Minimalismus: Zwischenmenschliche Beziehungen im Digitalzeitalter

Das man Dinge minimalisieren kann, ist ausreichend bekannt. Aber wie sieht es mit zwischenmenschlichen Beziehungen aus?

Natürlich gibt es im Leben die Situationen, in denen man Beziehungen und Kontakte einmal minimalisieren muss. Manchmal wird einfach irgendetwas zu viel, der 3. Sportverein, die 15. Chatgruppe, die 10. Geburtstagsfeier innerhalb kürzester Zeit. Manchmal zerbrechen jahrelange Freundschaften oder man hat sich im Laufe der Jahre auseinander gelebt.

Besonders auffallend ist, dass wir im Vergleich zu früher, heute sehr viel Zeit mit unseren kleinen oder größeren Digitalgeräten verbringen. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Art und Weise wie wir miteinander umgehen und wie wir einander begegnen oder auch kaum noch etwas voneinander mit bekommen. Daher nachfolgend einige Anregungen:

Minimalisiere deine Social-Media-Kontakte

Welche Social-Media-„Freundschaften“ können endlich mal durchforstet und reduziert werden? Manche Menschen sammeln regelrecht einen großen „Freundes“- bzw. Fan-Kreis in den diversen sozialen Netzwerken. Je mehr Klicks, je mehr Likes, desto besser. Wirklich? Und wozu? Worin liegt der Sinn? Warum spielt das eine so große Rolle bei dir? Was suchst du in den digitalen Welten, was dir in deinem Offline-Leben möglicherweise fehlt?

Welche Kontakte in den sozialen Netzwerken bedeuten dir wirklich etwas? Wo findet denn wirklich einmal so etwas wie ein anregender Austausch statt? Welche Kontakte sind nur eine schicke, aber leere Zahl, Lückenfüller oder bedienen nur die eigene Eitelkeit, vielleicht auch die Suche nach Aufmerksamkeit und Anerkennung? Warum könnte dies so bedeutsam für dich sein? Welche Alternativen gäbe es?

Minimalisiere die Chat-Gruppen

Aus welchen Whats-App und sonstigen Chat-Gruppen könntest du aussteigen? Muss wirklich jeder kleine Krimskrams stundenlang in solchen Chatgruppen besprochen werden? Was davon ist denn tatsächlich wichtig und was auch nicht? Auf was könntest du einfach mal verzichten, selbst dann, wenn dem ein oder anderen das nicht gefällt?

Minimalisiere die Klickerei

  • Wenn du Menschen im realen Leben begegnest und mit Ihnen sprichst, leg das Smartphone zur Seite oder stell es am besten gleich aus. Begegne anderen Menschen auf Augenhöhe, sprecht miteinander, statt nur nebeneinander sitzend auf dem Smartphone herum zu klicken.
  • Lass um Himmels willen deine kleinen Kinder nicht unbeaufsichtigt, durch Bus, Bahn oder sonstwo herum laufen, während du gerade auf deinem Smartphone herum daddelst! Das ist nicht nur ein Unding, sondern ich finde, schon grob fahrlässig.
  • Spiel MIT deinen Kindern, anstatt irgendwelche netten Lustigkeiten ÜBER deine Kinder in den sozialen Netzwerken zu posten.
  • Das Smartphone hat am Essenstisch nichts zu suchen – es sei denn, du willst es verspeisen.
  • Genieße einfach mal den Moment, das Zusammensein mit Familie oder Freunden, anstatt diesen Moment vorrangig zu filmen, zu fotografieren und zu posten.

Minimalisiere die digitalen Umständlichkeiten

Wenn du nicht gerade eine Hörschädigung hast, also normalhörend bist, dann lässt sich in einem kurzen Gespräch oder Telefonat vieles sehr viel besser klären, als in stundenlangen Chats.

Minimalisiere die digitalen Abhängigkeiten

Wenn du unterwegs bist und nach dem richtigen Weg suchst: Kannst du (noch ) gewöhnliche Straßenkarten lesen? Oder frag doch einfach mal jemanden, der gerade vorbei geht, anstatt alles dem Navi-App des Handys zu überlassen. Auch das ist Freiheit, Unabhängigkeit und wirkliche Begegnung.

Mit Smartphones kann man nicht kuscheln

Um mich nicht falsch zu verstehen: Ich weiß die vielen Vorteile unserer digitalen Welt wirklich und ehrlich zu schätzen. Vieles ist so einfach und so komfortabel geworden. Auch ich möchte darauf nicht verzichten. Aber auch das schickste Smartphone und der 100.000 Follower ersetzt keine menschliche Nähe. Mit Smartphones kann man nicht kuscheln und es lacht sich einfach besser miteinander, als übereinander.

 

Digitale Achtsamkeit und zwischenmenschliche Beziehungen

Auch digitale Welten und zwischenmenschliche Beziehungen können wir uns achtsam erschließen. Wer sich dafür interessiert, kann sich  einige Achtsamkeitsübungen anschauen. Dazu einfach auf den folgenden Link klicken und nach den Überschriften „Digitale Achtsamkeit“ und „Metta-Meditation“ schauen:  Achtsamkeitsübungen

 

handgeschriebenes Papier mit Aufschrift "Mindfulness" an einem Fenster stehend.
Photo: Lesly Juarez

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