Die minimalistische Küche – ein Update

Ich werde recht regelmäßig immer wieder nach meiner minimalistischen Küche gefragt. Hier einige Infos und ein Update:

Noch einmal würde ich die Küche so nicht kaufen

Meine Küche gefällt mir so recht gut. Nochmal würde ich so aber trotzdem nicht mehr kaufen.

1. Der erste Grund ist ganz einfach: Es würde sie in dieser Form so nicht mehr geben. 2016 beim Möbelschweden selbst zusammengestellt, gibt es diese Massivholzarbeitsplatte dort nicht mehr. D.h., selbst wenn ich wollte: Genauso ginge es nicht. Zumindestens die Arbeitsplatte müsste ich anderswo besorgen. Ginge natürlich. Würde ich wohl aber trotzdem nicht tun. Weil:

2. Es gibt praktischere und bequemere Spülen. Jahrzehntelang hatte ich eine alte Auflagespüle, auch Nirostaspüle genannt, samt Unterschrank. So etwas befand sich früher in der Regel bereits in einer Wohnung. Man konnte auch mal mit Wasser rumpantschen, da passierte nichts. Ich trauere dem heute noch hinterher. Heute sind diese Auflagespülen meistens noch in Baumärkten zu finden, aber die Unterschränke von ziemlich grottiger Qualität. Deshalb habe ich 2016 darauf verzichtet. Stünde ich nochmal vor der Entscheidung, würde ich einfach nur die Auflagespüle besorgen und mir andere Unterschränke darunter machen.

3. Einbauküchen mögen ja komfortabel und schick sein, aber sie sind halt in der Regel recht teuer und unflexibel. Wer, wie ich, zwar kocht, aber eben auch nicht sonderlich leidenschaftlich gerne und auch keine größere Familie zu versorgen hat, kommt auch mit einer Modulküche prima klar. Die sind im Falle eines Umzuges auch viel flexibler. Auch bei diesen Modulküchen würde ich nie im Leben die fertigen, z.T. sehr schicken und teuren Varianten aus dem Internet kaufen, auch nicht die qualitativ nicht so überzeugende Billigvariante vom Möbelelch, sondern einfach Einzelmöbel auswählen. Ob die nun speziell für eine Küche konstruiert wurden oder für was anderes, ist mir ehrlich gesagt egal. Letztlich muss lediglich die Spüle wegen des Wasseranschlusses an einem festen Ort sein, ggf. auch ein Backofen üblicher Größe (den ich aber nicht habe). Ansonsten braucht man doch nur irgendeine Arbeitsfläche, sowie einen Ort, wo man sein Küchenzubehör unterbringen kann.

4. Lieber kreativ werden und auf die üblichen Standardvarianten verzichten. Eine Freundin hat zwei gebraucht gekaufte Kleiderschränke umfunktioniert und in die Küche gestellt. Kleiderstange raus, Einlegebretter aus Restbeständen zugesägt, fertig ist endlos Platz zur Aufbewahrung. Eine phantastische Idee und es sieht sehr schön aus. Kosten: 70€ für die gebrauchten Schränke. Diese Aufbewahrungsmöglichkeit mit üblichen Küchenmöbeln hätte ein Vermögen gekostet.

5. Den eigenen Bedarf besser überprüfen: Mein Kühlschrank war anfänglich viel zu groß. Ich habe jetzt einen in der Abstellkammer stehenden 45-Liter-Minikühlschrank, der reicht völlig aus. Auch das Mikrowellen-Heißluft-Kombigerät habe ich in einem Jahr lediglich 2 x für eine Fertigpizza genutzt – ich gehe  jetzt im Bedarfsfall in die nächste Pizzeria und verzichte sehr gerne auf das Kombigerät und die ohnehin fragwürdigen Fertigpizzas.

 

Die Küche als Statussymbol

Küchen sind Statussymbole – und mit diesen Statussymbolen wird natürlich viel Geld verdient. Im Schnitt sollen es rund 6500€ sein, die die Durchschnittsdeutschen für ihre Küchen ausgeben. Hier und hier einige Durchschnittspreise. Bei mir waren es damals mit dem für mich zu großem Einbaukühlschrank und Kochplatten rund 700€.

Mir ist die Küche als Statussymbol nicht wichtig. Wer sich um Minimalismus in der Küche bemüht und auf möglichst viel Schnickschnack verzichtet, kann sich auch mit kostengünstigeren Varianten einen schönen und praktischen Kochbereich schaffen. Ich kenne nicht wenige Menschen, die locker 5-stellige Summen für die Küche ausgeben haben. Wem dies wichtig ist, soll es auch so tun. Jede/r muss das für sich entscheiden. Ich habe mich seit Anfang der 80er-Jahre stets gegen solche teuren Statussymbole entschieden und bin sehr froh darum.

Ich genieße meine jetzige Küche so, wie sie jetzt ist, aber stünde ich noch mal vor der Entscheidung, würde sie nochmal einfacher ausfallen. Denn auch das würde locker ausreichen.

Küchenzeile mit Spüle links, einer Kochplatte und einem Schubladenschrank auf dem ein Espresskocher steht