Auf einem Futon schlafen – Futon statt Bett

Auf einem Futon schlafen: Foto eines weissen Futons auf einem Holzdielenboden

Ein Futon im minimalistischen Schlafzimmer

„Auf einem Futon zu schlafen, wie ist das eigentlich?“ Diese Frage wird mir häufig gestellt. Bei der Überlegung, wie ein minimalistisches Schlafzimmer gestaltet werden kann, taucht diese Überlegung sehr oft auf. Ich verwende seit längerem ein Futon zum Schlafen und fühle mich sehr wohl damit. Hier nochmal einige ergänzende Informationen und Anmerkungen dazu:

Ein Futon ist …

… keine „Art Isomatte.“ Dauerhaft auf einer Isomatte zu schlafen, wäre selbst mir zu hart. Gerade im asiatischen Raum, aber auch im arabischen Kulturkreis ist ein Futon eine durchaus übliche und „normale“ Art zu schlafen. Inbesondere in Japan sind die Wohnungen oft sehr klein, Futons werden einfach tagsüber zusammen gerollt und der Platz dann zum Wohnen benutzt.

Tatami

Ein Tatami, wie es in Japan oft üblich ist und als Unterlage genutzt wird, hat lediglich optische Gründe. Es wird in Japan auch als normaler Fußbodenbelag genutzt.

Individuelle Lösungen suchen – nicht für jede/n passt alles

Ob ein Futon der ideale Schlafort ist, lässt sich so generell nicht sagen. Für manche Menschen ist es ideal, für andere nicht. Wer es liebt, eher hart zu schlafen, wird mit dem Futon besser zurecht kommen, als jemand, der gerne weich liegt. Für mich war es die ersten beiden Tage etwas ungewohnt, da das übliche Federn der „normalen“ Matratzen fehlt. Mehrere Tage Anpassung, sind durchaus normal. Wer öfter campt und an Luftmatratzen, Feldbetten oder Isomatten gewöhnt ist, hat auch mit einem Futon vermutlich keine Probleme.

Pflege

Die Pflege eines Futons ist wichtig. Es gibt inzwischen auch Futons mit Latex-, Roßhaar- oder sonstigen Kombinationen, dort wird das Futon nahezu wie eine normale Matratze mit Lattenrost und einem Bettgestell genutzt. Will man ein Lattenrost und ein klassisches Futon nutzen, sollte dies engere Abstände haben, als die üblichen Lattenroste, damit sich die Baumwollfüllung nicht im Laufe der Zeit in die Zwischenräume drückt.

Hat man ein klassisches Futon, ist es wichtig, dies regelmäßig zu lüften, aufzurollen und auch zu wenden.  Auch ein gelegentliches Sonnenbad auf dem Balkon soll wegen der desinfizierenden Wirkung gut sein. Ich habe mir angewöhnt, das Futon täglich aufzurollen und regelmäßig zu wenden. Dies wird schnell zur täglichen Gewohnheit, der Aufwand ist aber natürlich schon etwas höher, als beim normalen Bettenmachen. Ich habe mich für einen abnehmbaren Bezug entschieden, so dass sich dieser auch waschen lässt.

Auf einem Futon schlafen: Foto eines aufgerollten Futons

 

 

 

 

 

Gesundheitliche Aspekte

Die gesundheitlichen Aspekte sind ebenfalls sehr unterschiedlich und ich würde hierzu nie allgemeine Aussagen treffen. Daher verzichte ich auch an dieser Stelle auf allgemein gültigen Tipps. Es gibt Menschen mit Rückenproblemen, die davon profitieren und denen es auf Dauer besser geht, für andere Menschen mit den gleichen Rückenproblemen ist es ein Desaster. Ich selbst habe durch meine regelmäßige Achtsamkeitspraxis inzwischen eine recht gute Körperwahrnehmung und bekomme dadurch viel besser mit, was mit gut tut oder nicht. Ich empfehle all denen, die mit Rückenproblemen oder körperlichen Einschränkungen zutun haben, auf jeden Fall zu erhöhter Vorsicht. Im Zweifel lieber auf ein Futon verzichten.

Wenn man älter wird…

Da ich des öfteren auch gefragt werde, wie ich das denn so auf Dauer, gerade im Alter machen will: Das wird die Zeit zeigen. Entscheidend ist, womit ich mich wohl fühle und womit es mir gut geht. Mit jetzt 56 Jahren geht es mit dem Futon noch prima. Die ersten Tage war es durchaus mühsam, von dem Futon ins Stehen zu kommen, heute ist das kein Problem mehr. Übung macht den Meister, auch mit 50+.  Im Zweifelsfall würde ich mir dann eher ein Podest bauen und die Matte darauf legen, als das ich wieder zu klassischem Bett, Lattenrost und üblicher Matratze wechsle.

Platzsparend und multifunktional:

Es gibt zusammenfassend keine einheitliche Empfehlung, die ich aussprechen kann, denn ob Futon ja oder nein, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Nicht zu verachten finde ich aber in Zeiten hoher Kosten fürs Wohnen, dass ein Futon recht wenig Platz benötigt. Außerdem kann es durchaus multifunktional benutzt werden. Für mich ist es u.a. auch eine ideale Unterlage für die Sitzmeditation oder auch um dort als eine Art Sofaersatz zu „chillen“, zu lesen und mich einfach zu entspannen. Das ist sicher alles ein wenig unkonventionell. Aber statt einem Futon hätte ich ansonsten: Bett, Zabuton (Unterlage f. Sitzkissen zum Meditieren) und Sofa. Genau an der Stelle ist ein Futon eben doch minimalistisch. Es spart Möbel, Aufwand, Platz und ich fühle mich mit dieser Art des Weniger sehr bereichert.

 

Auf einem Futon schlafen: Foto eines Futons, dass zu eine Art Sofa zusammengefaltet ist.

Wichtiger Hinweis:

Alles, was ich hier zum Futon aufgeschrieben habe, sind meine persönlichen Erfahrungen als Privatperson.

Ich kann keine detaillierten fachlichen Informationen geben und habe mich entschieden, diese Seite werbefrei zu halten, weshalb ich auch nicht auf Anfrage hin, auf Hersteller, Geschäfte und Internetshops hinweise.

Meine Empfehlung: Viele Internetshops geben detaillierte Informationen, z.T. kann man sich auch schriftlich oder telefonisch beraten lassen. Eine vernünftige Beratung ist sinnvoll, dafür lohnt es sich aus meiner Sicht schon, dafür ggf. auch etwas mehr Geld auszugeben. Ideal ist es, sich ein Geschäft vor Ort zu suchen, ggf. auch eine etwas weitere Anreise in Kauf zu nehmen. Praktisch anschauen, testen, sich persönlich beraten lassen. Wer auch ökologisch sinnvoll einkaufen möchte, sollte schauen, wo genau die Futons hergestellt sind, um unnötige Transportwege zu vermeiden.

Daher:

  1. Schritt: Suche in Internet, gelbe Seiten etc. raus, etc. wo es entsprechende Shops und Geschäfte gibt.
  2. Schritt: Vergleiche:
    1. Wie detailliert sind die Informationen?
    2. Gibt es telefonische oder schriftliche Beratungsangebote?
    3. Werden Anfragen beantwortet?
    4. Kann man sich persönlich vor Ort beraten lassen?
    5. Kann man sich vor Ort einige Futons anschauen?
    6. Wo werden die Futons hergestellt (Stichwort: ökologischer Fußabdruck)

Je mehr Fragen du positiv beantworten kannst, desto eher lohnt es sich, genau dort nach einem Futon zu schauen.

 

Mein Kleiderschrank – Minimalismus

Männer, Frauen und die Kleiderschränke

Noch immer scheint es eher ungewöhnlich zu sein, wenn es Frauen gibt, die keine ausladend großen Kleiderschränke mit zig Varianten von unterschiedlichster Kleidung haben.
In Ordnung scheint es dagegen zu sein, wenn solch berühmte Leute wie Steve Jobs, Mark Zuckerberg oder Barack Obama immer wieder das gleiche (nicht das selbe 😉 ) Outfit tragen.
Ansonsten scheint die Welt so aufgeteilt zu sein, dass es weitestgehend selbstverständlich ist, wenn Männer mit gleichförmigen Anzügen und Hemden daher kommen und maximal den Schlips variieren. Aber Frauen sollen sich abwechslungsreich kleiden, zumindestens fällt es auf, wenn sie es nicht tun. Doch: für wen und warum eigentlich?

Und Frauen? Warum erlebe ich es immer wieder so, dass es nicht selten sogar die Frauen selbst sind, die andere Frauen wegen ihrer Kleidung kritisieren: Farbe, Form, Stil, Mode?
Das erste Mal bewusst erlebte ich dies in den 80er und 90er Jahren in meinem Erstberuf als Erzieherin in Kindergärten bzw. Kindertagesstätten. Dort brachten natürlich auch modebewusste Mütter ihre Kinder hin. Und über die Kinder drangen dann auch die offensichtlich wichtigen Themen dieser Mütter an mein Ohr: Die Erzieherin der Gruppe (also ich) hätte ja immer die gleiche Kleidung an. Damals war ich nur verblüfft und reagierte lediglich, indem ich erklärte, dass sowohl die jeweiligen Jeans, als auch T-Shirts durchaus sehr unterschiedlich seien und auch variierten.

Heute würde ich anders reagieren. Beispielsweise mal fragen, ob erwartet wird, dass ich mich in Kostüm, Seidenstrumpfhose und Pumps mit den lieben Kleinen in den Sandkasten setze, über den Bauteppich rutsche, die Überschwemmung im Bad verhindere, die gefühlt 100. Kindernase putze, dem umfallenden Kakao ausweiche oder die Wasserfarb-Kunstwerke zum Trocknen in Sicherheit bringe?

Auch heute noch finde ich als Sozialpädagogin in der aufsuchenden Vor-Ort-Beratung, sehr unterschiedliche Bedingungen vor. Dort wo gerade bin, ist es manchmal sehr warm, mal rattenkalt, unterschiedliche Menschen, Situationen, Gewohnheiten, Regionen. Letztlich möchte ich dort nichts anderes, als mich auf meine Arbeit konzentrieren. Ich will mich nicht lange daran aufhalten, ob meine evtl. empfindliche Bekleidung verschmutzen könnte. Ich möchte auch nicht mit unnötigem Frieren oder Schwitzen beschäftigt sein. Ich gehe daher auch dort nach ganz praktischen Gesichtspunkten vor. Fühle ich mich wohl, gelingt die Arbeit besser.

Aber es sind eben nicht nur praktische Gesichtspunkte. Gewisse Vorstellungen und Vorlieben habe auch ich und keineswegs ist mir dieser Bereich gleichgültig. Aber genau dadurch finde ich oft nicht die passende Kleidung. Mich interessiert es zudem immer mehr, unter welchen Bedingungen die Bekleidung hergestellt wurde, ob Menschen oder Umwelt ausgebeutet wurde und von welcher Qualität das Kleidungsstück ist. Es gibt so endlose Mengen an Bekleidung, die im Müll landen, nie getragen wurden, von minderwertiger Qualität sind, dass ich keinen Sinn darin sehe, diesem Berg an Bekleidungsmüll noch etwas von mir hinzuzufügen.

 

Einengende Bedingungen durch die Vorgaben der Modeindustrie:

Kleidergrößen:
Es gibt viel Bekleidung. Gibt es diese für Männer offensichtlich in allen möglichen Varianten, Größen und Breiten, wird es abenteuerlich, wenn ich als Frau nicht in die Durchschnittsnorm passe. Ich habe z.B. recht lange Beine. Gehe ich in ein normales Geschäft, finde ich dort zwar jede Menge Hosen, aber auch die sogenannten langen Hosen (schon sehr viel seltener zu finden), sind in der Regel immer noch zu kurz. Es gab (internetlose) Jahre, wo ich aus Verzweiflung in der Männerabteilung fündig geworden bin. Da ich aber nunmal kein Mann bin, passten die Hosen dort zwar in der Länge, aber der Schnitt war mitunter grauselig.

Farben:
Ein weiteres Beispiel: Als Pippi Langstrumpf-Fan gefallen mir meine naturroten Haaren natürlich besonders gut. Aber manchmal ist es schon ein Drama dann auch was halbwegs passendes an Bekleidungsfarben zu finden – zumal auch meine Haut sehr hell ist und schwarze und weiße T-Shirts damit nicht so prickelnd aussehen und mir deshalb auch nicht gefallen. Noch weniger kann ich mich für rosa, pink und pastellfarbene Kleidung begeistern. Diese Bekleidungsfarben gefallen mir überhaupt nicht. Sie sehen auch meistens gruselig bei mir aus. Ich mag eher die natürlichen Farbtöne wie z.B. die Herbstfarben. Seit längerem hätte ich am liebsten alles in Grüntönen, aber die sind selten modern und so muss ich gezwungenermaßen oft auf irgendein langweiliges Allerweltsblau ausweichen.

 

Ohne minimalistische Garderobe hätte ich nur Frust

Selbst wenn ich mir einen megagroßen Kleiderschrank kaufen würde, wie sollte ich den überhaupt voll bekommen? Es gab viele Jahre, wo ich immer wieder mit 500DM oder 1000DM in die Stadt gegangen bin, mit dem festen Plan dieses Geld für Kleidung auszugeben. Ich bin fast immer unverrichteter Dinge wieder nach Hause zurück gekehrt: zu klein, zu kurz, modisches Farbdesaster, Blümchen, Rüschchen, Glitzersteinchen – alles nicht meins, alles unpassend. Nix, null, niente, nothing. Leere Taschen, leere Schränke, immer noch volle Geldbörse. Nur 1 x ist es mir gelungen, wirklich meinen Kleiderschrank wieder halbwegs vernünftig voll zu bekommen. Davon habe ich Jahre gezehrt.

 

Meine persönlichen Bekleidungsperspektiven

Die oben beschriebenen Beispiele machen sicher deutlich, warum ich gerne eine minimalistischen Kleiderschrank habe. Alles andere ist gleichermaßen unpraktisch, wie stressig und letztlich unrealistisch. Es klappt ohnehin nicht.

Seit einigen Jahren habe ich immerhin einen deutschen Bekleidungshersteller gefunden, wo mir zumindestens die Oberteile (T-Shirts, Pullover) gut passen, die Qualität stimmt, es keine ausbeutenden Arbeitsbedingungen gibt. Leider gibts zurzeit auch dort nur begrenzt meine Lieblingsfarbe. Aber noch habe ich genügend Bekleidung im Schrank.

 

Meine minimalistische Garderoben-Zukunft wird darin liegen, dass ich auf Dauer ausschließlich auf T-Shirt, Langarmshirt und Jacke (z.B. Strickjacke, Sweatjacke), sowie Hosen (Jeans) umsteigen werde. Diese Kombination lässt sich je nach Temperatur leicht variieren, gefällt mir und ist praktisch. Und sobald bei den Oberteilen die richtige und passende Lieblingsfarbe dabei ist, werde ich dann mal – ganz unminimalistisch – in größeren Mengen shoppen gehen – endlich mal 🙂

 

Praktische Anregungen für mehr Minimalismus im Kleiderschrank:

Was wir nicht vergessen sollten: 
Jedes überflüssige Kleidungsstück lässt zwar zunächst das Glückshormon Dopamin kurzfristig in die Höhe schnellen, dies hält aber nicht lange an und langfristig verstopft es den Zugang zu unseren wirklichen Bedürfnissen.

 

Nachfolgend eine unvollständige Liste mit Anregungen, wie es auch weniger, fairer und nachhaltiger gehen kann:

Weniger – bewusster- reparieren – upcyceln:

 

Gebrauchte Kleidung:

  • Momox Fashion
  • Kleiderkorb
  • Kleiderkreisel
  • Außerdem gibts die Möglichkeit, die üblichen Auktions- und Verkaufsportale im Internet zu durchstöbern.
  • Einfach mal auf die Suche in der eigenen persönlichen Umgebung begeben: 2nd Hand-Kaufhäuser, Flohmärkte, schwarzen Bretter, Giveboxen, Umsonstläden.
  • Kleidertauschpartys mit Freunde, Bekannten, Nachbarn veranstalten.

 

Neue, aber faire Kleidung

Diese Liste ist auch als PDF zum Download erhältlich: ? Minimalismus im Kleiderschrank – weniger, fairer, nachhaltiger

 

Minimalismus – Loslassen als emotionale Befreiung

Kürzlich las ich einen interessanten Beitrag von June Saruwatari mit dem Titel
The Psychology behind all that clutter you can’t get rid of. Wie treffend! Mich brachte es auf den Gedanken, nicht nach dem „Warum kann ich nicht loslassen?“ zu fragen, sondern:

In welchen Situationen kann das für den Minimalismus typische Loslassen von Dingen, eine emotionale Befreiung sein?

Die eigene persönliche emotionale Beziehung zu den Dingen

Gegenstände können mit positiven, wie negativen emotionalen Befindlichkeiten verhaftet sein. Es gibt Situationen, wo es gut ist, nochmal genau in sich hinein zu spüren, ob und wann es Sinn macht, einige dieser Gegenstände bewusst loszulassen. Nicht generell, nicht grundsätzlich, sondern nach ganz individueller und ganz persönlicher Entscheidung:

Negativ-Erlebnisse loslassen

Manchmal hilft es, Dinge, die eng mit einer negativ erlebten Phase verbunden sind, loszulassen. Dazu ein Beispiel:
Es war 1978: Nach dem Abschluss einer zweijährigen Zeit an einer kleinen konfessionellen Schule mit wenig Entfaltungsmöglichkeiten, habe ich anschließend die gesamten Schulhefte mit großem Vergnügen und jeder Menge körperlicher Anstrengung in feinste, kleinste Schnipsel zerrissen. Alles schön per Hand. Einen Schredder gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, er hätte es auch nicht gebracht. Per Hand zu zerreißen war für mich effektvoller und wohltuender. Endlich war diese Zeit zu Ende und dass musste ich mit jedem ritsch und ratsch genießen. Schule adé – war das herrlich!

Sind Gegenstände emotional negativ behaftet?

Insbesondere negative Lebensphasen, Erinnerungen, eine beendete Beziehung und vieles mehr, können ein Grund sein, einmal genauer hinschauen und hinfühlen:

  • Sind Ereignisse, Erlebnisse und Personen noch emotional mit ganz bestimmten Dingen um mich herum verbunden?
  • Wie ist meine ganz eigene, persönliche Beziehung zu diesen Dingen?
  • Kann ich Dinge und Ereignisse/Erlebnisse wieder voneinander trennen?
  • Ist es wirklich gut und wohltuend für mich, diese Gegenstände zu behalten?
  • Werde ich bei jedem Aufräumen, Staubwischen, Schrank öffnen, an die mit den Dingen verbundenen Ereignisse erinnert?
  • Von was sollte ich mich endlich innerlich und äußerlich befreien? 

Positive Lebensphasen wertschätzend beenden

So schön wie manche Erinnerungen, Lebensphasen sind oder waren: Irgendwann kann eine solche Phase einmal beendet sein und wenn wir nicht aufpassen, geraten diese eigentlich schönen Erinnerungen zu aktuell negativem Erleben. Auch hierzu ein kleines Beispiel:
Wie ab und an schon mal erwähnt, habe ich früher gerne Musik gemacht. Ich liebe auch heute noch Musik, aber vor einigen Jahren wurde mein Hobby ganz schleichend zu einem Ballast. Ich benötigte einige Zeit, bis ich mir dies eingestehen konnte. Meine Schwerhörigkeit ließ sich irgendwann nicht mehr verdrängen. Musizieren wurde anstrengender, weil ich insbesondere die hohen Töne nicht mehr richtig hören konnte. Klavier, Mikrofon, Mikroständer und all diese schönen Dinge nutzte ich irgendwann nicht mehr. Sie waren zum Schluss nur noch Mahner, weil sie doch mal teuer gewesen sind, Freude bereiteten mir nicht mehr. Ich hielt nicht nur an den Dingen, sondern auch an falschen Illusionen fest. Ich brauchte lange, bis ich mich davon getrennt habe, aber dann war es sehr wohltuend und befreiend. – Das Klavier nutzt jetzt übrigens ein musikalisch sehr interessiertes Kind, das vorher ein nahezu unbrauchbares Instrument hatte. Ist das nicht wunderbar?

Auch bei den eigentlich mit schönen Erinnerungen verbundenen Dingen macht es Sinn, sich zu fragen, ob und wann diese losgelassen werden sollten – spätestens dann, wenn sich zu den schönen Erinnerungen, aktuell ganz schleichend unangenehme Empfindungen hinzugesellen. Und keine Sorge: Schöne Erinnerungen bleiben auch dann noch schön, wenn wir Wohnung und Leben nicht mit einem persönlichen Erinnerungs-Kram-Antiquariat vollstopfen. Denn:

Schöne Erinnerungen bewahren wir im Herzen und nicht auf Dachboden, Fensterbank oder im Kleiderschrank.

Loslassen und Selbstverantwortung als Schritt ins Erwachsenenleben

Mitunter geht es auch um die Dinge, die die – inzwischen erwachsenen Kinder –  immer noch im elterlichen Keller oder sogar noch im ehemaligen Kinderzimmer aufbewahren. Dann wird es Zeit, dass sich die nun erwachsenen Kinder auf den Weg in diese Sphären der Vergangenheit begeben und sich entweder von diesen Erinnerungsstücken trennen oder sie endlich mit zu sich in die eigene Wohnung nehmen. Auch das ist Selbstverantwortung und ein Schritt ins Erwachsenenleben, der sehr befreiend sein kann.

Leben fließt und ist Veränderung

Selbst die Luft, die ich einatme, kann ich nicht festhalten. Warum sollte ich dann die Dinge festhalten, die mir nicht gut tun und die ich nicht mehr benötige? Jack Kornfield fasst den Umgang mit den Dingen, wie ich finde, in folgendem Zitat wunderbar zusammen:

„Like a sandcastle all is temporary.
Build it, tend it, enjoy it.
And when the times comes let it go.“
Jack Kornfield

 

 

 

Minimalismus – Wohnbedürfnisse erkennen

Wie wohne ich eigentlich und warum?

Mir wird rückblickend deutlich, dass ich mich früher immer wieder selbst damit behindert habe, indem ich dachte, ich müsse mal “normal” wohnen. Minimalismus kannte ich als Begriff und Lebensform noch nicht. D.h., vielleicht irgendwann doch mal eine ordentliche Einbauküche, Wohnzimmerschrank, Sofa, Kleiderschrank, Bett. Weil irgendwann wird “man” ja auch älter und irgendwann müsste „man“ ja eigentlich irgendwie mal “normal” sein.

Lange hielt ich diese Vorstellung aber nie durch. Ich stellte mir zwar was in die Wohnung hinein, aber es dauerte nicht lange, da flog es auch wieder hinaus. Erst seit dem ich mich intensiver mit Achtsamkeit und Minimalismus beschäftige, werden mir meine eigentlichen Wohnbedürfnisse deutlicher und ich kann jetzt auch dazu stehen:

 

Wohnbedürfnisse erkennen – individuelle Lösungen finden

Wo steht eigentlich geschrieben, dass ein Wohnzimmer immer ein Wohnzimmer ist und ein Schlafzimmer ein Schlafzimmer? Wer hat festgelegt, dass ein Sofa ein Sofa ist, ein Bett ein Bett? Kann ich nicht auch ganz andere Lösungen finden für das persönliche Wohlfühl-Wohnen finden?

Immer mal wieder habe ich mich früher von Aussagen beeindrucken lassen, ich hätte aber wenig in meiner Wohnung stehen und so kamen und gingen die Sofas bei mir ebenso wie Kleiderschränke, Bettgestelle, Kommoden, Fernseher und Regale. Für dieses Mögen oder Nicht-Mögen gab es nicht wirklich logische und vernünftige Gründe, es war nur einfach nicht mein persönliches Wohlfühl-Wohnen.

 

Beispiel Kleiderschränke:

Kleiderschränke sind beispielsweise eigentlich eine tolle Erfindung. Aber ich fand sie immer fürchterlich. Warum dies so ist, habe ich früher nie wirklich verstanden. Spüre ich heute in mich hinein, wird mir deutlich, dass der mit dem Kleiderschrank zuvor verbundene Einkauf von Kleidung ja in der Regel schon ein mittleres Desaster für mich war. Hosen waren generell nahezu immer zu kurz, es sei denn ich ging in Männerabteilungen, aber ich wollte keine Männerhosen kaufen und Internetkäufe gab es früher noch nicht. Dann Farben: Als Rothaarige steht mir kein pink und rosa und ich mag es auch nicht. Ebenso wie Pastellfarben. Tja, dann trug ich halt jahrelang blau, eher aus der Not als aus wirklichem Wunsch heraus. Schuhe passen fast nie, da ich sehr schmale Füße habe. Schuhe kaufen machte also auch keinen Spaß. Die meiste Zeit war shoppen für mich ein frustrierendes Erlebnis. Was soll ich dann mit einem großen und für mich fast monströsen Kleiderschrank? Und warum sollte ich diesen Kleiderschrank dann auch noch schön finden? Ich bin froh, dass ich jetzt endlich Kleidungsstücke von guter Qualität habe, die mir gut gefallen und diese möchte ich nicht in irgendeinem großen und überfüllten Schrank sehen. Ich möchte sie auf einen Blick sehen, genießen und entscheiden können, was ich anziehe.

 

Beispiel Betten:

Mit Bettgestellen und Matratzen war das auch immer so eine Sache. Es dauerte nicht lange, bis ich mich nachts ständig unruhig von rechts nach links drehte. Die Matratze – egal welche – hatte binnen kürzester Zeit irgendwelche durchgelegenen Stellen. Wieso war das eigentlich immer bei mir und nicht bei anderen? Erst nachdem ich durch die formellen Achtsamkeitsübungen ein sehr viel besseres und differenzierteres Körpergefühl habe, fällt mir auf, dass die “Prinzessin auf der Erbse” wohl irgendeine Vorfahrin von mir sein muss. Ich spüre beim Liegen wirklich so ziemlich jede Unebenheit, die (vermeintlich) durchgelegene Stellen der Matratze, selbst die Unebenheiten, die für andere Menschen überhaupt nicht spürbar zu sein scheinen. Flexible Lattenroste sind ebf. ein Horror für mich. Ich bemerke, ob der Fußboden etwas schief ist und wenn ich dies nicht ganz bewusst wahrnehme und registriere, verkrampfe ich mich unbewusst, schlafe schlecht und wache mit Rückenschmerzen auf. Erst seit ich mich für ein Futon entschieden habe, dieses auf die Erde gelegt habe, kehrt Ruhe ein. Ich liebe es, auf einem eher harten Untergrund zu schlafen. Das Futon verschiebe ich einfach wenige Zentimeter, wenn mich etwas stört und dann passt es endlich.

 

Gibt es das ideale Wohnen und ideale Möbel?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich finde es auch unwichtig. Viel wichtiger finde ich, dass Bedürfnisse und Wohlfühlen beim Wohnen sehr unterschiedlich sein können. Mir gehts z.B. wie beschrieben super gut mit dem Futon. Für einen anderen Menschen kann so ein Futon der blanke Horror sein und wäre somit völlig fehl am Platz.

 

Was ist Wohn-Luxus?

Wohn-Luxus ist für mich weder eine große Wohnung, noch eine üppige Ausstattung. Ich brauche keine riesigen Fernsehbildschirme, mich interessieren nicht die Hightech-Lautsprecherboxen. Wirklicher Wohn-Luxus ist für mich, wenn ich die eigenen wirklichen Bedürfnissen kennenlerne und von den spontanen Wünschen, Launen, aktuellen Stimmungslagen, von Gewohnheiten, modischen Trends und Beeinflussung durch Werbung unterscheiden kann.

 

Wohnqualität durch Achtsamkeit und Minimalismus

Mir hat meine Achtsamkeitspraxis sehr viel deutlicher klar gemacht, was wirkliche Wohnqualität ist, als alle Wohnmagazine und Wohntipps, von denen ich je irgendwo etwas gelesen oder gehört habe. Durch Achtsamkeit hat sich meine Wahrnehmung von mir und meiner Umwelt so verbessert, dass ich meinem Bedürfnis nach einem minimalistischen Lebensstil heute sehr viel mehr Raum gebe und dies sehr befreiend erleben und genießen kann.

 

Ergänzung: Futon statt Bett

Da ich mehrmals darauf angesprochen wurde, wie das so genau aussieht mit meinem Futon, unten noch 2 ergänzende Bilder davon. Wichtig ist, dass das Futon regelmäßig zum Lüften und Lockern aufgerollt wird. Mein Futon ist genau gesagt, eigentlich eine Shiatsumatte und hat einen abnehmbaren und waschbaren Bezug. Wer sich für Schlafen auf Futon interessiert: Am besten Mal in ein Möbelgeschäft gehen bzw. in ein spezielles Futongeschäft (falls es sowas erreichbar gibt) und ausprobieren, wie das Liegegefühl ist. Vielleicht gibts ja auch Jemanden in der Nähe, der bzw. die so etwas Zuhause hat und dort mal ausprobiert werden kann. Es passt für manche Menschen super, für andere überhaupt nicht.

Zu Minimalismus im Schlafzimmer habe ich auch hier einen Gastbeitrag geschrieben: http://www.schlichtheit.com/minimalistisches-schlafzimmer/.
Weitere ausführlichere Informationen zum Schlafen auf einem Futon sind auch hier nachzulesen: Auf einem Futon schlafen

 

 

 

 

Minimalismus in der Küche

Wie sollte eine minimalistische Küche aussehen?

Minimalismus in der Küche – ein Themenbereich bei dem sich die Geister zu scheiden: Spülmaschine ist zwingend und Spülmaschine braucht kein Mensch, kochen auf Gas oder Induktion, die Anzahl und Auswahl der Töpfe, dann der Maschinenfuhrpark („also dies, das oder jenes Gerät brauche ich dann aber doch unbedingt…“), eins muss zum anderen passen, jede Ecke soll genutzt werden, die Menge an Geschirr und Besteck, die nötig ist. Dann gibts den edlen Wasserhahn, der dann doch viel besser andere Wasserhähne ist, die integrierten Mülleimer und was auch immer mehr.

Aber was davon ist wirklich nötig? Ich denke, Bedürfnisse und Lebenssituationen sind sehr unterschiedlich und ebenso unterschiedlich sollte auch die Antwort auf die Frage sein, wie viel Küche nun sein muss:

Wieviel Küche brauche ich?

Die Ausstattung der Küche sollte wesentlich davon abhängen, wie und von wie viel Personen sie genutzt wird:

  1. Personenanzahl und Lebensumstände:  Für wie viele Personen koche ich? Wohne ich alleine, in einer Beziehung, einer Wohngemeinschaft? Habe ich einen Garten und friere bzw. koche ich regelmäßig ein?
  2. Wie viel Platz steht mir zur Verfügung? Ist der Küchenraum groß, hell, klein, eher dunkel? Gibt es Schrägen?
  3. Wie gerne koche ich? Ist es mein Hobby oder einfach nur tägliche Notwendigkeit? Mache ich überwiegend sowieso nur Tiefkühlpizzas warm? Esse ich unter der Woche in einer Kantine und koche überhaupt nicht mehr Zuhause?

Meine Lösungen für die Minimalismus-Küche:

Wenig Platz: Ich habe einen sehr kleinen Küchenraum, ca. 2,40×1,60m in der Grundfläche, an der schmalen Seite eine Schräge, mit Dachgaubenfenster. Mir war wichtig, dass tagsüber noch Tageslicht in die Küche kommt, Hängeschränke waren daher nicht sinnvoll. An das Fenster möchte ich noch dran kommen, möchte es hin und wieder auch putzen können, d.h., die Gesamtbreite von 2,40cm kann ich nicht nutzen, weil ich nicht ausreichend an das Fenster heran kommen würde.

Blick auf die Dachschräge der Küche

Eher geringer Bedarf: In der Regel reicht es aus, wenn ich für 1 – 2 Personen kochen kann. Dies aber vergleichsweise regelmäßig, leidenschaftliche Köchin bin ich aber nicht. Einen Garten habe ich keinen, aber diverse Lebensmittelgeschäfte in unmittelbarer Nähe. D.h., ich brauche kein großes Vorratslager und kann schnell und einfach etwas frisch einkaufen.

Küchenmöbel:
Ich habe mich für einige wenige, ausgesuchte Möbel entschieden, die mir eine gewisse Flexiblität ermöglichen und gleichzeitig ausreichend große Arbeitsfläche.

Blick auf die Holzarbeitsplatte mit links Spüle, dann Utensilien für Kaffee kochen, dann Einzelkochplatte mit Wasserkessel

Spüle:
Ich nutze einen 80er Spülenunterschrank. Dieser ist flexibler als ein 60er-Schrank, wenn es um die Ausschnitte für die Wasseranschlüsse geht. Auch im Falle eines Umzuges erleichtert dies den Neuanschluss sehr. Im Spülenschrank passte es zufällig mit dem Anschluss des Siphons genau so, dass ich noch im Schrank vorne, ein zusätzliches, ohnehin vorhandenes Brett, als weitere Ablage nutzen kann. Die Spüle selbst ist eher klein, aber nicht zu klein. Zum Abtropfen des Geschirrs nach dem Spülen nutze ich einen zweckentfremdeten Plastikbehälter, den ich ohnehin noch hatte (eigentlich eine Gemüsebox von Tupper). Sehr praktisch wegen eines zusätzlichen Gitters, welches diese Box hat. Das Geschirr steht so nicht in einer Wasserpfütze. Das hat sich wirklich sehr bewährt. Ich brauchte nichts Neues kaufen, keinen Platz für eine extra Spülablage einplanen, das Geschirr steht darin sicher und ich habe gleichzeitig die Plastikbox noch weiter verwendet und musste sie nicht wegwerfen (für die Aufbewahrung von Lebensmitteln hatte ich sie schon lange nicht mehr benutzt).

Kochen:
Ich habe zwei einzelne mobile Induktionskochfelder. Diese lassen sich bei Bedarf nebeneinander aufstellen oder eben auch einfach in den Schrank räumen, wenn ich Platz brauche. Bereits seit 2007 habe ich keinen “normalen” Herd mehr und koche auf diese Weise. Bislang prima, platzsparender und vor allem preisgünstiger. Induktion ist klasse, aber eben als Einbaukochfeld auch sündhaft teuer und zudem meistens auch mit sehr eng aneinander liegenden Kochfeldern. Jetzt habe ich schön Platz, wenn ich beide Kochfelder nutze, kann aber auch beide wegräumen, wenn ich die Arbeitsplatte anderweitig verwenden will.

Kühlschrank:
Nach langem hin und her, habe ich mich für einen ganz normalen Kühlschrank in einer ganz normalen Größe entschieden – allerdings einen Einbaukühlschrank, da ich dann darüber tatsächlich eine ganz normale Arbeitsplatte ohne weitere Lüftungsausschnitte nutzen kann. Ein kleinerer Kühlschrank wäre von der Größe her auch ausreichend gewesen, hätte aber vom Platzbedarf in meiner Küche keinen Vorteil gehabt. Außerdem war der Preisunterschied eher gering.

Es gibt noch einen 40er-Unterschrank, in dem sich einige Küchenutensilien und Vorräte befinden.

Backen:
Aus Platzgründen habe ich mich für ein Mikrowellen-Heißluftgerät entschieden. Die Mikrowelle nutze ich eher selten, ist aber äußerst praktisch, wenn ich mal einen grippalen Infekt habe: Ich heize dann ein Kirschkernsäckchen damit auf (für Nachahmer: unbedingt eine Tasse Wasser mit in die Mikrowelle stellen). Die Backofenfunktion läuft ohne Probleme. Von der Größe her passt 1 Pizza hinein oder ein kleiner Kuchen (halbe übliche Menge, es gibt extra Backformen dafür). Das Gehäuse des Backofens wird in der Heißluftfunktion wirklich sehr heiß. Daher steht das Gerät auf einem zusätzlich angeschraubtem Brett eines älteren Holzschränkchens. Unter das Holzschränkchen habe ich Rollen montiert. Beim Backen ziehe ich es ein wenig von der Wand weg, damit die Luft nach allen Seiten gut zirkulieren kann. Etwas ungewöhnlich, funktioniert aber.

Holzschrank mit darauf stehender Mikrowelle

In dem Holzschränkchen befindet sich alles, was ich insbesondere morgens früh brauche. D.h., Zubehör für die Kaffee- und Teezubereitung, ein 2-er Set Geschirr und einige Vorratsbehälter, die ich mit zur Arbeit nehme. Ein weiterer, gleicher Schrank steht im Wohnzimmer. Dort befindet sich Besuchergeschirr, Schüsseln und einige leere Vorratsgläser für Zuhause.

Erste praktische Erfahrungen mit meiner Minimalismus-Küche:

Auch wenn hier oder da noch Kleinigkeiten fehlen und noch fertig gemacht werden müssen, bin ich bislang mit dieser Lösung sehr zufrieden. Mir gefällt insbesondere die Flexiblität, alles aufbauen, aber auch wegräumen zu können. Dadurch ist Platz da, auch wenn eigentlich kaum Platz ist. In einer solch kleinen Küche macht es wirklich Sinn, die Ausstattung minimalistisch zu halten und sich nicht zu viele Küchenutensilien, wie Kochlöffel, Messer. etc. etc. zuzulegen und möglichst auf x-fache technische Geräte zu verzichten. Diese nehmen nur Platz weg – genau das, was in einer kleinen Küche nun mal nicht da ist. Durch eine minimalistische Ausstattung ist die Küche auch schnell aufgeräumt, das Geschirr schnell gespült. Dadurch, dass ich in der Küche beispielsweise ohnehin nur zwei Tassen stehen habe, komme ich nicht auf die Idee, mir eine dritte Tasse aus dem Wohnzimmer zu holen, weil die anderen beiden Tassen gerade mal schmutzig sind. In der Zeit kann ich dann auch kurz die Tassen spülen. Das ist der gleiche Zeitaufwand und die Küche ist gleich wieder aufgeräumt. Ein Traum. Allein solche Vereinfachungen im Alltag rechtfertigen für mich schon eine minimalistische Küchenausstattung. Diese ist übersichtlicher, zeitsparender und – was mir besonders wichtig ist – sehr viel bequemer.

Zum Weiterlesen: Gastbeitrag von Tanja Heller:  Meine neue mobile Küche: genial einfach – einfach genial 

 

Gastbeitrag: #MoreMoments: Achtsame Lebenskunst und Minimalismus

Auf der Webseite von Minimalismus21 gibts die wunderschöne Blogreihe „#MoreMoments – Was wirklich wertvoll ist im Leben.“ Ich freue mich, mit einem Gastbeitrag dabei sein zu können. In diesem Gastbeitrag beschreibe ich, wie Achtsamkeit einen minimalistischen Lebensstil unterstützen und befruchten kann:

 

#MoreMoments 5: Achtsame Lebenskunst und Minimalismus

Eine – wie sie selbst sagt – „Phase deutlicher beruflicher Überlastung“ hat Gabi Raeggel zur sog. Achtsamkeit geführt. Wie diese Verhaltensweise (engl. „mindfulness“) einen minimalistis…

Weiterlesen auf: minimalismus21.de/2017/01/27/moremoments5-achtsame-lebenskunst/

 

 

 

 


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14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben – 4 Jahre Einfachbewusst.de

Wer auch immer Informationen, Tipps und Anregungen zu Minimalismus, Nachhaltigkeit, Wandern oder vegane Ernährung sucht, wird hier fündig: Einfachbewusst.de. Der vielfältige und interessante Blog von Christof Herrmann feiert heute seinen 4. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Anlässlich des 4. Blog-Geburtstages haben 14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben. Ich freue mich, dass ich auch dabei bin: 4 Jahre Einfach bewusst: 14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben

 

 


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Interview bei Sweetsixty.de

„…Gegenstände haben mir nie so viel bedeutet, aber Achtsamkeit kennenzulernen, war das beste Lebensgeschenk…“

 

Karin Austmeyer von sweetsixty.de hat auf ihrer Webseite mit den „Sonntagsfragen“ eine interessante Interview-Reihe. Kürzlich hat sie mich interviewt. Es ging – neben dem Älter werden – um Lebensphasen, Lebensträume, Erfahrungen und natürlich auch um Achtsamkeit und Minimalismus:

Sonntagsfragen an Gabi Raeggel – sweetsixtys.de

 


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Dem Leben Raum geben

Es ist Neujahr 2017 – ich habe derzeit weder den üblichen Jahresrückblick, noch Ziele, Vorsätze und was man und frau sich halt so zum Jahresanfang überlegt. Mir war und ist einfach nicht danach.

 

Aber es gibt ein Motto, welches mich beschäftigt und mich im kommenden Jahr begleiten wird:

“Dem Leben Raum geben”

 

Diese vier Worte sind so wunderbar vielfältig. Kürzlich habe ich bereits ein wenig darüber geschrieben und es “Einfach loslassen” genannt. http://achtsame-lebenskunst.de/2016/12/25/einfach-loslassen/
Dann entdeckte ich heute früh diesen sehr schönen Text von Afschin, der nach längerer Zeit wieder gebloggt hat und dies “Einfach planlos. Zumindestens Jetzt” genannt hat und dort die u.a. die Vorteile einer kreativen Leere angesprochen hat. Nachzulesen hier: http://blog.afschin.com/einfach-planlos/

Nach dem Lesen dieses Textes war ich mir nochmal sicherer: “Dem Leben Raum geben” ist so etwas wie ein Jahresmotto für mich, vielleicht sogar ein Lebensmotto? Mal schauen…

 

Muße statt Muss

Wir sind heute so oft so unglaublich strukturiert, getaktet, verplant – mit all den Todo-Listen, Zeitmanagement, smarten Zielen und dabei mit so viel Hochgeschwindigkeit unterwegs, dass mir, bei all diesem getakteten MUSS, vor allem eins oft fehlt: Muße.

Und so schön wie es ist, mir Gedanken zu machen, Dinge aufzuschreiben (so, wie ich das jetzt hier gerade tue), so sehr bin ich auch ein Mensch der Praxis. Und ganz konkret und praktisch, fallen mir zum Thema “Dem Leben Raum geben” zwei wesentliche Elemente ein, die ganz konkret und praktisch umsetzbar sind:

Alltagsachtsamkeit statt Multitasking

Dem Leben Raum geben, heißt für mich auch, die kleinen und ruhigen Momente genießen. Statt Multitasking mal genau nur das wahrnehmen, was gerade geschieht. Alltagsachtsamkeit ist hier eine wunderbare Möglichkeit: Ich kann z.B. versuchen, mich beim Zähneputzen einfach nur auf das Putzen der Zähne konzentrieren, statt schon wieder den nächsten gedanklichen Schritt zu planen. Es kostet keine einzige Minute mehr, aber ich bin mehr im Hier und Jetzt. Beim Warten an der Bushaltestelle kann ich einfach auch mal warten, anstatt im Smartphone rum zu daddeln. Vielleicht fällt mir dann auf, wie die Sonne aufgeht, der Regen plätschert. Vielleicht wird mir dann meine eigene Stimmungslage bewusst oder mir fällt die Hektik oder Entspanntheit der anderen Mitwartenden auf.
Selbst während der Arbeitszeit gibt es Momente der Muße, wenn ich sie mit Alltagsachtsamkeit fülle: Bin ich dienstlich im Auto unterwegs, ist z.B. das Radio grundsätzlich ausgeschaltet. Mein Fokus ist beim Fahren, immer wieder mache ich mir klar, DASS ich gerade fahre, nicht schon jetzt im nächsten anstehenden Termin bin – der kommt ja erst noch. Bin ich dann in diesem Termin, zählt nur dieser Termin und die Menschen, mit denen ich dann zutun habe. Ich muss nicht gedanklich jetzt schon bei der bevorstehenden Rückfahrt sein. Die kommt ja erst noch.  Im Büro angekommen, gehe ich den Flur hinunter zum Kopierer und bin tatsächlich gerade nur auf diesem Weg zum Kopierer und nicht gedanklich schon beim nächsten Telefonat. Das kommt ja erst noch. Mal 4 oder 5 Schritte lang nur den Bodenkontakt der Füße spüren und mir klar machen, dass ich gerade jetzt wirklich nur auf diesem Weg bin und nirgendwo anders – auch das ist für mich Muße, mitten im Alltag. Solche Momente der Alltagsachtsamkeit schaffen Raum: zum Atem holen, zum Bei-Mir-Sein und auch aufmerksam Bei-Anderen-Sein.

Raum schaffen

Zeit-Raum:
Zeit-Räume schaffen kann ich, indem ich meinen Kalender nicht so vollstopfe, dass kaum Zeit für mich bleibt. Fällt es mir schwer, Zeiträume für mich zu schaffen, kann ich diese notfalls sogar ganz konkret in den Kalender eintragen: “Ich-Zeit” “Nix-Zeit” “Muße-Zeit” – mit welchem Begriff auch immer.

Wohn-Raum:
Auch Platz in meinen privaten Räumen kann ich ganz praktisch überlegen, umsetzen und ggf. verändern. Minimalismus als Lebensstil ist hier ein wunderbarer Ansatzpunkt – er funktioniert auch bei Nicht-Minimalisten(!):

Es schafft in der Regel viel Raum, immer mal wieder mit dem folgenden Blick durch die Wohnung zu gehen:

  • Brauche ich dieses Ding wirklich – oder will ich es einfach nur haben?
  • Hilft mit dieser Gegenstand auch langfristig – oder verstopft er nur mein Leben?
  • Kann ich mich noch frei durch die Wohnung bewegen?
  • Geht es auch einfacher?
  • Geht es auch mit weniger Dingen, geht es vielleicht sogar viel besser?
  • Ist die Zeit überschaubar, die ich für Wohnung reinigen und abstauben etc. benötige? Oder steht so viel herum, dass dies zur Tortur wird?
  • Ist der Aufwand, den es macht, mich um die Anschaffung eines neuen Dings zu kümmern, die Anschaffung wirklich wert?  (Was will ich kaufen, wie ist die Qualität, wo gibt es das, etc. etc.?) Oder gibt es Schöneres? Was bräuchte ich jetzt wirklich?

 

Frei-Raum 
Frei-Raum ist ganz konkret und praktisch auch der Platz, den ich mir zeitlich und räumlich geschaffen habe und nun nutzen kann, um mal genauer hinzuschauen:

  • Was bereitet mir wirklich Freude?
  • Welche schönen (großen oder kleinen) Ereignisse sind mir im Tagesverlauf aufgefallen?
  • Welche Begegnungen haben mich besonders angesprochen?
  • Welche Aktivitäten haben mich besonders gefreut?
  • Was hat mir einfach gut getan?
  • Was hat mich besonders motiviert?

 

Dem Leben Raum geben …

… das muss eben nicht bedeuten, möglichst viele Dinge oder Aktivitäten hinein zu packen. Wir sind in unserer Gesellschaft längst an dem Punkt angelangt, an dem dieses Viel nicht mehr viel hilft und längst zu einem Weniger geworden ist: Zu einem Weniger an Lebensqualität.

Dem Leben wieder mehr Raum geben: Das kann ich, indem ich aufmerksamer, achtsamer und bewusster mich, mein eigenes So-Sein, den jeweiligen Augenblick und die mir begegnenden Menschen und Situationen wahrnehme. In der Achtsamkeitspraxis sagt man auch gerne “zwischen Reiz und Reaktion eine Achtsamkeitspause einlegen.“ Ergänzen kann ich: Und acht geben, dass ich vor lauter Aktivität, Multitasking und unsinnigem Immer-Mehr nicht übersehe, wo das Leben gerade stattfindet oder möglicherweise auch an mir vorbei rauscht.

 

 

 

Minimalismus im Wohnzimmer

Wohnzimmer früher

Wenn ich zurück denke, hatte ich eigentlich immer schon gerne freie Räume und eher wenige, unkomplizierte Möbel. Minimalismus im Wohnzimmer fand ich immer schon gut. Aber den Begriff „Minimalismus“ gab es noch nicht und ich war in Konventionalitäten verstrickt.

Als ich mit ca. Mitte 20 erstmals eine 2-Zimmer-Wohnung (statt WG oder 1-Raum-Wohnung) bezog, schaffte ich mir extra neue und einige gebrauchte Möbel an und war sogar recht stolz auf meine jetzt recht vielen Sachen. Dann erhielt ich u.a. ein wohlmeinendes Feedback, da passe ja noch richtig viel rein in meine Wohnung …. Ich dachte nur: „Hä…? Ach, das ist gar nicht viel, was ich habe…? Ob ich noch mehr reinstelle, aber was???“
Ich probierte im Laufe der Jahre immer wieder herum, was mir gefällt. Viele Dinge kamen, aber gingen auch wieder und jedes Mal fand ich das Loswerden dieser Dinge als Befreiung. Es war im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein ständiges hin und her, weil ja irgendwas in der Wohnung stehen muss. Dann habe ich zusätzlich im Laufe der Jahrzehnte ganz unterschiedlich gewohnt: alleine, Partnerschaft, WG – da ändert sich ja ohnehin auch immer wieder etwas. Rückblickend denke ich heute: Tja, wenn Minimalisten versucht, sich die Wohnung voll zustellen – sowas kann ja nicht funktionieren.

Mein Wohnzimmer heute – einige visuelle Eindrücke:

Minimalismus im Wohnzimmer: Links Tisch und 2 Stühle, rechts am Fenster: 2 Holzschränke und ein Sessel (Pöang von Ikea) mit Fußteil.
Foto von Januar 2017

 

Ergänzende Anmerkung: Den Sessel gibts nicht mehr. Hier Näheres dazu: https://achtsame-lebenskunst.de/2017/10/14/die-leere-von-achtsamkeit-und-minimalismus-als-lebensfuelle/

 


 

 

Die Gestaltung eines Wohnraums

Die Gestaltung eines Wohnraums ist von vielen Faktoren abhängig. Wohne ich alleine, zu zweit, mit Familie? Natürlich auch ganz allgemein von der Wohnungs- und Zimmergröße.

 

Meine Wohnlösung für das Wohnzimmer

Meine jetzige Wohnung hat insgesamt ca. 35qm im Dachgeschoß. Das Wohnzimmer hat etwa 4 x 3,20m Grundfläche, davon müssen die Schrägen nochmal anteilig abgezogen werden müssen. Daher dürfte der Raum ca. 10 – 11 qm haben. Die Küche ist so klein (ca. 2,40×1,60m – Dachschräge nicht mitgerechnet!), dass dort beim besten Willen nicht noch ein Esstisch hinpasst. Daher war für mich klar, dass ins Wohnzimmer unbedingt ein Tisch mit Stühlen hinein sollte. Den Tisch und drei der vier Stühle habe ich mir neu gekauft. Der Sessel hat ist einige Jahre alt und gebraucht gekauft. Die beiden Holzschränkchen, die auf dem Foto zu sehen sind, sind schon deutlich ältere Semester. Da nach dem endgültigen Einrichten nichts mehr in den Schränken war, habe ich diese inzwischen verschenkt. Daher sind sie zwar auf dem Bild, aber nicht auf dem kurzen Video zu sehen.

So, wie es jetzt ist, bin ich zufrieden, allerdings hallt es noch (ein minimalistisches Luxusproblem). Ich kann mich aktuell nicht zu einem Teppich entschließen, da es ohne Teppiche einfacher zu reinigen ist. Ergänzend zum Rollo am Fenster kommt sicher noch mal ein Vorgang, aber dicke, lang-wallende Vorhänge mögen zwar Schall schlucken, gefallen mir aber nicht. Schallabsorber sind sündhaft teuer. Mal schauen, was mir da einfällt oder auch nicht.

Ich habe mir die Frage gestellt, warum Minimalismus im Wohnzimmer heute einfacher ist und was im Vergleich, früher so in Wohnzimmer und Schränken drin war, was ich jetzt nicht mehr habe. Die Antwort ist schnell gefunden:

 

Das digitale Zeitalter ist platzsparend

Das digitale Zeitalter mit Laptop und Tablet erspart mir einiges an Einrichtung: Ellenlange Bücherregale beispielsweise. Ich lese meistens E-Books, weil ich dort die Buchstabengröße anpassen kann und Hintergrundbeleuchtung habe. Ich habe es immer wieder mit konventionellen Büchern versucht. Es ist einfach nicht meins, obwohl ich es eigentlich viel sinnvoller fände. In E-Books schaue ich immer wieder hinein, in „normale“ Bücher nicht.

Stereoanlage, Kassetten, Schallplatten ( ja, ja, sowas kenne ich noch 😉 ), CD’s, DVD’s – sowas brauche ich schon lange nicht mehr. Denn alles ist auf dem Laptop und im Internet verfügbar. Ich höre allerdings auch deutlich weniger Musik als früher, was u.a. auch mit meiner Schwerhörigkeit zusammen hängen dürfte. Der Fernseher fehlt ganz bewusst. Ich schaue ohnehin nicht wirklich viel. Dann sind viele Sendungen im Internet als Livestream verfügbar oder können nachtäglich in der Mediathek der einzelnen Sender angeschaut werden. Das reicht mir locker aus.

Was mir wichtig ist, ist ein Schreibgerät. Dazu dient der Laptop. Gäbe es ihn nicht, hätte ich eine Schreibmaschine oder irgendeinen schickes dickes Notizheft mit einem schönen Füller oder Kugelschreiber. Hier oder da mal ein Foto machen, finde ich auch gut. Dafür gibts ein Tablet oder auch schon mal einen Fotoapparat, den ich mir problemlos ausleihen kann.

 

Minimalismus im Wohnzimmer und veränderte Lebenssituationen

Die persönliche Lebenssituation kann sich immer wieder ändern. Sei es ein beruflich oder privat bedingter Umzug, das Wohnen alleine, zu zweit, als Familie, als WG. Leben ist immer auch Veränderung – mal mehr, mal weniger. Sich wohlfühlen im eigenen Wohnzimmer ist nicht vorrangig abhängig von der finanziellen Investition, erst recht nicht von irgendeiner Möbel-Modewelle. Für die Gestaltung eines minimalistischen Wohnzimmer ist es daher wichtig, sich der eigenen Lebenssituation bewusster zu werden und erspüren, mit was ich mich selbst wohl fühle. 

Mir ist heute beispielsweise sehr viel klarer als früher, dass mir freie Flächen, zurückhaltende oder gar keine Dekorationen zu mehr Ruhe und Entspannung verhelfen. Ich kann mich einfach sehr viel besser erholen. Ich brauche keine visuellen Ablenkungen und Anregungen, im Gegenteil. Ich weiß, dass dies bei anderen Menschen ganz anders sein kann und jeweils herauszufinden, was und wieviel passend ist, finde ich gleichermaßen spannend, wie interessant und wichtig.