Fehlkauf – Befreiung vom Möbelmonster

Ärger über einen Fehlkauf

Da habe ich vor einiger Zeit eine schöne, weiße Massivholzkommode für meine Bekleidung gekauft, aber es war ein klassischer Fehlkauf. So ein Ärger…

weiße Holzkommode mit 3 Schubladen und schwarzen Schubladenknöpfen

… Das Holz dünstete auch nach längerer Zeit immer noch ein wenig aus. Nicht viel, die meisten Menschen hätten es überhaupt nicht bemerkt, aber nachdem ich jetzt im Herbst nicht mehr ständig die Fenster auf habe, störte es zumindestens mich. Anfänglich wollte ich darüber weg gehen („ach, das vergeht schon…“), dann zum x-ten Mal etwas gegen den Geruch tun („wenn ich die Kommode nun nochmal mit Essigwasser auswasche oder mit Kaffeepulver oder Natron den Geruch neutralisiere oder oder oder…“). Aber ich wurde nicht glücklich damit. Von einem Fehlkauf sollte man sich befreien und zwar möglichst zügig. Also ist die Kommode inzwischen weg.

 

Wohin jetzt mit der Kleidung?

Aber wohin nun mit der Kleidung, die sich bis dahin in der Kommode befunden hat? Wenn ich heute 12 T-Shirts, 12 Langarm-Shirts, 6 Jacken und mehrere Hosen habe, ist dies mehr als das, was ich zu früheren Zeiten besessen habe – aber zum Glück eben immer noch nicht so viel. Sonderlich viel Staufläche benötige ich dafür nicht. Also habe ich habe kurzerhand meine nicht all zu vielen Bürosachen aus dem Schreibtischcontianer in die Abstellkammer verfrachtet. Meine Kleidung befindet sich nun in dem Schreibtischcontainer. Einige weitere Teile in einer Schublade der Küchenkommode.

Schreibtischcontainer mit 2 geöffneten Schubladen. Obere Schublade: gefaltete Langarmshirts, untere Schublade: gefaltete Hosen

Zugegeben ist diese Lösung etwas ungewöhnlich, aber ich liebe bekanntlich ungewöhnliche Lösungen und experimentiere ausgesprochen gerne damit. Dank Minimalismus war das Umräumen ja auch kein großer Aufwand. Ich musste an Daniel denken, der auf dem Minimalismus-Stammtisch berichtete, dass er sein großes Regal verkauft hatte und die ganzen Dinge, die sich in dem Regal befunden hatten, plötzlich auf viel weniger Fläche unterbringen konnte. Mir ging es nun ähnlich. Warum bin ich nicht früher darauf gekommen? Ich brauche überhaupt kein Bekleidungsmöbel – Juchuh!

 

Achtsamkeit statt Kleiderschrank

Der anfängliche Ärger über meinen Fehlkauf wich der Freude darüber, dass es tatsächlich auch ohne ein extra Bekleidungsmöbel geht. Meine Meditationsecke mit Berliner Hocker und Klangschale hat nun wieder mehr Freiraum. Es ist nun auch wieder mehr Platz für einige MBSR-Yogaübungen und Gehmeditation, an denen ich nun tatsächlich auch mehr Freude habe. Ein Möbelstück weniger und aus meinem Wohn-/Schlafraum ist nun ein Achtsamkeitsraum mit Schlafmöglichkeit und Schreibtischecke geworden – also Achtsamkeit statt Kleiderschrank. Das war so nicht geplant, gefällt mir aber sehr gut.

Blick in Wohn-Schlafraum mit Futon, Kapokkissen, Hocker mit Klangschale und Bild, im rechten Vordergrund ansatzweise ein Schreibtisch mit Stuhl

 

 

Befrei dich von Möbelmonstern

Natürlich will ich nicht dafür plädieren, dass nun alle Leute ihre Kleiderschränke und Kommoden verkaufen sollen. Das wäre wirklich Unsinn. Nicht immer sind solche Möbel ein Fehlkauf. Aber ich möchte ermuntern, sich immer mal wieder aufmerksam umzuschauen, ob es irgendwelche unnötig gewordenen Möbelmonster in der Wohnung gibt. Man hat sich so dran gewöhnt und bemerkt es oft gar nicht mehr. Also irgendwelche Möbelstücke, die dort nur aus Gewohnheit, Phantasielosigkeit, Entrümpelungsbequemlichkeit oder aus eigentlich überhaupt keinem Grund herum stehen.
Es muss nach dem Entrümpeln solcher Möbelmonster nicht unbedingt eine Meditationsecke entstehen. Aber dann ist endlich Platz, z.B. für den evtl. lang gewünschten Kicker, die Mal-Staffelei, Näh- oder Gymnastikecke, usw. usw. Vielleicht entsteht auch endlich Platz zum Tanzen, freier Raum oder mehr Luft zum Atmen. Eine einfache Orientierung ist: Die Dinge sollen uns dienen – nicht umgekehrt!

 

22 thoughts on “Fehlkauf – Befreiung vom Möbelmonster

  1. In Zeiten vor meinem minimalistischen Lebensstil hab ich immer von einem Ikea-Pax geträumt. In dem – so meine Vorstellung – hätte ich dann eine gute Übersicht und Ordnung bzg. meiner Kleidung und der meines Partners. Ich hatte damals einen sehr schönen, schlichten aber eher kleinen Kleiderschrank. Tja, mittlerweile haben wir beide unsere Kleidung in genau diesem alten Schrank und Pax ist für mich ein Alptraum. Ich will nicht mein ganzes Schlafzimmer mit Schränken vollstopfen. Der Schrank ist noch nicht mal voll, d.h. wir bräuchten ihn in der größe (ca. 1,20×1,80cm) gar nicht. Sollte er jemals das Zeitliche segnen, werde ich mir eine kleinere und unkonventionelle Lösung suchen – ich will keinen Schrank mehr. Am liebesten zwei kleine Kommoden, eine mit Schubladen und eine, in die man was hängen kann (oder eine Kommode, die beides kombiniert). Das wär super. Aber aktuell hab ich keinen Bedarf 🙂

      1. Das so eine Gratwanderung. Einerseits hat man Zeug und braucht das auch (oje das auf einer Minimalistenseite), auf der anderen Seite, ich will nicht alles vollstopfen.

        Meine Wohnung je nach dem mini oder groß. Dachschrägen. Wenige Wände, wo ich etwas stellen kann. Ich hab mich entscheiden: Kleiderschrank (Kleidung, Wäsche, Handtücher, Bettwäsche), Anrichte (Geschirr, Gläser, Besteck) und Bücheregal (Bücher, Comics, Spiele, Ladekabel, Schallplatten, Fotoalben, in der Mitte Deko). Dazwischen ein TV-Wagen für die Stereoanlage.

        3 Kommoden habe ich. In der Küche (Küchenkrams), im Wohnzimmer (für Reise oder Wandern, Geschirr aus Melanim, Gußeiserner Topf), Schlafzimmer (Handtaschen, Tücher, Staubsaugerzubehör). Lach!

  2. Ich hatte mich vom Freund getrennt und die gemeinsame Wohnung aufgelöst. Das war 2003. Mitgenommen hatte ich: den Kleiderschrank, die Kommode, den Sekretär, die Anrichte, ein Sofa. Die Gartenbank, die auf dem Balkon und nun im Flur steht. Eigentlich wenige Stücke. Dazu kam noch das eine oder andere.

    In der Küche hatte ich zuerst ein Schrank. Blödes Ding. Die Bretter fielen runter und die Fensterbank war kalt. Der Schrank flog, als eine Backform mir auf den Zeh fiel, und eine Kommode zog ein. Das gleiche Elend mit der Geraderobenkommode. Da stolperte ich zufällig über was, dazu der passende Schuhschrank. Die alte Panele paßte. Ich hab hier praktischere Griffe oder Haken hingeschraubt.

    Meine Wohnung ist etwas größer. 2 Zimmer. Ich hab bewußt entschieden, nicht alles vollzustellen. Der 4-türige Kleiderschrank neben Kleidung auch Handtücher und Bettwäsche. Unten in den Schubladen habe ich Wäsche. Ich hab die Bohrmaschine genommen und die Einlegeböden höher gelegt. So pi x Daumen. Nun passen einfache Regale unten rein. Den Einlegeboden im Sekretär habe ich auch höher , damit aufrecht Ordner stellen kann. Nur war der Bohraufsatz danach kaputt und es hatte gequalmt, als würde es gleich brennen. Der Boden geht nicht raus, ohne die Türen auszuhängen. Aber das war mir wert!

    Ja, ich liebe auch ungewöhnliche Lösungen. Warum noch mehr Kisten und Kästen, wenn man anders einräumen kann? Auch wenn ich wenig Platz habe, ich mag nicht alles vollzustopfen. Glaub, wenn jemand bei mir in die Schränke guckt, der wundert sich auch. 😉

    Wer mit Erinnerungsstücke „ringt“. Ich habe eine Erinnerungskiste. Vllt. ist das eine Möglichkeit?

    1. Der Kleiderschrank usw. ist auch Vollholz. Ich hab den schon über 20 Jahre, bisher keine Ausdünstungen gemerkt. Ich hatte mir überlegt, Bretter zuschneiden zu lassen. Aber 5 m muss man nehmen. Pinie gibts nicht. Leider ist ein Scharnier gerissen. Mal sehen, wie ich das repariert bekomme. Bei meinem TV-Wagen ist die Klappe dagegen schnell gerissen und habs zusammengefrickelt. Sperrholz-Müll! Aber ich mag nicht alles wegwerfen.

      Beim Elch muss man gucken. Der hat viel Schrott. Von dem, ich hab der Schreibtisch, eine Kommode, ein Rollcontainer, dann hörts langsam auf. Größtenteils habe ich meine Möbel noch aus dem Möbelladen, die es inzwischen nicht mehr gibt. Die Kommode in der Küche war von Quelle! Lach!

      1. Ich habe den Eindruck, es gibt eine ganze Reihe Möbelhäuser, wo einem durchaus schonmal die Luft wegbleibt. Nicht nur bei Möbeln, auch bei Teppichen usw. und in den Kramabteilungen diese unerträglichen Duftkerzen – meine persönliche Horrorabteilung.

        1. Stimmt! – Dann hat man die „Stinker“ zuhause und denkt nur: bäh!

          Die hat man gerne im Winter. Im Sommer habe ich die Fenster gerne offen. Im Winter weniger gerne oder die Fenster sind eingefroren.

          Gruselig sind auch Perfümerie und Mode zusammen. In einer Parfümerie kaufte ich ein Schal. An der Kasse fragte mich der Herr, ob er ihn beduften soll. Ich wär am liebsten sofort ver-duftet!

          Ich bin da empfindlich. Kennt man, wenn man erkältet ist. Ich freu mich, wenn ich wieder rieche. Was schnuppere ich? Gestank! Meine Kaninchen waren auch empfindlich. Zum Hände waschen benutzte ich eine neutrale Seife und kein Parfüm. Die kleinen werden 5 bis 10 Jahre. Während der Zeit lernte ich die feinen Eigengerüche schätzen. Geh nur in einen Park oder Garten. Die Erde duftet immer unterschiedlich. Eine Stadt stinkt nur nach Autoabgasen, Industrie oder Zigarettenmief. 😉

  3. Hi,

    sehr schön die Lösung. Ich habe mich gestern auch erst von einem großen Schrank getrennt. Ich hatte so weit reduziert, dass nun alles in einen passt. Somit spare ich mir in Zukunft das Abstauben und putzen von dem Ding und erliege nicht der Verlockung den Platz wieder zu füllen.

    Gruß
    Fuseboroto

    1. So lange man den Kram nicht los ist, hilft ein Schrank vor dem Einstauben.
      Ich behalte meinen Schrank, fülle die Fächer sinnvoller. Die Winterseite der Oberdecke kann ich anstatt in den Staubfänger Bettkasten in das oberste Fach des Schrankes legen. Langfristig möchte ich Bettkästen loswerden, Mal sehen wie ich das mache, bin diesbzgl. wie gelähmt

        1. Der Tritt aus dem Nichts in den Allerwertesten … die beiden Bettkästen sind nun weg und auch schon auf dem Recyclinghof. Das Bett konnte nun noch 15 cm verrückt werden, sodass man mehr Platz vor dem Schrank hat. Win-Win und etliche Kilo leichter 🙂 🙂

  4. Näh- oder Gymnastikecke? Laut lach! Ich weiß nicht, was schlimmer für mich ist. 😉 Ich hatte einen Tag bei 2 Fenster offen ein sooo süßes weiß lackiertes Badregal. Bis mein Ich sagte: „Tanja. Dein Körper will dieses Gift nicht anfassen (gleich Ekzem entwickelt) und nicht einatmen.“ Den Geruch kenne ich von einer aus dem Grund entsorgten Teebox. Der verfliegt niiiiie! Leider muss ich noch eine Verpackung basteln und es zurücksenden. Derweil tanze ich durch den ohne supersüßes Badregal viel größeren Raum. Ich fühle also mit dir, Gabi. Ich weiß auch wieder, warum ich keine Holzmöbel mag. Weil ich selbst die Ökolacke nicht vertrage. Dafür hab ich jetzt ein Seifensäckchen und eine Klar Heilerdeseife. Die geb ich nicht mehr her.

    Ganz liebe Grüße – Tanja

    1. Ich hatte den Eindruck, dass es in meinem Fall nicht einmal der Lack war – es war eh gebeizt. Es war seltsamerweise das Holz selbst und speziell da, wo nichts lackiert bzw. gebeizt war. Das hatte ich so auch noch nicht. Bei Lack bin ich auch immer vorsichtig, es sind halt diese intensiven Gerüche und Biolacke riechen nunmal oft auch sehr intensiv.

        1. Es sind eher die unlackierten Holzbretter als solches. Vergleichbar wie bei Ikea, wenn man – hust hust – endlich an den gruseligen Parfumkerzen vorbei gehetzt ist, tief Luft holen will und dann in der Lagerhalle an den ebf. unlackierten Ivarregalteilen vorbei kommt – und es einem nochmal den Atem verschlägt. Denn da riechts ähnlich. Es gibt Leuten, denen das nichts ausmacht, ich finde es gruselig. Das ist aber bei weitem nicht bei allen Massivholzbrettern so.

          1. Der Geruch wie in den Baumärkte auch. Bäh!

            Ich hatte mal vor vielen Jahren bei einer Inventur in einem Baumarkt ausgeholfen. Puh! Ich hab an den Tag genug gerochen.

            Dagegen die alten Werkstätten. Den Geruch mag ich sehr. Früher hatte man das Holz gelagert, bevor es verarbeitet wurden. Es riecht wunderherrlich nach Schmieröl usw. Wenn ich reinkomme, ich muss reichlich schnuppern.

            Als Kind bin ich heimlich in den Souterrain, wo Opa oder Vater werkelten. Sie waren nicht amüsiert darüber, wenn sie mich erwischten. Klein-Sylvia saß da, schnupperte, es war dunkel und kalt, und war glücklich.

  5. Hallo Gabi,toll wie konsequent du bist.Aber eine Frage hab ich dazu,hättest du deine Kleidung nicht in dem einen Küchenschrank? Was hast du denn jetzt darin?
    Liebe Grüsse von Ilona

    1. Hallo Ilona,
      Den Küchenschrank (Kommode mit silbernen Schubladen) brauchte ich vor einiger Zeit für diversen Küchenkram, nachdem mein Regal in der Abstellkammer das Zeitliche gesegnet hatte. Also musste die Kleidung woanders hin – dachte ich… Aber letztlich war in der Küchenkommode war noch jede Menge Platz – das hätte mir (eigentlich) auch vorher auffallen können. Vermutlich war ich da auch noch zu sehr darin verhaftet, dass in Möbeln, die in bestimmten Räumen stehen, nur bestimmte Dinge drin zu sein haben. Ist aber in einem minimalistischen Haushalt letztlich Unsinn, weil man einfach gar nicht so viel Kram hat.

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