Minimalismus-Wohnung – multifunktionales Wohnen

Ich wohne großzügig

Minimalismus hin oder her – ich wohne sehr großzügig. Ich habe einen großen und einen kleinen Schreibtisch. Außerdem einen Esstisch, an dem bis zu acht Personen Platz haben. Dann gibt es noch einige andere Möbel, wie Bett, Sofa, Schrank, Schreibtischcontainer. All diese Dinge befinden sich in einem eher kleinen Raum von ca. 4,20 x 3,20m Größe – hierbei ist die anteilige Dachschräge noch nicht abgezogen. Und all diese Möbel in so einem kleinen Raum? Ja, das geht und zwar sehr einfach:

 

Multifunktionale Nutzung von Möbeln

Das minimalistische Geheimnis ist Multifunktionalität:

Genau genommen habe ich nämlich nur zwei Tische:
–  ein kleinerer, quadratischer Tisch
–  ein etwas größerer rechteckiger Tisch
Damit lässt sich einiges gestalten:

 

Großer Schreibtisch
Möchte ich einen großzügigen, großen Schreibtisch, stehen beide Tisch nebeneinander:

ein quadratischer und ein rechteckiger Tisch nebeneinander stehend als großer Schreibtisch

 

Kleine Kaffeerunde
Für den gemütlichen Kaffee mit 2 bis 4 Personen nutze ich den rechteckigen Tisch, während der quadratische Tisch weiterhin als Schreibtisch genutzt wird.

Bildmitte: rechteckiger Tisch mit 2 Stühlen und Kaffeetassen. Links im Bild ist der quadratische Tisch mit Computer zu sehen. Rechts ansatzweise das Futon.

 

Genug Platz für Besucher:
Kommen einmal mehrere Besucher, stehen beide Tische in der Raummitte und können so von bis zu 8 Personen genutzt werden. Da dies nicht täglich ist, ist es kein Problem, Computer und Futon einfach mal zur Seite zu räumen, um genug Platz zu haben.

kleiner und großer Tisch in der Raummitte. Der Tisch ist für ein Frühstück für 7 Personen gedeckt.

 

 

Gastfreundschaft in der Minimalismus-Wohnung

Bei mir muss übrigens niemand aus einem Papp- oder Plastikbecher trinken. Ich löse die Geschirrfrage folgendermaßen:

rechts: Geschirrset für 1 Person, rechte Bildhälfte: Geschirrset für 7 Personen

Auf der rechten Seite des Bildes ist das Geschirr, welches ich täglich selbst benutze. Es befindet sich üblicherweise im Küchenschrank und ist schnell greifbar. Jedes Teil wird sofort gespült und dann beim nächsten Mal wieder genutzt. Auf diese Weise entsteht erst gar kein Spülberg. Spülen gehört nämlich zu den Tätigkeiten, die ich sehr gerne minimalisiere 😉 .

Auf der linken Bildhälfte mein Besuchergeschirr für rund 7 weitere Personen. Wenn mehrere Besucher zu mir kommen, so gibt es immer ein Frühstück, Brunch oder Kaffeetrinken und keine aufwändig gekochten Mahlzeiten. Entsprechend habe ich mein Geschirr im Laufe der Zeit auch so ausgerichtet. Dieses Geschirr steht im Schrank im Wohnzimmer und wird auch nur dann heraus geholt, wenn ich es auch tatsächlich brauche.

 

Sofa und Bett

Wenn ich zu Beginn von Sofa und Bett gesprochen habe: Das ist mein Futon. Nachts schlafe ich drauf. Im Bedarfsfall kann ich es aber auch einfach zusammengeklappt als Sofa nutzen. Wer sich näher für ein Futon interessiert, habe ich hier mehr dazu geschrieben: https://achtsame-lebenskunst.de/2017/03/12/auf-einem-futon-schlafen/

weißes Futon. So geklappt, dass 2/3 als Sitzfläche, 1/3 als Lehne genutzt werden kann.

 

 

Minimalistisches Wohnen ist keine Askese

Minimalistisches Wohnen muss also nicht bedeuten, sich einzuschränken und ist nicht zwangsläufig mit Askese zu verwechseln. Die Dinge werden einfach nur anders benutzt. Ich favorisiere multifunktionale Lösungen. Ich liebe es, zu experimentieren und auszuprobieren. Mit eher kleinen und leichten Möbeln ist das zum Glück kein großer Aufwand. Durch solche multifunktionalen Lösungen ist es möglich, mich auf ganz unterschiedliche Bedarfe einzustellen und flexibel zu nutzen. All das gelingt auf sehr wenig Fläche.

Ich habe jetzt nur ein Luxusproblem. Der zweite, Raum ist nun fast leer. Die Panorama-Aufnahme verzerrt etwas die wirkliche Größe. Der Raum hat nahezu die gleichen Maße, wie das andere Zimmer. Da Luxusprobleme keine echten Probleme sind, ist dies aber zu vernachlässigen.

Panoramafoto von links nach rechts: Querseite: Stuhl, Fenster, Stuhl. Längstseite: Spiegel, 50cm breiter Kleiderschrank

 

 


 

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14 Kommentare

  1. Christian Roth

    Witzig, ich habe das größere Format des Tisches bei mir auch als Schreibtisch und nehme die Anregung auf, mir bei IKEA auch den kleineren Tisch zu schießen. So habe ich für größere „Bastelarbeiten“ oder Gäste eine ideale Spielwiese.
    Hast du eine Quelle für dein Futon?

    • Hallo Christian. Ich hatte den kleineren Tisch ursprünglich auch nur gekauft, weil der bis dahin genutzte Schreibtisch (ein älterer original schwedischer Klapptisch – nicht Ikea) zu wackelig war. Die Idee zu Kombinieren kam mir auch erst im Laufe der Zeit, ist aber wirklich sehr praktisch.
      Der Futon ist von Futon24 und wird hier in einer kleineren Manufaktur produziert.

      • Christian Roth

        Danke für die schnelle Antwort. Bin gerade ob der Fülle an Futons etwas überfordert. Das braucht Zeit …

  2. Sehr schöne Idee deine Schreibtisch Kombi! Ich verschiebe meine Möbel auch öfters. Um Möbel, Fußboden und Ohren zu schonen kann ich kleine Socken für die Tischbeine sehr empfehlen. Habe mir welche gehäkelt, ist kein großer Material Aufwand und braucht nur ca. 10 Minuten bei der Anfertigung. Alternativ gehen auch Babysocken ; )

    • Hallo Josephine, na das ist ja eine Idee: Socken für die Tischbeine. Darauf wäre ich im Leben nicht gekommen. Ich habe Filzgleiter unter den Tisch- und Stuhlbeinen. Damit gehts auch, aber die „Socken“ lassen sich einfacher reinigen.

  3. Hallo Gabi!

    Deine Tischlösung finde ich einfach genial! Das ist eine super Idee finde ich.

    Wir haben für den Garten so eine Lösung. Ein kleiner und ein großer Gartentisch. Je nachdem, wie viele Leute am Tisch sitzen, können wir das so oder so lösen. Oder den kleinen auch als Buffet aufbauen 🙂

    Multifunktionialität ist einfach großartig! Das ist nur die Werbung und die Industrie, die uns ständig so spezielle Sachen für spezielle Situationen einreden will. Klar, die wollen ja verkaufen, verkaufen, verkaufen …

    lg
    Maria

    • Hallo Maria, ich habe neulich entdeckt, dass die Industrie bereits auf den Muktifunktions-Zug aufgesprungen ist. Zum Teil sogar mit schönen Ideen, aber super teuer. Wer sich sowas leisten kann, hätte vermutlich auch das Geld, um jede Menge Möbel in eine riesengroße Wohnung zu stellen. Ich halte mich da auch lieber an die einfachen Dinge.

  4. Schöne Lösung mit den beiden Tischen. Beim Kauf unsereres Esstisches habe ich darauf geachtet, dass dieser ausziehbar ist. Einen Schreibtisch habe ich nicht, konnte mich nie damit anfreunden und schreibe vom Sofa/Bett aus. Wie machst du es mit Stühlen? Habe überlegt, ob ich für Gäste Camping-Stühle kaufe.

    • Halle Ex-Studentin, Stühle sind wirklich ein Thema. Ich habe derzeit 5 Stühle. Für mich alleine viel zu viel, kommen mehrere Besucher aber zu wenig. Irgendwer hat aber meistens einen Klappstuhl und kann diesen problemlos mitbringen. Da zwei meiner Stühle inzwischen wirklich alt und nicht mehr so super sind, denke ich aber auch über Alternativen, wie halbwegs bequeme Klappstühle nach. Entschieden habe ich mich noch nicht. Denn mir geistert auch noch die alternative Idee eines Küchensofas durch den Kopf. Also eine Kombi aus Sofa (das ich ja noch nicht habe, ich nutze derzeit mein Futon) und Bank. Das erspart einiges an Stühlen und wäre auch eine recht bequeme Lösung, die ich auch für mich selbst gut nutzen könnte. Ich lasse mir aber Zeit mit der Entscheidung.

  5. Liebe Gabi,

    ich liebe Deine Wohnungsposts! Sie sind so authentisch, an den eigenen Bedürfnissen orientiert und für mich eine wunderbare Inspiration und Bestätigung. Ich mag schöne, ästhetische Wohnungen. Sehr.
    Für mich war es eine sehr wichtige Erkenntnis, dass meine ganz eigene Ästhetik im „Weglassen“ besteht. Da ich nicht alleine lebe, kann ich meinen Stil nicht zu 100% leben, aber immerhin zu 85%.
    Gerade lese ich ein Buch „Innehalten“ von Fleur Sakura Woess über Zen und auch in diesem Buch finde ich mich mit dem reduzierten Wohnstil bestätigt. Dort steht, dass man für Ruhe und Einkehr nach innen auch im Außen „Zwischenräume“ also Leere benötigt. So wahr – zumindest für mich.

    Stühle mag ich auch nicht besonders. Ich habe zwei Stück am Küchentisch. Die hab ich vor 20 Jahren von meiner Mutter für meine erste Wohnung bekommen. Vor 2 Jahren hat sie mir zum Geburtstag geschenkt, dass sie neu bezogen wurden. Ich liebe sie und sitze jeden Tag drauf. Sonst will ich keine Stühle mehr. Wir haben noch 2 für Gäste, das sind aber die reinsten Folterwerkzeuge, ich kann da keine 20min drauf sitzen. Da wir aber kaum Gäste haben, bleibt es erstmal so.
    Vielleicht wäre eine (oder zwei) Holzbänke ohne Lehne was für Dich? Die könntest Du entweder getrennt verwenden oder „hintereinander“ aufstellen und Dein Futon drauf legen. Dann hättest Du ein 1A-Sofa. Das wäre meine Idee dazu 😀

    Ganz liebe Grüße an Dich!

    • Hallo Steffi,
      danke für den Tipp. Die Idee, das Futon einzubeziehen ist wirklich nochmal nachdenkenswert. Bänke ohne Lehne sind mir allerdings zu unbequem. Aber die Überlegung als solches lohnt sich nochmal. Schon deshalb lohnt sich Minimalismus: Einfach mal mit irgendwelchen Neuanschaffungen so lange abwarten, bis sich die richtige Lösung findet und Lösungen jenseits der üblichen konventionellen Möblierungen finde ich besonders reizvoll.

  6. Liebe Gabi!
    Ein toller Beitrag, der mir gerade jetzt viele neue Ideen liefert, die ich so sehr brauche! Mir gefällt deine Art zu schreiben: du bringst es einfach auf den Punkt! Man merkt genau deinen Erfahrungen und ich kann davon viel lernen. Herzliche Grüße aus Tirol sendet dir Daniela

    • Hallo Daniela, es freut mich wirklich, wenn einige Inspirationen dabei sind. Mit jedem überflüssigen Teil, dass sich nicht mehr in der Wohnung befindet, wächst die Freiheit.

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