Finanzielle Rücklagen für Kleinverdiener

Vorweg: Ich bin keine Finanzexpertin. Ich habe hier weder Börsen-, noch Anlagetipps, schon gar nicht empfehle ich irgendeine Art von Versicherung. Wenn ihr genau darüber etwas lesen wollt und die finanzielle Freiheit sucht: Schaut besser auf anderen Webseiten und Blogs vorbei. Hier findet ihr nichts entsprechendes. Mir geht es um etwas ganz anderes: Praktische Tipps, damit auch Kleinverdiener finanzielle Rücklagen bilden können. Dazu kann ich eher etwas sagen, gehöre ich doch als Sozialpädagogin mit Halbtagsgehalt auch eher zu den Kleinverdienern.

 

Der erste vor dem zweiten Schritt

Um sich Gedanken zu irgendwelchen Sparzinsen, Aktienkurse, ETF-Fonds und Sparverträgen zu machen, muss zunächst erstmal Geld da sein, welches man überhaupt anlegen kann. Und bevor man dort Geld anlegt, braucht man erstmal Geld, welches flüssig, also im Bedarfsfall kurzfristig verfügbar ist. Irgendwas ist bekanntlich immer und manche zwingenden Ausgaben kommen oft zum genau falschen Zeitpunkt. Ein Notfallbudget macht daher Sinn. Idealerweise hat man sogar Rücklagen, mit denen man 2 – 3 Monate lang alle wichtigen Ausgaben bestreiten könnte.

Gerade für Kleinverdiener sind solche Rücklagen aber bereits ein Problem. Da mich aber genau diese Menschen immer wieder genau dazu ansprechen oder anschreiben, sich Sorgen um solche Rücklagen oder auch die Altersvorsorge machen, versuche ich einfach mal ein bisschen auch ganz pragmatischer Sicht beizusteuern, was mir am besten geholfen haben:

 

Den Ist-Zustand erfassen

Ganz wichtig ist es, sich über seine eigene finanzielle Situation möglichst klar zu sein. Nicht nur so ungefähr, sondern nach Möglichkeit genau. Das ist immer wichtig. Insbesondere aber, wenn man kein ganz so hohes monatliches Budget hat. Wer schon länger meinen Blog liest, weiß, dass ich seit Mitte der 90er-Jahre ein Haushaltsbuch-Fan bin und ich kann dies jedem empfehlen. Dazu muss man nicht zwingend jeden Cent genau erfassen, ggf. reicht es auch z.B. die monatlichen Barausgaben einfach erstmal als Ganzes zu erfassen (sozusagen Haushaltsbuch für Faule).

Haushaltsbuch – Vorlagen:

Für eine erste Übersicht, muss man nun aber nicht erst monatelang Haushaltsbuch führen. Such dir die Kontoauszüge der letzten 12 Monate heraus. Dann nimm dir einfach ein Stück Papier, erstelle eine Übersicht mit einer Tabellenkalkulation oder nutze einfach eine Haushaltsbuch-Vorlage und notiere die Ausgaben der letzten 12 Monate – notfalls auch mit der Kategorie „unbekannte Ausgaben“. Errechne dann einen Durchschnitt und schon weißt du, wie die Ein- und Ausgaben im letzten Jahr zusammen gepasst haben.

 

Prüfe deine Ausgaben

Meistens fällt einem schon beim Erstellen einer solchen 12-Monatsübersicht oder beim Eintrag ins Haushaltsbuch auf, wo Unklarheiten bestehen, Geld unnötig ausgegeben wird oder in welchen Monaten es finanziell besonders eng ist. Prüfe daher nochmal genau nach:

  • Welche Ausgaben sind wirklich zwingend wichtig?
  • Was sind die teuersten Posten?
  • Welche Ausgaben (z.B. Verträge, Abos) sind ggf. unnötig?
  • Wo gibt es preisgünstigere Alternativen (Strom, Internet, Versicherungen, etc.)

Wer seine Ausgaben mit den Ausgaben anderer Menschen mit ähnlichem Gehaltsgefüge vergleichen möchte, kann dies hier tun:

 

Überprüfe einige große Finanzposten

Wohnen:

Wohnraum ist leider vielfach zum Spekulationsobjekt und damit sehr teuer geworden. Die Mieten sind explodiert. Es gibt sehr teuere, aber auch etwas günstigere Wohngegenden. Wer wissen möchte, ob sich die Kosten für die eigene Wohnung noch halbwegs im Rahmen halten, kann eine einfache Möglichkeit nutzen und die eigene Miete hier in Deutschland einmal mit den sog. „Kosten der Unterkunft“ der Jobcenter vergleichen. Für jede Wohngegend in Deutschland gibt es von den Jobcentern Grenzwerte. Die Jobcenter wollen halt nur vergleichsweise preisgünstigen Wohnraum in den jeweiligen Regionen finanzieren. Ob die eigenen Nebenkosten bzw. Betriebskosten noch im Rahmen sind, kann man dann noch anhand des Betriebskostenspiegels vergleichen.

Liegt man vielleicht sogar noch in diesen Bereichen oder geringfügig darüber, weiß man, dass man bereits relativ preisgünstig wohnt und hier vermutlich nicht so viel einsparen kann. Ist die eigene Wohnung deutlich teurer, gäbe es – gerade im Hinblick auf Älterwerden und Rente – langfristig vielleicht doch noch Einsparpotential. Minimalismus ist auch hier prima: Möbel und sonstiger Kram, der nicht da ist, muss auch nicht auf teuren Quadratmetern untergebracht werden. Beschränke dich auf die wirklich wesentlichen Dinge und schon ist auch in einer kleineren Wohnung jede Menge Platz.

Mobilität:

Häufig unterschätzt werden die Kosten fürs Auto. Meistens sind die Kosten hierfür höher als gedacht. Hier zwei Übersichten über die tatsächlichen monatlichen Kosten, die für das Auto aufgebracht werden müssen:

Ja, ich weiß: Nicht jeder kann und will aufs Auto verzichten, beispielsweise wenn man auf dem Land wohnt. Aber mal ehrlich: Nicht jeder Autobesitzer wohnt auf dem Land. Es gibt auch sonst wichtige Gründe, die für das Auto sprechen, aber überprüfe auch dann einmal: Steht die Blechkiste erstmal vor der Tür, fährt man oft auch die kurzen, völlig unnötigen Wege. Genau die kurzen Wege verbrauchen aber so richtig viel Energie – genau hier liegt ein Einsparpotential.

Als Autobesitzer prüfe aber auch, ob das eigene Auto wirklich sein muss. Es gibt Carsharing, Fahrräder, der ÖPNV ist oft nur eine Gewöhnungssache und eigentlich bewegen sich die meisten von uns doch eh viel zu wenig. Mein Auto früher hat mich rund 350€ monatlich gekostet (einschl. verrechneter Anschaffungskosten). Laut der oben erwähnten Listen läge dieses Auto inzwischen bei 420€, macht im Jahr über 5000€. Bei einer solchen Summe könnte ich den wöchentlichen Lebensmittelkauf sogar locker mit dem Taxi transportieren. Das wäre immer noch günstiger.

Lass dich nicht konsumveralbern – überprüfe die digitalen Geldverschwender

Die digitale Unterhaltungsindustrie boomt. Mich macht oft ganz fassungslos, wie selbstverständlich Menschen ganz unterschiedlichen Einkommens, unendliche Summen hierfür ausgeben. Es gibt zahlreiche Video- und Musikstreamingdienste, ständig kommen neue Smartphones, TV-Geräte, Heimkinos, Homepods etc. auf den Markt. Die meisten Menschen finden das ganz normal, ein Abo hier, eine Flatrate da – so viel sei das ja nicht: Mal 10 Euro, mal 5 Euro. Aber auch solche Kleinigkeiten summieren sich und fehlen dir an freiem Geld, welches du sehr gut als Kleinverdiener für Rücklagen nutzen könntest.

Verwende daher dein Smartphone über eine längere Zeit und laufe nicht ständig den neuesten Geräten hinterher, lass Abos und Verträge links liegen. Das neueste Smartphone von heute ist eh nur der Oldie-Knochen von Morgen. Lass dich daher nicht konsumveralbern. Für Musik gibt es zahlreiche digitale Radiosender, die im Bedarfsfall auch einfach über eine Smartphone-App angehört werden können. Die Online-Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sind voll mit diversen Filmen und Dokumentationen. Man muss hier einfach nur ein wenig genauer hinschauen und suchen und bekommt nicht einfach bequem die nächste Serie vor die Nase gesetzt. Überprüfe auch, was du sonst an digitalen Unterhaltungsgeräten hast und was wirklich notwenig ist. Wenn man viele solcher Geräte besitzt, diese regelmäßig erneuert und dazu noch die diversen Streamingdienste nutzt, kommt man als Kleinverdiener kaum auf einen grünen Zweig.

 

Genieße das Leben

Man kann natürlich auch noch weitere Ausgabenbereiche überprüfen. Es findet sich meistens noch irgendwas, was optimiert werden kann. Vergessene Abos, unsinnige Versicherungen, der ohnehin viel zu volle Kleiderschrank, usw usw. . Es ist eine Frage der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Und ja: Es ist schwer, sich gerade mit einem eher geringen Einkommen, nicht ständig verführen zu lassen. Aber es ist deshalb umso wichtiger: Jeder Euro sollte wirklich so ausgegeben werden, dass er möglichst ein persönlicher Gewinn ist und nicht irgendeine unreflektierte Konsumausgabe. Genau das ist eben auch Minimalismus.

Und natürlich darf mal sich ab und an etwas Besonderes gönnen, Restaurantbesuch, Ausflug, Kino oder sonst etwas. Hat man die unsinnigen Ausgaben minimalisiert, ist dies auch viel eher möglich – gerade auch im Hinblick auf die Altersvorsorge und die Lebensqualität im Alter ein interessanter Aspekt. Wenn du denkst, es ist sinnlos, da du im Alter wegen der Minirente ohnehin auf die Grundsicherung angewiesen sein wirst, dann gibt es dort immer noch das sogenannte Schonvermögen und Vermögensfreibeträge, welche dir bleiben und über die du frei verfügen kannst. Gerade dafür lohnt es sich!

 

Minimalismus macht auch als Kleinverdiener Sinn

Vor Fehl- und Spontankäufen ist man auch bei kleinem Einkommen nicht gefeit. Dort haben diese aber sehr viel fatalere Auswirkungen, als bei jemand, der über ein großzügiges monatliches Budget verfügt. Minimalismus macht auch bei kleinem Einkommen Sinn. Lass dich daher nicht blenden oder verrückt machen, weder von unrealistischen Versprechungen oder den neuesten Gadgets, noch von Statussymbolen oder all dem unsinnig angesammelten Zeugs. Unterscheide stattdessen zwischen: Brauche ich das wirklich oder will ich das nur? Konzentriere dich auf das, was du wirklich brauchst und was du wirklich (auch langfristig) magst.

 

Lass dich nicht verrückt machen

Ein letztes: Lass dich nicht verrückt machen. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Selbst wenn am Monatsende erstmal nur 20€ übrig sind, ist dieses Geld ja schon mal da. Macht im Jahr 240€ und in 10 Jahren 2400€. Das ist natürlich nicht die Welt, nicht die totale finanzielle Freiheit, aber doch schon mal eine ganz schöne Summe. Diese Summe ist dann einfach nur durch eine intelligente und minimalistische Lebens- und Konsumplanung zustande gekommen. Und wer weiß: Vielleicht sind es am Monatsende ja noch ein paar mehr Euros, die übrig sind und dann wäre noch viel mehr möglich.

 

Jemand wirft eine kleine Münze in ein rosa Sparschwein
Foto: Damir Spanic

 

 

Zum Weiterlesen:

 

 

58 thoughts on “Finanzielle Rücklagen für Kleinverdiener

  1. Gabi, nach deiner Autorechnung hab ich 14 Euro am Tag frei für Taxi oder Lieferdienste. 5 geb ich pro Woche aus für eine Kiste Lebensmittel und eine Kiste Wasser, die mir 3 Stockwerke hochgetragen werden. War früher mal kostenlos. Finde ich aber okay.

    Bei Wohnung zahlt man auch mit, was nicht in der Anzeige steht. Etage für mich, höre kein Auto. Nettes Umfeld. Kurze Wege. Die würde ich jetzt nicht einfach tauschen, weil eine andere billiger ist.

    Ich hofte, du bist nicht weggeschwemmt die Tage.

    1. Das ist genau die Autorechnung, die manche Leute nicht machen und dann stöhnen, dass das Geld knapp ist. Es gibt ältere Leutchen im Viertel, die ihren PKW nur dazu nutzen, um damit 1 x in der Woche einzukaufen. Dann tragen sie selbst die ganzen Wasserkisten und Co. eigenhändig in die 3. Etage. Selbst wenn man 4,3 Wochen pro Monat rechnet, sind das dann bei dir 21,50€. Dafür kann man kein Auto unterhalten.

      Bei Wohnungen gibts viele Faktoren, ja stimmt. Ich habe da einfach eine positiv-negativ-Liste gemacht und mal alle für mich wichtigen Faktoren untereinander geschrieben. Dann sieht man recht schnell, wo die Vor- und wo die Nachteile sind. Ruhe, kurze Wege, Umfeld, welche Wohnungsgesellschaft bzw. Vermieter sind wichtige Faktoren. Der Wohnungsmarkt ist derzeit schon eine Katastrophe, wenn man zufrieden ist, man bei der Finanzierung keine Bauchschmerzen hat, wozu wechseln? Würde ich auch nicht.

      Ach ja, weggeschwommen bin ich nicht. Hier stand die Straße nicht unter Wasser, aber in einigen anderen Stadtteilen war es ein ziemliches Desaster. Es gibt hier Ecken, wo ich alleine deshalb schon nicht hinziehen würde… Hier ein kleiner Eindruck:
      https://www.youtube.com/watch?v=IIqXj3eFRwU

  2. Hilfreiches Thema das du da gewählt hast, danke Gabi und an alle Schreiber. So kommen viele Lebenserfahrungen zusammen. Zeitungen gibt es auch „hilfreiche“ und weniger „hilfreiche“ wobei der Focus auf objektiver, weitsichtiger und kritischer Optik bei gewissen Zeitungen liegt. In der Schweiz, St.Gallen kann eine ganze Familie die Angebote der Stadtbibliothek für CHF 40 im Jahr benutzen, das heisst reale Bücher und alle digitalen Bücher bis zu 15 Titel und diese bis auf 5 Geräten. Da hat es auch viele Tageszeitungen, eben auch die Hilfreichen, die je Download eine Stunde gelesen werden können. Das ist ein sehr gutes Angebot, da in den online Zeitungen meist die tiefgründigeren Beiträge fehlen. Gibt’s sicher in Deutschland auch.
    Zu Autos meine Empfehlung, wenn ein Auto gebraucht wird, die Autos recht pflegen und lange, möglichst sehr lange behalten. Der Wertverlust ist dann gleich null, und wenn man dem Autos gut schaut, weiss man auch was man hat und mit der Zeit hat man einen Youngtimer, der schon wieder schön und Charakter hat.

    1. Bei uns in Lübeck kostet die Büchereikarte 26 Euro pro Jahr und man kann bis zu 100! Bücher gleichzeitig ausleihen. Die Kinderkarte bis 18 ist komplett kostenlos. Auch die online-Medien sind frei verfügbar. Ich bin für mich und meine Kids eigentlich wöchentlich da, allein schon, weil unsere Regale zu Hause keine neuen Bücher mehr aufnehmen können. Ich bin dazu übergegngen, nach Neuerscheinungen im Büchereikatalog zu suchen, meist werde ich fündig. Natürlich sind diese dann meist gerade verliehen. Aber gegen 1 Euro Vormerkgebühr kann man sich auf die Warteliste setzen lassen und bekommt das Buch dann zeitnah und preisgünstig. Wenn mir, oder vor allem meinen Jungs, ein Buch mal besonders gut gefällt, kaufen wir es uns im Nachhinein dann mnachmal auch für Zuhause. Das hält den Zuwachs aber gut in Grenzen, denn nur das, was wir noch mehrmals nachlesen wollen, wird dann gekauft. Ihr mekrt schon: ich bin absoluter Liebhaber öffentlicher Bibliotheken – nutzt sie, aus Kosten- wie aus Minimalismusgründen.

      1. Ja diese Art Bibliotheken zu nutzen und mit Kindern die Welt der Bücher zu erleben ist äusserst prägend und kostengünstig, ja fast geschenkt. Was ich an digitalen Büchern schätze, ist dass man mit den Readern bei persönlich treffenden und beeindruckenden Passagen, Zitaten etc. Notizen anmerken kann und am Schluss die Buch-Essenzen sich als Mail senden kann. So kann man schöne knappe Buchzusammenfassungen mit PDF, Titelbild etc. erstellen und hat mit der Zeit eine persönlich „minimalistisch“ Bibliothek.
        Auch gut und schön zum interessierten Bekannten zu schicken und auf persönlich bewegende Themen hinzuweisen. Viel Freude.

  3. Oh wieder was neues zu lesen! 🙂

    Gutes Thema Gabi. Vor allem die Sache mit dem Auto verdutzt mich immer wieder – da gehen ordentlich Kosten rein. Und es stimmt was du sagst: Wer ein Auto hat, der fährt auch kurze Wege damit. Ich finde es immer wieder mal sehr ernüchternd zu sehen, wieviele Menschen jeden Tag mit großen Autos alleine umherfahren. Ich als überzeugte Fußgängerin und ÖPNV-Nutzerin werde wirklich sehr sehr oft komisch beäugt, wenn ich sage, dass ich aus Überzeugung kein Auto besitze und dankbar bin, dass ich ohne Auto auskomme (so lang es die Lebenssituation eben zulässt!).

    Mit der Miete ist es ähnlich. Miete wird von der Generation, der ich entstamme als sehr rückschrittig bezeichnet. Ich sehe ganz klar die Vorteile: Ich muss keine Renovierungen/ Sanierungen vornehmen, keine unvorhergesehenen Kosten und die Freiheit, jederzeit den Wohnort zu wechseln, sei es beruflich oder aus privaten Gründen – DAS nenne ich Luxus.

    1. Auto habe ich auch keins – ich wohne am schon grünen inneren Rand einer Stadt mit prima ÖPNV. Trotzdem werde ich angeguckt wie das Auto, das ich nicht habe, wenn ich sage, dass ich kein Auto habe und auch keins will. Ich brauch keins. Das würde nur auf der Straßen stehen und Geld kosten – und das für ein-, zwei Mal in der Woche einkaufen fahren? Hm, nein! Andererseits hat z. B. in der Familie meiner Schwester jede/r einen fahrbaren Untersatz. Die wohnen derart weit auf dem Land, noch hinter dem Ort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, da geht ohne Auto gar nichts. Die brauchen ihre Karren wirklich.

      Meine Wohnung gehört bald mir. Ich gehöre halt zu der Generation, die auf Eigentum noch Wert legt. Ich hatte nicht vor, mir was zu kaufen, aber ich hab vor 10 Jahren noch eigentlich schön zur Miete in einem Haus gewohnt, in dem eine Wohnung nach einiger Zeit von unterprivilegierten Neo-Nazis belegt war, die rund um die Nacht Drogenparties machten. Beschwerden direkt brachten nächtliche Tritte gegen die Tür, die auch gerne mal angespuckt wurde, diverse Sachen von mir, die frei zugänglich waren (Fahrrad im Keller) wurden beschädigt etc. Beschwerden beim Vermieter brachten … nichts. Anzeigen bei der Polizei liefen ins Leere … und für den Spaß soll ich jeden Monat 600 € abdrücken? Für praktisch nichts außer ein Dach über dem Kopf und evtl. mal überfallen zu werden und kaum eine Nacht ruhig schlafen können? Eine ähnliche Wohnung zu mieten hätte mich gleich viel mehr Geld gekostet, die Preise waren in den zehn Jahre, die ich da gewohnt habe, ordentlich nach oben gegangen. Und verkleinern kam aus Prinzip nicht in Frage. Wenn schon weichen, dann richtig: Ich hab mein Geld in was Eigenes gesteckt, das ich gerade noch so günstig ergattern konnte, bevor auch da die Preise nach oben zu schießen begannen, zahle stetig die gleichen Beträge, während die Mieten im alten Haus immer weiter stiegen. Selbst mit Rücklagen und Geld, das ich in die Wohnung selbst investieren muss für Reparaturen und so, komme ich günstiger herum und kann auch jeden Monat was zurücklegen. Wenn ich in spätestens fünf Jahren in Rente gehe, habe ich die Wohnung abbezahlt, kann sie verkaufen, was aufgrund der Lage auf dem Wohnungsmarkt voraussichtlich gut geht, und ziehe dahin, wo es günstiger ist. Ob ich dann miete oder kaufe? Wird sich zeigen. Ich bin auf jeden Fall in einer anderen Lebensjahreszeit als Du – wäre ich jünger und hätte einen leicht zu wechselnden Job, würde ich auch eher mieten. Aber mit 59 wechsele ich den sicheren Job garantiert nicht mehr, baue mir aber nebenher ein Polster für die Rente auf.

      Zusammenfassend: Es gibt keine Generallösung für alle. Aber drauf zu achten, für was man und frau sein Geld ausgibt und das evtl. einzuregeln, wenn man oder frau kann, ist nie verkehrt! (40+ Jahre Haushaltsbuch führen war eine große Hilfe :D)

      1. Also wenn du 59 Jahre bist, sind wir exakt der gleiche Jahrgang – aber das nur nebenbei…
        Ich kann sehr gut verstehen, dass du damals anders wohnen wolltest. Ich erinnere mich, dass ich u.a. auch wegen der stark ansteigenden Mieten in den 90ern lange in einer kleinen Dachwohnung geblieben bin. Theater mit Nachbarn gabs dort aber auch nicht, aber auch keinen Balkon und im Sommer brütende Hitze unterm Dach.

        1. Keine Sorge, ich weiß, dass wir gleichaltrig sind – ich hatte auf Aura geantwortet, die wesentlich jünger ist und aus einer anderen Perspektive aufs Leben guckt.

          Ich glaube, es kommt wirklich auf die Zeit des Lebens an, in der man gerade steckt… und auf die Erfahrungen, die man gemacht hat. Sowohl meine Großeltern mütterlicherseits als auch meine Eltern haben heftig geschuftet für ihr Eigentum. Das hat mich eigentlich abgetörnt, aber unterschwellig hat es mir anscheinend auch die Botschaft vermittelt, dass Eigentum was ist, das sich lohnt … in positiver wie in negativer Hinsicht. Ich bleibe dabei: jede/r sucht sich seine Lieblingslösung selbst so gut er/sie kann. Wobei mir Deine Lösung sehr sehr gut gefällt.

          1. Ja, Lebensphase ist da ein wichtiges Thema und einfach auch nicht zu verpassen, wann man längst in einer anderen Lebensphase angekommen ist (z.B. Kinder aus dem Haus, Haus zu groß….).

            Die Lösungen müssen ins eigene Leben passen und die Kunst ist, da genau hinzuschauen

      2. Ich hatte mich zum Außenseiter gemacht , weil ich keine teuren Fernreisen machen wollte und lieber in Deutschland Urlaub machte. Diese Blicke .. egal . Heute weiß ich es war richtig.

        1. Das kommt mir sehr bekannt vor… 😀

          Ich nehme da oft dieses klassische „Haste was, biste was“ wahr. Gefolgt von „Man muss sich auch mal was gönnen“. Eigentlich geht es durchweg um Status und darum, dass jeder dafür wertgeschätzt werden möchte, was er hat und ist. Für mich fühlt sich dieses „Spielchen“ schon länger nicht mehr richtig an.

        2. Ich habe – noch – ein Auto. Wann ich es abgebe, mal schauen. Die Kiste habe ich auch durchgerechnet (vor 20 Jahren guter Mittelklassewagen, 300.000 km auf der Uhr, ich bin Zweitbesitzer), kostet mit allem drum und dran 500 Euro im Monat (vom Anschaffungspreis, Versicherung, sämtliche Reparaturen bis zum Blitzer).
          Auch habe ich mir schon abgewöhnt, alles was zu Fuß in 15 – 20 Minuten erreichbar ist, laufe ich. Hab keine Lust mehr auf die Parkplatzsuche.

          Thorsten;
          Urlaub mach ich auch nur in Deutschland, lustigerweise bevorzuge ich da auch den Zug, weil entspannter. Keine Staus usw. Da kommen dann auch ungläubige Blicke und Sprüche – da bist doch nicht so flexibel?!

          1. Das mit dem flexibel sein kann man auch anders sehen. Ist man mit dem Auto unterwegs , muss man immer wieder dorthin, wo man es abgestellt hat. Wer von A nach B wandert, muss wieder nach A zurück. Wenn das mal nicht unflexibel ist. 😌
            TÜV, AU, Werkstatt, Stau, Fahrt zur Tanke, nervige Parkplatzsuche, Autowäsche … seit ich das Auto weggegeben habe, fühle ich mich einfach besser. Sicher, es gab schon Momente, wo ein Auto praktischer gewesen wäre, aber die sind selten. Außerdem liebe ich mein Fahrrad. 🙂

      3. Ob mein Job leicht zu wechseln ist, wage ich zu bezweifeln. Ich sehe das ganz wie du: Es kommt sehr stark auf die Lebensumstände an, egal ob Wohnung oder Auto. Deswegen betone ich auch in Gesprächen die Gegenwärtigkeit einer Situation. Ich freue mich, dass ich aktuell ohne Auto leben kann und kein Haus oder Eigentum zu verantworten habe. Gleichzeitig denke ich darüber nach, eine Ferienwohnung an der Nordsee zu erwerben – als Refugium quasi. Aber ich muss nicht und das ist das Schöne. Genauso kann es mit dem Auto kommen: In 10 Jahren brauche ich vielleicht eines, jetzt gerade aber nicht. Ich mag, dass man immer wieder neu schauen kann, was gerade wichtig ist und zum eigenen Leben passt. Ich habe oft den Eindruck, dass für viele Menschen vieles direkt wie in Stein gemeißelt ist – damit begrenzen sie sich selbst sehr stark.

        1. Da fällt mir noch ein: Ich habe noch nie Haushaltsbuch geführt. Und nein, es liegt nicht am Einkommen, von wegen „ich bräuchte ja sowieso nicht rechnen“. Während meiner Ausbildung war mein Einkommen verschwindend gering und ich habe alleine gewohnt mit allem drum und dran. Und dennoch hat sich ganz wie von selbst Geld angespart, obwohl das eigentlich kaum möglich gewesen ist. Ich vermute, dass es damit zusammenhängt, dass ich viele Dinge einfach nie kaufe, die für viele andere Menschen „normal“ sind – von Küchenrolle bis Wasser in Flaschen über Pflegeprodukte bis hin zu Öl, Fleisch und Klopapier. Es läppert sich definitiv. Kein Auto zu haben ist allerdings der größte Kosteneinsparer. Dahingehend finde ich auch immer wieder die Frage faszinierend: Mit wie wenig Geld könnte man eigentlich leben?

          1. Da wäre es interessant zu schauen, was langfristig mit weniger Kosten funktioniert. Vorübergehend geht einiges, z.B. Student im Studentenwohnheim, günstige Krankenkasse, Essen in der Mensa und bei Mama zu Hause (die das dort auch bezahlt), das sind keine wirklich realen Bedingungen. Schon gar nicht, wenn dann später Kinder dazu kommen. Da gehen dann die Uhren nochmal komplett anders. Aber zum Sport sollte sparen m.E. auch nicht werden. Sparen ist kein Selbstzweck und es geht ja darum, sich das Leben zu erleichtern.

        2. So lange der ÖPNV nicht noch deutlich besser ausgebaut ist (insb. in ländl. Regionen) kommt man manchmal nicht um die Blechkiste drumrum. Rückblickend hätte ich interessanterweise auch genau das zeitweise besessene Auto nicht wirklich verhindern können. Dann wäre es mit Arbeit wirklich schwierig geworden. Ich habe die erste Gelegenheit genutzt, es wieder loszuwerden.
          Rückblickend etwas anderes ist es mit dem Wohnen. Ich hatte noch nie wirklich viele Sachen, aber noch weniger, wäre in vielen Lebensphasen eine deutliche Entlastung gewesen. Umziehen wäre einfacher und eine kleinere Hürde gewesen und ich hätte mir viele Jahre die langen Pendelstrecken echt sparen können. Weniger wegen dem Geld, mehr wegen Lebenszeit, die dabei drauf geht.

      4. Oh, noch gar nicht beantwortet! 😀

        Vielleicht hast du mich falsch verstanden. Ich sehe Minimalismus als absolut individuellen Weg, bei dem es darum geht, die für sich selbst passende Lebensweise zu finden. Dazu gehört eben auch, lebensphasenorientiert auszuwählen, was gebraucht wird und was nicht.

        Da ich berufliche Weiterentwicklung anstrebe, bin ich schlichtweg sehr dankbar, dass ich zurzeit auf Auto und Eigentum verzichten darf, da ich somit mehr Rücklagen bilden kann und flexibel bleibe was den Wohnort angeht. Wie ich in zehn Jahren denke, weiß ich heute nicht – ich weiß jedoch, was gerade zu mir und meinem Leben passt – und das lebe ich auch. Das ist altersunabhängig.

        Was den Job noch angeht: Ich bin Lehrerin und gefühlt unfähig, jemals etwas anderes zu machen („Einmal Lehrer, immer Lehrer“). Ich strebe allerdings Weiterentwicklung an und werde diese auch umsetzen – dafür habe ich zu viele Visionen als 30 oder sogar 40 Jahre lang das gleiche zu machen, da würde ich sehr unzufrieden werden.

        Berufliche Veränderung ist immer möglich, wird aber oft durch sabotierende Glaubenssätze erfolgreich verhindert. Gerade mit ein paar mehr Jahren Lebenserfahrung lassen sich bestimmte Berufe wie Beratung, Therapie etc. erfolgreicher ausführen, einfach weil man erfahrener ist und diese Erfahrung im Beruf sehr wertvoll ist. Aber auch hier kommt es wieder total darauf an, welchen Beruf man überhaupt ausüben will.

        Zurzeit arbeite ich auch in einem „abhängigen Beruf“, da über mir noch Vorgesetzte stehen, die mir vorschreiben, was ich wann wie und wo zu tun und zu lassen habe. Das ist ein Faktor, der mich sehr unzufrieden macht, weshalb ich unabhängige Berufe (zum Beispiel als Selbstständiger) sehr attraktiv finde. Aber auch hier gilt wieder: Ist individuell! Ich bin vielleicht nicht die geborene Angestellte und sesshafte Frau, die mit Haus, Mann und Kindern glücklich wird.

        Wenn man weiß, wer man ist, weiß man auch, was man braucht und welches Leben glücklich macht. Genau das ist für mich der Weg des Minimalismus, der Achtsamkeit, der Selbstverwirklichung. 🙂

        1. Sehr nachvollziehbar! Sich – selbst im Lehrerberuf – nicht (innerlich oder äußerlich) abhängig zu machen, ist bestimmt sehr gut.
          Ein Problem ist, dass es auf Dauer irgendwann sehr belastend ist, immer mit recht großen Kindergruppen zutun zu haben. Nach meiner Erfahrung geht das 10 Jahre lang recht gut, danach wirds immer anstrengender und belastender. Hängt man dann in finanziellen Verpflichtungen drin oder hat das persönliche Konsumniveau nach oben geschraubt, ist es schwierig, etwas zu verändern oder zumindestens Stunden zu reduzieren.

          In der Selbständigkeit entstehen allerdings auch Abhängigkeiten, allerdings andere. Die Bedingungen für Klein- und Solo-Selbständige finde ich recht gruselig, sieht man derzeit auch in der Coronakrise. Unsichere Einnahmen, aber regelmäßige Ausgaben. Krankenkasse ist ein ziemlicher Ballast, überhaupt müssen ja alle Absicherungen selbst finanziert werden (kein Arbeitgeberanteil). Irgendwann will das Finanzamt nicht nur die Steuern vom Vorjahr, sondern auch Vorsteuer fürs nächste Jahr. 10 Jahre lang alte, steuerrelevante Belege aufbewahren und stapeln finde ich auch nicht prickelnd.

    2. Auch ein wenig typisch: Macht man selbst etwas anders, erntet man nicht selten sehr erstaunte bis ungläubige Blicke. Das macht es natürlich noch viel schwerer, sich einfach die ein oder anderen Kosten zusparen.

    3. Ich sag mal so : aus Eigentum kann ich sofort ausziehen und in eine andere Stadt , das Eigentum kann vermietet werden oder verkauft. Bei Mietwohnungen gibt es mit der Mietdauer steigende Kündigungsfristen. Dann hat man evtl. noch einen Monat wo sich die Miete überlappt, selten klappt es genau zum Stichtag – mit dem ganzen Krempel. Die Immobilie ist immobil , der Besitzer hat einen Mobilitätsvorteil.

      1. Zur Zeit wäre Eigentum für mich eine zusätzliche Verantwortung, die ich aktuell noch nicht tragen möchte. Meine Kündigungsfrist ist immer die gleiche und sich überlappende Mieten finde ich nicht problematisch, zumindest bei meiner relativ kleinen Miete. Umziehen tue ich ja auch nicht alle paar Monate.

        Ein kleines Träumchen ist ein Haus an der See, dass ich auch für mich nutzen kann. In der übrigen Zeit würde ich es als Ferienhaus vermieten lassen – das alles würde ich aber soweit es geht delegieren. Mal schauen, wo es mich in den nächsten Jahren hinzieht. 🙂

      2. Das verstehe ich jetzt nicht, Thorsten. Ich hab doch schneller einen Nachmieter bei Stadtlage und dem katastrophalen Wohnungsmarkt gefunden (1 Sammelbesichtigungstag?), als ein Haus vermietet oder verkauft. Die Jacke stand auf der Liste. Ein paar mal 30 Tage. Der Winter hat sich ja eh abgeschafft.

        1. Sofern ich im Falle eines Umzuges bei der gleichen Genossenschaft bleibe, ist das umständlichste die Wartezeit, nach der es dort geht und bis die freie Wohnung auch passt. Doppelte Miete geht auch nur 14 Tage und Wohnungswechsel nach Absprache.
          Aber ich denke, man kann viele Gründe hin und her überlegen. Entweder hat man Spaß am Eigentum und sich auch darum zu kümmern oder nicht. Ich gehöre definitiv zu den Leuten, die einfach keinen Spaß daran haben. Daran würde nicht mal die Verzehnfachung meines Geldbeutels etwas ändern.

        2. Den vernünftigen Nachmieter musst du finden, der Vermieter kann ein paar ablehnen, Schufa und der ganze Klimbim muss ja alles her. Eigentum kann ich sofort verkaufen oder vermieten oder zwischenvermieten, da muss ich niemanden fragen, egal ob Haus oder Wohnung. Eine Gesprächspartner weniger

  4. Hallo,

    alles sehr gute Tipps für den Anfang. Rücklagen sind das Wichtigste, was man haben muss. Ohne muss man sich ständig sorgen, dass irgendwas kaputtgeht, irgendeine Nachzahlung ansteht. Ich denke auch, dass es auch mit kleinem Einkommen möglich ist, Rücklagen zu bilden. Es erfordert aber auch recht Disziplin und Durchhaltevermögen. Die Überprüfung unnötiger Ausgaben ist sinnvoll, es gibt viele zu teure Handyverträge, unnötige Versicherungen etc.

    Gruß
    Fuseboroto

      1. Ja, aber wohnen muss jeder. Die Extremisten mit der Hütte im Wald ohne Wasser und Strom oder die Tinyhäuser auf dem Campingplatz mit Gasheizung bis der Geldbeutel leer ist, ein umgebauter VW-Bus , alles kostet und kann kaputt gehen. Leider.

        1. So ist es. Und dennoch: je weniger Besitz, desto weniger kann kaputt gehen. Ich finde es übrigens gar nicht „schlimm“, dass es immer etwas gibt, das Kosten verursacht etc. Es geht mehr darum, alles so auszubalancieren, dass es für einen selbst passt. Und wenn es noch nicht passt, muss man weiter ausprobieren.

        2. Viele Leute experimentieren ja auch erstmal mit solchen eher extremen Wohnformen. Langfristige Erfahrungen haben die wenigsten. Am ehesten noch Anne Donath, https://www.hz.de/panorama/_experiment-geglueckt_-33227228.html die ja auch immer wieder den Experimentierstatus ihrer Lebensweise betont. Sie wohnt seit fast 17 Jahren schon in ihrem kleinen Holzhäuschen. Ausgangspunkt war damals auch die zu erwartende Mickerrente. Ohne Strom und Holz hacken wäre definitiv nichts für mich, aber Anne Donath ziehts wirklich schon lange durch und scheint damit auch sehr glücklich zu sein.

              1. Danke.
                Auch Anne Donath macht Zugeständnisse an das Alter, heute schläft sie auf der Matratze, vor einigen Jahren noch auf dem Boden.
                Ich glaube ihr, dass sie in ihrem Haus sehr zufrieden lebt. Mir aber würde die Umgebung nicht behagen. Mitten zwischen „normalen“ Eigenheimen wird sie auch heute noch als Sensation begafft.

        3. Tinyhaus ist in einigen Jahren auch mein Traum, ich hoffe nur, dass sich bis dahin die Abstellgenehmigungen in Deutschland verbessert haben, so dass einem nicht nur der Champingplatz bleibt.
          Wohne jetzt in einer kleinen Mietwohnug, die bis auf das Kinderzimmer immer leerer wird.
          Großer Vorteil vom Tinyhaus: Es ist mobil und man kann den Wohnsitz jederzeit verlegen, auch ins Ausland.
          Das alles kostet und kaputt geht, ist schon wahr, aber was solls, wir werden auch älter, maroder und auch wir selbst kosten Geld. 😌 Was solls, solange es noch irgendwie funktioniert, ist es gut.
          Zu hoher Perfektionismus führt auch zu höheren Kosten. Beispiel: Der Extremist in der Hütte im Wald braucht definitiv kein Geld für Klempner und Fliesenleger. 🙂
          Je weniger Besitz, desto weniger Kosten, der Grundgedanke ist auch meiner Meinung nach wirklich das A und O beim Sparen. Und damit der Weg für mehr Unabhängigkeit. Den Begriff „Besitz besitzt“ kennen wir ja hier sicher alle.

          1. Bis dahin haben sich dann sicher auch nicht nur die Abstellgenehmigungen geregelt, sondern es gibt auch mehr Erfahrungen. Die Dämmung ist nicht so gut bei Tinyhäusern – warm im Sommer, kalt im Winter z.B. – da wird es sicher noch Weiterentwicklungen geben.

            Allerdings finde ich, dass man mehr Mobilität auch anders gestalten kann: Wohnung mieten (ok, das kann heute dauern..), und dann mit sehr wenig Möbeln leben (zerlegbar, multifunktionell), allgemein möglichst wenig Kram. Und wenn Umzug ansteht, einmal einen kleinen Transporter mieten (bei einem Anbieter, wo man das Fahrzeug hier anmieten und dort wieder abgeben kann), ab in die neue Wohnung, fertig. Das geht dann schon ein wenig schneller, als mit einem Tinyhouse. Denn dafür müsste man am neuen Wohnort ja auch erstmal einen Stellplatz haben.

            1. Das stimmt. Beim Wohnungswechsel fällt dann meistens auch noch die Renovierung der alten Wohnung an.
              Mir geht es einfach auch um den Flair eines solchen Tinyhauses oder auch eines Mobilheimes. Die werden ja mittlerweile optisch immer interessanter und auch an der Dämmung wird wohl weitergearbeitet, ist natürlich immer vom Hersteller abhängig.
              Aber für mich geht es darum, dass ich mich dort wohler fühlen würde als in der „Mietskaserne“. 🙂
              Der Preis ist gegenüber einem Massivhaus erschwinglich, selbst mit kleinerem Einkommen kann man das über die Jahre ansparen.
              Einen Umzug mit dem Tinyhaus würde ich auch gar nicht planen, aber was ist im Leben schon planbar?
              Selbst ohne Trailer kostet der Transport mit dem Tieflader meinen Recherchen nach 1,50 bis 3,-€ pro Kilometer. Geht also bei kleineren Entfernungen gar nicht mal so ins Geld.
              Aber ist noch Zukunftsmusik, die ich aber schon fest ins Auge gefasst habe. 😌

      2. Ja klar, wobei man hier unterscheiden muss, wichtige Dinge wie Kühlschrank, Waschmaschine müssen ersetzt werden, wenn sie kaputtgehen. Auf die Xbox kann ich noch eher verzichten, wenn ich mir keine neue leisten kann. 🙂

  5. Die armen Familien, die nie Geld haben und ständig Essen bestellen. Selbst kochen spart eine Menge Geld. In Restaurants gibt’s eh zu viel Industriefutter. Hab mir gerade eine sehr reduzierte Winterjacke gekauft. Schuhe kauf ich auch antizyklisch. Ich wüsste gerne mal, wie viel teurer ein eigenes Haus ist an Nebenkosten und an Anschaffungen, weil man anders renoviert und investiert, als in eine Mietwohnung. Eine Flatrate an Kosten kann auch das Schnäppchen vom Auslandstierschutz sein. Hab ich jetzt schon mehrmals gehört. Zeigt sich so nach 6 Monaten. Hat man ja noch Zeit zum Ansparen.

    1. Eine Flatrate an Kosten – das ist ja eine wunderbare Formulierung. Aber genau damit wird letztlich derzeit Geld verdient: Monatsabo Netflix, Spotify, dazu diverse Software, sogar Apps haben inzwischen endlos irgendwelche Abos, die man abschließen soll. Dann Handyvertrag, es muss die megadicke Internetleitung fürs Streamen sein, irgendwelche Zusatzdienste fürs Fernsehen. Auslandstierschutz klingt da fast schon wie Realsatire. Und ist die Waschmaschine hinüber, ist das Drama groß, weil kein Geld für ein neues Gerät da ist. Genau sowas gilt es zu vermeiden.
      Antizyklisch kaufen klingt erstmal total altbacken, ist aber letztlich super aktuell, sehr klug und ein aktiver Schritt, sich nicht konsumverblöden zu lassen.
      Fast möchte ich sagen, dass jedes unnötige Abo eine Schlinge ist, die man sich freiwillig um den Hals legt…

      1. Ich stelle mir jetzt vor, wie ich bei 34 Grad im Schatten laut im Laden verkünde, dass sich JETZT dringend eine Winterjacke brauche, weil der Antizyklus gerade optimal ist 😉 Haha, lieber leise und bescheiden einkaufen. Augen aufhalten m aber nicht aus Spaß shoppen gehen.

        Ich habe festgestellt, dass ich auf hohem Niveau rumminimalisiere. Ich habe drei paar Barfußschuhe, weil sie ja kaputt gehen könnten. Und eins für den Winter. Ich sehe überall im Haushalt noch „Spezialteile“, die entweder Sicherheit oder Komfort gewähren oder vorgaukeln (?). Gestern lockte wieder eine Kaffeemaschine , Testurteil 1,7 und nur 55€. Schrecklich wie da der Schalter umgelegt wird und der Kaufreiz steigt. Es hilft nur eins beim Kaufen : eine Nacht drüber schlafen, besser 3 oder wenn es etwas Teures ist noch länger. Wenn es wirklich benötigt wird hilft eine längere Zeit das günstigste Angebot zu finden.

        Mist wir haben Netflix, die Kinder wollen es und ich manchmal auch. Alleine würde ich es abmelden und nur im Winter anmelden, es geht monatlich und kostet weniger als eine Kinokarte.

        1. Netflix – ich gönne mir das ab und zu monatsweise. Man kann es ja sofort bei Vertragsbeginn wieder kündigen, dann läufts nach einem Monat automatisch aus. Das eigene Suchtverhalten hat man dann auch etwas besser unter Kontrolle :-), wenn man sich zumindest alle vier Wochen bewusst noch mal neu anmelden müsste. Für mich ist das ein Stück Luxus, auf den ich manchmal Lust habe und ihn mir dann bewusst gönne, weil mir einige der Serien einfach sehr gut gefallen.

  6. Von solchen langfristigen Sparanlagen bin ich kein Freund. Mit ETF’s oder anderem hab ich mich noch nicht beschäftigt. Wenn monatlich was übrig bleibt, geht’s aufs Sparbuch bei der Hausbank.
    Zeitungsabos hab ich lange nicht mehr, News online bzw. ne Tageszeitung kann man sich beim Nachbarn / Verwandtschaft holen.
    Streamingdienste nutze ich auch nicht (mehr).
    Haushaltsbuch führe ich auch.

  7. Sparen geht erst dann, wenn man Geld am Monatsende auf dem Konto übrig hat und es dort monatlich mehr wird und man sich dann fragt „was mache ich denn jetzt damit ?“. Ich würde auf keinen Fall irgendwelche Verträge abschließen, die im Fall der Fälle – bei Kündigung – Nachteile ergeben, also z.B keine Kapitallebensversicherung. Eher ETF- oder AKtiensparpläne, die sind sehr flexibel und kostengünstig. Der Stress durch den monatlichen Sparzwang auf Kante genäht ist auch nicht gesund. Die Höhe der Sparrate sollte flexibel sein. Gerade bei Geringverdienern kann eine Ausgabe außer Plan einen Notstand hervorrufen, der nicht noch durch zu knappes Budget verschärft werden sollte. Wenn keine Luft im Budget ist, dann fällt am Ende das Sparen heraus, das wäre schade. Deswegen lieber kleine regelmäßige Raten und dannerhöhen, wenn sich die Sparrate als tragfähig erweist.

    1. Ich denke, es funktioniert anders herum. Man muss am Anfang des Monats, das Geld, dass man sparen möchte weg überweisen. Wenn man spart, was am Ende übrig bleibt, spart man weniger. Auf einem Spar- oder Tagesgeldkonto kommt ja wieder dran, wenn man es in dem Monat doch braucht.

      1. Ja, stimmt schon, wenn du genug verdienst und dich vor Konsum schützen willst. Ich meinte wirklich die, die am Monatsende manchmal auf dem Zahnfleisch gehen.

        1. Letztlich muss man vielleicht auch ganz unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Lebenssituationen und Personen finden. Für diejenigen, für die es bereits eng ist, überhaupt bis zum Monatsletzten zu kommen, besteht die erste Herausforderung vielleicht auch darin, zunächst genau das auf die Reihe zu bekommen. Und sei es ganz altmodisch mit Bargeld in Briefumschläge verteilt.

    2. Sehe ich auch so, ein wildes Hauruck-Verfahren bringt gar nichts. Lieber etwas gemächlicher, aber dafür regelmäßig und dran bleiben. Sind erstmal ein paar Rücklagen gebildet, dass irgendeine nicht eingeplante Ausgabe einem nicht gleich das Wasser abdreht, hat man einen ersten wichtigen Schritt erreicht.

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