Auf einem Futon schlafen – Futon statt Bett

Auf einem Futon schlafen: Foto eines weissen Futons auf einem Holzdielenboden

Ein Futon im minimalistischen Schlafzimmer

„Auf einem Futon zu schlafen, wie ist das eigentlich?“ Diese Frage wird mir häufig gestellt. Bei der Überlegung, wie ein minimalistisches Schlafzimmer gestaltet werden kann, taucht diese Überlegung sehr oft auf. Ich verwende seit längerem ein Futon zum Schlafen und fühle mich sehr wohl damit. Hier nochmal einige ergänzende Informationen und Anmerkungen dazu:

Ein Futon ist …

… keine „Art Isomatte.“ Dauerhaft auf einer Isomatte zu schlafen, wäre selbst mir zu hart. Gerade im asiatischen Raum, aber auch im arabischen Kulturkreis ist ein Futon eine durchaus übliche und „normale“ Art zu schlafen. Inbesondere in Japan sind die Wohnungen oft sehr klein, Futons werden einfach tagsüber zusammen gerollt und der Platz dann zum Wohnen benutzt.

Tatami

Ein Tatami, wie es in Japan oft üblich ist und als Unterlage genutzt wird, hat lediglich optische Gründe. Es wird in Japan auch als normaler Fußbodenbelag genutzt.

Individuelle Lösungen suchen – nicht für jede/n passt alles

Ob ein Futon der ideale Schlafort ist, lässt sich so generell nicht sagen. Für manche Menschen ist es ideal, für andere nicht. Wer es liebt, eher hart zu schlafen, wird mit dem Futon besser zurecht kommen, als jemand, der gerne weich liegt. Für mich war es die ersten beiden Tage etwas ungewohnt, da das übliche Federn der „normalen“ Matratzen fehlt. Mehrere Tage Anpassung, sind durchaus normal. Wer öfter campt und an Luftmatratzen, Feldbetten oder Isomatten gewöhnt ist, hat auch mit einem Futon vermutlich keine Probleme.

Pflege

Die Pflege eines Futons ist wichtig. Es gibt inzwischen auch Futons mit Latex-, Roßhaar- oder sonstigen Kombinationen, dort wird das Futon nahezu wie eine normale Matratze mit Lattenrost und einem Bettgestell genutzt. Will man ein Lattenrost und ein klassisches Futon nutzen, sollte dies engere Abstände haben, als die üblichen Lattenroste, damit sich die Baumwollfüllung nicht im Laufe der Zeit in die Zwischenräume drückt.

Hat man ein klassisches Futon, ist es wichtig, dies regelmäßig zu lüften, aufzurollen und auch zu wenden.  Auch ein gelegentliches Sonnenbad auf dem Balkon soll wegen der desinfizierenden Wirkung gut sein. Ich habe mir angewöhnt, das Futon täglich aufzurollen und regelmäßig zu wenden. Dies wird schnell zur täglichen Gewohnheit, der Aufwand ist aber natürlich schon etwas höher, als beim normalen Bettenmachen. Ich habe mich für einen abnehmbaren Bezug entschieden, so dass sich dieser auch waschen lässt.

Auf einem Futon schlafen: Foto eines aufgerollten Futons

 

 

 

 

 

Gesundheitliche Aspekte

Die gesundheitlichen Aspekte sind ebenfalls sehr unterschiedlich und ich würde hierzu nie allgemeine Aussagen treffen. Daher verzichte ich auch an dieser Stelle auf allgemein gültigen Tipps. Es gibt Menschen mit Rückenproblemen, die davon profitieren und denen es auf Dauer besser geht, für andere Menschen mit den gleichen Rückenproblemen ist es ein Desaster. Ich selbst habe durch meine regelmäßige Achtsamkeitspraxis inzwischen eine recht gute Körperwahrnehmung und bekomme dadurch viel besser mit, was mit gut tut oder nicht. Ich empfehle all denen, die mit Rückenproblemen oder körperlichen Einschränkungen zutun haben, auf jeden Fall zu erhöhter Vorsicht. Im Zweifel lieber auf ein Futon verzichten.

Wenn man älter wird…

Da ich des öfteren auch gefragt werde, wie ich das denn so auf Dauer, gerade im Alter machen will: Das wird die Zeit zeigen. Entscheidend ist, womit ich mich wohl fühle und womit es mir gut geht. Mit jetzt 56 Jahren geht es mit dem Futon noch prima. Die ersten Tage war es durchaus mühsam, von dem Futon ins Stehen zu kommen, heute ist das kein Problem mehr. Übung macht den Meister, auch mit 50+.  Im Zweifelsfall würde ich mir dann eher ein Podest bauen und die Matte darauf legen, als das ich wieder zu klassischem Bett, Lattenrost und üblicher Matratze wechsle.

Platzsparend und multifunktional:

Es gibt zusammenfassend keine einheitliche Empfehlung, die ich aussprechen kann, denn ob Futon ja oder nein, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Nicht zu verachten finde ich aber in Zeiten hoher Kosten fürs Wohnen, dass ein Futon recht wenig Platz benötigt. Außerdem kann es durchaus multifunktional benutzt werden. Für mich ist es u.a. auch eine ideale Unterlage für die Sitzmeditation oder auch um dort als eine Art Sofaersatz zu „chillen“, zu lesen und mich einfach zu entspannen. Das ist sicher alles ein wenig unkonventionell. Aber statt einem Futon hätte ich ansonsten: Bett, Zabuton (Unterlage f. Sitzkissen zum Meditieren) und Sofa. Genau an der Stelle ist ein Futon eben doch minimalistisch. Es spart Möbel, Aufwand, Platz und ich fühle mich mit dieser Art des Weniger sehr bereichert.

 

Auf einem Futon schlafen: Foto eines Futons, dass zu eine Art Sofa zusammengefaltet ist.

Wichtiger Hinweis:

Alles, was ich hier zum Futon aufgeschrieben habe, sind meine persönlichen Erfahrungen als Privatperson.

Ich kann keine detaillierten fachlichen Informationen geben und habe mich entschieden, diese Seite werbefrei zu halten, weshalb ich auch nicht auf Anfrage hin, auf Hersteller, Geschäfte und Internetshops hinweise.

Meine Empfehlung: Viele Internetshops geben detaillierte Informationen, z.T. kann man sich auch schriftlich oder telefonisch beraten lassen. Eine vernünftige Beratung ist sinnvoll, dafür lohnt es sich aus meiner Sicht schon, dafür ggf. auch etwas mehr Geld auszugeben. Ideal ist es, sich ein Geschäft vor Ort zu suchen, ggf. auch eine etwas weitere Anreise in Kauf zu nehmen. Praktisch anschauen, testen, sich persönlich beraten lassen. Wer auch ökologisch sinnvoll einkaufen möchte, sollte schauen, wo genau die Futons hergestellt sind, um unnötige Transportwege zu vermeiden.

Daher:

  1. Schritt: Suche in Internet, gelbe Seiten etc. raus, etc. wo es entsprechende Shops und Geschäfte gibt.
  2. Schritt: Vergleiche:
    1. Wie detailliert sind die Informationen?
    2. Gibt es telefonische oder schriftliche Beratungsangebote?
    3. Werden Anfragen beantwortet?
    4. Kann man sich persönlich vor Ort beraten lassen?
    5. Kann man sich vor Ort einige Futons anschauen?
    6. Wo werden die Futons hergestellt (Stichwort: ökologischer Fußabdruck)

Je mehr Fragen du positiv beantworten kannst, desto eher lohnt es sich, genau dort nach einem Futon zu schauen.

 

Minimalismus – Wohnbedürfnisse erkennen

Wie wohne ich eigentlich und warum?

Mir wird rückblickend deutlich, dass ich mich früher immer wieder selbst damit behindert habe, indem ich dachte, ich müsse mal “normal” wohnen. Minimalismus kannte ich als Begriff und Lebensform noch nicht. D.h., vielleicht irgendwann doch mal eine ordentliche Einbauküche, Wohnzimmerschrank, Sofa, Kleiderschrank, Bett. Weil irgendwann wird “man” ja auch älter und irgendwann müsste „man“ ja eigentlich irgendwie mal “normal” sein.

Lange hielt ich diese Vorstellung aber nie durch. Ich stellte mir zwar was in die Wohnung hinein, aber es dauerte nicht lange, da flog es auch wieder hinaus. Erst seit dem ich mich intensiver mit Achtsamkeit und Minimalismus beschäftige, werden mir meine eigentlichen Wohnbedürfnisse deutlicher und ich kann jetzt auch dazu stehen:

 

Wohnbedürfnisse erkennen – individuelle Lösungen finden

Wo steht eigentlich geschrieben, dass ein Wohnzimmer immer ein Wohnzimmer ist und ein Schlafzimmer ein Schlafzimmer? Wer hat festgelegt, dass ein Sofa ein Sofa ist, ein Bett ein Bett? Kann ich nicht auch ganz andere Lösungen finden für das persönliche Wohlfühl-Wohnen finden?

Immer mal wieder habe ich mich früher von Aussagen beeindrucken lassen, ich hätte aber wenig in meiner Wohnung stehen und so kamen und gingen die Sofas bei mir ebenso wie Kleiderschränke, Bettgestelle, Kommoden, Fernseher und Regale. Für dieses Mögen oder Nicht-Mögen gab es nicht wirklich logische und vernünftige Gründe, es war nur einfach nicht mein persönliches Wohlfühl-Wohnen.

 

Beispiel Kleiderschränke:

Kleiderschränke sind beispielsweise eigentlich eine tolle Erfindung. Aber ich fand sie immer fürchterlich. Warum dies so ist, habe ich früher nie wirklich verstanden. Spüre ich heute in mich hinein, wird mir deutlich, dass der mit dem Kleiderschrank zuvor verbundene Einkauf von Kleidung ja in der Regel schon ein mittleres Desaster für mich war. Hosen waren generell nahezu immer zu kurz, es sei denn ich ging in Männerabteilungen, aber ich wollte keine Männerhosen kaufen und Internetkäufe gab es früher noch nicht. Dann Farben: Als Rothaarige steht mir kein pink und rosa und ich mag es auch nicht. Ebenso wie Pastellfarben. Tja, dann trug ich halt jahrelang blau, eher aus der Not als aus wirklichem Wunsch heraus. Schuhe passen fast nie, da ich sehr schmale Füße habe. Schuhe kaufen machte also auch keinen Spaß. Die meiste Zeit war shoppen für mich ein frustrierendes Erlebnis. Was soll ich dann mit einem großen und für mich fast monströsen Kleiderschrank? Und warum sollte ich diesen Kleiderschrank dann auch noch schön finden? Ich bin froh, dass ich jetzt endlich Kleidungsstücke von guter Qualität habe, die mir gut gefallen und diese möchte ich nicht in irgendeinem großen und überfüllten Schrank sehen. Ich möchte sie auf einen Blick sehen, genießen und entscheiden können, was ich anziehe.

 

Beispiel Betten:

Mit Bettgestellen und Matratzen war das auch immer so eine Sache. Es dauerte nicht lange, bis ich mich nachts ständig unruhig von rechts nach links drehte. Die Matratze – egal welche – hatte binnen kürzester Zeit irgendwelche durchgelegenen Stellen. Wieso war das eigentlich immer bei mir und nicht bei anderen? Erst nachdem ich durch die formellen Achtsamkeitsübungen ein sehr viel besseres und differenzierteres Körpergefühl habe, fällt mir auf, dass die “Prinzessin auf der Erbse” wohl irgendeine Vorfahrin von mir sein muss. Ich spüre beim Liegen wirklich so ziemlich jede Unebenheit, die (vermeintlich) durchgelegene Stellen der Matratze, selbst die Unebenheiten, die für andere Menschen überhaupt nicht spürbar zu sein scheinen. Flexible Lattenroste sind ebf. ein Horror für mich. Ich bemerke, ob der Fußboden etwas schief ist und wenn ich dies nicht ganz bewusst wahrnehme und registriere, verkrampfe ich mich unbewusst, schlafe schlecht und wache mit Rückenschmerzen auf. Erst seit ich mich für ein Futon entschieden habe, dieses auf die Erde gelegt habe, kehrt Ruhe ein. Ich liebe es, auf einem eher harten Untergrund zu schlafen. Das Futon verschiebe ich einfach wenige Zentimeter, wenn mich etwas stört und dann passt es endlich.

 

Gibt es das ideale Wohnen und ideale Möbel?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich finde es auch unwichtig. Viel wichtiger finde ich, dass Bedürfnisse und Wohlfühlen beim Wohnen sehr unterschiedlich sein können. Mir gehts z.B. wie beschrieben super gut mit dem Futon. Für einen anderen Menschen kann so ein Futon der blanke Horror sein und wäre somit völlig fehl am Platz.

 

Was ist Wohn-Luxus?

Wohn-Luxus ist für mich weder eine große Wohnung, noch eine üppige Ausstattung. Ich brauche keine riesigen Fernsehbildschirme, mich interessieren nicht die Hightech-Lautsprecherboxen. Wirklicher Wohn-Luxus ist für mich, wenn ich die eigenen wirklichen Bedürfnissen kennenlerne und von den spontanen Wünschen, Launen, aktuellen Stimmungslagen, von Gewohnheiten, modischen Trends und Beeinflussung durch Werbung unterscheiden kann.

 

Wohnqualität durch Achtsamkeit und Minimalismus

Mir hat meine Achtsamkeitspraxis sehr viel deutlicher klar gemacht, was wirkliche Wohnqualität ist, als alle Wohnmagazine und Wohntipps, von denen ich je irgendwo etwas gelesen oder gehört habe. Durch Achtsamkeit hat sich meine Wahrnehmung von mir und meiner Umwelt so verbessert, dass ich meinem Bedürfnis nach einem minimalistischen Lebensstil heute sehr viel mehr Raum gebe und dies sehr befreiend erleben und genießen kann.

 

Ergänzung: Futon statt Bett

Da ich mehrmals darauf angesprochen wurde, wie das so genau aussieht mit meinem Futon, unten noch 2 ergänzende Bilder davon. Wichtig ist, dass das Futon regelmäßig zum Lüften und Lockern aufgerollt wird. Mein Futon ist genau gesagt, eigentlich eine Shiatsumatte und hat einen abnehmbaren und waschbaren Bezug. Wer sich für Schlafen auf Futon interessiert: Am besten Mal in ein Möbelgeschäft gehen bzw. in ein spezielles Futongeschäft (falls es sowas erreichbar gibt) und ausprobieren, wie das Liegegefühl ist. Vielleicht gibts ja auch Jemanden in der Nähe, der bzw. die so etwas Zuhause hat und dort mal ausprobiert werden kann. Es passt für manche Menschen super, für andere überhaupt nicht.

Zu Minimalismus im Schlafzimmer habe ich auch hier einen Gastbeitrag geschrieben: http://www.schlichtheit.com/minimalistisches-schlafzimmer/.
Weitere ausführlichere Informationen zum Schlafen auf einem Futon sind auch hier nachzulesen: Auf einem Futon schlafen

 

 

 

 

Minimalismus in der Küche

Wie sollte eine minimalistische Küche aussehen?

Minimalismus in der Küche – ein Themenbereich bei dem sich die Geister zu scheiden: Spülmaschine ist zwingend und Spülmaschine braucht kein Mensch, kochen auf Gas oder Induktion, die Anzahl und Auswahl der Töpfe, dann der Maschinenfuhrpark („also dies, das oder jenes Gerät brauche ich dann aber doch unbedingt…“), eins muss zum anderen passen, jede Ecke soll genutzt werden, die Menge an Geschirr und Besteck, die nötig ist. Dann gibts den edlen Wasserhahn, der dann doch viel besser andere Wasserhähne ist, die integrierten Mülleimer und was auch immer mehr.

Aber was davon ist wirklich nötig? Ich denke, Bedürfnisse und Lebenssituationen sind sehr unterschiedlich und ebenso unterschiedlich sollte auch die Antwort auf die Frage sein, wie viel Küche nun sein muss:

Wieviel Küche brauche ich?

Die Ausstattung der Küche sollte wesentlich davon abhängen, wie und von wie viel Personen sie genutzt wird:

  1. Personenanzahl und Lebensumstände:  Für wie viele Personen koche ich? Wohne ich alleine, in einer Beziehung, einer Wohngemeinschaft? Habe ich einen Garten und friere bzw. koche ich regelmäßig ein?
  2. Wie viel Platz steht mir zur Verfügung? Ist der Küchenraum groß, hell, klein, eher dunkel? Gibt es Schrägen?
  3. Wie gerne koche ich? Ist es mein Hobby oder einfach nur tägliche Notwendigkeit? Mache ich überwiegend sowieso nur Tiefkühlpizzas warm? Esse ich unter der Woche in einer Kantine und koche überhaupt nicht mehr Zuhause?

Meine Lösungen für die Minimalismus-Küche:

Wenig Platz: Ich habe einen sehr kleinen Küchenraum, ca. 2,40×1,60m in der Grundfläche, an der schmalen Seite eine Schräge, mit Dachgaubenfenster. Mir war wichtig, dass tagsüber noch Tageslicht in die Küche kommt, Hängeschränke waren daher nicht sinnvoll. An das Fenster möchte ich noch dran kommen, möchte es hin und wieder auch putzen können, d.h., die Gesamtbreite von 2,40cm kann ich nicht nutzen, weil ich nicht ausreichend an das Fenster heran kommen würde.

Blick auf die Dachschräge der Küche

Eher geringer Bedarf: In der Regel reicht es aus, wenn ich für 1 – 2 Personen kochen kann. Dies aber vergleichsweise regelmäßig, leidenschaftliche Köchin bin ich aber nicht. Einen Garten habe ich keinen, aber diverse Lebensmittelgeschäfte in unmittelbarer Nähe. D.h., ich brauche kein großes Vorratslager und kann schnell und einfach etwas frisch einkaufen.

Küchenmöbel:
Ich habe mich für einige wenige, ausgesuchte Möbel entschieden, die mir eine gewisse Flexiblität ermöglichen und gleichzeitig ausreichend große Arbeitsfläche.

Blick auf die Holzarbeitsplatte mit links Spüle, dann Utensilien für Kaffee kochen, dann Einzelkochplatte mit Wasserkessel

Spüle:
Ich nutze einen 80er Spülenunterschrank. Dieser ist flexibler als ein 60er-Schrank, wenn es um die Ausschnitte für die Wasseranschlüsse geht. Auch im Falle eines Umzuges erleichtert dies den Neuanschluss sehr. Im Spülenschrank passte es zufällig mit dem Anschluss des Siphons genau so, dass ich noch im Schrank vorne, ein zusätzliches, ohnehin vorhandenes Brett, als weitere Ablage nutzen kann. Die Spüle selbst ist eher klein, aber nicht zu klein. Zum Abtropfen des Geschirrs nach dem Spülen nutze ich einen zweckentfremdeten Plastikbehälter, den ich ohnehin noch hatte (eigentlich eine Gemüsebox von Tupper). Sehr praktisch wegen eines zusätzlichen Gitters, welches diese Box hat. Das Geschirr steht so nicht in einer Wasserpfütze. Das hat sich wirklich sehr bewährt. Ich brauchte nichts Neues kaufen, keinen Platz für eine extra Spülablage einplanen, das Geschirr steht darin sicher und ich habe gleichzeitig die Plastikbox noch weiter verwendet und musste sie nicht wegwerfen (für die Aufbewahrung von Lebensmitteln hatte ich sie schon lange nicht mehr benutzt).

Kochen:
Ich habe zwei einzelne mobile Induktionskochfelder. Diese lassen sich bei Bedarf nebeneinander aufstellen oder eben auch einfach in den Schrank räumen, wenn ich Platz brauche. Bereits seit 2007 habe ich keinen “normalen” Herd mehr und koche auf diese Weise. Bislang prima, platzsparender und vor allem preisgünstiger. Induktion ist klasse, aber eben als Einbaukochfeld auch sündhaft teuer und zudem meistens auch mit sehr eng aneinander liegenden Kochfeldern. Jetzt habe ich schön Platz, wenn ich beide Kochfelder nutze, kann aber auch beide wegräumen, wenn ich die Arbeitsplatte anderweitig verwenden will.

Kühlschrank:
Nach langem hin und her, habe ich mich für einen ganz normalen Kühlschrank in einer ganz normalen Größe entschieden – allerdings einen Einbaukühlschrank, da ich dann darüber tatsächlich eine ganz normale Arbeitsplatte ohne weitere Lüftungsausschnitte nutzen kann. Ein kleinerer Kühlschrank wäre von der Größe her auch ausreichend gewesen, hätte aber vom Platzbedarf in meiner Küche keinen Vorteil gehabt. Außerdem war der Preisunterschied eher gering.

Es gibt noch einen 40er-Unterschrank, in dem sich einige Küchenutensilien und Vorräte befinden.

Backen:
Aus Platzgründen habe ich mich für ein Mikrowellen-Heißluftgerät entschieden. Die Mikrowelle nutze ich eher selten, ist aber äußerst praktisch, wenn ich mal einen grippalen Infekt habe: Ich heize dann ein Kirschkernsäckchen damit auf (für Nachahmer: unbedingt eine Tasse Wasser mit in die Mikrowelle stellen). Die Backofenfunktion läuft ohne Probleme. Von der Größe her passt 1 Pizza hinein oder ein kleiner Kuchen (halbe übliche Menge, es gibt extra Backformen dafür). Das Gehäuse des Backofens wird in der Heißluftfunktion wirklich sehr heiß. Daher steht das Gerät auf einem zusätzlich angeschraubtem Brett eines älteren Holzschränkchens. Unter das Holzschränkchen habe ich Rollen montiert. Beim Backen ziehe ich es ein wenig von der Wand weg, damit die Luft nach allen Seiten gut zirkulieren kann. Etwas ungewöhnlich, funktioniert aber.

Holzschrank mit darauf stehender Mikrowelle

In dem Holzschränkchen befindet sich alles, was ich insbesondere morgens früh brauche. D.h., Zubehör für die Kaffee- und Teezubereitung, ein 2-er Set Geschirr und einige Vorratsbehälter, die ich mit zur Arbeit nehme. Ein weiterer, gleicher Schrank steht im Wohnzimmer. Dort befindet sich Besuchergeschirr, Schüsseln und einige leere Vorratsgläser für Zuhause.

Erste praktische Erfahrungen mit meiner Minimalismus-Küche:

Auch wenn hier oder da noch Kleinigkeiten fehlen und noch fertig gemacht werden müssen, bin ich bislang mit dieser Lösung sehr zufrieden. Mir gefällt insbesondere die Flexiblität, alles aufbauen, aber auch wegräumen zu können. Dadurch ist Platz da, auch wenn eigentlich kaum Platz ist. In einer solch kleinen Küche macht es wirklich Sinn, die Ausstattung minimalistisch zu halten und sich nicht zu viele Küchenutensilien, wie Kochlöffel, Messer. etc. etc. zuzulegen und möglichst auf x-fache technische Geräte zu verzichten. Diese nehmen nur Platz weg – genau das, was in einer kleinen Küche nun mal nicht da ist. Durch eine minimalistische Ausstattung ist die Küche auch schnell aufgeräumt, das Geschirr schnell gespült. Dadurch, dass ich in der Küche beispielsweise ohnehin nur zwei Tassen stehen habe, komme ich nicht auf die Idee, mir eine dritte Tasse aus dem Wohnzimmer zu holen, weil die anderen beiden Tassen gerade mal schmutzig sind. In der Zeit kann ich dann auch kurz die Tassen spülen. Das ist der gleiche Zeitaufwand und die Küche ist gleich wieder aufgeräumt. Ein Traum. Allein solche Vereinfachungen im Alltag rechtfertigen für mich schon eine minimalistische Küchenausstattung. Diese ist übersichtlicher, zeitsparender und – was mir besonders wichtig ist – sehr viel bequemer.

Zum Weiterlesen: Gastbeitrag von Tanja Heller:  Meine neue mobile Küche: genial einfach – einfach genial 

 

Dem Leben Raum geben

Es ist Neujahr 2017 – ich habe derzeit weder den üblichen Jahresrückblick, noch Ziele, Vorsätze und was man und frau sich halt so zum Jahresanfang überlegt. Mir war und ist einfach nicht danach.

 

Aber es gibt ein Motto, welches mich beschäftigt und mich im kommenden Jahr begleiten wird:

“Dem Leben Raum geben”

 

Diese vier Worte sind so wunderbar vielfältig. Kürzlich habe ich bereits ein wenig darüber geschrieben und es “Einfach loslassen” genannt. http://achtsame-lebenskunst.de/2016/12/25/einfach-loslassen/
Dann entdeckte ich heute früh diesen sehr schönen Text von Afschin, der nach längerer Zeit wieder gebloggt hat und dies “Einfach planlos. Zumindestens Jetzt” genannt hat und dort die u.a. die Vorteile einer kreativen Leere angesprochen hat. Nachzulesen hier: http://blog.afschin.com/einfach-planlos/

Nach dem Lesen dieses Textes war ich mir nochmal sicherer: “Dem Leben Raum geben” ist so etwas wie ein Jahresmotto für mich, vielleicht sogar ein Lebensmotto? Mal schauen…

 

Muße statt Muss

Wir sind heute so oft so unglaublich strukturiert, getaktet, verplant – mit all den Todo-Listen, Zeitmanagement, smarten Zielen und dabei mit so viel Hochgeschwindigkeit unterwegs, dass mir, bei all diesem getakteten MUSS, vor allem eins oft fehlt: Muße.

Und so schön wie es ist, mir Gedanken zu machen, Dinge aufzuschreiben (so, wie ich das jetzt hier gerade tue), so sehr bin ich auch ein Mensch der Praxis. Und ganz konkret und praktisch, fallen mir zum Thema “Dem Leben Raum geben” zwei wesentliche Elemente ein, die ganz konkret und praktisch umsetzbar sind:

Alltagsachtsamkeit statt Multitasking

Dem Leben Raum geben, heißt für mich auch, die kleinen und ruhigen Momente genießen. Statt Multitasking mal genau nur das wahrnehmen, was gerade geschieht. Alltagsachtsamkeit ist hier eine wunderbare Möglichkeit: Ich kann z.B. versuchen, mich beim Zähneputzen einfach nur auf das Putzen der Zähne konzentrieren, statt schon wieder den nächsten gedanklichen Schritt zu planen. Es kostet keine einzige Minute mehr, aber ich bin mehr im Hier und Jetzt. Beim Warten an der Bushaltestelle kann ich einfach auch mal warten, anstatt im Smartphone rum zu daddeln. Vielleicht fällt mir dann auf, wie die Sonne aufgeht, der Regen plätschert. Vielleicht wird mir dann meine eigene Stimmungslage bewusst oder mir fällt die Hektik oder Entspanntheit der anderen Mitwartenden auf.
Selbst während der Arbeitszeit gibt es Momente der Muße, wenn ich sie mit Alltagsachtsamkeit fülle: Bin ich dienstlich im Auto unterwegs, ist z.B. das Radio grundsätzlich ausgeschaltet. Mein Fokus ist beim Fahren, immer wieder mache ich mir klar, DASS ich gerade fahre, nicht schon jetzt im nächsten anstehenden Termin bin – der kommt ja erst noch. Bin ich dann in diesem Termin, zählt nur dieser Termin und die Menschen, mit denen ich dann zutun habe. Ich muss nicht gedanklich jetzt schon bei der bevorstehenden Rückfahrt sein. Die kommt ja erst noch.  Im Büro angekommen, gehe ich den Flur hinunter zum Kopierer und bin tatsächlich gerade nur auf diesem Weg zum Kopierer und nicht gedanklich schon beim nächsten Telefonat. Das kommt ja erst noch. Mal 4 oder 5 Schritte lang nur den Bodenkontakt der Füße spüren und mir klar machen, dass ich gerade jetzt wirklich nur auf diesem Weg bin und nirgendwo anders – auch das ist für mich Muße, mitten im Alltag. Solche Momente der Alltagsachtsamkeit schaffen Raum: zum Atem holen, zum Bei-Mir-Sein und auch aufmerksam Bei-Anderen-Sein.

Raum schaffen

Zeit-Raum:
Zeit-Räume schaffen kann ich, indem ich meinen Kalender nicht so vollstopfe, dass kaum Zeit für mich bleibt. Fällt es mir schwer, Zeiträume für mich zu schaffen, kann ich diese notfalls sogar ganz konkret in den Kalender eintragen: “Ich-Zeit” “Nix-Zeit” “Muße-Zeit” – mit welchem Begriff auch immer.

Wohn-Raum:
Auch Platz in meinen privaten Räumen kann ich ganz praktisch überlegen, umsetzen und ggf. verändern. Minimalismus als Lebensstil ist hier ein wunderbarer Ansatzpunkt – er funktioniert auch bei Nicht-Minimalisten(!):

Es schafft in der Regel viel Raum, immer mal wieder mit dem folgenden Blick durch die Wohnung zu gehen:

  • Brauche ich dieses Ding wirklich – oder will ich es einfach nur haben?
  • Hilft mit dieser Gegenstand auch langfristig – oder verstopft er nur mein Leben?
  • Kann ich mich noch frei durch die Wohnung bewegen?
  • Geht es auch einfacher?
  • Geht es auch mit weniger Dingen, geht es vielleicht sogar viel besser?
  • Ist die Zeit überschaubar, die ich für Wohnung reinigen und abstauben etc. benötige? Oder steht so viel herum, dass dies zur Tortur wird?
  • Ist der Aufwand, den es macht, mich um die Anschaffung eines neuen Dings zu kümmern, die Anschaffung wirklich wert?  (Was will ich kaufen, wie ist die Qualität, wo gibt es das, etc. etc.?) Oder gibt es Schöneres? Was bräuchte ich jetzt wirklich?

 

Frei-Raum 
Frei-Raum ist ganz konkret und praktisch auch der Platz, den ich mir zeitlich und räumlich geschaffen habe und nun nutzen kann, um mal genauer hinzuschauen:

  • Was bereitet mir wirklich Freude?
  • Welche schönen (großen oder kleinen) Ereignisse sind mir im Tagesverlauf aufgefallen?
  • Welche Begegnungen haben mich besonders angesprochen?
  • Welche Aktivitäten haben mich besonders gefreut?
  • Was hat mir einfach gut getan?
  • Was hat mich besonders motiviert?

 

Dem Leben Raum geben …

… das muss eben nicht bedeuten, möglichst viele Dinge oder Aktivitäten hinein zu packen. Wir sind in unserer Gesellschaft längst an dem Punkt angelangt, an dem dieses Viel nicht mehr viel hilft und längst zu einem Weniger geworden ist: Zu einem Weniger an Lebensqualität.

Dem Leben wieder mehr Raum geben: Das kann ich, indem ich aufmerksamer, achtsamer und bewusster mich, mein eigenes So-Sein, den jeweiligen Augenblick und die mir begegnenden Menschen und Situationen wahrnehme. In der Achtsamkeitspraxis sagt man auch gerne “zwischen Reiz und Reaktion eine Achtsamkeitspause einlegen.“ Ergänzen kann ich: Und acht geben, dass ich vor lauter Aktivität, Multitasking und unsinnigem Immer-Mehr nicht übersehe, wo das Leben gerade stattfindet oder möglicherweise auch an mir vorbei rauscht.

 

 

 

Minimalismus im Wohnzimmer

Wohnzimmer früher

Wenn ich zurück denke, hatte ich eigentlich immer schon gerne freie Räume und eher wenige, unkomplizierte Möbel. Minimalismus im Wohnzimmer fand ich immer schon gut. Aber den Begriff „Minimalismus“ gab es noch nicht und ich war in Konventionalitäten verstrickt.

Als ich mit ca. Mitte 20 erstmals eine 2-Zimmer-Wohnung (statt WG oder 1-Raum-Wohnung) bezog, schaffte ich mir extra neue und einige gebrauchte Möbel an und war sogar recht stolz auf meine jetzt recht vielen Sachen. Dann erhielt ich u.a. ein wohlmeinendes Feedback, da passe ja noch richtig viel rein in meine Wohnung …. Ich dachte nur: „Hä…? Ach, das ist gar nicht viel, was ich habe…? Ob ich noch mehr reinstelle, aber was???“
Ich probierte im Laufe der Jahre immer wieder herum, was mir gefällt. Viele Dinge kamen, aber gingen auch wieder und jedes Mal fand ich das Loswerden dieser Dinge als Befreiung. Es war im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein ständiges hin und her, weil ja irgendwas in der Wohnung stehen muss. Dann habe ich zusätzlich im Laufe der Jahrzehnte ganz unterschiedlich gewohnt: alleine, Partnerschaft, WG – da ändert sich ja ohnehin auch immer wieder etwas. Rückblickend denke ich heute: Tja, wenn Minimalisten versucht, sich die Wohnung voll zustellen – sowas kann ja nicht funktionieren.

Mein Wohnzimmer heute – einige visuelle Eindrücke:

Minimalismus im Wohnzimmer: Links Tisch und 2 Stühle, rechts am Fenster: 2 Holzschränke und ein Sessel (Pöang von Ikea) mit Fußteil.
Foto von Januar 2017

 

Ergänzende Anmerkung: Den Sessel gibts nicht mehr. Hier Näheres dazu: https://achtsame-lebenskunst.de/2017/10/14/die-leere-von-achtsamkeit-und-minimalismus-als-lebensfuelle/

 


 

 

Die Gestaltung eines Wohnraums

Die Gestaltung eines Wohnraums ist von vielen Faktoren abhängig. Wohne ich alleine, zu zweit, mit Familie? Natürlich auch ganz allgemein von der Wohnungs- und Zimmergröße.

 

Meine Wohnlösung für das Wohnzimmer

Meine jetzige Wohnung hat insgesamt ca. 35qm im Dachgeschoß. Das Wohnzimmer hat etwa 4 x 3,20m Grundfläche, davon müssen die Schrägen nochmal anteilig abgezogen werden müssen. Daher dürfte der Raum ca. 10 – 11 qm haben. Die Küche ist so klein (ca. 2,40×1,60m – Dachschräge nicht mitgerechnet!), dass dort beim besten Willen nicht noch ein Esstisch hinpasst. Daher war für mich klar, dass ins Wohnzimmer unbedingt ein Tisch mit Stühlen hinein sollte. Den Tisch und drei der vier Stühle habe ich mir neu gekauft. Der Sessel hat ist einige Jahre alt und gebraucht gekauft. Die beiden Holzschränkchen, die auf dem Foto zu sehen sind, sind schon deutlich ältere Semester. Da nach dem endgültigen Einrichten nichts mehr in den Schränken war, habe ich diese inzwischen verschenkt. Daher sind sie zwar auf dem Bild, aber nicht auf dem kurzen Video zu sehen.

So, wie es jetzt ist, bin ich zufrieden, allerdings hallt es noch (ein minimalistisches Luxusproblem). Ich kann mich aktuell nicht zu einem Teppich entschließen, da es ohne Teppiche einfacher zu reinigen ist. Ergänzend zum Rollo am Fenster kommt sicher noch mal ein Vorgang, aber dicke, lang-wallende Vorhänge mögen zwar Schall schlucken, gefallen mir aber nicht. Schallabsorber sind sündhaft teuer. Mal schauen, was mir da einfällt oder auch nicht.

Ich habe mir die Frage gestellt, warum Minimalismus im Wohnzimmer heute einfacher ist und was im Vergleich, früher so in Wohnzimmer und Schränken drin war, was ich jetzt nicht mehr habe. Die Antwort ist schnell gefunden:

 

Das digitale Zeitalter ist platzsparend

Das digitale Zeitalter mit Laptop und Tablet erspart mir einiges an Einrichtung: Ellenlange Bücherregale beispielsweise. Ich lese meistens E-Books, weil ich dort die Buchstabengröße anpassen kann und Hintergrundbeleuchtung habe. Ich habe es immer wieder mit konventionellen Büchern versucht. Es ist einfach nicht meins, obwohl ich es eigentlich viel sinnvoller fände. In E-Books schaue ich immer wieder hinein, in „normale“ Bücher nicht.

Stereoanlage, Kassetten, Schallplatten ( ja, ja, sowas kenne ich noch 😉 ), CD’s, DVD’s – sowas brauche ich schon lange nicht mehr. Denn alles ist auf dem Laptop und im Internet verfügbar. Ich höre allerdings auch deutlich weniger Musik als früher, was u.a. auch mit meiner Schwerhörigkeit zusammen hängen dürfte. Der Fernseher fehlt ganz bewusst. Ich schaue ohnehin nicht wirklich viel. Dann sind viele Sendungen im Internet als Livestream verfügbar oder können nachtäglich in der Mediathek der einzelnen Sender angeschaut werden. Das reicht mir locker aus.

Was mir wichtig ist, ist ein Schreibgerät. Dazu dient der Laptop. Gäbe es ihn nicht, hätte ich eine Schreibmaschine oder irgendeinen schickes dickes Notizheft mit einem schönen Füller oder Kugelschreiber. Hier oder da mal ein Foto machen, finde ich auch gut. Dafür gibts ein Tablet oder auch schon mal einen Fotoapparat, den ich mir problemlos ausleihen kann.

 

Minimalismus im Wohnzimmer und veränderte Lebenssituationen

Die persönliche Lebenssituation kann sich immer wieder ändern. Sei es ein beruflich oder privat bedingter Umzug, das Wohnen alleine, zu zweit, als Familie, als WG. Leben ist immer auch Veränderung – mal mehr, mal weniger. Sich wohlfühlen im eigenen Wohnzimmer ist nicht vorrangig abhängig von der finanziellen Investition, erst recht nicht von irgendeiner Möbel-Modewelle. Für die Gestaltung eines minimalistischen Wohnzimmer ist es daher wichtig, sich der eigenen Lebenssituation bewusster zu werden und erspüren, mit was ich mich selbst wohl fühle. 

Mir ist heute beispielsweise sehr viel klarer als früher, dass mir freie Flächen, zurückhaltende oder gar keine Dekorationen zu mehr Ruhe und Entspannung verhelfen. Ich kann mich einfach sehr viel besser erholen. Ich brauche keine visuellen Ablenkungen und Anregungen, im Gegenteil. Ich weiß, dass dies bei anderen Menschen ganz anders sein kann und jeweils herauszufinden, was und wieviel passend ist, finde ich gleichermaßen spannend, wie interessant und wichtig.

Minimalismus: Fülle des Lebens – statt voller Räume

Volle Kisten und Taschen – noch leere Wohnung

Die meisten meiner persönlichen Dinge sind verpackt. Ich schätze ca. 70%. Die neue Wohnung steht jetzt noch leer. Neulich war ich nochmal zum Ausmessen dort – wie wunderbar solch leere Räume aussehen können und wieviel Ruhe, Licht und Wärme eine Wohnung ausstrahlen kann. Nächste Woche bekomme ich meine Schlüssel und dann werden sich diese leeren Räume wieder schrittweise füllen, überfüllt sollen sie natürlich nicht sein.

Wenn ich mich in meinem jetzigen Zimmer umschaue stelle ich fest: Diesmal sind es also überhaupt keine normalen Umzugskartons geworden. 3 Pappkisten unterschiedlicher Größe, 1 Koffer, 1 Reisetasche, mehrere Taschen und Boxen. Diese Dinge werden einfach per Auto transportiert. Einige Dinge habe ich aktuell natürlich noch in Benutzung, von dem ein oder anderen habe ich mich bereits getrennt, das ein oder andere Möbelstück brauche ich noch. Einige vorhandene Möbelteile transportiert ein Umzugsunternehmen erst im Dezember – für mich alleine hätte es sich nicht gelohnt, die paar Möbel zu transportieren. Davon abgesehen, finde ich es auch spannend, einige Zeit einfach mal zu improvisieren. Kürzlich krachte dann noch einer meiner 1986 gekauften Stühle unwiderruflich zusammen. Ich hatte den leichtsinnigen Versuch unternommen, ihn auseinander schrauben zu wollen. Eigentlich hätte es funktionieren müssen, aber nach 30 Jahren geht eben doch nicht mehr alles – auch nicht bei Möbeln.

Was ist viel und was ist wenig?

Bei der Überlegung, ob diese verpackten Dinge nun viel oder wenig sind, ob dies nun minimalistisch oder irgendwie doch maximalistisch ist, komme ich zu keinem wirklichen Ergebnis. Was viel oder wenig ist, ist doch sehr relativ. Ich denke in diesen Tagen der Umzugsvorbereitungen oft daran, wie sehr unsere Umwelt, unser Planet und Menschen in anderen Ländern unter unserem westlichen Lebensstil leiden. Auch gehen mir oft die vielen Flüchtlinge durch den Sinn, die kaum mehr als ihr eigenes Leben retten konnten und nur noch wenige, tragbare Dinge dabei haben. Dagegen sind meine Sachen und meine Entscheidungsfreiheit der pure Luxus. Die Auswahl der Dinge, die ich besitze und mitnehme, ist ohne jeden Druck und völlig freiwillig. Ein wichtiges Kriterium ist für mich, dass ich schaue, mit wieviel Zeugs es mir gut geht. Durch meine Achtsamkeitspraxis der letzten Jahre bemerke ich, dass die Wahrnehmung und Entscheidung, wieviel bzw. wie wenig für mich gut ist, inzwischen deutlich geschärft ist. Ich unterscheide heute sehr viel genauer und besser zwischen meinen Wünschen und meinen wirklichen Bedürfnissen. Materielle Wünsche hatte ich zwischendurch viele, manche gaben sich in den letzten Wochen nahezu täglich ein fröhliches Stelldichein. Aber wirkliche materielle Bedürfnisse habe ich sehr viel weniger. Ein ganz entscheidender Unterschied, der mir früher nie so deutlich aufgefallen ist.

Natürlich ist mir bewusst, dass hierzulande die meisten Menschen sehr viel mehr Dinge besitzen als ich. Der ein oder andere Zeitgenosse mag vielleicht sogar denken, ich sei evt. ein armer Schlucker. Dabei bin ich das wirklich nicht – im Gegenteil, denn niemand zwingt mich so viel oder wenig Dinge zu besitzen. 10000 Dinge sollen es ja sein, die ein Durchschnitts-Europäer so hortet … mich würde nebenbei gesagt, ja mal interessieren, wer die gezählt hat und auf diese Zahl gekommen ist… Um es gleich zu sagen: ich habe meine Dinge nicht gezählt, ich werde sie auch nicht zählen. Es sind aber deutlich weniger. Allerdings auch mehr, als das sich hartnäckig haltende Vorurteil, dass Minimalisten nur 100 Teile haben. Minimalismus als Lebensstil lässt sich nicht in Normen und Vorurteile einzwängen, schon gar nicht, wenn dabei auch Achtsamkeit eine Rolle spielt 😉 .

Wohlfühlen statt Räume füllen

Mir ist es wichtig, mich mit den Dingen, die ich habe, wirklich wohlzufühlen. Ich möchte Freiraum haben und mich nicht zwischen dem ganzen angehäuften Zeugs durch die Wohnung schlängeln müssen. Statt vollgestopfter Räume interessiert mich dann doch eher die Fülle des Lebens selbst – und die ist nunmal unabhängig von der Menge an Kram.

 

 

Minimalismus-Wohnung – Wieviel Küche?

Wieviel Küche brauche ich?

Wieviel Küche brauche ich? Wieviel Minimalismus in der Küche darf und soll es sein? Anlässlich meines bevorstehenden Umzuges und damit der Notwendigkeit eines Küchenkaufs, war ich heute mal wieder unterwegs und habe mir Küchen angeschaut, U.a. war ich in einem Möbelhaus in der Region, ein Familienunternehmen. 

Verwirrender Küchenmaximalismus – Eindrücke aus einem Möbelhaus

Was mir nicht so wirklich klar war, bevor ich das Möbelhaus betrat: Allein im Untergeschoss 350 Küchen, dazu dann die ganzen Küchen im Erdgeschoss. Was da alles aufgebaut war… u.a. jede Menge Schränke, damit jede Menge Kram rein passt: Oberschränke, Unterschränke wohin das Auge reicht. Und dann gibts inzwischen riesig große Kochfelder. Mich wundern auch die vielen glänzende Lackfronten – wer putzt die eigentlich?? Die Backöfen haben allen erdenklichen technischen Zauber. Es gibt gewöhnliche Kühlschränke, Retro-Kühlschränke, sog. amerikanische Kühlschränke. Außerdem muss offensichtlich jeder Quadratmillimeter ausgenutzt werden. Es soll schließlich viel rein passen: Küchenmaschine, Kaffeeautomat, Teflonpfannen, Keramikpfannen, Edelstahlpfannen, Gußeisen-Pfannen, Thermo-Dingsbums, ein großer Fuhrpark an Messern in allen Varianten, die endlosen Küchenhelfer und und und… Gibts eigentlich noch den Schnellkochtopf oder ist der jetzt out? Wie auch immer: Man könnte denken, der überwiegende Teil unserer Bevölkerung besteht aus leidenschaftlichen Hobbyköchen, die stundenlang das schönste Essen in diesen schicken Küchen kreieren. Aber in den Lebensmittelgeschäften gibt es immer mehr Fertiggerichte – da passt was nicht.

Die Küche: Minimalistisch bequem oder Statussymbol?

Muss es wirklich die hochgerüstete Wohlstandsküche sein, in der ich mich erst mit all den technischen Raffinessen auseinander setzen muss? Davon wird das Essen nicht gesünder. Letztlich sehen die Küchen doch trotz all der vermeintlichen Varianten irgendwie alle sehr ähnlich aus: Schrank an Schrank mit ein paar technischen Geräten dazwischen. Die Anforderungen und Bedürfnisse an eine Küche sind je nach Lebenssituation natürlich unterschiedlich. Trotzdem: Wann ist eine Küche noch einfach zur Nahrungszubereitung da und wann ist sie eigentlich nur noch ein Statussymbol? Und brauchen wir das? Ich brauche es nicht. Küchen sollten für mich funktional und minimalistisch bequem sein.

Was brauche und mag ich wirklich?

Meine Welt sind diese üblicherweise ausgestellten Möbelhaus-Küchen definitiv nicht. Die Gründe:

  • Oberschränke stören mich.
  • Ich mag die vielen, derzeit modernen Holzimitate nicht. Wenn Natur, dann doch bitte die echte und da ist es auch schöner, mich wandernd durch sie hindurch zu bewegen.
  • Ich habe auch definitiv überhaupt keine Lust, die Fronten einer Lackküche zu putzen.
  • Eine Küche ist keine Showbühne für mich, mit der ich mich mit teurem Interieur präsentieren muss. 
  • Die wesentlichen Elemente einer Küche sind Spüle, Kühlschrank, Kochplatten und ggf. Backofen. Ich möchte mir ab und an lediglich ein Essen zubereiten. 

Die Küche – meine wirklichen Vorstellungen und Wünsche:

  • Ich möchte in und mit einer Küche nicht viel Arbeit haben.
  • Mir steht der Sinn nicht danach, mich ewig lange mit dem Säubern zu beschäftigen. 
  • Ich möchte eine überschaubare Anzahl an Dingen schnell finden und aufräumen können.
  • Nicht fest eingebaute Kochfelder finde ich persönlich sehr praktisch, weil ich sie auf einer begrenzten Fläche einfach und bequem beiseite räumen kann.
  • Ich liebe es, wenn ich auch in kleinen Küchen Platz habe.
  • Ich möchte meine Zeit nicht damit verbringen, mich durch eine große Menge an Kram zu wühlen, um den jeweils richtigen, der 15 Kochlöffel zu finden.
  • Je mehr Ansprüche, desto teuerer ist eine Küche. Ich finde es sinnvoller, mein Geld lieber für höherwertige Nahrungsmittel auszugeben.

Minimalismus-Küche – die Umsetzung:

Minimalismus in der Küche

 

Minimalismus-Wohnung: Wohnen fühlen

Minimalismus-Wohnung: Wieviel oder wie wenig soll es sein?

Wohnen – ein menschliches Grundbedürfnis, Sicherheit, zur Ruhe kommen, Zuhause sein. Mein geplanter Umzug wirft einige Fragen neu auf: Was brauche ich wirklich? Wieviel oder wie wenig kann und soll es sein? Muss es all das sein, was ich meine haben zu müssen? Was stellt „man“ denn so üblicherweise in die Wohnung und sind dies genau die Dinge, die ich wirklich haben will? Was sind meine wirklichen Bedürfnisse? Womit fühle ich mich wohl?
Ich habe es mal Wohn-Fühlen genannt: Spüren, erspüren, erfühlen: Was und wieviel brauche ich?

Achtsam durch die Möbelhäuser…

Achtsamkeit lässt sich auf alle Bereiche des Lebens anwenden. Natürlich auch auf das Wohnen. Ich habe mich nochmal intensiver damit befasst und interessante Aspekte gefunden:

Ebenso, wie in einer Sitzmediation immer wieder Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen auftauchen, ich diese bewusst wahrnehmen und auch wieder loslassen kann, so bin ich einfach mal durch diverse Möbelhäuser gegangen: die virtuellen im Internet und auch ganz praktisch vor Ort. Ich habe mich achtsam auf die Suche begeben, welche Bedürfnisse, Gefühle, Gedanken in mir aufkommen, ohne dass ich gleich anfange diese zu werten, einzuordnen oder irgend etwas konkret zu planen. Ich habe all meinen spontanen Gedanken, Ideen, Gefühlen, Wünschen einfach freien Lauf gelassen und habe die Dinge, Möbel, Gegenstände auf mich wirken lassen. In meiner Phantasie wurde dann meine künftige Wohnung endlose Male eingeräumt, eingerichtet, umgeräumt. Ich habe Vorstellungen entwickelt und wieder verworfen. All das, ohne wirklich etwas zu kaufen, aber auch ohne, dass ich mir irgendeinen Wunsch verkniffen hätte. Ich habe all das einfach mal fließen lassen.

Mein Erleben

Achtsames Wahrnehmen meiner Kauf- und Wohnbedürfnisse (oder was ich dafür halte): Es war spannend. Weder bin ich wirklich zur Kasse gestürmt, um gleich was zu kaufen, noch habe ich irgend einen Wunsch vorzeitig verworfen. Auf meinem Laptop habe ich mittels einer entsprechenden einfachen Software den ungefähren Grundriss der künftigen Wohnung aufgezeichnet und dann nach Herzenslust Möbel hin und hergeschoben, ein- und wieder ausgeräumt. Es hat mir einen großen Spaß gemacht, denn ich konnte all meine spontanen Kaufwünsche austoben, ohne dass ich nur einen einzigen Cent ausgegeben habe und ohne, dass ich mich anschließend über zuviel Zeugs in der Wohnung ärgern muss. Dabei wurde mir deutlich, wie oft ich Ideen entwickelte und dann doch wieder verwarf. Nicht selten hatte ich das Gefühl, dass ich dieses oder jenes Teil unbedingt wirklich und ganz real haben muss. Aber einige Stunden oder Tage später nochmal hingeschaut, war es mir dann egal, wollte ich etwas ganz anderes.

All die Sprunghaftigkeit des Denkens und Fühlens, die auch in der formalen Meditationspraxis auftauchen, genau diese Sprunghaftigkeit entdeckte ich nun bei meinen Phantasien, wie nun die künftige Wohnung aussehen soll oder eben auch nicht.
Sehr hilfreich war meine Erfahrung aus der eigenen formalen Meditationspraxis. Diese Erfahrung konnte ich nun auch für diese praktischen Bereiche nutzen: All das, was ich dachte, fühlte, meinte, kaufen wollte oder auch nicht – all das einfach wieder loslassen und statt dessen mich und meine Reaktionen wahrnehmen, spüren und feststellen: Ich habe gelegentlich durchaus alle möglichen Wünsche, aber viele dieser Wünsche kommen und gehen wirklich wie die vorüberziehenden Wolken am Himmel.

Mein persönliches „Wohnfühlen“

Wenn ich also all mein Erleben und Fühlen erlebe und durchlebe, aber dann innerlich auch immer wieder loslasse, so entdecke ich langsam mein wirkliches persönliches Wohnfühlen:

  • Für mich muss es in der Wohnung nicht so viel und schon gar nicht voll sein.
  • Ich liebe es, wenn ich Platz um mich herum habe.
  • Minimalismus ist für mich kein Prinzip, sondern ein Bedürfnis. Insbesondere ist es für mich ein Bedürfnis nach Ruhe, Übersichtlichkeit, Leichtigkeit, Klarheit.
  • Ich verändere immer mal wieder gerne. Mal stehen die Möbel hier, mal dort.
  • Ich mag natürliche Materialien, wie Massivholzmöbel. Die vielen Kunststoffmöbel und Plastiklampen, die derzeit offensichtlich modern sind, rufen Unbehagen in mir hervor.
  • Ich hänge nicht an ganz bestimmten Dingen/Möbeln. Manche Möbel habe ich schon sehr lange, aber gäbe es sie nicht und ich hätte andere, wäre das auch ok.
  • Es ist sehr entspannend und befreiend, all die spontanen Wünsche in der Phantasie mit all dem damit verbundenem Denken und Fühlen auszuleben, aber dieses ganze Spektakel anschließend einfach auch mal nicht ganz so wichtig zu nehmen.
  • Es gibt viele Wünsche, die sich zwar gelegentlich ein fröhliches Stelldichein geben, aber diese sind nicht zwangsläufig auch mein Bedarf, mein Bedürfnis und nicht das, womit ich mich letztlich wirklich wohlfühle.
  • Wohnen geht auch viel einfacher – das entspannt, entlastet und reduziert Stress.
  • Eine Wohnung voller Dinge bedeutet noch lange kein erfülltes Leben!

Wohlfühlen kann sehr unterschiedlich sein

Natürlich: Meine Bedürfnisse an Wohnfühlen, sind erstmal meine Bedürfnisse. Diese können sich ganz erheblich von denen anderer Menschen unterscheiden. Das ist kein Drama, sondern menschlich und ich finde auch höchst spannend und interessant.

Achtsamkeit im Alltag

Wohnfühlen – mit Achtsamkeit und freundlich die eigenen Wünsche, Ideen, Phantasien registrieren, aber auch wieder loslassen. Noch sind längst nicht alle Entscheidungen bei mir getroffen, aber das ist unwesentlich und vielleicht auch ohnehin gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es für mich, wieder einen Bereich der Alltagsachtsamkeit entdeckt zu haben, der mich sicherer unterscheiden lässt, was ich nur haben will oder was ich wirklich brauche. An Dingen, Gegenständen und Möbeln ist das bei mir längst nicht so viel, wie ich das gelegentlich meine.

 

„Spiritual practice is not just sitting and meditating. Practice is looking, thinking, touching, drinking, eating and talking. Every act, every breath, and every step can be practice and can help us to become more ourselves.“ Thich Nhat Hanh

 

 

 

Minimalismus-Wohnung – Dinge, die ich abschaffen werde

Minimalismus-Wohnung: Entspannter wohnen und wohlfühlen

Bei mir stehen einige Veränderungen an. Wenn alles gut geht (danach sieht es aus), werde ich Mitte November in eine wunderschöne Dachwohnung mit 35qm umziehen.
Zum Umzug ganz unweigerlich gehört immer die Frage, was ich künftig nicht mehr brauche, was entsorgt werden kann. Für mich ist dies die Auseinandersetzung mit der Frage, welche Dinge nun die Schwelle der neuen Wohnung überschreiten dürfen und womit ich mich nicht mehr belasten will. Dabei geht es mir genau genommen nicht um die Anzahl von Dingen. Wenn ich von Minimalismus-Wohnung spreche, dann geht es mir um entspanntes Wohlfühl-Wohnen – dazu gehört für mich, wenig Aufwand zu haben und mich nicht mit so vielen Dingen zu belasten. Ich möchte wohnen, mich wohlfühlen und mich nicht ständig mit Erwerb, Pflege, Drumrum-Putzen und Entsorgung von irgendwelchem Kram befassen – und sei dieser noch so schick und modern.

Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten immer mal wieder unter dem Stichwort Minimalismus-Wohnung: Entspannter wohnen und wohlfühlen“, einige Aspekte heraus greifen und veröffentlichen. Ein paar Fotos wird’s dann natürlich irgendwann auch noch geben.

Was brauche ich nicht? Dinge, die ich abschaffen werde:

Auto:
Das Auto wird endgültig verkauft, ich nutze es ohnehin schon lange nicht mehr alleine. Meine künftige Wohnung ist in ruhiger, aber zentraler Innenstadtlage, 15-20 Minuten Fußweg zur Arbeit. Ein Carsharing-Anbieter hat u.a. ein Elektro-Fahrzeug in unmittelbarer Nähe meines Arbeitsplatzes. Es gibt zudem etliche weitere Standorte und noch eine ganze Reihe weiterer Carsharing-Anbieter.
Vieles ist fußläufig oder mit ÖPNV gut zu erreichen. Die nächste U-Bahn und S-Bahn ist 5 Minuten entfernt. Wollte ich zum Hauptbahnhof laufen, wäre ich in ca. 25 Minuten dort, mit der U-Bahn benötige ich ca. 10 Minuten. Es gibt genügend Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, sogar 2 Bioläden sind in 5 Minuten zu erreichen, ca. 20 Minuten Fußweg oder 10 Minuten mit der U-Bahn entfernt, noch ein Bioladen. Der Wochenmarkt in der Stadt ist in ein paar Minuten U-Bahn-Fahrt zu erreichen. Nicht zuletzt heißt der sog. „Ruhrschnellweg“ (B1, A40) hier im Volksmund „Ruhrschleichweg“. Wir stehen im Ruhrgebiet eh mehr im Stau, als das wir fahren. Wozu also ein Auto??

Waschmaschine:
5-Minuten Fußweg entfernt ist ein Waschsalon, die Wohnungsgenossenschaft hat zudem ein weiteres sog. Waschhaus mit Waschmaschinen, die von allen genutzt werden können. Da in einem Waschsalon oder Waschhaus dann auch gleich mehrere Maschinen befüllt werden können und ich insbesondere dann auch kein Theater mit Haltbarkeit von Waschmaschinen, irgendwelchen geplanten Obsoleszenzen haben werde, eine wirklich einfache und bequeme Lösung, die nun erstmal die nächste Zeit nutzen möchte.

Trockner
Direkt neben meiner Wohnung ist ein schöner und guter Trockenboden – das macht es nahezu perfekt. Hinzu kommt, dass ein Trockner ohnehin eine ziemliche Energieschleuder ist.

Fernseher:
Einen Fernseher brauche ich definitiv nicht. Schon seit Jahren habe ich nur einen TV-Stick für den Laptop benutzt. Aber den benötige ich auch nicht. Im Internet sind viele TV-Sendungen zudem auch bereits im Livestream oder anschließend in der Mediathek zu sehen.  Der Sinn von irgendwelchen riesigen TV-Bildschirmen erschloss sich mir noch nie. Die riesigen Köpfe auf der Leinwand, der evtl. nötige Zusatzvertrag für HD-TV für schärferes Sehen – all das will ich nicht, brauche ich nicht, hat für mich nichts mit Lebensqualität zutun. Außerdem: Wenn ich etwas auf einer großen Leinwand sehen will, kann ich auch ins Kino gehen.

Radio, Stereoanlage:
Der Laptop ermöglicht auch hier einen einfachen Ersatz. Die schicksten Lautsprecherboxen sind ebf. nicht erforderlich. Aufgrund meiner Schwerhörigkeit, gehts mir vorrangig um entspanntes Hören, da nutzen Lautsprecherboxen nur begrenzt. Es geht mit Laptop und geeignetem Kopfhörer daher ebenso gut.

Minimalismus-Wohnung: Entspannter wohnen und wohlfühlen

Weitere Fragen und Themen werden folgen, manches ist noch offen. Immer geht es für mich um wirkliches Wohlfühlen und um die Reduzierung von Belastung. Ein für mich wichtiges Kriterium dafür, dass ich mich wirklich wohlfühle: nicht aufwändig, Freiräume lassen, und die Frage, ob und welche Alternativen es ggf. gibt.

Aktuelle Info: Wie ich minimalistisches Wohnen umgesetzt habe, steht hier:

Minimalismus-Wohnung

 

 

 

Minimalistischer Arbeitsplatz – achtsam umgestaltet

Endlich wohlfühlen am Schreibtisch

Für meinen Arbeitsplatz Zuhause suche ich nun schon seit längerem eine für mich passende Lösung. Der Grund: Seit längerer Zeit ist mir beim Sitzen am Schreibtisch immer wieder aufgefallen, wie sich meine Hüfte verkrampft und ich reichlich schief und krumm vor dem Laptop saß. Eine zeitlang ignorierte ich dies, dann versuchte ich, mich gerade hinzusetzen. Aber das reichte nicht aus, um mich wohl zu fühlen. Meine Beine und meine Hüfte waren immer noch verkrampft, der Laptop nun viel zu niedrig und zu weit weg. Was also tun?

Was genau ist das Problem?

Wie fühlt sich mein Körper an? In der formalen Achtsamkeitpraxis habe ich dies immer wieder geübt. Die Wahrnehmung des Körpers lässt sich aber auch prima im Alltag anwenden – eine Grundvoraussetzung um überhaupt erstmal mitzubekommen, wo genau das Problem ist. Wie und warum saß ich so schief und verkrampft da? Ich habe während meines letzten Urlaubes die Gelegenheit genutzt, um achtsam meine schiefe Haltung wahrzunehmen, indem ich diese Haltung einen kurzen Moment lang „eingefroren“ habe, d.h. ich blieb einige Sekunden in dieser Haltung sitzen. Ich fühlte mich nun durch meinen gesamten Körper hindurch, habe also einen kurzen Bodyscan gemacht. Dabei wurde mir folgendes deutlich:

Problem 1: Stuhl zu niedrig

Schnell wurde mir dann klar, dass mein Stuhl für die Länge meiner Beine einfach viel zu niedrig ist. Das Problem kenne ich eigentlich. Aber da fast alle Stühle für mich zu niedrig sind, registriere ich es kaum noch. Möbel sind halt vorrangig auf Leute mit Durchschnittsgrößen ausgerichtet. Meine Beinlänge ist dann wohl nicht durchschnittlich (das Elend kenne ich ja auch vom Hosenkauf).
Ich überlegte mir, ob ich mir statt eines normalen Küchenstuhls nicht doch mal endlich einen Schreibtischstuhl anschaffe. Aber die Stühle, die ich in den ein oder anderen Geschäften probierte (ebf. mit einem Minibodyscan) , hatten dann entweder recht kleine Sitzflächen, waren ziemlich klapprig oder der ganze Stuhl war so wuchtig (sog. „Chefsessel“), dass ich mir so ein „Monster“ nicht in’s Zimmer stellen wollte. Mitunter war der Schreibtischstuhl dann auch so teuer, dass ich mir einen solchen Stuhl derzeit schlichtweg nicht leisten kann und will.
Lösung: Ich konnte mir vorerst einen älteren Schreibtisch-Stuhl leihen, dieser Stuhl hatte ohnehin nur herum gestanden und findet somit jetzt mal wieder eine Verwendung.

Problem 2: Laptop zu niedrig

Als ich nun die richtige Sitzhöhe hatte, war der Laptop so weit weg und damit der Bildschirm so klein, dass ich dann mit dem Oberkörper sehr weit vorn gebeugt am Schreibtisch saß. Also probierte ich einen Laptopständer. Aber der Laptopständer war nicht hoch genug. Ich saß immer noch so schief, krumm und verkrampft am Schreibtisch.
Lösung: Ich hatte noch auf dem Dachboden einen älteren Monitor, den ich an meinen Laptop anschließen konnte. Der Monitor stand dann aber auch noch zu niedrig. Also habe ich ihn noch auf einen ungenutzten Deckel einer Holzkiste gestellt. Jetzt passt es.

Problem 3: Häufiges Knie anstossen am Tisch

Seit längerer Zeit habe ich meinen alten Esstisch als Schreibtisch genutzt. Dieser Tisch ist aber so konstruiert, dass ich mir nun bei meiner idealen Sitzhöhe häufig die Knien daran gestoßen habe.
Lösung: Ein uralter Klapptisch aus Schweden – ebf. nicht mein Tisch, aber ich kann ihn benutzen 🙂 . Eine neuere und etwas größere Variante gibt’s übrigens heute noch in dem bekannten schwedischen Möbeldiscounter zu kaufen. Aber wozu, wo ich diesen alten Schwedentisch nutzen kann. Dieser Tisch kann auf minimalistische 29cm zusammen geklappt werden. Man kann ihn einseitig aufklappen, dann hat er ins. 75cm oder auch beidseitig, dann sind es ca. 120cm.
Der Laptop findet dann, wenn ich nur eine Tischseite ausgeklappt habe – was meistens der Fall ist – nicht noch zusätzlich auf dem Tisch Platz, da nutze ich derzeit einfach einen Stuhl. Ein wenig stört mich auch das Kabelchaos, aber der Monitor hat halt schon ein gewisses Alter (müsste von 2008 sein), dafür ist er aber mit 23 Zoll schön groß und auch sehr gut.

Meine Erfahrungen mit dieser Lösung:

Ich finde es genial, dass ich ganz normal gerade und viel entspannter sitzen und schreiben kann. Ich muss aber aufpassen, dass ich mich nicht wieder gewohnheitsmäßig zu krumm vorgebeugt hinsetze. Insbesondere entlastet dies nun meinem Rücken, meiner Hüfte und meine Beine.
Der Tisch ist einfach nur klasse. Er ist multifunktional und entspricht meinen Vorstellungen eines einfachen und minimalistischen Möbelstücks. Möchte ich Platz im Zimmer haben, klappe ich ihn zusammen und Monitor und Laptop finden trotzdem darauf Platz. Müssen einmal doch viele Dinge auf dem Tisch Platz finden, klappe ich ihn halt nach beiden Seiten aus. Der Tisch hat aufgrund seines Alters schon deutliche Gebrauchsspuren. Trotzdem finde ich es einfach schön, so einen alten, aber immer noch funktionierenden Tisch zu nutzen und auch den in die Jahre gekommenen Monitor sinnvoll weiter verwenden zu können. Nachhaltiger ist diese achtsame entwickelte Lösung meines minimalistischen Arbeitsplatzes dann ja auch noch.