Minimalismus-Roomtour und Interview in den Ruhrnachrichten

In den Ruhrnachrichten, einer Dortmunder Zeitung, ist ein ausführliches Interview mit mir zu Minimalismus zu lesen. Außerdem gibt es ein Video mit einer kleinen Minimalismus-Roomtour durch meine Wohnung.

Minimalismus-Roomtour


Video: © Jana Klüh, Ruhrnachrichten

Interview

Das ausführliche Interview ist auf der Webseite der Ruhrnachrichten nachzulesen. Dort ist das Video auch nochmal in besserer Qualität anzuschauen. (Link unten).

Ein wichtiger Hinweis: Das Interview ist im sog. RN+Bereich verfügbar, d.h., es ist (leider) nur lesbar, wenn man sich kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen per Google, Amazon oder Facebook einloggt. Alternativ dazu kann man sich auch kostenlos per Email registrieren. Wer den Newsletter, der dann irgendwann eintrudelt, nicht haben möchte, kann ihn bequem wieder abbestellen. Ich habe es natürlich ausprobiert: Es ist tatsächlich ohne Problem möglich.

https://www.ruhrnachrichten.de/Nachrichten/Dortmund/Die-Dortmunderin-Gabi-Raeggel-57-lebt-minimalistisch-Plus-1332930.html

 

 

Gern ein wenig anders – Inhouse-Nomaden

Geht es um Wohnen, habe ich immer schon gerne umgeräumt und verändert. Tisch, Bett, Schrank – gerne hier, da und dort. Irgendwann fiel mir der Begriff Inhouse-Nomaden ein und ich dachte: Ja stimmt, so ein Begriff passt. Ich muss nicht mit dem Rucksack die Welt jetten, aber innerhalb der Wohnung finde ich es nur schwer erträglich, wenn die Dinge immer am gleichen Ort stehen.

Das Rein und Raus der Möbel

Immer mal wieder habe ich versucht, irgendwie so etwas wie eine eher „normale“ Möblierung auf die Reihe zu bekommen. Es gelang mir nur begrenzt und vorübergehend oder nur für die gemeinsamen Bereiche in Partnerschaft und WG. In meinen persönlichen Bereichen war es immer ein hin und her. Damit verbunden aber leider aber ein viel zu häufiges Rein und Raus an Möbeln. Endlose Varianten von Bettgestellen kamen und gingen. Kleiderschränke waren immer gruselig. Ich mag sie einfach nicht. Irgendwann habe ich die Türen der Kleiderschränke tapeziert, dann bemalt, dann entfernt und stattdessen mit bunten Vorhängen versehen. Aber es gefiel mir immer noch nicht. Es folgte die Variante, mir aus Regalen, Jalousien und Vorhängen einen begehbaren Kleiderschrank zu bauen. Diese Konstruktion hielt länger, aber spätestens, wenn man dann irgendwann zu zweit in einer kleinen Wohnung lebt, wird es doch zu eng. Also doch „normale Schränke“, irgendwann dann die 35cm-tiefen Schränke. Die sahen dann nicht mehr ganz so nach Kleiderschrank aus. Mit Sofas bin ich erst seit kurzem durch. Ich mag sie nicht, zumindestens nicht für mich. Auch hier gab es im Laufe der Jahre viel rein und raus. Sofas  kann ich woanders bestaunen und drauf sitzen, bei mir selbst will ich sie nicht.

Gern ein wenig anders

Den Hang, gerne dies und das anders als üblich zu gestalten, hatte ich rückblickend immer schon. Als Teenager ertrug ich irgendwann das Bettgestell nicht mehr und habe Lattenrost und Matratze direkt auf die Erde gelegt. Den Schreibtisch beklebte ich mit Folie, irgendwelche Bilder und Sprüche hingen abwechselnd mal hier und mal da an der Wand und ersetzten mir in dem engen Zimmer das Möbelrücken. In den 70er-Jahren reichte sowas noch locker aus, um sich als Teenie bequem von der Erwachsenenwelt abzugrenzen.  😉 Es dauerte nur etliche Zeit, bis ich verstand, dass dieser Hang zum Inhouse-Nomaden altersunabhängig ist und einfach grundlegend zu meiner Persönlichkeit gehört.

Bedarfsgerechte Möbel für Inhouse-Nomaden

Minimalismus passt wirklich bestens zu meiner Art des Nomadentums am gleichen Ort. Bei Neuanschaffungen lasse ich mir heute bewusst viel Zeit. Erst wenn ich mir wirklich zu 100% sicher bin, dass es dieses oder jenes Teil sein soll, kaufe ich es. Vorher denke ich dann auch lieber erst über irgendwelche Improvisationen nach. Die sind ohnehin viel interessanter. Ich mag es variabel und multifunktional. Meine beiden Holzpodeste mit Futon und Klappfuton kann ich beispielsweise als Sessel, Sofa, Couchtisch und Bett nutzen.

2 Holzpodeste 1x1m mit Futon und Klappfuton

Wie schon einmal berichtet, ist der eigentlich als Abstellkammer gedachte kleine Raum, jetzt mein begehbarer Schrank. Das ist DIE Schranklösung für mich, weil es kein Schrank ist. Hier bewahre ich – Minimalismus sei dank – außer den Küchenutensilien allen Kram auf, den ich besitze. Adé Kleider- und Wohnzimmerschränke – wunderbar!

Blick auf ein Ivarregal mit verschiedenen Kisten, einigen Büchern und Aktenordnern.

 

Mein Küchenblock ist bei kleinen Details immer noch nicht fertig. Will ich ihn überhaupt fertig stellen? Das wäre das Ende von Ideen und Varianten, die mir durch den Kopf wandern. Wenn ich schon die Küche nicht ständig durch die Wohnung schieben kann, dann wenigstens die Ideen dazu in meinem Kopf. Die mobile Küche von Tanja Heller finde ich z.B. faszinierend, aber Minimalismus heißt für mich heute, bloß keine voreiligen Neukäufe ins Auge zu fassen.

Inhouse-Nomaden und schwere, unbewegliche Möbel sind nicht kompatibel. Aber Inhouse-Nomaden und Minimalismus: das passt prima. Und so sitze ich mit dem Tisch mal am sonnigen Fenster, mal mitten im Raum, mal schlafe ich hier, mal da, mal dort. Platz genug habe ich, weil Schrankwände, Bettgestelle und Sofas der Vergangenheit angehören – und genau so fühle ich mich endlich wohl.

Finanzen optimieren und vereinfachen

„Identify the essential, eliminate the rest.“ – „Identifiziere das Wesentliche, entferne den Rest“. Dieser so geniale und wunderbare Satz des Minimalisten und sechsfachen Familienvaters Leo Babauta, bringt es auf den Punkt.

Die Grundlage der Finanzoptimierung

Seit längerem beschäftigt mich, meine Finanzen zu optimieren und zu vereinfachen. Es ist sehr entlastend, wenn ich schaue, welche regelmäßig wiederkehrenden Kosten wirklich wesentlich sind und welche eben nicht. Diesen Bereich zu optimieren, finde ich ausgesprochen spannend und interessant. Es ermöglichst mir nicht nur in Teilzeit arbeiten zu können, sondern auch bei den anderen Ausgaben flexibler zu sein. Ich greife mal einige Optimierungsbeispiele heraus:

Die Grundlage jeder finanziellen Optimierung ist immer mein Haushaltsbuch. Das ist eine einfache Tabellenkalkulation, die ich für meine finanzielle Übersicht seit langer Zeit nutze. Immer enthalten sind dort alle Festkosten, bei den veränderlichen Kosten variiere ich in der Gründlichkeit. Nicht jeder Kleinkram muss nach so langer Zeit ständig bis ins Detail notiert werden. Dann staffele ich nach Priorität. Nomadentum ist nicht meins. Das Wichtigste ist daher erstmal, ein Dach über dem Kopf zu haben. Also ist die oberste Priorität die Miete, sowie Heizung (Gastherme) und Strom.

Energiekosten

Ich gönne mir und der Umwelt einen Anbieter mit Ökostrom und Ökogas. Seitdem ich regelmäßig 1 x im Monat sowohl meinen Gas-, als auch meinen Stromverbrauch selbst ablese, hat sich schrittweise mein Energieverbrauch gesenkt. Dazu brauche ich nicht irgendwelche sog. intelligenten und superteuren Stromzähler (die ja als solches auch wieder Strom verbrauchen…). Ich gehe einfach kurz in den Keller und schaue nach dem aktuellen Stand – fertig. Der inzwischen deutlich reduzierte Verbrauch liegt vermutlich daran, dass ich mich immer am Monatsende damit befasse, was ich so an Strom verbraucht habe. Da entsteht von ganz allein die Frage, warum es wohl jeweils mehr oder weniger geworden ist.

Beim Strom liege ich derzeit mit Waschmaschine, Kühlschrank, Gastherme (die auch Strom verbraucht) und was ich sonst so habe, unter 600kwh im Jahr. Früher war es mindestens das 2 ½-fache. Im Laufe der Jahre habe ich auf LED-Birnen umgestellt, ich nutze eine bzw. zwei Induktionskochplatten, habe eine energiesparenden Kühlschrank, usw.. Ich verzichte sehr gerne auf die endlose Auswahl an elektrischen Küchengeräten. Die nehmen eh nur Platz weg. Unterhaltungsgeräte wie Fernseher, Radio, Stereoanlage sind mir nicht wichtig. Diese habe ich im Laufe der Zeit durch Laptop und Smartphone ersetzt. Für meinen Bedarf reicht dies locker und es ist außerdem sehr komfortabel.

Internetkosten

Ein weiteres Beispiel sind die die Kosten für das Internet Zuhause, sowie die Kosten fürs Telefonieren und das mobile Internet. Ab Juni nächsten Jahres habe ich einen neuen Vertrag für das Zuhause-Internet gefunden. Es ist tatsächlich wieder Unitymedia, aber über Eazy.de vermittelt für 11,99€ im Monat. Der Preis war konkurrenzlos und ausschlaggebend. 20 Mbit/s Download und 1 Mbit Upload reichen mir.

Kosten für das Smartphone

Lange Zeit habe ich nun auch meine Smartphonenutzung beobachtet. Ich telefoniere eher wenig, schreibe lieber. Dies dürfte u.a. an meiner Schwerhörigkeit liegen. Das mobile Internet ist nur dann an, wenn ich es gerade benötige. Ansonsten ist es aus – und damit Ruhe und weniger Verbrauch. Ich habe zwei Messenger mit denen ich chatten kann (WhatsApp ist wegen des desolaten Datenschutzes nicht dabei). Vorrangig nutze ich aber das E-Mail-Programm zur Kommunikation. Am Laptop ist dies sehr bequem und komfortabel.

Die 9,99€ Prepaidkosten für das Smartphone mit 1,5 GB Internet und 250 Einheiten Telefon/SMS, waren mir aber zu hoch, ich benötige nicht so viel. Bei O2/Eplus reicht mir die Tonqualität noch immer nicht zum Telefonieren. Aber Lidl hat im D2-Netz ein Paket für 4,99 in 4 Wochen – 500MB Internet und 100 Einheiten Telefon/SMS. Das passt für meinen Gebrauch, zumal es sich auch mal über die Messenger im WLAN-Netz telefonieren lässt – erstaunlich, dass ich dort in der Regel genügend verstehe.

Weniger Festkosten = entspannter leben

Dies sind nur einige, wenige Beispiele. Je weniger feste, regelmäßige Kosten, je optimierter dieser Bereich ist, desto flexibler und entspannter bin ich dann logischerweise in den anderen Bereichen. Ich kann mir dadurch auch mehr hochwertige Lebensmittel in Bioqualität leisten.  Es ermöglicht mir auch, mir hochwertigere, nachhaltigere, langlebigere und schönere Produkte kaufen zu können. Ein kleines Beispiel ist das Teesieb und die Zitronenpresse aus Edelstahl. Beide Teile sind plastikfrei und so stabil, dass ich mir so etwas in meinem Leben sicher nicht noch einmal kaufen muss.  Jedes Mal, wenn ich solche Dinge benutze, habe ich viel Spaß daran.

Teesieb und Zitronenpresse aus Edelstahl

Das Leben vereinfachen

Finanzen optimieren ist für mich nicht unbedingt diese zu maximalisieren. Minimalismus ist für mich nicht, möglichst wenig Dinge zu besitzen. Entscheidender ist vielmehr, das eigene Leben zu vereinfachen und mich auf das für mich Wesentliche zu konzentrieren. Es geht mir darum, genau das heraus zu greifen, was zu mir und meinem Leben am besten passt und womit ich mich wirklich wohlfühle – und zwar, ohne dass ich irgendwelche finanziellen Klimmzüge und Belastungen habe, stattdessen viel mehr wirklichen Lebensgenuss.

Update: 9/2018: Sehenswertes Video des WDR: „…Doch die Gier war größer…“ 10 Jahre nach der Finanzkrise: Die Party der Banker geht weiter 
verfügbar in der WDR-Mediathek bis 5.9.2019

Die leeren Räume füllen

Ich gehöre nicht zu denen, die ihre Wohnung irgendwann mal sehr vollgestopft hatte und entsprechend viele Dinge entrümpeln müsste. Aber ich habe den Hang, zu viele Dinge kommen und wieder gehen zu lassen. Dieses Rein und Raus von Dingen finde ich nervtötend. Trotzdem muss ich aufpassen, dies nicht ständig zu wiederholen. Kürzlich wurde mir ein wichtiger Grund deutlich, warum ich dazu neige: Horror vacui – Wir können leere Räume schlecht ertragen und neigen dazu, diese leeren Räume füllen zu wollen.

Die Küche empfinde und empfand ich beispielsweise immer noch unfertig. Stundenlanges Nachdenken, ob ich eine Essecke dorthin machen will oder lieber ein Sofa oder eine gemütliche Küchenbank oder doch einen Sessel – ein ständiges rein und raus an Ideen. Bis ich mir dann irgendwann endlich die Frage stellte, ob mir irgendwas in der Küche fehlen würde, wenn der Raum kleiner wäre und nur das hinein passt, was sich dort gerade befindet. Ihr ahnt vermutlich schon die Antwort… in einem kleineren Raum hätte ich das Gefühl gehabt, dass alles  vollständig ist und nichts fehlt.

Das Problem ist also nicht, dass die Küche unfertig ist, sondern dass sie mehr Platz hat, als ich brauche. Aber muss und will ich wirklich einfach nur den Raum füllen? Und wenn ja, wozu und für wen? Für mich? Nein! Aber es ist noch immer etwas ungewöhnlich und manchmal fühlt es sich für mich  „unnormal“ an, so viel Platz in einer Einzimmer-Wohnung mit knapp 42qm zu haben. Also neige auch ich genau deshalb dazu, die leeren Räume füllen zu wollen. Dann habe ich auch immer so endlos viele Ideen dazu, die sich bestimmt prima umsetzen ließen und es sähe vermutlich sehr schick aus. Aber ich fühle mich in vollen Räumen nunmal nicht wohl. Da nützt mir „schick“ auch nichts.

Deshalb will und werde ich mir definitiv nichts mehr in die Wohnung stellen, was ich weder brauche, noch mag. Ich möchte mich nicht mit irgendeiner Deko abquälen, auf die ich überhaupt keine Lust habe. Ich möchte auch nicht irgendwas neu anschaffen, was ich hinterher sowieso wieder hinaus werfe.

Auch das ist ein wichtiger Aspekt von Minimalismus: Den eigenen „Marotten“ und tatsächlichen Bedürfnissen auf die Spur kommen und schauen, was man selbst wirklich will und braucht. Daher gilt für mich: Die leeren Räume füllen – ja, aber nur mit Leben, nicht mit unnötigem Kram.

 

Weiße Wand mit buntem Wandteppich. Davor steht ein Tisch mit 2 Stühlen.weiße Küchenzeile mit Holzplatte, Spüle, Einzelkochplatte. Außerdem Milchaufschäumer, Glasflasche, Espressokocher, Plastikbox mit Spümittel, Spülbürste, Spüllappen

Einfacher umziehen

Nachdem mein Umzug einige Wochen zurückliegt und so etwas wie Normalität einkehrt, einige Gedanken, wie es sich einfacher umziehen lässt – sofern man bei einem solchen Thema überhaupt von ‚einfach‘ sprechen kann.

Umzug – Entscheidungen treffen

Der wichtigste Teil eines Umzuges ist, sich erstmal dazu zu entscheiden:

Treff keine übereilten Entscheidungen

Wenn der Grund für einen Umzug lediglich die zu klein gewordene Wohnung ist, überprüfe, ob sich mit einer gründlichen Entrümpelung Platz schaffen lässt und somit ein Umzug überhaupt nötig ist. Wohnraum ist viel zu teuer geworden, als das man ihn zur Unterbringung von unnötigem Zeugs verwenden sollte. „Hals über Kopf-Entscheidungen“ sind ebenfalls in den seltensten Fällen sinnvoll. Daher ist es immer eine gut,  über wichtige Entscheidungen erstmal eine oder mehrere Nächte zu schlafen.

Warte nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag

Umgekehrt macht es aber auch keinen Sinn, Entscheidungen ewig vor sich herzuschieben. Lebt man sehr lange an einem Ort, wird ein Umzug irgendwann auch emotional schwieriger und mühsamer. Ich hatte beispielsweise mal eine 2-Zimmer-Wohnung, in der sich sowohl als Single, als auch als Paar gut leben ließ. Als ich dort einzog, war ich Mitte Zwanzig, als ich auszog Mitte 40. Während meines Studium waren die Kosten für die Wohnung eigentlich zu hoch  ( Wohnqualität – einfach entspannter wohnen) . Anschließend war es dann die Belastung durch weite Anfahrtswege zur Arbeit, die zu hoch waren. Rückblickend eine fragwürdige und teure Lebenszeit auf Straße und Schiene. Eine konsequente Entscheidung zu treffen wäre besser gewesen, d.h. entweder neuer Job oder neue Wohnung.

Umzug und Älter werden

Ebenfalls nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten sollte man mit einem Umzug, wenn es darum geht, sich mit dem eigenen Älterwerden auseinander zu setzen. Zu oft erlebte ich in den vergangenen Jahren, wie es ist, wenn ältere Menschen in irgendwelchen 2.,3. oder gar 4. Etagen ohne Aufzug wohnen bleiben. Irgendwann kamen etliche dieser Menschen nicht bzw. kaum noch die Treppen hoch und runter. Und so saßen sie dann Tag um Tag vor ihrem Fernseher, bis sie letztlich überhaupt nicht mehr raus gingen. Es macht also durchaus Sinn, dass man sich spätestens bis zum Rentenalter mal gekümmert haben sollte, wie man künftig wohnen will und ob sich nicht doch eine passendere und besser zugängliche Wohnung finden lässt. Wenn dann auch noch Einkaufsmöglichkeiten usw. in der Nähe sind, lässt es sich nicht nur einfacher umziehen, sondern anschließend auch einfacher leben. Erst mit 75 Jahren oder später nochmal einen Umzug zu stemmen, kann man natürlich, nur einfacher wird es dann nicht. Selbst mit meinen 57 Jahren fand ich den vergleichsweise überschaubaren Umzug sehr viel belastender, als früher mit sehr viel mehr Dingen. Wer so etwas nicht erkennt, macht sich etwas vor.

Wenn sich noch vieles ändert

Manche von uns befinden sich auch in Lebenssituationen, wo sich absehbar noch vieles ändern wird. Die erste eigene Studentenbude ist beispielsweise eine tolle Sache, aber da absehbar ist, dass nach dem Studium ohnehin noch ein Umzug ansteht, ist es unsinnig, sich die erste eigene Wohnung bis zur Stehkante mit schweren Möbeln zu befüllen. Ähnlich ist es, wenn man weiter entfernt eine neue Arbeitsstelle annimmt, die aber zeitlich befristet ist. Mobile Möbel, die einen einfacheren Umzug ermöglichen, sind dann wirklich sinnvoller.

Umzug – der Blick auf das Wesentliche

Entrümple frühzeitig und konsequent

Bereits bei dem Entschluss, eine neue Wohnung suchen zu wollen, kann man anfangen, sich um die Dinge zu kümmern, die nicht mehr mit in die neue Wohnung sollen. Es macht wirklich Sinn, nochmal jedes einzelne Teil zu überprüfen. Selbst wenn nur eine einzige Kiste mit zu entrümpelten Dingen zusammen kommt, muss die nach dem Umzug nicht ausgepackt werden. Außerdem passt ein neues Zuhause mit altem, überflüssigen Krempel auch nicht so richtig zusammen.

Welche Dinge sind wirklich wichtig?

Ein Umzug ist eine prima Gelegenheit, sich mit DEM wichtigen Minimalismus-Thema überhaupt zu befassen: Welche Dinge sind wirklich wichtig?

Es reicht in der Regel ein Blick darauf, welche Dinge zuletzt eingepackt werden – weil man sie eben noch bis zuletzt braucht. Hinzu kommt die Frage, welche Dinge als erstes wieder ausgepackt werden – vermutlich genau die Dinge, die man zuletzt eingepackt hat. Fertig ist der Blick auf die wesentlichen Dinge. Die Frage, ob Lippenstiftsammlung oder Seife wichtiger ist, erübrigt sich ebenso, wie die Überlegung, ob man abends statt eines Schlafplatzes, nicht vielleicht doch noch eben die Heimkino-Anlage installieren und die SAT-Schüssel auf dem Dach ausrichten sollte.

Vor dem eigentlichen Umzug landet meistens erstmal einiges an Putz- und Werkzeug in der Wohnung. Irgendwas zu putzen oder zu renovieren ist ja immer. Nach dem Umzug ist dann eine Schlafgelegenheit wichtig, ein wenig Kleidung, ein paar Dinge zur Körperpflege, die nötigsten Dinge, um zu mindestens behelfsmäßig etwas essen und trinken zu können. Sind alle möglichen Kisten und Möbeln noch verpackt, sind die ersten Stunden und Tage nach einem Umzug ein Dinge-Minimalismus vom Feinsten. Wenn wir ehrlich sind, stören uns die noch etwas chaotisch umherstehenden Kisten und Möbel doch sehr viel mehr, als die Tatsache, dass es anfangs vielleicht noch etwas improvisiert zugeht.

Den Faktor Zeit nutzen

Ein Umzug kann auch prima als „Packing Party“ genutzt werden, sofern Zeit und Nerven dafür ausreichen. Die Kisten werden nicht sofort ausgepackt, sondern nach und nach – jeweils immer genau die Dinge, die dann auch tatsächlich genutzt werden. Nach Nutzung dürfen diese Dinge dann in die Schränke etc. wandern. Dann mal schauen: Was liegt nach 4 Wochen noch ungenutzt in den Kisten drin? Wurde es vermisst? Können diese Dinge dann nicht gleich entrümpelt werden? Oder mal im Keller zwischengeparkt und schauen, ob man irgendetwas davon innerhalb des nächsten Jahres hervorkramt?

Irgendwelche Dinge sind es ja meistens doch noch, die nach einem Umzug dann doch neu angeschafft werden. Als positiv erlebte ich es, nicht alles sofort und komplett einzurichten, sondern mir wirklich Zeit zu nehmen. Die Fehlkäufe können so gut minimiert werden.

Manchmal liegen dann aber doch Ideal und Realität ein wenig voneinander entfernt – auch bei mir. Ich hatte beispielsweise immer wieder den Hang, mir Möbel zu kaufen, die ich dann relativ schnell wieder loswerden wollte, weil sie mir dann doch nicht gefielen oder unpraktisch waren. Natürlich war ich der Meinung, dass mir dies jetzt nicht noch mal passiert. Ist es aber doch: Das kleine, neu gekaufte Gebrauchtsofa hat einen schönen Stoff, dieser ist qualitativ sehr gut, aber grob gewebt. Schnell entdeckte ich, dass so etwas für Hausstauballergiker wie mich, nichts ist. Tja, hätte ich mir denken können, habe ich aber nicht. Selbst etwas umsetzen, ist dann doch eben immer schwieriger, als darüber zu reden oder zu schreiben 😉 Da ich mich mit Fehlern nicht lange aufhalte, hat das Sofa bereits einen neuen Besitzer gefunden.

 

Foto eines Sofas, mit roten Strichen durchkreuzt.

 

 

 

Minimalismus Roomtour Küche – Küchenschränke

Da ich nach einigen Details zu meiner Küche gefragt wurde, eine Minimalismus-Roomtour durch die Küche. Heute erstmal ein Blick in meine Küchenschränke.

Vorausgehend:
Zur Küche stehen hier noch einige ergänzenden Infos aus der Zeit in meiner alten Wohnung: Minimalismus in der Küche.

Die Küchenzeile mit den Küchenschränken

Meine – noch nicht ganz fertige – Küchenzeile sieht derzeit so aus:

weiße Küchenzeile mit Holzplatte, Spüle, Einzelkochplatte. Außerdem Milchaufschäumer, Glasflasche, Espressokocher, Plastikbox mit Spümittel, Spülbürste, SpüllappenIm Vergleich zur alten Wohnung, ist der Einbaukühlschrank verschwunden und durch einen getrennt von der Küchenzeile, freistehenden Kühlschrank ersetzt. Ich überlege, diesen irgendwann noch etwas höher zu setzen, damit ich bequemer an die Dinge im Kühlschrank herankomme. Die freie Fläche, die in der Mitte der Küchenzeile durch den Wegfall des Einbaukühlschranks entstanden ist, habe ich mit einem Unterschrank ergänzt, so dass ich jetzt mehr Platz zum Unterbringen der Küchenuntensilien habe. Es gibt bewusst keine Türgriffe, sondern Türdrücköffner. Ich tippe kurz gegen die Schranktür und diese öffnet sich dann. Das oben auf der Arbeitsplatte stehende schwarze Dings, ist das Unterteil des  Milchaufschäumers – mein kleiner Kaffeeluxus, unten dazu mehr. Der Fliesenspiegel ist durch die Wohnungsbaugenossenschaft erneuert worden. Die Küche hat ebenso wie mein Wohn-/Schlafraum einen Holzdielenboden. Beides passt optisch perfekt zu meiner Küche. Das ist einfach ein Glück des Zufalls. Auf Oberschränke habe ich auch in dieser Wohnung verzichtet. Ich brauche sie nicht zur Unterbringung von Dingen, auch möchte ich, dass das Licht vom Fenster ungehindert in die Küche fließen kann.

Nun die Beschreibung der Schränke von rechts nach links:

Der Geschirrschrank

Küchenschrank mit 2 Einlegebrettern und einem Auszug. Oben: Gläser, Tassen, Korkuntersetzer, Auszug mit Porzellanschüssel und -schälchen, Teller, Mitte: Besteck in Plastikbehälter, Taschenmesser, 3 Brettchen, Kaffeemühle. Unten: Vorratsbehälter aus EdelstahlIn diesem Unterschrank sind einige Gläser, 2 Schüsseln und das Essgeschirr, sowie einige Vorratsbehälter untergebracht. Das Besteck befindet sich derzeit etwas improvisiert einfach in einem Plastikbehälter, der eigentlich zur Aufbewahrung von Aufschnitt gedacht ist. Auf Dauer hätte ich da gerne einen passenden kleinen Holzbehälter. Mein Taschenmesser befindet sich hier ebenfalls. Ich brauche es sehr häufig und bei allen möglichen Gelegenheiten. Die Menge an Geschirr orientiert sich an meiner üblichen Höchstzahl an gleichzeitigen Besuchern, so dass ca. 6 – 7 Personen gleichzeitig essen können. Ich würde aus minimalistischen Gründen nie Pappgeschirr auf den Tisch stellen oder erwarten, dass sich jeder selbst Teller und Tasse mitbringt. Da es bei mir eher gemeinsames Frühstück oder Brunch gibt, als typisches Mittag- oder Abendessen und ich ohnehin keinen Alkohol trinke, gibt es nur Wassergläser. Im Bedarfsfall könnte ich mir aber durchaus einmal ein paar Wein- oder Biergläser ausleihen.

Topfschrank und Vorratsschrank

Küchenschrank mit: Auszug oben: 2 Töpfe, Durchschlag, Glas mit einigen Küchenhelfern wie Schöpfkelle, Schneebesen, etc. Messerblock, Holzbrett, Zitronenpresse und Kaffeefilter aus Edelstahl. Unterer Auszug: Diverse Lebensmittel. Ganz unten: eine mobile Kochplatte

In dem mittleren Unterschrank sind neben den Vorräten, all die Dinge untergebracht, die ich irgendwie zum Kochen benötige. Wo es möglich ist, nutze ich wegen der besseren Haltbarkeit und Plastikfreiheit gerne Utensilien aus Edelstahl. Kochlöffel und Pfannenwender gibt es nur jeweils einmal, dafür aber eine stabiliere Ausführung aus Holz. Den Messerblock habe ich geschenkt bekommen. Genau genommen nutze ich meistens nur Brot- und Küchenmesser. Meine ergänzende zweite mobile Kochplatte ist ebenfalls in diesem Schrank untergebracht. Da ich inzwischen sehr zentral wohne und innerhalb von ca. 5 Minuten zu Fuß zwei Supermärkte, zwei Discounter, einen Drogeriemarkt und zwei Bioläden erreichen kann, kaufe ich inzwischen lieber häufiger und dafür kleinere Mengen an Vorräten ein. Bei den größeren Mengen hatte ich oft das Problem, dass ich einige Vorräte einfach im Laufe der Zeit vergessen habe. Leere Gurkengläser etc. sind übrigens prima, um sie noch als Vorratsbehälter zu nutzen.

Der Spülenunterschrank

Spülenunterschrank mit 2 kleinen Kisten mit Trocken- und Putztüchern, Flaschenreiniger, eckigem Plastikbehälter, rote Box mit Waschmitteln, Eimer mit PutzmittelnIm Schrank unter der Spüle ist alles untergebracht, was irgendwie mit spülen, waschen und putzen zutun hat.

Elektrische Küchengeräte:

Eine Kaffeemaschine habe ich nicht. Ich nutze einen kleinen Espressokocher und habe darüber hinaus einen Kaffeefilter und noch eine Thermoskanne. Mein Milchaufschäumer ist vielleicht mein Luxusdings überhaupt – es macht deutlich, dass Minimalismus nichts mit Askese zutun hat. Ich liebe Cappuccino und gönne ihn mir daher auch.

Interessanterweise habe ich noch immer keinen elektrischen Mixer, eine Küchenmaschine hatte ich ohnehin noch nie. Ich hatte mir vorgenommen den Mixer dann zu kaufen, wenn ich ihn brauche. Bislang ließ sich aber immer noch alles mit der Hand umrühren.

Weitere Küchenuntensilien

Stieltopf und Durchschlag aus Edelstahl auf der Küchenarbeitsplatte stehendMit den beiden auf dem Foto zu sehenden Dingen hat es etwas besonderes auf sich. Rechts steht der Durchschlag aus Edelstahl. Man könnte sich fragen, warum ich so ein edles Ding habe? Ganz einfach: Der Durchschlag ist inzwischen weit über 30 Jahre alt. Ich habe ihn in den 80er-Jahren gekauft. Dieses Teil ist einfach sehr haltbar. Ich muss nicht ständig etwas Neues kaufen. Nachhaltiger ist dies auch, die Plastikteile hätte ich im Laufe der Jahrzehnte vermutlich schon mehrfach ersetzen müssen. Der links stehende Topf ist eine Neuanschaffung. Mein Wasserkessel hatte nach einigen Jahren Nutzung innen einige Roststellen, obwohl ich beim Kauf auch auf Qualität und bei der Nutzung auf entsprechende Pflege geachtet habe. Ich war daher die Wasserkessel leid und bin auf die Idee gekommen, mir stattdessen diesen Stieltopf mit den beiden Ausgießern an der Seite zu besorgen. Diesen Topf kann ich prima zum Wasserkochen und auch zum Umgießen in Kanne oder Tasse nutzen – natürlich kann ich damit auch ganz gewöhnlich kochen. Ich habe es gerne multifunktional. Weniger Dinge und trotzdem ist alles da, was ich brauche – so funktioniert Minimalismus.

Soweit meine Minimalismus Roomtour durch die Küche.  Nun noch ergänzend einige Minimalismus-Tipps für die Küche:

Tipps für die minimalistische Küche:

  • Wer alleine wohnt hat oft das Problem, dass es sehr aufwändig ist, nur für sich selbst zu kochen. Daher am besten gleich für 2 Tage kochen. Und schaut einmal, ob es möglich ist, euch öfter mit anderen Menschen zusammen zu tun. Mal wird hier, mal da gekocht. Das muss nicht immer ein 3-Gänge-Menü sein, sondern ein paar Spaghetti oder Bratkartoffeln tun es im Bedarfsfall auch einmal  – Alltagskochen halt. Zusammen essen macht dann ja auch mehr Spaß als alleine.
  • Orientiert euch an eurem tatsächlichen Bedarf. Probiert aus, beobachtet, was ihr wirklich benutzt und was nur herum steht. Ungenutzte Dinge können einfach auch mal entsorgt werden.
  • Wer sehr viel Küchenzeugs und Mut zu Experimenten hat, kann die Idee der Packingparty (von den Minimalists) variieren: Einfach mal alles an Küchen-Interieur für 4 Wochen in Kartons verfrachten und diese übergangsweise irgendwo in der Wohnung stapeln. Dann wird zum Kochen und Essen nur genau das heraus geholt, was jeweils benötigt wird. Diese Dinge dann nach Nutzung in die Küchenschränke räumen. Was habt ihr nach 4 Wochen wirklich benutzt, was ist noch ungenutzt in den Kisten drin und wären somit Kandidaten für die Entrümpelung?
  • Edle und teure Küchen, aufwändige Küchengeräte scheinen so etwas wie ein Statussymbol geworden zu sein. Lasst euch davon nicht beeindrucken, sondern schaut, was ihr wirklich nutzt und braucht.
  • Am energiesparendsten sind die elektrischen Küchengeräte, die man erst gar nicht besitzt.
  • Schafft euren eigenen Stil, der darf edel, perfekt, aber auch improvisiert sein. Hauptsache, es passt ins eigene Leben, zum eigenen Bedarf und die Dinge werden auch genutzt.

 

 

Minimalismus Roomtour: Wohn-Schlafraum

Ich hatte nach meinem Umzug eine kleine Minimalismus Roomtour der neuen Wohnung versprochen. Heute beginne ich mit meinem Wohn-Schlafraum.

Räume, die gleichzeitig als Wohn- und Schlafräume genutzt werden, sind eine besondere Herausforderung. Einerseits gilt es einen ruhigen und erholsamen Schlafplatz zu haben, andererseits soll ein Wohnzimmer mit Sitzecke, aber auch ein Arbeits- und im Bedarfsfall ein Essplatz da sein.

Wohnräume sind Lebensräume, keine Lagerflächen

Als ich mich im Internet nach Ideen für kleine Wohn-Schlafräumen umschaute, fiel mir auf, dass es oft darum ging, möglichst viel Zeugs auf der kleinen Fläche unterzubringen und trotzdem eine angenehme Wohnatmosphäre zu schaffen. Wer aber dank Minimalismus weniger Dinge hat, muss diesen Raum nicht mit allem möglichen Kram vollstellen. Für mich gilt das Motto: Hier wohne und lebe ich, nicht mein Zeug.

Zunächst der Wohn-Schlafraum von der Tür aus fotografiert:

Wohnschlafraum mit Futonpodest, Sofa, kleine Klappmatratze, Tisch, Stuhl

Und hier der gleiche Raum von der Fensterseite aus fotografiert:

Wohnschlafraum vom Fenster Richtung Tür fotografiert mit Podesten, Futon rechts und Tisch, Schreibtischcontainer und Holzbox links

Mein Wohn-Schlafraum ist ca. 16qm groß. Nicht zu übersehen ist meine Vorliebe für Möbel aus Massivholz. In der neuen Wohnung ist wieder ein wunderschöner Holzdielenboden, da habe ich einfach Glück. Ich mag Holzdielenböden und so genieße ich dieses Glück natürlich besonders. Dass ich nicht die geborene Stehrümchen-Deko-Queen bin, sieht man vermutlich. Für Deko-Queen müsste ich mich innerlich ziemlich verbieten, aufwändige Kurse und Schulungen besuchen, aber auch dann wäre der Erfolg zweifelhaft. Es interessiert mich einfach nicht 😉 . Neben meinem Futon gibt es jetzt auch ein kleines Sofa und einen Klappfuton. Der kleine Tisch kann entweder als Ess- oder Arbeitsplatz genutzt werden. Dann habe ich noch einen Schreibtischcontainer, sowie eine Holzbox zum Aufbewahren des Bettzeugs. Wichtig ist mir die Multifunktionalität von Möbeln. Ein und dasselbe Möbelstück auf mehrfache Weise nutzen, finde ich sehr praktisch und erspart mir ein vollgestopftes Zimmer.

Schlafen

Vor einigen Wochen konnte ich in der Fundgrube des bekannten schwedischen Möbelhauses noch die beiden Podeste von jeweils 1 x 1 Meter ergattern. Es waren die preisreduzierten Ausstellungsstücke, daher auch die schwarzen Klettbänder, die auf den Podesten sichtbar sind. Ich hätte ja wenigstens weiße genommen … Die Podeste nutze ich zusammengestellt als Auflage für das Futon. Es ist also mein Bett. Hauptgrund für die Anschaffung der Podeste war für mich das bequemere Sauberhalten und die multifunktionale Nutzungsmöglichkeit. Außerdem mag ich keine normalen Bettgestelle. Klappe ich das Futon wie auf dem Foto zusammen, habe ich einen Sessel, das zweite Podest kann als Wohnzimmertisch genutzt werden.

Die Podeste sind inzwischen nicht mehr zu bekommen. D.h., wer sich dafür interessiert: Selber basteln oder Alternativen wie Europaletten o.ä. nutzen.

Sofa

Das gebraucht gekaufte Sofa hat eine bequeme Sitzhöhe. Mit ergänzenden kleinen Sitzkissen hat es die Höhe von Stühlen und kann daher auch als bequeme Sitzgelegenheit mit Esstisch benutzt werden. Gleichzeitig erspart es mir so auch zwei Besucherstühle. (Update von Aug. 2018: Ich bin einfach kein Sofatyp. Hätte ich mir doch denken können, habe ich aber nicht. Das Sofa habe ich für sehr kleines Geld an einen netten jungen Menschen für die Wohnungserstaustattung verkauft. Die Podeste, Futon und Klappfuton lassen sich auch prima als Sofa nutzen 🙂 )

Klappfuton

Das Klappfuton ist auch erst einige Wochen alt. Es dient als Gästebett, Hocker, Meditationsunterlage, fürs Mittagsschläfchen oder zum Hochlegen der Füße, wenn ich auf dem Sofa sitze. Während der unmittelbaren Umzugszeit habe ich auch darauf geschlafen – es war erstaunlich bequem.

3-teiliger grüner Klappfuton, Klappmatratze

Lampen

Auf den Bildern nicht zusehen ist eine neben dem Klappfuton befindliche Kugelleuchte, die auf der Erde steht. Sie wechselt häufiger ihren Ort. Wie die endgültige Beleuchtung aussieht und ob ich evtl. ergänzende Lampen dazu kaufe, ist noch nicht abschließend entschieden. Man muss inzwischen sehr aufpassen, dass man nicht irgendwelche Lampen kauft, die festinstallierte LED-Leuchten haben. Sind diese defekt, kann man die ganze Lampe entsorgen. Ein Umweltdesaster und Geldverschwendung.

Tisch

Der oben auf dem ersten Bild zu sehende kleine Tisch wird ebenfalls multifunktional genutzt, meistens als Schreibtisch. Den Laptop möchte nicht immer und dauerhaft sichtbar in diesem Raum herumstehen haben, sondern nur, wenn ich ihn auch nutze. Daher habe ich die oberste Schublade des Schreibtischcontainer dafür reserviert.

Schreibtischcontainer

Schreibtischcontainer aus Holz. Von oben fotografiert mit geöffneter oberer Schublade. Darin ein Laptop

Der Schreibtischcontainer im Bildvordergrund ist ein Gebrauchtstück und daher schon ein älteres Modell. Es ist eigentlich ein Schrank für ein Regal (Ivarsystem vom Möbel-Elch). Ich habe Rollen unter dieses Schränkchen montiert, so dass ich es leicht hin- und herschieben kann. In dieser schmalen Größe gibt es diesen Schrank nicht mehr.  Da auch die Frage kam, was denn in den Schubladen dieses Schrankes ist, hier ein Blick in die restlichen Schubladen:

Schreibtischcontainer mittlere Schublade mit diversem Bürozubehör

In der zweiten Schublade befindet sich diverser Bürokram, sowie in der verschlossenen schwarzen Kiste ein Kopfhöhrer, daraufliegend ein Notizbuch. Damit der Bürokleinkram nicht lose in der Schublade herumfliegt, habe ich eine zweite schwarze Kiste. In der Kiste selbst befindet sich der eine Teil des Bürozeugs mit Schere, Locher, Klebefilmabroller. Der Deckel dieser Kiste wird nicht als Deckel, sondern umgedreht als eine Art flache weitere Kiste benutzt, um darin Notizzettel, das Glas mit Büroklammern und Stifte aufzubewahren. So kann ich die nötigen Sachen schnell rausholen, bei Bedarf auf den Tisch stellen und ebenso einfach wieder wegräumen. Wenig Aufwand beim Aufräumen und Abstauben ist mir wichtig.

Schreibtischcontainer, untere Schublade mit Behälter für Hörgerätezubehör und eine durchsichtige Plastiktüte mit Kabeln. Im Hintergrund eine Holzkiste, darin ein Fotoapparat.

In der untersten Schublade ist ein schwarzer Behälter mit diversem Zubehör für die Hörgeräte (Batterien, ergänzender Hörverstärker – dies ist eine Art kleine FM-Anlage, dazugehörige Ladekabel, usw.). Außerdem diverse Ladekabel etc. in einer kleinen Tüte. Ich werde nie begreifen, warum man für 1(!) Gerät, gleich 3(!) Ladekabel bekommt. Es ist wohl das gleiche Horror-Phänomen wie: 1 Bleistift brauchen und nur 2er- bis 4er-Sets finden oder 1 Kochlöffel brauchen und nur 3-er-Sets finden… . –  In dem kleinen Holzkasten ist ein Fotoapparat mit dazu gehörigem Akkuladegerät. In der im rechten Bildrand zu sehenden Holzbox ist mein Bettzeugs deponiert.

Kleiderschrank, Wohnzimmervitrine, Fernseher, Stereoanlage, Bücherregal

All diese Dinge besitze ich nicht. Wie in früheren Beiträgen beschrieben, habe ich einen, etwa 1qm großen bzw. kleinen Abstellraum, in dem sich all meine Dinge in einem Regal befinden. Der Vollständigkeit halber auch hiervon nochmal das Foto davon:

Fotoausschnitt: Ivarregal mit verschiedenen Kisten

Hier befinden sich – außer Utensilien für Küche und Körperpflege, den Schuhen und einigem Renovierzeugs – alle Dinge, die ich besitze, auch Kleidung und einige Bücher. Statt TV-Gerät oder Stereoanlage nutze ich einfach den Laptop.

 

Soweit meine Minimalismus Roomtour durch den Wohn-Schlafraum. Was noch fehlt sind die Vorhänge, die ich noch zum zusätzlichen Abdunkeln anbringen möchte. Außerdem habe ich mir noch einen zweiten Bezug für das Futon bestellt – in dem gleichen Grünton wie das Klappfuton. Ich liebe diese satten Grüntöne sehr.

Minimalismus ist sehr individuell, dies ist meine Variante davon. Mir ist wichtig, dass mein Wohn-Schlafraum keine „Lagerhalle“ ist, sowie leicht aufgeräumt und geputzt werden kann. Wenn ich wohne, möchte ich nicht mein Zeugs verwalten, sondern mich erholen, entspannen und einfach leben. Alles, was ich brauche ist da. Ich habe ausreichend Platz für mich und auch, wenn Besucher da sind, wird es nicht zu eng.

 

 

Arbeitszeit reduzieren – Finanzen optimieren

Arbeitszeit reduzieren – ein Wunsch und ein Traum vieler Menschen. Doch wie lässt sich so etwas finanzieren?

Meine Arbeitszeitreduzierung

Es war irgendwann 2004 oder 2005 als ich erstmals meine Arbeitszeit reduziert habe, erst 80%, später 70%, seit einigen Jahren auf 50%.  Auch wenn ich meine Arbeit mag, sie belastet natürlich auch im Laufe der Jahrzehnte und jünger werde ich auch nicht. In der Sozialen Arbeit kann und will ich aber auch nicht meinen Job „irgendwie“ machen. Insbesondere in Zeiten zunehmender Arbeitsverdichtung ist dies ein Problem. Was also tun?

Wer als Erzieherin oder Sozialpädagogin arbeitet, kann in der Regel mal kleinere, aber keine größeren Rücklagen ansparen. Ich erinnere mich noch, als ich vor vielen Jahren in einem Gespräch feststellte, dass eine Sonderschullehrerin genau das Geld netto zur Verfügung hatte, welches ich zu diesem Zeitpunkt brutto verdiente – mit meinen damals Schicht- und Wochenenddiensten in Vollzeit. Dann auch noch Arbeitszeit reduzieren? Wie soll das funktionieren?

Finanzen optimieren

Arbeitszeit reduzieren geht. Es geht sogar recht gut. Natürlich hat dies Grenzen. Wer beispielsweise zum Mindestlohn arbeitet, hat da sehr viel engere Grenzen und leider in den seltensten Fällen überhaupt diese Möglichkeit. Aber selbst dann, wenn man als z.B. Sozialpädagogin keine so hohen Verdienste hat, ist einiges möglich. Allerdings ist es wichtig, systematischer und strukturierter mit den eigenen Finanzen umzugehen. Wie in früheren Beiträgen bereits erwähnt, führe ich seit über 20 Jahren ein Haushaltsbuch. Die Gründlichkeit dieses Haushaltsbuches variiert, aber immer enthalten sind neben den Einnahmen die festen Ausgaben, also die Kosten, die regelmäßig anfallen. Das bietet die Möglichkeit, wesentliche, regelmäßige Kostentreiber herauszufinden. Einige Beispiele:

Kostentreiber reduzieren

Auto
Ein Auto ist teuer. Nicht nur Anschaffung, sondern auch der Unterhalt. Wirklich alle(!) Kosten berücksichtigt, kostete mich ein Kleinwagen mit günstiger Versicherung immer mindestens 350€ im Monat. Inzwischen wohne und arbeite ich so, dass ich kein Auto mehr benötige. Die meisten Wege kann ich zu Fuß erledigen. Für den Rest gibt es den ÖPNV, in seltenen Fällen nutze ich einen Autoverleih.

Langfristige Verträge
Ich bemühe mich, möglichst auf langfristige Verträge zu verzichten und somit unabhängiger zu sein. Ich kann so viel eher überprüfen und verändern, ob und was ich jeweils brauche. Auf diese Weise habe ich mehr Geld für die Dinge zur Verfügung, die mir wirklich wichtig sind. Ich brauche keinen Handyvertrag und habe nur die nötigsten Versicherungen mit kurzen Laufzeiten. Selbst Strom und Gas bei einer Genossenschaft für Ökoenergie könnte ich schnell wechseln. Der Internetvertrag ist seit längerem gekündigt. Auch hier möchte ich auf kurze Laufzeiten wechseln. Statt Vertrag im Fitnessstudio, bewege ich mich lieber viel zu Fuß und habe so ausreichend Bewegung. Die ganzen Unterhaltungsabos, die es heute im Internet gibt, brauche ich nicht, auch ein Zeitschriften-Abo ist für mich gut verzichtbar.

Unterhaltungselektronik
Unterhaltungselektronik kann teuer werden, insbesondere, wenn man ständig die neuesten Geräte möchte. Wozu riesengroße TV-Bildschirme? Ich habe weder ein TV-Gerät, noch eine Stereoanlage. Ich brauche es einfach nicht und nutze den ca. 6 Jahre alten, gebraucht gekauften Laptop als Multifunktionsgerät. Es geht vieles auch ganz anders, einfacher und kostengünstiger. Jahrzehntelang bin ich beispielsweise prima mit einem einfachen Fernseher mit 3 Programmen ausgekommen und den besaß ich auch nicht durchgängig, sondern nur phasenweise. Bis zu meinem 25. Lebensjahr hatte ich nicht einmal ein eigenes Telefon, sondern bin zur Telefonzelle gegangen. Vereinsamt bin ich da auch nicht, ich musste mich nur anders organisieren. Heute reicht mir das Prepaidhandy, der Laptop und die Internet-Mediatheken der Fernsehsender, gelegentlich darf es auch Youtube sein. Damit habe ich bereits ein sehr viel bequemeres und komfortableres Leben, als es früher für mich vorstellbar gewesen wäre. Wer auf das neueste Smartphone verzichtet, kann ebenfalls eine Menge Geld sparen. Es gibt viele gut erhaltene Smartphones, sogar mit Garantie. Wer dies nutzt, tut auch der Umwelt etwas Gutes.

Wohnen
Auch im Ruhrgebiet ist das Wohnen teurer geworden, aber nicht in einem solch extremen Ausmaß wie Hamburg, München oder Berlin. Solch hohe Mieten wären für mich immer ein Grund, Wohn- und Arbeitsort zu wechseln. Dann habe ich auch eine eher kleinere Wohnung mit Wohnküche und Wohn-Schlafraum. Wobei ich erwähnen möchte, dass 41,72 qm (einschl. Balkon) für eine Person eigentlich nicht klein ist – unsere Wohnansprüche sind lediglich gestiegen. Früher wohnten ganze Familien auf einer solchen Fläche.

Minimalismus als Lebensstil ermöglicht zudem, in für heutige Verhältnisse eher kleinen Wohnungen noch großzügig zu wohnen. Ich brauche weder Kleiderschrank, noch Wohnzimmervitrine. Es gibt lediglich 3 Küchenunterschränke (einschl. Spüle), einen Schreibtischcontainer und einen 1qm großen Abstellraum mit Regal. Im Keller befinden sich dann noch zwei Farbeimer und einiges Renovierungszeugs. Damit habe ich alle meine Besitztümer verstaut. So etwas schafft Platz.

Bildausschnitt Küche mit Unterschränken: Spüle, 60er und 40er Schrank und einigen Küchenuntensilien auf der Arbeitsplatte Foto eines Schreibtischcontainers mit 3 Schubladen Fotoausschnitt: Ivarregal mit verschiedenen Kisten

Urlaub
Urlaub ist ebenfalls ein Kostentreiber. Heute scheint es fast schon Standard zu sein, dass man sich im Urlaub in ein Flugzeug setzt und irgendwo hinfliegt. Dies ist nicht nur ein ökologisches CO2-Desaster, sondern auch teuer und für An- und Abreise geht viel Zeit verloren. Meine schönsten und erholsamsten Urlaube hatte ich an Nord- oder Ostsee, bei Wanderungen in den hiesigen Mittelgebirgen und auf Balkonien.

Wir bezahlen Dinge nicht mit Geld, sondern mit unserer Lebenszeit

Es gibt viele Strellschrauben, an denen wir drehen können. Natürlich ist dies je nach Lebens- und Arbeitssituation unterschiedlich. Immer aber können wir uns bewusst machen, dass wir die Dinge nicht mit Geld, sondern mit der Lebenszeit bezahlen, die wir zum Geldverdienen brauchen, um uns diese Dinge kaufen zu  können.

Jede Minute im Leben gibt es nur einmal. Je älter ich werde, desto bewusster wird mir dies. Zeit ist DER Luxusfaktor, daher macht es Sinn sich zu fragen, wie und mit was ich diese Zeit füllen will – oder eben nicht.

 

Einen festen Ort für die Dinge finden

Einen festen Ort für die Dinge finden – das ist eine wichtige Grundlage jedes einfachen Aufräumens und erspart mühsames Suchen. Meine bisherigen beiden Schränke habe ich abgeschafft und nutze, wie bereits im vorletzten Beitrag erwähnt, nun die Abstellkammer als begehbaren Schrank. Als klassische Schränke gibt es ansonsten nur noch die Küchenschränke und einen Schreibtischcontainer.

Welche festen Orte für die Dinge passen nun?

Ein minimalistischer Lebensstil macht beim Finden des festen Ortes für die Dinge mal wieder besonders viel Sinn. Weniger Dinge zu besitzen ermöglicht mehr Flexibilität, das Auf- und Umräumen ist einfacher und schneller. Mir ermöglicht es, auch so etwas Gewöhnliches, wie das Anordnen und Verstauen von Dingen achtsamer zu gestalten und gezielt zu experimentieren. Ich beobachte derzeit meine Alltagsabläufe genauer und schaue, welche Dinge ich häufig nutze und welche selten. Das, was ich selten benötige, kommt ganz nach oben oder nach unten ins Regal, häufig genutzte Dinge befinden sich in bequemer Greifhöhe. Weniger Dinge als der Durchschnitts-Europäer zu besitzen, bedeutet nicht, dass mir Dinge egal sind. Im Gegenteil. So habe ich zwar nicht übermäßig viel Kleidung, aber jedes einzelne Bekleidungsstück bedeutet mir etwas und es ist mir wichtig, dass die Kleidung zusätzlich staubgeschützt ist. Daher habe ich den überwiegenden Teil der Bekleidung inzwischen in einigen Kisten verstaut. Für die restliche Bekleidung werde ich dies auch noch umsetzen. Immer wieder wandert noch das ein oder andere Ding von einem Regalfach ins nächste. Ich probiere aus, ich spüre hin, welcher feste Ort für die Dinge passend ist und welcher nicht. Hätte ich eine große Menge an Besitztümern, wäre dies viel mühsamer und aufwändiger. So, wie es jetzt ist, ist es eher spielerisch und experimentell. Es macht einfach auch Spaß. Genau dies ist ein Teil der Einfachheit, die den minimalistischen Lebensstil so interessant und lebenswert machen, nachdem die überflüssigen Dinge endlich entrümpelt sind.

Wo haben Minimalisten eigentlich ihren „unfotogenen“ Kram?

Thorsten stellte neulich in einem Kommentar die Frage, wo Minimalisten eigentlich ihre Drucker haben. Die sind auf Fotos nämlich in der Regel nicht zu sehen.  Da steht meistens ein einzelner Laptop auf einem ansonsten leeren Schreibtisch. Stimmt. Es gibt Dinge, die sich auch in einem minimalistischen Haushalt befinden, aber die nunmal nicht so fotogen sind und auf einem Bild nicht so schickt aussehen. Zwei Beispiele von mir:

Bei mir stand der Drucker immer in irgendeiner Zimmerecke. Da ich den Drucker aber wirklich nur äußerst selten benötige, ist er inzwischen auch in meinen begehbaren Schrank gewandert.

Blick auf das 2,26m hohe Holzregal in einer Abstellkammer. Im zweituntersten Regalfach links steht ein Drucker. Der Drucker ist mit einem Pfeil markiert.

Die wenige Male im Jahr kann ich ihn auch eben hervorkramen. Das stört mich weniger, als das Teil ständig im Zimmer herumstehen zu haben. Ich habe genau gesagt einen Monochrom-Laserdrucker mit Scan- und Kopierfunktion. Das Teil hält und hält und hält. Gäbe es den Drucker nicht, würde sich ein neues Gerät nicht mehr für mich lohnen. Die paar Ausdrucke könnte ich dann auch in einem Copyshop machen. Aber da ich das Gerät habe, nutze ich es halt – wenn auch selten.

Noch nicht alles hat übrigens einen guten Ort gefunden. Da ich mein Futon tagsüber aufrolle, muss irgendwo das Bettzeug hin. Derzeit lagert es noch nach dem Auslüften aufgerollt auf der Wäschekiste. Irgendwo muss halt auch diese Variante von unfotogenem Zeugs hin.

 Blick Richtung Tür. Links vorne ist ansatzweise das Futon zu sehen. Dann ein Schreibtischcontainer. Daneben einen Holzwäschekiste mit Bettzeug drauf. Dann folgt die Tür. Rechts von der Tür ein Klappfuton und ansatzweise ein Sofa.

Ansonsten sieht es in meinem Wohn-Schlafraum jetzt so aus:

Wohnzimmer. Blick von der Tür aus Richtung Fenster. Links ein Sofa, am Fenster ein kleiner eckiger Tisch mit Stuhl. Rechts das Futon und der Berliner Hocker

Das Sofa ist neu hinzugekommen. Es stammt vom Fairkaufhof Dortmund. Im Fairkaufhof werden neben den üblichen Gebrauchtmöbeln von Privatleuten, auch Spenden der umliegenden Möbelhäuser verkauft, die zwar gut erhalten und oft noch neu sind, aber dort nicht mehr verkauft wurden. So landen die Möbelstücke nicht auf dem Müll, sondern werden weiter verkauft. Manchmal sind wirkliche Schnäppchen dabei, so wie mein Sofa. Neuwertig, stabil, gutes Polster für 150€ mit Lieferung an den Aufstellort. Gleichzeitig erhalten einige zuvor arbeitslose Menschen, eine neue Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeit. Ein Gewinn für Mensch und Umwelt. Das habe ich doch gerne unterstützt.

 

Balkon-Meditation und Kochimprovisation

Nun sitze ich hier auf dem Balkon der neuen Wohnung. Ich genieße es, einen Nordbalkon zu haben. Während die Südbalkoner schwitzen, ist es hier angenehm mit einem herrlichen Blick auf wunderschöne und hochgewachsene Bäume.

Blick auf hochgewachsene Bäume. Im Vordergrund rechts unten ansatzweise der Rand einer Balkonmauer

Es erinnert ein wenig an „Mitten in der Stadt am Waldrand“. Meditation auf dem Balkon, dazu in einem Campingsessel – sicher etwas ungewöhnlich, aber wunderbar. Beim Ein- und Ausatmen höre ich das Zwitschern der Vögel und das Rauschen der Bäume, ich fühle den Wind auf meiner Haut und bemerke, wie unglaublich unwichtig meine Überlegungen sind, ob ich ergänzend zu den Jalousien nun Vorhänge will und wenn ja welche oder auch nicht.

Alles ist noch ein wenig improvisiert. Als ich hier meinen ersten Kaffee kochte, dachte ich spontan: „Wenn ich Kaffee kochen kann, ist die Küche fertig“ und musste lachen. So ganz stimmt das natürlich nicht. Einige größere Teile, die sich weder zu Fuß, noch mit dem kleinen Carsharingauto transportieren lassen, fehlen noch. Dazu gehören auch ein paar Küchenmöbel, die erst Anfang Juni in die neue Wohnung kommen.

Ich finde es unglaublich spannend, eine Wohnung erst nach und nach zu beziehen. Ich kann mir diesen Luxus leisten, da neue und alte Wohnung nur rund 200 Meter entfernt sind. Erstmal die leeren Räume erspüren, die Atmosphäre, das Licht und ausprobieren, ob ich lieber hier oder da schlafen will. Genialerweise habe ich jetzt so etwas wie einen begehbaren Schrank. Genau gesagt, ist es eine ca. 1qm große Abstellkammer und abgesehen von einigen Bad- und Küchenutensilien passt alles hinein, was ich so an Zeugs besitze. Die auf dem Foto zu sehende Einordnung ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber reicht für den ersten schnellen Überblick.

Blick auf ein Ivarregal mit 2,26m Höhe und ca. 85cm Breite. Untergebraucht sind von unten nach oben: Renoviermaterial, Nähmaschine und Nähzeugs, Büroartikel und Aktenordner, Kleidung und einige Taschen, sowie ein Rucksack. Im Vordergrund rechts eine kleine Leiter, links ein Staubsauger

Ohne einen minimalistischen Lebensstil und die immer wieder neue Ausrichtung darauf, was und wieviel Dinge ich wirklich benötige bzw. nicht benötige, hätten die letzten Monate so nicht stattgefunden. Weder hätte ich neben meiner normalen Arbeitsstelle, Zeit und Nerven gehabt, ein Buch  zu schreiben, noch wäre ich in der Lage gewesen, einen „normalen“ Umzug mit „normal vielen Dingen“ zu stemmen. Doch selbst meinen überschaubaren Besitz habe ich als sehr viel empfunden, als er in Kisten, Taschen und Tüten gepackt war. Um mehr Zeugs möchte ich keinesfalls kümmern. Statt irgendwelche Unmengen an Besitz einzusortieren, sitze ich lieber hier und genieße Balkon-Meditationen und Kaffeekoch-Improvisationen. Seit heute gibt es auch das Cover für das Buch:

Wenig Dinge braucht das Glück - Buchcover
Cover: © Lingenverlag

 

 

 

 

 

 

 

 

Infos zu den Büchern gibts hier: https://achtsame-lebenskunst.de/meine-buecher/