Minimalismus – 10 Fragen an: Aura

Minimalismus – 10 Fragen an… ist eine kleine Reihe, in der ich (in unregelmäßigen Abständen) an einem Mittwoch, Leser/-innen meines Blogs zu Wort kommen lasse, um die Vielfältigkeit des minimalischen Lebensstil deutlich werden zu lassen.

Heute: Aura

 

1. Wie ist deine jetzige Wohn- bzw. Lebenssituation?

Ich bin 28, gerade in den vollzeitlichen Berufsalltag als Lehrerin eingestiegen und lebe alleine in einer 54qm Wohnung im Ruhrgebiet. 

2. Warum hast du mit dem Minimalisieren angefangen?

Um mehr Zeit für mich selbst zu haben.

Ich wollte den Auszug aus meinem Elternhaus ohne Umzugsunternehmen stemmen und alles sollte in einen SUV hineinpassen. Das ist jetzt über drei Jahre her. Mittlerweile hat sich der Minimalismus auf viele Lebensbereiche ausgeweitet: Die Achtsamkeit wird zu einem bedeutenden Teil meines Lebensalltags. Auch, weil ich zunehmend Stress durch Arbeitsverdichtung empfinde und Entschleunigung suche. Ich glaube, dass ich hochsensibel bin. Deshalb kommt mein reduzierter Wohnstil dem auch sehr entgegen! Auch meine Ernährung habe ich „ausgemistet“ und gestalte sie zunehmend einfacher und unverarbeiteter. Dabei fällt auch sehr viel weniger Abfall an. 

3. Was denken andere Menschen (Familie, Freunde, Nachbarn…) über dein Loslassen von Dingen?

Die Geister spalten sich.

Von elterlicher Seite höre ich öfter, dass sich meine Wohnungseinrichtung bald sicher noch verändern (=vermehren) wird und dass ich dann irgendwann auch ganz bestimmt mit mehr materiellem Besitz leben möchte, da ich ihn mir ja finanziell leisten könne. Meine engsten Freunde finden das Thema und meine persönliche Umsetzung faszinierend und verblüffend – sie lassen sich gerne inspirieren und sind hellsichtiger für künstliche Bedürfnisse geworden. 

4. Am leichtesten ist mir gefallen…

Loszulassen und zu „verzichten“. 

Ich räume gerne auf und war schon als Kind sehr ordnungsliebend. Mir fällt es daher nicht schwer, Dinge loszulassen. Viele Dinge habe ich gar nicht erst besessen: Ich verwende bis heute keine Waschmaschine, keinen Haartrockner, kein Bügeleisen, kein Auto und auch kein Toilettenpapier! Für mich ist das kein „Verzicht“, sondern Freiheit, Unabhängigkeit.

5. Am schwersten finde ich …

Achtsamkeit. 

Achtsamkeit zu praktizieren heißt für mich, meine Bedürfnisse wahrzunehmen, Grenzen zu setzen, authentisch zu sein. Nicht jeder muss mich mögen oder gut finden, was ich sage, tue oder nicht tue – an dieser inneren Haltung arbeite ich. 

6. Auf keinen Fall würde ich noch mal…

Ein Bettgestell oder einen Kleiderschrank kaufen.

Ich liebe Bodenschlaf. Das erdet mich total und gibt mir ein heimeliges Gefühl der Geborgenheit. Bettgestelle wie auch Kleiderschränke sind groß und sperrig – ich wüsste ohnehin nicht, womit ich einen solchen Schrank füllen sollte. Ich habe lieber Freiraum zum Tanzen, Spielen, Singen und Entspannen. 

7. In jedem Fall würde ich noch mal…

Mit dem Minimalisieren anfangen.

Minimalismus schafft Klarheit und Struktur. Ich würde immer wieder damit anfangen oder anderen zur Seite stehen, die sich auch auf diese Reise begeben. Es ist für mich eine Reise der Selbsterkenntnis, denn wenn alles Überflüssige fort ist, bleibt der bedeutsame Kern dessen, wer ich wirklich bin. Minimalismus, Achtsamkeit und persönliche Entwicklung gehen für mich Hand in Hand.

8. Welches praktische Vorgehen hat sich bei dir bewährt?

Was Dinge angeht: Themen- und zimmerweise alles in Kisten verpacken und immer nur das wieder auspacken, was unbedingt benötigt wird. Nach einem Monat hat man dann einen guten Überblick über seine Essentials. 

Was Nicht-Dinge angeht: Schreiben, Gespräche führen, ausprobieren, wachsen. 

9. Welche Vorteile hat es für dich, weniger Dinge zu besitzen?

Eine reizarme Umgebung.

Das ist für mich sehr wichtig, da ich sonst innerlich zerstreue und auch nervös werde. Es fällt mir schwer, Dinge und Reize auszublenden. Außerdem: Weniger Putzerei und Abstauberei, alles hat seinen Platz, Reisen geht immer mit Handgepäck, Umziehen ist fast eine Nebensache und mein Auge erfreut sich an vielen freien Flächen. Mir gefällt der reduzierte Wohnstil. 

10. Gibt es noch etwas, was du mitteilen möchtest?

Der ganze Prozess des Minimalisierens zeigt mir immer wieder, wer ich bin und was mir wirklich wichtig ist in meinem Leben. Trotz einiger Stolpersteine fällt es mir zunehmend leichter, authentisch zu sein. Wenn es nur eine einzige Maxime gäbe, nach der ich leben wollen würde – ohne Rücksicht auf Verluste – wäre es:

Sei echt.

https://www.aurabytes.de/

 

 

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Minimalismus – 10 Fragen an: Dich

Wenn du ebenfalls schon einige Zeit minimalisierst und Interesse hast, die 10 Minimalismus-Fragen zu beantworten, melde dich bei mir. Fotos können, müssen aber nicht dabei sein. 

 

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