Mein Weg zum Minimalismus

Mein Weg zum Minimalismus, wenn ich diesen mal an meinen Dingen festmache, macht mir deutlich, dass es nie einen wirklichen Plan gab. Das wäre mir auch zu kopflastig gewesen. Ich habe geschaut, was mir gut tut und einfach ausprobiert.

Am Anfang stand mein Mobilar, es folgten Küchenausstattung, Digitalgeräte, Kleidung.

Möbel

Blick in den Wohnraum mit Podesten und Futon links, geradeaus vor dem Fenster ein Tisch mit 2 Stühlen, rechts ansatzweise Stuhl und Schreibtisch erkennbar

Es gab einiges hin und her – mit dem Ergebnis, dass ich eigentlich viel weniger brauche, als ich das dachte. Zwei kleine Holzschränkchen waren unnötig. Die als Kleiderschrank genutzten 35cm tiefen Schränke sind entsorgt. Fehlkäufe waren Sofa und Kommode. Bewährt haben sich die beiden kleinen Podeste, die ich als Bett, Sessel und Sofa nutzen kann. Ein Klappfuton dient mir als Sessel und Gästebett. Mein Futon zum Schlafen habe ich vor einigen Monaten wegen meines gespaltenen 5. Lendenwirbelbogens, gegen eine Kapok-Klappmatratze getauscht.  Diese ist härter als das Futon und verhilft mir nachts zu noch mehr Stabilität.

 

 

Küche

Küchenzeile mit Spüle links, einer Kochplatte und einem Schubladenschrank auf dem ein Espresskocher steht

Sie ist einfach da und auf das Nötigste beschränkt. Ich koche, aber aus Notwendigkeit, nicht aus Leidenschaft. Ein wenig stört mich, dass alles, was in den Bereich von Kochen, Waschen und Putzen gehört, auch mit minimalistischer Ausstattung für meine Verhältnisse recht dingeintensiv ist. Das sind ja nicht nur Töpfe und Co., sondern auch Vorräte fürs Waschen, Kochen, Putzen. Auch da habe ich gar nicht so viel. Aber es kommt halt eins zum anderen.

Den richtigen Kühlschrank zu finden, war ein Desaster. Einbaukühlschrank war Unsinn und zu groß. Der freistehende Kühlschrank war kleiner, aber immer noch zu groß und qualitativ ein Reinfall. Meine Minikühlbox mit ca. 45 Liter ist jetzt richtig klasse und steht in der Abstellkammer. Ansonsten schaue ich, dass ich möglichst viel weglasse, insbesondere, wenn es Geräte sind, die Strom benötigen. Ende 2016 habe ich beispielsweise beschlossen, mir erst dann einen neuen Handmixer zu kaufen, wenn ich ihn tatsächlich auch benötige. Bislang war das noch nicht der Fall, also habe ich bislang auch noch keinen.

 

 

Kleidung

Geöffnete Schublade mit Shirts, Hosen und Jacken
Meine minimalistische Ganzjahres-Garderobe

 

Daran habe ich wirklich mehrere Jahre „gebastelt“. Ich nutze schon länger die Kombi aus Hose, T-Shirt/Langarmshirt und Jacke. Aber die Farben… Ich liebe grün, ab und an darf es auch dunkelrot sein. Früher habe ich meistens bei Trigema gekauft, die haben aber kaum noch grün im Angebot. Das, was ich an sog. fairer und Bio-Kleidung gekauft habe, war erschreckend schnell hinüber. Grüne Shirts habe ich dann trotzdem irgendwie noch bekommen. Aber passende Jacken zu finden, war sehr schwierig. Also habe ich irgendwann entschieden, bei den Jacken auch auf die leicht erhältlichen Farben schwarz-grau-weiß zu setzen. Das entstresst. Eine einfache Lösung, aber es hat tatsächlich Jahre gedauert, bis ich an diesem Punkt war.

 

Büro

2 geöffnete Schubladen mit Aktenordnern und einigen Bürountensilien

Das Aussortieren war hier eher unspektakulär. Meine Papiere und Unterlagen sehe ich immer mal wieder durch, ob sich darin nicht doch noch irgendwas befindet, was weg kann. Inzwischen habe ich nur noch einen (schmalen) Aktenordner und einen Schnellhefter mit Unterlagen. Es gibt ein Grundbestand an Stiften etc., nur das Nötigste. Es reicht, ich komme gut klar.

Update 16.2.20: Da ich nach Minimalisieren von Unterlagen gefragt wurde: Ich entsorge Papiere, sobald die Aufbewahrungsfristen abgelaufen sind. Auch hier gilt für mich: Von Dingen, die ich nicht besitze, brauche ich auch keine Rechnungsbelege verwahren 😉
Info zu Aufbewahrungsfristen für Privatpersonen: https://aufbewahrungsfristen.org/privat/  und https://www.test.de/Aufbewahrungsfristen-Welche-Unterlagen-Sie-nicht-wegwerfen-sollten-5033069-0/ Mehr zu Minimalismus im Büro – und meinen Stand von Oktober 2018:  https://achtsame-lebenskunst.de/2018/10/14/minimalismus-im-buero

 

Digitalgeräte

Tablet mit Tastatur und Maus auf einem Schreibtisch

Die speziellen Schwerhörigen-Handys waren in recht kurzer Zeit hinüber. Ich bin nach einigen Versuchen mit Windows- und Androidhandys wieder zum gebraucht gekauften Apfelhandy zurück gekehrt. Damit höre ich noch am relativ besten, diese Geräte sind auch durchweg hörgerätekompatibel. Ganz praktisch ist das Telefonieren über einen Messenger, da die Sprachqualität hier deutlich besser ist – noch idealer ist Videotelefonie bzw. Videochat. Neu habe ich mir so ein Apfelhandy übrigens noch nie gekauft. Es gibt einige Internethändler, die gebrauchte Geräte durchchecken und mit 1 Jahr Gewährleistung verkaufen. Das ist nachhaltiger für die Umwelt und das eigene Portemonnaie. Tablet statt Laptop (bzw. Desktop-Computer) funktioniert nach jetzt rund 7 Monaten immer noch sehr gut.

Sonstige Unterhaltungselektronik habe ich nicht. Die fehlt mir auch nicht. Ich war bereits 47 Jahre, als ich erstmals überhaupt über die üblichen drei öffentlich-rechtlichen Antennen-Fernsehprogramme hinaus gekommen bin. Und auch bis dahin hatte ich immer nur phasenweise einen Fernseher, anfangs noch mit der Überlegung, ob nicht ein Schwarz-Weiß-Gerät ausreicht und es überhaupt „Buntfernsehen“ sein muss. 😅 Mit den ganzen netten und verflixten Streaming-Angeboten habe ich nichts am Hut. D.h., der Unterhaltungs-Mega-Konsum ist mir immer noch ein wenig fremd geblieben – zum Glück.

 

Auto

Als neulich auf der Arbeit Diskussionen und Aufregungen darüber aufkamen, wie denn Privat-PKWs bei dienstlichen Fahrten versichert sind, konnte ich mich entspannt zurück lehnen. Ich besitze keinen Privat-PKW und wir haben Dienstautos, die wir für unsere beruflichen Außentermine nutzen können. Allerdings beinhalten die Dienstwagen keine Privatnutzung. Also bedeutet das den ein oder anderen zusätzlichen Fußweg von und zur Arbeitsstelle. Aber auf diese Weise habe ich gleich ein wenig körperliche Bewegung und kann mir das Laufband im Fitnessstudio sparen. Außerdem (er-)spare ich mir die Kosten fürs Auto, die Autoversicherung, die Parkplatzsuche, im Winter Scheiben frei kratzen, die Werkstatttermine, die Ruhrgebiets-Dauerstaus und insbesondere jede Menge Nerven und Aufregungen.

 

Mein Weg zum Minimalismus: Mach es einfach

Zusammenfassend ist mein Weg zum Minimalismus ein Weg des Ausprobierens und Experimentierens gewesen. Mach es einfach – langes Nachdenken führt manchmal, aber nicht immer zum Handeln und somit zum Ergebnis. Einfach mal anfangen, lohnt sich. Letztlich interessiert es mich auch nicht, wie wenig oder viele Dinge es sind. Mich interessiert die Einfachheit und die Stressreduzierung, die damit verbunden sind. Und da lohnt es sich ganz besonders, wirklich immer wieder genau hinzuschauen, ob die Dinge wirklich das eigene Leben erleichtern oder aber vielleicht nur die eigene, vordergründige Bequemlichkeit bedienen. Vielleicht ist es auch Frust-Shopping, Statussymbol, Gewohnheit oder sonst was.

 

Foto einer nur teilweise sichtbaren Person, die eine Tasse festhält mit der Aufschrift: A simple Life
Foto: Easton Oliver

 

Zum Weiterlesen:

 

47 thoughts on “Mein Weg zum Minimalismus

  1. Ich denke es kann keinen Plan geben. Es geht um Aufmerksamkeit und bewusstes Entscheiden. Überraschungen könnten an jeder Ecke lauern nach monatelangem Stillstand.

      1. Heute habe ich einen Eimer voll Computersachen aussortiert: Kabel, Kabelbinder, Akku, Plastik- und Metallteile, CDs , Papier. Vier Teile gehen ins Elektrorecycling. Es ist nicht immer möglich sofort zu entscheiden, manches dauert ein paar Jahre bis die Technik so weit ist, dass es offensichtlich wird.

  2. Liebe Gabi!
    Seit dieser Artikel hier online ging, klebe ich sozusagen an deiner Kleiderschublade :-).
    Seit ein paar Monaten sieht meine Garderobe ganz ähnlich aus – ein bißchen bunter, aber auch grün-lastig und noch reduzierter – aktuell zwei Hosen. Der Grund ist eine medikamentenbedingte Gewichtszunahme und so langsam muss ich mir eingestehen, dass es mit einer schnellen Abnahme wohl nix wird. *Schluck* Die schönen Sachen zwei Größen zu klein blockieren den Schrank und machen unglücklich und unzufrieden. Heute morgen, nach erneuter Ansicht deiner Schubladen, ist nun die Entscheidung gefallen. Es wird aus- und weggeräumt, was derzeit nicht passt. (Erstmal in den Abstellraum – meine Medikamente wechseln öfter und von manchen nimmt man auch ab). Die Sommersachen aus der Einmott-Kiste gleich mit. Ich werde mir ein paar neue Teile anschaffen müssen – mal sehen. Ein paar Oberteile, bürogeeignet, eine dünne Wanderhose, zwei Röcke für den Sommer.
    Insgesamt viel weniger als ich vorher so hatte. Im Hinterkopf wächst ein (für mich) revolutionärer Gedanke: wenn der Schrank leerer wird, vielleicht passen dann die Sachen aus der Kommode irgendwann rein und diese wird überflüssig… die Kommode liebe ich jedoch, das braucht noch ein paar Jahre… aber der freie Platz wäre toll…
    Jedenfalls tausendmal Danke für deine Anregungen und deine Mühe, und die Fotos helfen und inspirieren wirklich sehr.

    1. Das klingt doch wunderbar. Ich finde es phantastisch, wenn man Kleiderschrank oder Kommode öffnet, einfach zugreift – und es passt.
      In deinem Fall macht es ja auch wirklich Sinn, die anderen Teile erstmal in die Abstellkammer wandern zu lassen.
      Vielleicht findet sich für die Kommode ja irgendwann auch eine andere Funktion – und dafür kann irgendein anderes, weniger geliebtes Möbelstück endlich weg. In Kommoden kann man ja alles mögliche reinpacken, auch Bürosachen oder Geschirr, usw.

      1. Die Sache mit der Abstellkammer war der Hit! Habe mehr Dinge rein- als ausgeräumt. Konnte einen auseinandergebauten Beistelltisch am Wochenende schon verschenken. Und die Inhalte einiger Kartons mit Renovierungs-Gedöns verschlanken und zusammenlegen. Drei alte Pappkartons konnten dem Recycling zugeführt werden 🙂
        Mehr raus als rein ist ja immer ein schöner Grundsatz !
        Viele Grüße

        1. Abstellkammern in denen endlich mehr Platz und Übersicht ist, finde ich auch gigantisch. Habe heute auch noch mal in der Abstellkammer gerödelt, jetzt ist es viel besser, daher weiß ich gerade recht gut, wie phantastisch sich das anfühlt.

  3. Weil ich Elektrogeräte in der Küche nicht so mag, habe ich meinen elektrischen Handmixer durch einen handbetriebenen Handmixer von Oxo (für flüssige Teige) und einen dänischen Teig Schneebesen (für feste Teige) ersetzt.

    1. Eine Freundin hat so einen Handmixer aus Schweden in uralt, der ist wirklich klasse und eine schöne Alternative. Den dänischen Schneebesen kannte ich noch gar nicht. Interessant, dass es doch so vieles ohne Strom gibt.

    2. Hm, Hefeteig geht dann nicht und Rührteig auch nicht. Dann bleibt wohl nur Teig für Waffeln, geschlagene Sahne . Ich hatte Mal so ein Teil, aber das habe ich entsorgt , weil damit kaum was ging und ich wieder bei meiner Küchenmaschine gelandet bin.

      1. Ich mache meinen Hefeteig mit dem dänischen Schneebesen. Für Keksteige und Mürbeteig benutze ich einen Teigmischer aus Edelstahl (das sind viele kleine Klingen die mit einem Griff verbunden sind).

        1. Hm, mein Hefeteig ist ziemlich fest , da geht zwischendurch nicht Mal der Knethaken richtig durch. Ich bin auch zu faul. Wenn die Maschine läuft kann ich was anderes machen, z.b. Utensilien abwaschen, wegräumen oder bereitstellen. Interessieren würde es mich schon , weniger Stromgeräte wäre reizvoll. Die Boschmaschine aus Plastik habe ich 35 Jahre oder länger. Sie hat alles überlebt.

          1. Seit 35 Jahren hält die Maschine – oh bloß behalten. Sowas bekommst du heute nicht mehr.
            Da fällt mir der alte, orangene DDR-Handmixer aus den 70ern ein. Den gibts in einigen Haushalten offensichtlich immer noch.
            Oder mein Teppichdackel und Durchschlag aus den 80ern – auch noch im Einsatz.

              1. Super, wenn die Sachen so lange halten. Bei mir gäbe es definitiv das ein oder andere Teil mehr, wenn nicht dieses Elend mit der geplanten Obsoleszenz wäre. Das stört mich derart, dass ich dann lieber das Zeugs im Laden lasse.

            1. Meinen DDR Handmixer habe ich seit 38 Jahren.
              Und das mehrmals wöchentlich im Gebrauch, da ich viel backe. Das Ding war mal weiß, jetzt total vergilbt, aber er läuft und läuft und läuft. 🙂
              Wenn er irgendwann doch mal hinüber sein sollte, reicht mir aber auch ein ganz normaler Schneebesen.
              Hefeteig fürs Brot oder Pizza knete ich gern per Hand, weiß auch nicht warum, fühlt sich so gut an. 😄

              1. Ist das nicht fast unglaublich? 38 Jahre! Heute sind wir bereits froh, wenn Geräte nicht ein halbes Jahr nach Ablauf der Gewährleistung hinüber sind. Das ist ja auch eine ziemliche Ressourcenverschwendung.

  4. Die Marmelade wäre bei mir besser aufgehoben, Thorsten.

    Ich hab drei Ordner und wenn ich regelmäßig durchsichte, lässt sich nix reduzieren, außer zwei Blättchen. Also ein Ordner kommt mir schon sehr wenig vor. Ich kopiere z. B. Formulare, wenn ich sie ausgefüllt habe fürs nächste Mal. Wie Bafögantrag. Spart Zeit und Nerven.

    Manches braucht einfach länger. Kokosöl-Natron als Deo ergab bei mir Nesselsucht. Nun hab ich einen zweiten Versuch gewagt und nicht dran geglaubt. Natron pur als Deo. Auf gewaschene, trockene Achsel dreimal aufpinseln. Damit bin ich jetzt glücklich. Spart Chemie, Geld, Gesundheit, Verpackung, Zeit.

    1. Als Selbständige hat man natürlich auch mehr Unterlagen und da gibts eben auch sehr lange Aufbewahrungsfristen. Da sind deine 3 Ordner für Alles schon sehr wenig. Außerdem habe ich ja auch noch den Schnellhefter. Da ist der Steuerkrams bei mir drin. Aber das ist halt nicht so viel bei mir.

      Das Problem bei Koksoöl hatte ich auch. Ich habe es nicht vertragen und bekomme Hautausschlag davon.

      Formulare kopieren fürs nächste Mal ist echt sinnvoll. Ich mache es aber nicht, weil ich im Job sowieso für alle möglichen Leute alle möglichen Formulare ausfülle. Da habe ich gar keine Chance aus der Übung zu kommen.

    2. Kannst vorbeikommen und ein paar Gläser mitnehmen. Wir könnten jedes Jahr 1000 Gläser Quittengelee kochen. Ungelogen. Fällt alles runter , wir nehmen nur einen winzigen Teil der Ernte.

  5. Guten Samstag,

    was mich interessiert: man muss ja so viele Unterlagen aufheben. Ich halte mich nicht an die 10-Jahres-Frist, dennoch kommt so einiges zusammen: alte Lohnbescheide (braucht man evtl. mal später wg. Rente), Versicherungsunterlagen (oder reicht da der letzte Bescheid z.Bsp. bei einer Lebensvers.), Mietunterlagen; Fortbildungsnachweise (auch schon ausgedünnt) usw.

    Wie schafft mensch es da mit nur einem Ordner? Alles digitalisieren? So viel Aufmerksamkeit möchte ich diesen dingen gar nicht widmen… LG aus Erfurt

    1. Hallo Andrea,
      Ein paar Dinge habe ich digitalisiert, aber bei weitem nicht alles.

      Die 10-Jahres-Frist gilt im Wesentlichen für Selbständige, nicht für Privatpersonen. Hinweise welche Aufbewahrungsfristen für Privatpersonen gelten, gibts u.a. hier: https://aufbewahrungsfristen.org/privat/

      Gehaltsnachweise:
      da verwahre ich immer die letzten 6 Monate plus den Dezember-Gehaltsnachweis. Da stehen nämlich alle Daten vom ganzen Jahr drauf. Außerdem: Es gibt jährlich die Sozialversicherungsnachweise, da steht das Bruttogehalt drauf. Und irgendwann schickt einem die Rentenversicherung auch den Versicherungsverlauf. Da stehen ebf. die jeweiligen Bruttojahresgehälter drauf. Ich habe da auch vor längerer Zeit mal eine Kontenklärung vorgenommen, so dass die Daten bei der Rentenversicherung auch vollständig und richtig sind. War etwas aufwändig, aber lohnenswert.

      Versicherungen:
      Gibt es bei meiner Versicherung digital – und ich habe da wirklich nur das Nötigste. Lebensversicherung habe ich z.B. nicht.

      Mietunterlagen:
      ja habe ich auch, alte Mietunterlagen können aber nach meiner Erinnerung auch nach drei Jahren weg (siehe Link oben)

      Fortbildungsnachweise, Ausbildungsnachweise habe ich noch – bei Fortbildungen aber auch nur, was wirklich relevant ist.

      1. Danke für Antwort! Na ja, dann wühle ich mich noch mal durch. Habe mir auch die verlinkten Seiten durchgelesen. Auf so wenig wie es bei Dir ist, werde ich wohl dennoch nicht kommen …. Schönen Sonntag allen!

        1. Ich finde, wenn alles Notwendige in den Ordner drin ist und alles Überflüssige weg – dann ist es egal, ob es 1 Ordner oder 10 oder 50 Ordner sind. Das hängt von der persönlichen Lebenssituation ab und reines Archiv kann ja z.B. in den Keller.
          Mir war z.B. gar nicht bewusst, dass ein Ordner plus ein Schnellhefter offensichtlich sehr wenig ist. 🤔 Das ist mir ehrlich gesagt auch egal, Hauptsache keine überflüssigen Papierfriedhöfe.

        2. Bei mir passt auch nicht alles in einen Ordner, auch weil ich hier und da ein, zwei Sachen noch aufbewahre, aus Vorsicht, und das ist doch auch okay. Es ist doch auch kein Wettbewerb.

          1. 👍👍👍 Genau das. Es ist komplett egal, sofern es ins jeweilige Leben passt. Das passt bei mir auch eher zufällig, vieles ist inzwischen ja online verfügbar, wie Bedienungsanleitungen etc., Rechnungen kommen meistens auch per Email. Da brauche ich vieles nicht mehr in Papierform. Mein Studium liegt über 20 Jahre zurück, meine Erstausbildung 38 Jahre, da brauche ich außer Abschlusszeugnissen wirklich nichts mehr verwahren. Es macht auch wenig Sinn, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

    2. Bei LV bitte die Police aufheben , die musste ich bei meiner Versicherung einschicken. Allerdings müssten sie auch leisten, wenn ich sie nicht mehr hätte, sage ich mal so.

    1. Hallo Ilona,
      Wenn man mal wirklich ganz ehrlich durch die eigenen Ordner schaut, findet man immer was. Bei mir war das ein ewiger und jahrelanger Prozess. Papierkram nervt mich, Ordner nerven mich. Ich habe diese Genervtheit einfach ausgenutzt, um immer wieder durchzuschauen, ob nicht irgendwas doch noch weg kann.

      Ich behalte wirklich nur das Allernötigste (siehe Kommentar zuvor), alle was nicht zwingend nötig ist und wo die Aufbewahrungsfristen abgelaufen sind, kommt weg.

      Was ich auch nicht behalten habe, sind die ganzen Aufzeichnungen aus Ausbildung und Studium. Da habe ich nur noch die Zeugnisse und den Diplom. Erzieherinnenausbildung liegt 38 Jahre zurück, Sozialpädagogik-Studium 22 Jahre. Da ist eh nichts mehr aktuell. Brauche ich Infos, dann besorge ich mir lieber ein aktuelles Fachbuch oder mache eine entsprechende Fortbildung.

      Bedienungsanleitungen von Geräten gibts in aller Regel auch digital im Internet beim Hersteller. Die verwahre ich daher auch nicht.

      Ansonsten: Wenn man wirklich konsequent nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen ausmistet, ist das als Privatperson doch auch nicht so viel. Ich habe allerdings auch kein Haus, keine Eigentumswohnung, kein Auto, kein Handyvertrag, kein Sonstwas-Abo. Die meisten Rechnungen trudeln inzwischen digital ein, die habe ich dann bis Ablauf der Gewährleistungsfrist auch nur digital gespeichert.

      1. Ich habe nur Abizeugnis, Vordiplom und Diplom, Abschlusszeugnisse der beiden Ausbildungen. Grundschulzeugnisse können ebenso weg. Feststellung der Vaterschaft, gemeinsame elterliche Sorge sind so „Zettel“, die mich nerven, brauchte letzteres tatsächlich beim Schülerbafög. Also einmal in 20 Jahren. 🙂 Stimmt. Als Selbstständige hat man schon einen Ordner mehr mit Konzoauszügen und gestellten Rechnungen.

        1. Das sind auch Papiere, um die man echt nicht herum kommt. Es ist so. Bei mir sind es die Sozialversicherungsausweise, die ich nun schon seit Berufsbeginn jährlich abhefte. Der erste Beleg ist von 1978… Nerv… Seit 42(!) Jahren hefte ich diese Zettel ab, unterbrochen nur durch Ausbildung und Studium. Aber man braucht sie halt. Und genau genommen: Ob da nun ein Ordner mehr oder weniger ist, was solls.

          Interessanter finde ich: Weniger Dinge – weniger Kaufbelege, also keine Quittungen von dem ganzen Technikkrempel wie Waffeleisen, Eierkocher, Toaster, elektrisches Messer, Playstation, Fernsehgerät, sündhaft teure Ohrstöpsel usw. usw. usw. usw. Da kann man gleich 3-fach entrümpeln: Die Dinge, die Bedienungsanleitungen und die Kaufbelege. Das lohnt sich.

          1. Muss man den ganze Ausbildung krempel aufheben nachdem man eine Rentenklärung hat durchführen lassen. Ich brauche den ganzen Zeugnis- und Arbeitspapierkram nur noch für die Rente oder ? Oder kann man dem Bescheid nicht trauen, hm.

            1. Also so lange man die Rente noch nicht durch hat, kann es ja auch sein, dass man die Papiere beruflich nochmal braucht. Und selbst danach, wenn man als Rentner vielleicht noch Minijob oder sowas machen will.

              1. @Thorsten: eine Qualifikation, die nach 5 Jahren nichts mehr wert ist? Oha.
                Meine beiden päd. Ausbildungen kann ich nach endlosen Jahren immer noch gebrauchen – Menschen ändern sich halt nicht so schnell wie die Technik oder sonstwas.

  6. Hallo Gabi,

    du hast meinen vollen Respekt! Wirklich konsequent deine Umsetzung der minimalistischen Lebensweise.
    Mit deiner minimalistischen Kleidung käme ich nicht aus. Mir drängt sich da die Frage auf, was trägst du denn im Hochsommer und hast du keine Pullover? Nur T-Shirt im Winter muss für dich kalt sein.

    1. Im Hochsommer: Ich habe 2 kürzere, luftige Sommerhosen, die schnell trocknen, dazu eine weiße lange, auch eher dünne Hose.
      Im Winter: Langarmshirt (kein T-Shirt!) dazu eine Sweatjacke. Das ist sogar wärmer als nur Pullover und ist insb. Zwiebeltechnik. Ich komme beruflich viel herum, manchmal in eher kühlen Wohnungen, manchmal sehr warme Wohnungen. Da ist Zwiebeltechnik am einfachsten, bei allem anderen würde ich kirre. Mit Röcken und Kleidern habe ich es nicht so, mochte ich schon als Kind nicht. Irgendwann vor mind. 20 oder 25 Jahren habe ich dann den letzten Alibi-Rock weg gegeben. Ich gehöre ehrlicherweise auch zu den Bekleidungs-Langweilern. Ich hatte wirklich noch nie Spaß an dem ganzen Modekram.

    1. Ja, es dauert. Ich habe Ende 2010 mit dieser Minimalismus-Reise begonnen, jetzt ist es Anfang 2020, also bereits über 9 Jahre. Und ich schaue immer noch, probiere aus, experimentiere, verändere, gestalte und schaue, was mir gut tut.
      In einem von Über-Konsum geprägten Umfeld einen minimalistischen Lebensstil zu leben, ist vielleicht ähnlich so, als wollte man auf einer Kirmes meditieren. Natürlich geht das auch, aber es ist schon eine Herausforderung.

      1. Ich habe gerade als „Frühmeditation“ :lach: nur 1 Schublade und zwei Hängeschränke umgeräumt. Es wurde nichts aussortiert, aber sinnvoll eingeräumt. Marmelade ist in die Schublade gewandert, leere Marmeladengläser oben in die Ecke. Kurze Wege für die Arme und alles im Blick. Anforderungen und Blickwinkel ändern sich mit der Zeit.

          1. Jetzt ist doch noch eine Blechdose für Kaffee aus dem einen Schrank rausgeflogen, bei der immer der Deckel wegen Materialmüdigkeit am Scharnier abging. Wir hatten schon längst eine neue, aber „die alte Dose war doch noch gut“

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