Gastbeitrag: #MoreMoments: Achtsame Lebenskunst und Minimalismus

Auf der Webseite von Minimalismus21 gibts die wunderschöne Blogreihe „#MoreMoments – Was wirklich wertvoll ist im Leben.“ Ich freue mich, mit einem Gastbeitrag dabei sein zu können. In diesem Gastbeitrag beschreibe ich, wie Achtsamkeit einen minimalistischen Lebensstil unterstützen und befruchten kann:

 

#MoreMoments 5: Achtsame Lebenskunst und Minimalismus

Eine – wie sie selbst sagt – „Phase deutlicher beruflicher Überlastung“ hat Gabi Raeggel zur sog. Achtsamkeit geführt. Wie diese Verhaltensweise (engl. „mindfulness“) einen minimalistis…

Weiterlesen auf: minimalismus21.de/2017/01/27/moremoments5-achtsame-lebenskunst/

 

 

 

 


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14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben – 4 Jahre Einfachbewusst.de

Wer auch immer Informationen, Tipps und Anregungen zu Minimalismus, Nachhaltigkeit, Wandern oder vegane Ernährung sucht, wird hier fündig: Einfachbewusst.de. Der vielfältige und interessante Blog von Christof Herrmann feiert heute seinen 4. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Anlässlich des 4. Blog-Geburtstages haben 14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben. Ich freue mich, dass ich auch dabei bin: 4 Jahre Einfach bewusst: 14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben

 

 


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Dem Leben Raum geben

Es ist Neujahr 2017 – ich habe derzeit weder den üblichen Jahresrückblick, noch Ziele, Vorsätze und was man und frau sich halt so zum Jahresanfang überlegt. Mir war und ist einfach nicht danach.

 

Aber es gibt ein Motto, welches mich beschäftigt und mich im kommenden Jahr begleiten wird:

“Dem Leben Raum geben”

 

Diese vier Worte sind so wunderbar vielfältig. Kürzlich habe ich bereits ein wenig darüber geschrieben und es “Einfach loslassen” genannt. http://achtsame-lebenskunst.de/2016/12/25/einfach-loslassen/
Dann entdeckte ich heute früh diesen sehr schönen Text von Afschin, der nach längerer Zeit wieder gebloggt hat und dies “Einfach planlos. Zumindestens Jetzt” genannt hat und dort die u.a. die Vorteile einer kreativen Leere angesprochen hat. Nachzulesen hier: http://blog.afschin.com/einfach-planlos/

Nach dem Lesen dieses Textes war ich mir nochmal sicherer: “Dem Leben Raum geben” ist so etwas wie ein Jahresmotto für mich, vielleicht sogar ein Lebensmotto? Mal schauen…

 

Muße statt Muss

Wir sind heute so oft so unglaublich strukturiert, getaktet, verplant – mit all den Todo-Listen, Zeitmanagement, smarten Zielen und dabei mit so viel Hochgeschwindigkeit unterwegs, dass mir, bei all diesem getakteten MUSS, vor allem eins oft fehlt: Muße.

Und so schön wie es ist, mir Gedanken zu machen, Dinge aufzuschreiben (so, wie ich das jetzt hier gerade tue), so sehr bin ich auch ein Mensch der Praxis. Und ganz konkret und praktisch, fallen mir zum Thema “Dem Leben Raum geben” zwei wesentliche Elemente ein, die ganz konkret und praktisch umsetzbar sind:

Alltagsachtsamkeit statt Multitasking

Dem Leben Raum geben, heißt für mich auch, die kleinen und ruhigen Momente genießen. Statt Multitasking mal genau nur das wahrnehmen, was gerade geschieht. Alltagsachtsamkeit ist hier eine wunderbare Möglichkeit: Ich kann z.B. versuchen, mich beim Zähneputzen einfach nur auf das Putzen der Zähne konzentrieren, statt schon wieder den nächsten gedanklichen Schritt zu planen. Es kostet keine einzige Minute mehr, aber ich bin mehr im Hier und Jetzt. Beim Warten an der Bushaltestelle kann ich einfach auch mal warten, anstatt im Smartphone rum zu daddeln. Vielleicht fällt mir dann auf, wie die Sonne aufgeht, der Regen plätschert. Vielleicht wird mir dann meine eigene Stimmungslage bewusst oder mir fällt die Hektik oder Entspanntheit der anderen Mitwartenden auf.
Selbst während der Arbeitszeit gibt es Momente der Muße, wenn ich sie mit Alltagsachtsamkeit fülle: Bin ich dienstlich im Auto unterwegs, ist z.B. das Radio grundsätzlich ausgeschaltet. Mein Fokus ist beim Fahren, immer wieder mache ich mir klar, DASS ich gerade fahre, nicht schon jetzt im nächsten anstehenden Termin bin – der kommt ja erst noch. Bin ich dann in diesem Termin, zählt nur dieser Termin und die Menschen, mit denen ich dann zutun habe. Ich muss nicht gedanklich jetzt schon bei der bevorstehenden Rückfahrt sein. Die kommt ja erst noch.  Im Büro angekommen, gehe ich den Flur hinunter zum Kopierer und bin tatsächlich gerade nur auf diesem Weg zum Kopierer und nicht gedanklich schon beim nächsten Telefonat. Das kommt ja erst noch. Mal 4 oder 5 Schritte lang nur den Bodenkontakt der Füße spüren und mir klar machen, dass ich gerade jetzt wirklich nur auf diesem Weg bin und nirgendwo anders – auch das ist für mich Muße, mitten im Alltag. Solche Momente der Alltagsachtsamkeit schaffen Raum: zum Atem holen, zum Bei-Mir-Sein und auch aufmerksam Bei-Anderen-Sein.

Raum schaffen

Zeit-Raum:
Zeit-Räume schaffen kann ich, indem ich meinen Kalender nicht so vollstopfe, dass kaum Zeit für mich bleibt. Fällt es mir schwer, Zeiträume für mich zu schaffen, kann ich diese notfalls sogar ganz konkret in den Kalender eintragen: “Ich-Zeit” “Nix-Zeit” “Muße-Zeit” – mit welchem Begriff auch immer.

Wohn-Raum:
Auch Platz in meinen privaten Räumen kann ich ganz praktisch überlegen, umsetzen und ggf. verändern. Minimalismus als Lebensstil ist hier ein wunderbarer Ansatzpunkt – er funktioniert auch bei Nicht-Minimalisten(!):

Es schafft in der Regel viel Raum, immer mal wieder mit dem folgenden Blick durch die Wohnung zu gehen:

  • Brauche ich dieses Ding wirklich – oder will ich es einfach nur haben?
  • Hilft mit dieser Gegenstand auch langfristig – oder verstopft er nur mein Leben?
  • Kann ich mich noch frei durch die Wohnung bewegen?
  • Geht es auch einfacher?
  • Geht es auch mit weniger Dingen, geht es vielleicht sogar viel besser?
  • Ist die Zeit überschaubar, die ich für Wohnung reinigen und abstauben etc. benötige? Oder steht so viel herum, dass dies zur Tortur wird?
  • Ist der Aufwand, den es macht, mich um die Anschaffung eines neuen Dings zu kümmern, die Anschaffung wirklich wert?  (Was will ich kaufen, wie ist die Qualität, wo gibt es das, etc. etc.?) Oder gibt es Schöneres? Was bräuchte ich jetzt wirklich?

 

Frei-Raum 
Frei-Raum ist ganz konkret und praktisch auch der Platz, den ich mir zeitlich und räumlich geschaffen habe und nun nutzen kann, um mal genauer hinzuschauen:

  • Was bereitet mir wirklich Freude?
  • Welche schönen (großen oder kleinen) Ereignisse sind mir im Tagesverlauf aufgefallen?
  • Welche Begegnungen haben mich besonders angesprochen?
  • Welche Aktivitäten haben mich besonders gefreut?
  • Was hat mir einfach gut getan?
  • Was hat mich besonders motiviert?

 

Dem Leben Raum geben …

… das muss eben nicht bedeuten, möglichst viele Dinge oder Aktivitäten hinein zu packen. Wir sind in unserer Gesellschaft längst an dem Punkt angelangt, an dem dieses Viel nicht mehr viel hilft und längst zu einem Weniger geworden ist: Zu einem Weniger an Lebensqualität.

Dem Leben wieder mehr Raum geben: Das kann ich, indem ich aufmerksamer, achtsamer und bewusster mich, mein eigenes So-Sein, den jeweiligen Augenblick und die mir begegnenden Menschen und Situationen wahrnehme. In der Achtsamkeitspraxis sagt man auch gerne “zwischen Reiz und Reaktion eine Achtsamkeitspause einlegen.“ Ergänzen kann ich: Und acht geben, dass ich vor lauter Aktivität, Multitasking und unsinnigem Immer-Mehr nicht übersehe, wo das Leben gerade stattfindet oder möglicherweise auch an mir vorbei rauscht.

 

 

 

Minimalismus im Wohnzimmer

Wohnzimmer früher

Wenn ich zurück denke, hatte ich eigentlich immer schon gerne freie Räume und eher wenige, unkomplizierte Möbel. Minimalismus im Wohnzimmer fand ich immer schon gut. Aber den Begriff „Minimalismus“ gab es noch nicht und ich war in Konventionalitäten verstrickt.

Als ich mit ca. Mitte 20 erstmals eine 2-Zimmer-Wohnung (statt WG oder 1-Raum-Wohnung) bezog, schaffte ich mir extra neue und einige gebrauchte Möbel an und war sogar recht stolz auf meine jetzt recht vielen Sachen. Dann erhielt ich u.a. ein wohlmeinendes Feedback, da passe ja noch richtig viel rein in meine Wohnung …. Ich dachte nur: „Hä…? Ach, das ist gar nicht viel, was ich habe…? Ob ich noch mehr reinstelle, aber was???“
Ich probierte im Laufe der Jahre immer wieder herum, was mir gefällt. Viele Dinge kamen, aber gingen auch wieder und jedes Mal fand ich das Loswerden dieser Dinge als Befreiung. Es war im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein ständiges hin und her, weil ja irgendwas in der Wohnung stehen muss. Dann habe ich zusätzlich im Laufe der Jahrzehnte ganz unterschiedlich gewohnt: alleine, Partnerschaft, WG – da ändert sich ja ohnehin auch immer wieder etwas. Rückblickend denke ich heute: Tja, wenn Minimalisten versucht, sich die Wohnung voll zustellen – sowas kann ja nicht funktionieren.

Mein Wohnzimmer heute – einige visuelle Eindrücke:

Minimalismus im Wohnzimmer: Links Tisch und 2 Stühle, rechts am Fenster: 2 Holzschränke und ein Sessel (Pöang von Ikea) mit Fußteil.
Foto von Januar 2017

 

Kurzes Mini-Video von Juli 2017

Videobeschreibung für Sehbehinderte

Ergänzende Anmerkung: Den Sessel gibts nicht mehr. Hier Näheres dazu: https://achtsame-lebenskunst.de/2017/10/14/die-leere-von-achtsamkeit-und-minimalismus-als-lebensfuelle/

 


 

 

Die Gestaltung eines Wohnraums

Die Gestaltung eines Wohnraums ist von vielen Faktoren abhängig. Wohne ich alleine, zu zweit, mit Familie? Natürlich auch ganz allgemein von der Wohnungs- und Zimmergröße.

 

Meine Wohnlösung für das Wohnzimmer

Meine jetzige Wohnung hat insgesamt ca. 35qm im Dachgeschoß. Das Wohnzimmer hat etwa 4 x 3,20m Grundfläche, davon müssen die Schrägen nochmal anteilig abgezogen werden müssen. Daher dürfte der Raum ca. 10 – 11 qm haben. Die Küche ist so klein (ca. 2,40×1,60m – Dachschräge nicht mitgerechnet!), dass dort beim besten Willen nicht noch ein Esstisch hinpasst. Daher war für mich klar, dass ins Wohnzimmer unbedingt ein Tisch mit Stühlen hinein sollte. Den Tisch und drei der vier Stühle habe ich mir neu gekauft. Der Sessel hat ist einige Jahre alt und gebraucht gekauft. Die beiden Holzschränkchen, die auf dem Foto zu sehen sind, sind schon deutlich ältere Semester. Da nach dem endgültigen Einrichten nichts mehr in den Schränken war, habe ich diese inzwischen verschenkt. Daher sind sie zwar auf dem Bild, aber nicht auf dem kurzen Video zu sehen.

So, wie es jetzt ist, bin ich zufrieden, allerdings hallt es noch (ein minimalistisches Luxusproblem). Ich kann mich aktuell nicht zu einem Teppich entschließen, da es ohne Teppiche einfacher zu reinigen ist. Ergänzend zum Rollo am Fenster kommt sicher noch mal ein Vorgang, aber dicke, lang-wallende Vorhänge mögen zwar Schall schlucken, gefallen mir aber nicht. Schallabsorber sind sündhaft teuer. Mal schauen, was mir da einfällt oder auch nicht.

Ich habe mir die Frage gestellt, warum Minimalismus im Wohnzimmer heute einfacher ist und was im Vergleich, früher so in Wohnzimmer und Schränken drin war, was ich jetzt nicht mehr habe. Die Antwort ist schnell gefunden:

 

Das digitale Zeitalter ist platzsparend

Das digitale Zeitalter mit Laptop und Tablet erspart mir einiges an Einrichtung: Ellenlange Bücherregale beispielsweise. Ich lese meistens E-Books, weil ich dort die Buchstabengröße anpassen kann und Hintergrundbeleuchtung habe. Ich habe es immer wieder mit konventionellen Büchern versucht. Es ist einfach nicht meins, obwohl ich es eigentlich viel sinnvoller fände. In E-Books schaue ich immer wieder hinein, in „normale“ Bücher nicht.

Stereoanlage, Kassetten, Schallplatten ( ja, ja, sowas kenne ich noch 😉 ), CD’s, DVD’s – sowas brauche ich schon lange nicht mehr. Denn alles ist auf dem Laptop und im Internet verfügbar. Ich höre allerdings auch deutlich weniger Musik als früher, was u.a. auch mit meiner Schwerhörigkeit zusammen hängen dürfte. Der Fernseher fehlt ganz bewusst. Ich schaue ohnehin nicht wirklich viel. Dann sind viele Sendungen im Internet als Livestream verfügbar oder können nachtäglich in der Mediathek der einzelnen Sender angeschaut werden. Das reicht mir locker aus.

Was mir wichtig ist, ist ein Schreibgerät. Dazu dient der Laptop. Gäbe es ihn nicht, hätte ich eine Schreibmaschine oder irgendeinen schickes dickes Notizheft mit einem schönen Füller oder Kugelschreiber. Hier oder da mal ein Foto machen, finde ich auch gut. Dafür gibts ein Tablet oder auch schon mal einen Fotoapparat, den ich mir problemlos ausleihen kann.

 

Minimalismus im Wohnzimmer und veränderte Lebenssituationen

Die persönliche Lebenssituation kann sich immer wieder ändern. Sei es ein beruflich oder privat bedingter Umzug, das Wohnen alleine, zu zweit, als Familie, als WG. Leben ist immer auch Veränderung – mal mehr, mal weniger. Sich wohlfühlen im eigenen Wohnzimmer ist nicht vorrangig abhängig von der finanziellen Investition, erst recht nicht von irgendeiner Möbel-Modewelle. Für die Gestaltung eines minimalistischen Wohnzimmer ist es daher wichtig, sich der eigenen Lebenssituation bewusster zu werden und erspüren, mit was ich mich selbst wohl fühle. 

Mir ist heute beispielsweise sehr viel klarer als früher, dass mir freie Flächen, zurückhaltende oder gar keine Dekorationen zu mehr Ruhe und Entspannung verhelfen. Ich kann mich einfach sehr viel besser erholen. Ich brauche keine visuellen Ablenkungen und Anregungen, im Gegenteil. Ich weiß, dass dies bei anderen Menschen ganz anders sein kann und jeweils herauszufinden, was und wieviel passend ist, finde ich gleichermaßen spannend, wie interessant und wichtig.