl. Desaster vor der Tür steht, ich kann es einfach frühzeitig umschiffen und so viel befreiter leben.

Minimalismus – das Leben im JETZT gestalten

Wie anfangs erwähnt, ist es gerade mein minimalistischer Lebensstil, der mir all die Veränderungen und Bewegungen in meinem Leben stressfrei ermöglicht. Ohne minimalistischen Lebensstil hätte ich keine Teilzeitstelle. Ohne Teilzeitstelle würde es die Bücher, die ich schreibe, definitiv nicht geben. Erst recht hätte ich es mir mit Vollzeitjob derzeit angetan, auch noch umzuziehen. Mit einem „normalen“ Hausstand eines üblichen westlichen Lebensstil, wäre das mehr als reichlich Arbeit, viel Vorbereitung und somit eine große Hürde. Die Dinge in meiner Wohnung sind dagegen schnell und in überschaubarer Zeit ein- und wieder ausgepackt. Immer wieder konzentriere ich mich auf das JETZT Wesentliche. Ich habe gerade durch diesen minimalistischen Lebensstil mehr Freiheit, mehr Optionen, wie ich mein Leben im JETZT gestalten kann – und ich genieße dies sehr.

Ich werde in den nächsten Wochen noch einige Male das Thema „Umzug – Minimalismus – Achtsamkeit“ aufgreifen und mich damit auseinandersetzen, was es für Gründe für und gegen einen Umzug gibt und wie man solche Phasen stressfrei gestalten kann.